Die Hamburger Straßenbahn war eines der ältesten und größten deutschen Straßenbahnnetze. Bereits 1866 eröffnete die erste Pferdebahnstrecke und 1894 die erste elektrisch betriebene Linie. Der Senat der Hansestadt beschloss 1958 die schrittweise Stillegung des ganzen Netzes, die letzte Linie stellte 1978 den Betrieb ein. Seitdem verkehren im Hamburger Nahverkehr nur noch U-Bahnen, S-Bahnen, Busse und Fährschiffe. Pläne für eine Wiedereinführung der Straßenbahn in der zweitgrößten deutschen Stadt wurden nach dem Regierungswechsel 2001 zu den Akten gelegt.
(grüne Linien = Pferdebahnstrecke)
]] 16. August 1866 bis 18. Dezember 1922Die letzte Pferdebahnlinie führte vom Wandsbeker Markt nach Marienthal. Sie konnte erst nach dem Bau einer Eisenbahnunterführung elektrifiziert werden, da die Lübeck-Büchener Eisenbahn eine Kreuzung ihrer Gleise nicht erlaubte.
| Ab dem 3. September 1900 wurden die Straßenbahnlinien nach folgendem Schema nummeriert: | Linie | nach | bgcolor="#FFFFFF" | 1 – 3 | Wandsbek | bgcolor="#FFFFFF" | 4 – 5 | Eilbek | bgcolor="#FFFFFF" | 6 – 9 | Barmbek (hist.: Barmbeck) | bgcolor="#FFFFFF" | 10 – 16 | Eimsbüttel | bgcolor="#FFFFFF" | 17 | Hamm | bgcolor="#FFFFFF" | 18 – 19 | Ringlinien um die Alster | bgcolor="#FFFFFF" | 20 – 25 | übrige Linien | bgcolor="#FFFFFF" | 26 | Ringbahn um die Innenstadt | bgcolor="#FFFFFF" | 27 | Altonaer Ring | bgcolor="#FFFFFF" | 28 | Ohlsdorf über Winterhude | bgcolor="#FFFFFF" | 29 – 30 | in Altona | bgcolor="#FFFFFF" | über 30 | jede neue Linie bekam eine höhere Nummer |
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Am 5. März 1894 begann der elektrische Betrieb auf einer Ringlinie (ab 1900: Linie 26) durch die Innenstadt:
Ferdinandstraße – Hermannstraße – Rathausmarkt – Jungfernstieg/Poststraße – Gänsemarkt – Dammtorstraße – Stephansplatz – Esplanade – Lombardsbrücke – Glockengießer Wall.
Die Geschäftsleute des Jungfernstiegs wollten keine Oberleitung vor ihrer Haustür, als Kompromiss führte man dort nur ein Gleis, die Gegenrichtung benutzte den Weg durch die Gerhof- und Poststraße. Bei dieser Regelung blieb es bis zur Einstellung des Betriebs 1978. Die Masten der Oberleitung wurden besonders aufwändig konstruiert, an ihrem zweiten Ausleger trugen sie Kandelaber,
Den elektrischen Strom lieferte das 1893 erbaute Kraftwerk An der Stadtwassermühle. Die Fahrzeuge waren zuvor in den Fahrzeugwerkstätten Falkenried in Hamburg-Eppendorf gebaut worden.
| Das verbliebene Liniennetz in den 60er und 70er Jahren
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| Linie 1 | bis Juni 1973: Schenefeld – Lurup – Bahrenfeld – Bf. Altona – Landungsbrücken – Hauptbahnhof – Winterhude, Goldbekplatz (bis 1968: Hbf. – Burgstraße – Billstedt). Ab 1973 bis Mai 1977: Lattenkamp – Rathausmarkt |
| Linie 2 | bis 30. September 1978 als letzte Hamburger Straßenbahnlinie: Schnelsen – Niendorf – Dammtor – Rathausmarkt (– Hbf./ZOB bis Mai 1978). Die Linie fuhr bis 1968 weiter nach Burgstraße – Horner Rennbahn und 1971 bis Ende 1975: Hbf. – Veddel – Wilhelmsburg, Mengestraße |
| Linie 3 | bis Juni 1973: Winterhude, Lattenkamp – Mundsburger Brücke – Hbf. – Dammtor – Osterstraße – Langenfelde |
| Linie 4 | bis 1972: Niendorf, Markt – Rathausmarkt (– Horner Rennbahn bis 1967) |
| Linie 5 | 1967 bis 1971: Burgstraße – Sievekingsallee – Horner Rennbahn |
| Linie 6 | bis Mai 1965: St. Pauli, Hamburger Berg – Hbf. – Barmbek – Ohlsdorf |
| Linie 7 | bis Juni 1970: Othmarschen, Hochrad – Altona – Landungsbrücken – Hbf. (– Burgstraße – Billstedt bis 1968) |
| Linie 8 | bis April 1963: Rathausmarkt – Dehnhaide – Farmsen, Trabrennbahn |
| Linie 9 | bis Mai 1974: Flughafen – Winterhude – Dammtor – Hbf. (– Barmbek – Bramfeld, See bis 1965) |
| Linie 11 | bis Juni 1975: (1964 bis 1973: Schenefeld –) Bahrenfeld, Trabrennbahn – Holstenstraße – Feldstraße – Hbf./ZOB (– Veddel – Wilhelmsburg – Harburg – Rönneburg bis 1970) |
| Linie 12 | 1970 bis 1971: Rathausmarkt – Klostertor – Veddel – Wilhelmsburg – Harburg – Wilstorf – Rönneburg |
| Linie 14 | bis Mai 1977: Veddel – Berliner Tor – Burgstraße – Landwehr – Winterhude – Eppendorf – Grindelberg (– Millerntor bis 1967; – Bf. Altona bis 1970; danach geteilter Betrieb bis Lattenkamp/ab Burgstraße) |
| Linie 15 | bis März 1976: (bis 1967: Hamm –; ab 1971: Horner Rennbahn –) Burgstr. – Winterhude – Eppendorf – Grindelberg (– Eimsbüttel – Altona, Rathaus bis 1970; – Hohenzollernring bis 1962) |
| Linie 16 | bis Nov. 1969: Winterhude, Lattenkamp – Hbf. – Eimsbüttel – Lutterothstr. (– Hagenbecks Tierpark bis 1963) |
| Linie 18 | bis Juni 1969: Hbf./ZOB – Rothenbaumchaussee – Eppendorf, Markt (– Groß Borstel bis 1966) |
| Linie 19 | bis Sept. 1970: Berliner Tor – Billbrook |
Von den bis zuletzt eingesetzten Fahrzeugen vom Typ „V6“ ist heute noch je ein Fahrzeug in San Francisco und am Schönberger Strand (nördlich von Kiel) sowie im Straßenbahnmuseum Skjoldnæesholm in Dänemark vorhanden.
Die Gleise der Straßenbahn wurden „ausgebaut“. Die Mittel dafür stellte die Bundesregierung mit dem ''Förderprogramm zum Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs zur Verfügung.
Nachdem die ersten Elektrizitätswerke in Betrieb gingen hatten ihre Betreiber Interesse an einem raschen Ausbau des Leitungsnetzes. Industriebetriebe wurden an die Gleichstromleitungen der Straßenbahn angeschlossen. Der Kampf der Elektrizitätsunternehmen um das bessere System wurde letztlich zu Gunsten des Wechselstroms entschieden. Als nach dem Ersten Weltkrieg überall Wechselstromleitungen verlegt waren verlor die Elektrizitätswirtschaft ihr Interesse.
In den 1930er Jahren begann die Automobil- und Mineralölindustrie die Straßenbahn als Konkurrenten zu sehen. Die in den Straßen verlegten Gleise standen einer Verwendung von Asphalt als Straßenbelag entgegen.
In den 1950er Jahren wurden in Harburg Obuslinien eingerichtet, die Planung vor dem Krieg sah dort Obusse statt Straßenbahnen vor.
Der U-Bahn-Bau nach Wandsbek Markt, Hagenbecks Tierpark und Billstedt in den 1960er Jahren war eine Notwendigkeit zur Einstellung des Straßenbahnbetriebes. Wegen des geringen Fassungsvermögens seinerzeit verfügbarer BusseEin Probebetrieb mit Doppeldeckern wurde nach mehreren Kollisionen mit Brücken abgebrochen hätte eine 1:1-Ersetzung mit diesen zu einer Verstopfung der Innenstadt geführt. Weitere U-Bahnlinien wurden zunächst nicht gebaut – geplant war z. B. eine Linie von Hauptbahnhof Nord nach Uhlenhorst und Winterhude. Heute werden wichtige damalige Strecken von Metrobussen bedient. Die Busflotte wurde neuerdings wegen des hohen Fahrgastaufkommens auf diesen Linien um Doppelgelenkbusse ergänzt.
Die Entwicklung moderner Stadtbahnen – oberirdisch oder teilweise als U-Bahn im Tunnel – hat dazu geführt, dass wieder Straßenbahnen in die Städte zurückkehren, da sie wesentlich kostengünstiger als U-Bahnen zu betreiben sind; zudem empfinden Fahrgäste es nicht als Komfort nur im Tunnel zu fahren.
Da die Planung bei Bahnen nach Möglichkeit eine eigene Fahrspur vorsieht kommt es oft aus Angst um den Verlust von Parkplätzen zu Bürgerprotesten.
1923 von der HHA übernommen.
Die ersten Fahrzeuge der Straßenbahn in Hamburg waren mit zweiEine zweite Serie von 50 Fahrzeugen erhielt wegen Lieferschwierigkeiten zunächst nur einen Motor. Der zweite Motor wurde später nachgerüstet (Quelle: Hermann Hoyer(1) ) Motoren des Typs GE800 ausgestattet, die im Auftrage von General Electric von der Firma Schuckert & Co. geliefert wurden. Die Fahrgestelle hatten einen Achsabstand von 1,70m, Lieferant: Bergische Stahl-Industrie, Typenbezeichnung: B. Die in eigener WerkstattDie Fahrzeugwerkstätten Falkenried sind eine Tochtergesellschaft der S.E.G.H., heute HHA Falkenried später hergestellten Untergestelle erhielten den Gattungsbuchstaben N, die Weiterentwicklungen dann N1 bis N6. Die Fahrgastzelle hatte fünf „Bogenfenster“, der Fahrerstand war offen. Der Fahrer musste den Fahrschalter stehend bedienen.
Spätere Baureihen hatten eckige Fenster. Die Fahrzeugnummer entsprach der Fahrgestellnummer. Da die Fahrgastzellen während Werkstattüberholungen getauscht werden konnten, verblüfft es immer wieder, „dasselbe“ Fahrzeug auf Fotografien mal mit Bogenfenstern, mal mit eckigen Fenstern zu sehen.
In den 20er Jahren erhielten die Wagen neue Fahrgestelle mit 2,20m Achstand (Type N6 ab 1924, davor Type N5 mit 2,00m Achsabstand) Bezeichnung ab den 40er Jahren dann Z1 (2,00m breit).
Die Fahrzeuge wurden ab 1951 in Serie gebaut (V6: 1951–53, V7: 1953–57). Äußerlich gab es nur geringe Unterschiede (V6: Schiebetüren, V7: Falttüren) – wichtigster Punkt war das geringere Fahrzeuggewicht der V7-Typen durch die weitergehende Verwendung von Aluminium. Mitte der 60er Jahre wurden die Fahrzeuge für den schaffnerlosen Betrieb umgebaut (V6E, V7E): vorne Doppeltür, hinten eine Einzeltür. Einmannwagen waren für die Fahrgäste durch einen beigen Strich vorne und hinten erkennbar.
Die V7E-Fahrzeuge waren nach der Stillegung in einem so schlechten Zustand, dass sie selbst für einen Museumsbetrieb nicht mehr instandsetzbar waren. Die Stahl-/Aluminium-Bauweise hatte zu erheblichen Korrosionsschäden geführt.Im Museum Schönberger Strand steht je ein Trieb- und Beiwagen dieses Typs (V7E/V7BE).
Mit der Einführung von Einrichtungsfahrzeugen konnte man Trolleys (Leinenfänger) verwenden, die nach einer Entgleisung des Rollenstromabnehmers das Herunterziehen (von Hand) der (Andruck-)Stange ermöglichten.
Bei Dunkelheit wurde eine Petroleumlampe als „Scheinwerfer“ an die Wagen gehängt.
Erst nach dem Ersten Weltkrieg rüstete man auch die Beiwagen mit elektrischer Beleuchtung aus.
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