Eidelstedt ist ein Stadtteil am nordwestlichen Rand
Hamburgs im
Bezirk Hamburg-Eimsbüttel.
Geografie
Benachbarte Stadtteile und Gemeinden
Eidelstedt grenzt im Norden an den Hamburger Stadtteil
Schnelsen, im Osten an
Niendorf, im Süden an
Stellingen und
Bahrenfeld, im Südwesten an
Lurup und im Nordwesten an die
Schleswig-Holsteinischen Gemeinden
Halstenbek und
Rellingen.
Gliederung des Stadtteils
Eidelstedt blickt, wie viele Stadtteile des heutigen Hamburg, auf eine lange Geschichte als Bauerndorf zurück. Davon sind jedoch nicht viele Zeugnisse übrig geblieben: aufgelockerte Wohnbebauung aus den
1950er bis
70er Jahren mit Hochhäusern, Wohnblöcken und Einfamilienhäusern und dazwischen zahlreiche vielbefahrene Hauptverkehrswege prägen das Ortsbild. Trotz viel
Beton und
gelbverklinkerter Einfamilienhäuser ist Eidelstedt ein recht grüner Stadtteil geblieben, der abseits der Hauptstraßen eine ruhige Nähe zum ländlichen Umland zeigt (das allerdings auch nicht viel anders aussieht). Das Ortszentrum am
Eidelstedter Platz, einem Verkehrsknotenpunkt, hat den Charakter eines mittelgroßen, etwas verstreuten
Einkaufszentrums. Die
Eidelstedter Feldmark im östlichen Drittel des Stadtteils, jenseits der Autobahn, ist Weideland geblieben und soll als naturnaher Zwischenraum zwischen zwei Hamburger Siedlungsachsen erhalten bleiben.
Geschichte
1950-1965 gab es in Hamburg zahlreiche Beschwerden wegen der Geruchsbelästigung durch Eidelstedter
Betriebe, insbesondere einer Fischmehlfabrik.
1979 kam es zu einem Parlamentarischen Untersuchungsausschuß in Hamburg wegen chemischer Kampfmittel- und Giftfunde auf dem Gelände der Fa. Dr. Stoltzenberg.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Das
Eidelstedter Bürgerhaus ist ein Stadtteilkulturzentrum. Es bietet Theateraufführungen, Sprachkurse und ähnliches an.
Parks
An der
Kieler Straße nördlich der
Güterumgehungsbahn liegt der
Sola-Bona-Park. Er bildet das südliche Eingangstor zur
Eidelstedter Feldmark und hat seinen Namen von einer Inschrift an einem benachbarten Kinderheim:
"sola bona quae honesta" (
"Nur die Dinge sind gut, die anständig sind").
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Durch den Stadtteil verläuft in Nord-Süd-Richtung die
Autobahn A 7, am
Autobahndreieck Hamburg-Nordwest zweigt davon die
A 23 nach
Heide (Holstein) ab. Die
Bundesstraße 4 führt ebenfalls durch Eidelstedt. Sie verläuft zwischen den Anschlußstellen
Hamburg-Stellingen (Nr. 26, im gleichnamigen Stadtteil und an der A 7 gelegen) und
Hamburg-Eidelstedt (Nr. 21, an der A 23) auf der Autobahn, die in diesem Bereich
1964 zur Umgehung des Eidelstedter Ortskerns eröffnet wurde. Dennoch ist bis heute die frühere Strecke der B 4 eine vielbefahrene Durchgangsstraße geblieben. Sie wurde in einigen Teilen zweispurig ausgebaut, besitzt jedoch eine Reihe von ein- und anderthalbspurigen Engpässen. Am
Eidelstedter Platz trifft sie mit der äußersten der drei Hamburger Ringstraßen, dem
Ring 3, zusammen, der im Bereich von Eidelstedt fast durchgehend einspurig ist. Regelmäßige Verkehrsstauungen zu den Spitzenzeiten sind die Folge. Davon mit betroffen sind die Busse des öffentlichen Personennahverkehrs, die ihre hier entstandenen Verspätungen bis in entfernte Stadtteile tragen.
Am südwestlichen Rand Eidelstedts verläuft die Eisenbahnstrecke Hamburg-Altona–Elmshorn mit den umfangreichen Anlagen des Bahnbetriebswerks Hamburg-Eidelstedt, das 1991 auf dem Gelände des stillgelegten Rangierbahnhofs Eidelstedt eröffnet wurde. Hier werden auch die nach Hamburg kommenden ICE-Züge gereinigt und gewartet. Am nördlichen Rand der Bahnanlagen verläuft die Strecke Diebsteich–Pinneberg der S-Bahn Hamburg mit den Bahnhöfen Eidelstedt (der bereits im Stadtteil Stellingen liegt) und Elbgaustraße (Linien S21 und S3). Hinter dem letzteren befindet sich eines der beiden S-Bahn-Betriebswerke in Hamburg.
Am Bahnhof Eidelstedt trifft die Stammstrecke der Eisenbahn Altona-Kaltenkirchen-Neumünster (AKN), die den Stadtteil in Nord-Süd-Richtung durchquert, auf die S-Bahn-Strecke. Die Züge der AKN (Linie A1) beginnen und enden hier üblicherweise, seit Dezember 2004 fahren einzelne auch im Verlauf der S-Bahn über Dammtor zum Hamburger Hauptbahnhof weiter. Der Eidelstedter Bahnhof befindet sich in einem ziemlich maroden Zustand, soll aber bis zur Fußballweltmeisterschaft 2006 renoviert werden. Ausserdem soll eine kreuzungsfreien Einfädelung der eingleisigen AKN-Strecke geschaffen werden. Der nördlich und etwas abseits des Eidelstedter Ortskerns gelegene Bahnhof Eidelstedt Ost wurde 2004 durch die futuristisch anmutende Station Eidelstedt Zentrum ersetzt. Ab hier ist die Strecke in Richtung Norden zweigleisig. Am nördlichen Rand des Stadtteils befindet sich seit 2004 der neue Bahnhof Hörgensweg in der Nachbarschaft einiger großer Bau- und Supermärkte.
Bild:Hh-eidelstedt-zentrumbf.jpg|Einfahrt zur Station Eidelstedt Zentrum, darüber das Zugangsgebäude.
Bild:Hh-eidelstedt-zentrumbf2.jpg|Innenansicht Station Eidelstedt Zentrum
Die südliche Grenze Eidelstedts bildet die Hamburger Güterumgehungsbahn nach Rothenburgsort, die nördlich des Eidelstedter Bahnhofs in den Bereich des ehemaligen Rangierbahnhofs einmündet und dort Anschluss an die Strecke nach Elmshorn/ Neumünster hat.
Medien
In Eidelstedt erscheint seit mehr als 30 Jahren eine Stadtteilzeitung, der „Eidelstedter Anzeiger“ mit einer Auflage von rund 30.000 Exemplaren. Als weitere Publikation erscheint das „Eidelstedter Wochenblatt“.
Öffentliche Einrichtungen
Die
Freiwillige Feuerwehr Eidelstedt hat ihre Dienststelle am Furtweg.
Bildung
Sport
- SV Eidelstedt von 1880 e.V. (Nach der Fusion des Eidelstedter Sportverein 1910 e.V. mit ETSV Altona-Eidelstedt von 1880 e.V. am 01. Juli 2003 größter Sportverein in Hamburgs Westen)
- SV Krupunder/Lohkamp e.V.
- SC Elbgau von 2005 e.V.
Weblinks
Stadtteil (Hamburg)