Jenfeld ist ein Stadtteil von
Hamburg im
Bezirk Hamburg-Wandsbek.
Geschichte
Das
Dorf Jenfeld wurde
1304 erstmalig urkundlich erwähnt. Ab Mitte des
14. Jahrhunderts gehörte es zum
Kloster Reinbek. Als im Zuge der
Reformation der Klosterbesitz aufgelöst wurde, kam das Dorf
1529 wieder in landesherrlichen Besitz und wurde dem
Amt Reinbek zugeordnet.
Nach der Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen 1867 wurde Jenfeld dem neu gegründeten Kreis Stormarn zugeordnet. Mit Einführung der preußischen Kommunalverfassung 1889 kam es zum Amtsbezirk Barsbüttel. 1927 wurde Jenfeld in die Stadt Wandsbek eingemeindet. Jenfeld beherbergte von 1933 an drei Kasernen, die Douaumont-, Lettow-Vorbeck- und v. Estorff-Kaserne. Diese sind heute teilweise zu Wohngebieten oder der Universität der Bundeswehr umgebaut worden. 1937 kam Jenfeld mit Wandsbek aufgrund des Groß-Hamburg-Gesetzes zu Hamburg.
Einwohnerentwicklung
- 1900: 424
- 1925: 765
- 2002: 25.816
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Jenfeld verfügt über eine Autobahnauffahrt zur
BAB 24.
Diverse Buslinien des HVV verbinden Jenfeld mit der Innenstadt, Wandsbek-Markt, Farmsen, Rahlstedt, Barsbüttel sowie Billstedt.
Nächst gelegene Bahnhöfe sind:
- Hamburg-Wandsbek sowie Hamburg-Tonndorf (früher Wandsbek-Ost) der Regionalbahn (R10)
- U-Bahn Wandsbek-Markt sowie U-Bahn Farmsen (U1)
- U-Bahn Billstedt (U3)
Von 1954 bis 1960 verkehrte die Linie 16 der Straßenbahn zwischen Wandsbek-Markt und Jenfeld.
Medien
Studio Hamburg ist ansässig in der Jenfelder Allee 80, von dort aus kommen Serien wie Alphateam und viele mehr. Auch die Medienakademie, eine private Filmuniversität hat dort ihren Sitz, ebenso wie Regionalstudios von ZDF und ARD. 2004 ist das Landesstudio von RTL Nord, welches vorher auch aus dem Studio Hamburg sendete, zur Hohenluft Brücke umgezogen.
Bildung
Auf der Otto-Hahn-Gesamtschule können alle Schulabschlüsse erworben werden. Im Denksteinweg gibt es eine
Haupt- und
Realschule, in der Charlottenburger Straße und der Oppelner Straße je eine
Grund-, Haupt- und Realschule. In der Jenfelder Straße und im Öjendorfer Damm bestehen Grundschulen. Eine
Sonderschule für geistig behinderte Kinder gibt es im Bekkamp.
Für Soldaten der Bundeswehr besteht in Jenfeld die Universität der Bundeswehr.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sport
In Jenfeld hat 2001 der
Hamburger Fußball-Verband seinen Sitz und betreibt dort auch seine Sportschule. Die Einrichtungen (Sporthalle, Kunst- und Naturrasenplatz) stehen zeitweise auch den örtlichen Vereinen zur Verfügung.
Zentraler Platz
Im Denksteinweg / Bei den Höfen wurde im September 2003 der symbolische Grundstein für den „zentralen Platz Jenfeld“ gelegt. Zentrum des zentralen Platzes ist der vorhandenen Denkstein mit seinen umgebenden 3 Eichen. Zur 700 Jahresfeier von Jenfeld im Sommer 2004 erstrahlte der neu geschaffene verkehrsberuhigte Bereich mit seinen angrenzenden Villen in neuem Glanz.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter Jenfelds
Pop-Sternchen
Jasmin Wagner (Blümchen) wuchs in Jenfeld auf und verblieb trotz ihres Erfolges gemeinsam mit ihrer Mutter zunächst in Jenfeld-Ost und wohnt jetzt in St.Georg.
Allgemeines
Teile Jenfelds gelten als sozialer Brennpunkt. Während in West-Jenfeld mit der Universität der Bundeswehr, den Einfamilienhäusern und einem Alten-/Pflegeheim „Alt-Jenfeld“ noch erkennbar ist, wird Jenfeld-Ost durch Sozialwohnungen aus den
70er Jahren geprägt. Die Arbeitslosigkeit ist überdurchschnittlich hoch und die Kriminalität ist im Verhältnis zu Wandsbek höher, aber zu Hamburg gesehen geringer.
Mittelpunkt und Trennlinie Jenfelds ist mittlererweile das Jenfelder Einkaufszentrum Jen, in dem verhältnismäßig viel Sicherheitspersonal für Ordnung sorgt.
Bundesweit geriet Jenfeld jüngst in die Schlagzeilen, als der Fall der kleinen Jessica bekannt wurde, deren Eltern sie verhungern ließen.
Siehe auch
Weblinks
Stadtteil (Hamburg) | Bezirk Hamburg-Wandsbek