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Rissen ist der westlichste Stadtteil
Hamburgs, wenn man von der vor der Elbmündung gelegenen
Insel Neuwerk absieht. Rissen liegt im Bezirk
Altona und wird zu den
Elbvororten gerechnet.
Geografie
Ausdehnung des Stadtteilgebiets
Der Stadtteil dehnt sich von Nord nach Süd ca. drei mal so lang aus wie in West-Ost-Richtung.
Nachbargemeinden und benachbarte Stadtteile
Rissen grenzt im Westen an die Stadt
Wedel sowie im Norden an die Gemeinde
Appen und die Städte
Schenefeld und
Pinneberg, alle in
Schleswig-Holstein. Benachbarte Hamburger Stadtteile sind
Hamburg-Sülldorf im Osten und
Hamburg-Blankenese im Südosten. Im Süden Rissens liegt die
Unterelbe. Über die Elbinsel
Hahnöfersand und die Sandbank
Schweinesand verläuft die Grenze zu
Niedersachsen; jenseits dieser liegt die Gemeinde
Jork.
Geschichte
Rissen wurde erstmalig im Jahr
1255 als "Risne" genannt (bedeutet in etwa "Häuser im Strauch- und Buschwerk" oder "Häuser im Birkenwald"). Es gehörte jahrhundertelang zu
Holstein-Pinneberg.
1640 fiel es mit ganz Holstein-Pinneberg an
Christian IV. von
Dänemark und blieb so in Personalunion Teil des dänischen Königreiches, bis es nach dem Zweiten Deutsch-Dänischen Krieg
1867 an
Österreich fiel, mit dem Ende des Österreichisch-Preußischen Krieges 1868 aber zu
Preußen wanderte. Rissen wurde
1876 mit ca. 300 Einwohnern selbständige Gemeinde. Im Jahre
1927 wurde Rissen mit mitlerweile ca. 2000 Einwohnern in die preußische Stadt
Altona/Elbe eingemeindet und fiel mit diesem
1938 als Vorort an Hamburg.
1785 erwarb der Reeder und Kaufmann Johann Cesar Godeffroy 3300 Morgen Land
welche bis 1835 von der Kaufmannsfamilie aufgeforstet wurden. Dadurch verwandelte sich die Moor-, Heide-, und Sandlandschaft langsam in einen Wald.
Zu dieser Zeit waren in Rissen nur wenige Bauern ansässig. Mit dem Fall zu Preussen wuchs Rissens Einwohnerzahl stätig. Um 1900 waren es bereits ca. 1000 und um 1945 ca. 6000. Dies war 1953 auschlaggebend für den Bau der Wohnviertel wie zum Beispiel den Mechelnbusch, wodurch die Bevölkerung nochmals auf ca. 9000 anwuchs. In den 60er Jahren entstanden weitere Wohnsiedlungen wie der Nieflandring. Im Jahr 2005 betrug die Bevölkerungsdichte 863 Einwohner je km² was bedeutet das zur Zeit 14375 Menschen In Rissen leben.
Religionen
Direkt am Ort befindet sich die Kirche der ev. Johannes-Kirchengemeinde, welche seit dem 15. März 1936 ihre Mitglieder an der Ecke Dorfstraße/Raalandsweg empfängt. Für die Junge Gemeinde Rissen wurde das Jugendcafé seit dem Jahre 1993 unter dem Namen T-House ein Treffpunkt des Stadtteils.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Die Volksspielbühne Rissen von 1955 e.V. führt jährlich drei bis vier Stücke auf, die bis auf das Weihnachtsmärchen für Kinder in
niederdeutscher Sprache inszeniert werden. Spielort ist die Aula der Schule Iserbarg. Die Volksspielbühne hat eine Kinder- und eine Jugendgruppe.
Zum Geburtstag von Rissen (750 Jahre) spielte sie ein Stück über die Geschichte des Dorfes.
Museen
Das Puppenmuseum liegt mitten im Sven-Simon-Park und ist vom Grotiusweg aus erreichbar. Seit Mai 1986 wird die Privatsammlung von ca. 300 Puppen in der 1923 von
Karl Schneider erbauten Villa ausgestellt.
Parks
Direkt hinter dem S-Bahnhof liegt der
Schöns Park, ein kleines Waldstückchen.
Angrenzend an die Wittenbergener Heide und überwiegend auf Blankeneser Gebiet befindet sich der
Sven-Simon-Park.
Naturdenkmäler
Den nördlichen Teil Rissens bildet das Waldgebiet
Klövensteen, es gibt dort ein
Wildgehege und
Moorflächen, das sogenannte
Schnaakenmoor. Oberhalb des
Geesthangs zur Elbe liegt das Naturschutzgebiet
Tinsdaler Heide.
Ein beliebter Treffpunkt im Sommer ist der Elbstrand bei Wittenbergen rund um den Wittenbergener Leuchtturm, der, 1899 in Betrieb genommen, auch heute noch das Wahrzeichen des Dorfes ist.
Sport
Ortsansässig ist der
Rissener Sportverein von 1949 e.V. (RSV). Dieser wurde
1949 gegründet und bot von Beginn an mit sieben Sportarten eine vielfältige Möglichkeit der sportlichen Betätigung. Heutzutage werden einige verschiedene Sportarten angeboten, u.a. Fußball, Leichtathletik, Tennis und Hockey.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Die
Bundesstraße 431 wurde im Bereich von Rissen zu einer autobahnähnlichen
Schnellstraße ausgebaut, welche im November 1984 fertig gestellt wurde und in einem tiefen Einschnitt den Ortskern von West nach Ost durchschneidet. Das Teilstück der
Bundesstraße 431, das eigentlich zur Sülldorfer Landstrasse gehört, ist seitdem als
Rissener Canyon bekannt.
Dort verläuft auch die
S-Bahnstrecke von Wedel nach Blankenese (Linie
S1), die in Rissen seit
1883 einen Bahnhof hat. Seit mehr als einem Jahrzehnt existieren Pläne, die westlich an den Canyon anschließende Wedeler Landstraße durch eine Verlängerung der Schnellstraße bis zur Stadtgrenze von dem starken
Pendler- und Wirtschaftsverkehr zu entlasten. Diese Trasse soll über die Brünschenwiesen, die hier das
Grenzgrün bilden, in das Wedeler Industriegebiet geführt werden; ihre Realisierung ist bisher aber an der fehlenden Finanzierung und am Widerstand aus Bevölkerung und Teilen der Kommunalpolitik gescheitert.
Von Anfang April bis Anfang Oktober wird der Fähranleger Wittenbergen am Wochenende sowie Feiertags von Fähren der HADAG, mit Fahrtmöglichkeiten elbabwärts Richtung Lühe/Altes Land und elbaufwärts Richtung St. Pauli-Landungsbrücken/Hamburg, bedient.
Öffentliche Einrichtungen
Die Freiwillige
Feuerwehr Rissen ist am 13.April 1893 gegründet worden. Das Gerätehaus steht in der Rissener Landstrasse 254.
In der Rissener Dorfstrasse 40 befindet sich die Außenstelle Rissen der
Polizei Hamburg.
Desweiteren gibt es im Suurheid 20 das ehemalige
Krankenhaus Rissen. Inzwischen gehört es zur Asklepios Gruppe und heisst Asklepios Westklinikum Hamburg.
Bildung
Das Haus Rissen ist ein 1954 gegründetes unabhängiges Bildungs- und Forschungsinstitut. Es bietet politische Bildung v.a. im Bereich Europa, Osteuropa, Sicherheitspolitik, Internationale Beziehungen und Globalisierung an. Mit politischen und kulturellen Abendveranstaltungen leistet es einen Beitrag zur Rissener Stadtteilkultur. Da im Kuratorium zahlreiche Unternehmer beratende Mitglieder sind, gilt es als wirtschaftsnah, von Kritikern wird es auch als neoliberal bezeichnet.
Des weiteren gibt es drei Schulen in Rissen: das Gymnasium Rissen (Voßhagen), die Haupt- und Realschule Iserbarg und die Grundschule Marschweg.
Ansässige Unternehmen
Einziger größerer Handelsbetrieb ist die
Berendsohn AG in der Alten Sülldorfer Landstrasse 400.
Der den Dorfkern durchquerende Teil der Wedeler Landstrasse bildet eine gewachsenes örtliche Einkaufsstraße; insgesamt hat Rissen derzeit ca. 110 Geschäfte und Läden.
Persönlichkeiten
Weblinks
Stadtteil (Hamburg) | Bezirk Hamburg-Altona
Hamburg-Rissen | Rissen