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Hamamatsu (jap.: 浜松市; -shi; zu Deutsch etwa 'Pinienstrand') ist eine Stadt der Präfektur Shizuoka auf Honshū, der Hauptinsel von Japan mit gut 613.000 Einwohnern im alten Stadtgebiet. Nach einer Gebietsreform im Juli 2005 ('Heisei'), bei der 11 angrenzende Gemeinden aus dem Enshu-Gebiet in die Stadtgrenzen integriert wurden (darunter Hamakita im Norden mit knapp 150.000 Einwohnern), zählt die Stadt seither ca. 814.000 Einwohner. Hamamatsu liegt an der Küste zum Pazifik an der Shinkansentrasse zwischen Nagoya und Yokohama.

Politik


Bürgermeister ist Yasuyuki Kitawaki.

Geographie


Das Stadtgebiet wird im Osten durch den Fluss Tenryu (天竜, Himmelsdrachen), im Süden durch den Pazifik, im Westen durch den Hamana-ko (浜名湖, Hamanasee) sowie im Norden durch Ausläufer des Akaishi-Gebirges begrenzt. Während der Hamana-Ko durch einen breiten Zugang zum Meer mit Brackwasser gefüllt ist, wird der Sanaru-See mit Süßwasser gespeist. An der Pazifikküste befindet sich bei Nakatajima (中田島) eine der größten natürlichen Sanddünen Japans.

Lokale Feste & Feiern


Alljährlich findet vom 03. bis 05. Mai das Hamamatsu Matsuri statt, bei dem es drei Schwerpunkte gibt:
  • Drachensteigen
Mit handgefertigten Drachen, die bis zu 10qm Fläche aufweisen und mit dicken Stricken (beinahe Taue) von mindestens 10 Männern im Wind gehalten werden müssen, treten die gut 150 Stadtteile (町) im sportlichem Wettbewerb an. Die Drachen bestehen nur aus den tradionellen Baumaterialien Bambus und Papier sowie den Faserseilen. In unmittelbarer Nähe zur großen Sanddüne werden die Drachen zu Trompetenklängen in den Himmel gezogen.

  • Stadtteilfeste
Jeden Abend feiern zumeist Jugendliche in den Straßen ihres Stadtteils bei kleineren und größeren Privatparties zusammen mit den Gastgebern. Anlässe sind etwa die Geburt eines Kindes innerhalb des vergangenen Jahres oder eine neue Geschäftsgründung.

  • Straßenumzug
Am letzten Abend präsentieren die Stadtteile ihren Festwagen in einer großen Parade, die den deutschen Trachtenumzügen äußerlich ähnlich sind. Gekleidet in einfache Feströcke uniformieren sich die Teilnehmer jedes Stadtteils und ziehen mit Trommeln und Trompeten Richtung Innenstadt. Als Prunkstück wird ein Prachtwagen präsentiert, der mit vielen kunstvollen Holzschnitzereien und Goldbezug wie ein mobiler Tempel anmutet und dessen Fertigungskosten sich auf mehrere 100.000 Euro belaufen.

Geschichte


Die Stadt wurde offiziell erst am 1. Juli 1911 gegründet. Allerdings wurde bereits 1570 vom Ersten Shogun und Begründer des Tokugawa-Shogunats Tokugawa Ieyasu das Schloss von Hamamatsu als Militär- und Politikzentrum errichtet. Die jüngere Geschichte zeichnet sich durch folgende Meilensteine aus:
  • 1871: Im feudalen Japan wird Hamamatsu Sitz der gleichnamigen Präfektur
  • 1876: Aufgabe der Präfektur Hamamatsu und Eingliederung in die Präfektur Shizuoka
  • 1911: Erlangung der Stadtrechte
  • 1912 Die Eisenbahngesellschaft Hamamatsu gründet eine Fabrik und startet mit der Produktion (heute: JR Tokai Hamamatsu Fabrik)
  • 1925: Das 7. Luftgeschader wird in Hamamatsu auf dem heute noch genutzten Gelände stationiert
  • 1945: Während der alliierten Luftangriffe im Juni verbrennen weite Teile der Stadt
  • 1964: Pünktlich zur den Olympischen Spielen in Tokyo wird der Fernbahnhof der Tokaido-Express-Linie für den Shinkansen eröffnet
  • 1969: Die Kraftfahrschnellstraße TOMEI wird für den Verkehr freigegeben
  • 2005: Am 1. Juli werden 11 angrenzende Gemeinden ins Stadtgebiet integriert

Industrie und Handel


Hamamatsu ist eine bedeutende Industriestadt mit Musikinstrumenten-, Fahrzeug- und Motorradbau (Yamaha, Kawai, Honda); daneben gibt es Textil-, chemische und Nahrungsmittelindustrie.

Verkehr


Bahnverkehr

Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt (Tokaido-Bahnlinie) mit einem Shinkansenhalt an der JR East Station 'Hamamatsu Eki', an welchem auch Expresszüge vom Typ 'Hikari' halten, die für die Fahrt nach Tokyo bzw. Osaka nur knapp über 1,5 Stunden Fahrzeit benötigen. Außerdem halten alle Shinkansen vom Typ 'Kodama'. Für den lokalen öffentlichen Personennahverkehr kommt v.a. ein Bussystem zum Einsatz, das sternförmig vom zentralen Busterminal am Hauptbahnhof bedient wird und besonders das ursprüngliche Stadtgebiet von Hamamatsu umfasst. Zur Anbindung des neuen Stadtteils Hamakita im Norden wird eine eingleisige Bahnlinie eingesetzt Enshu Railway Line, auch Akaden ('Roter Zug') genannt. Diese verläuft vom Shin-Hamamatsu Bahnhof im Süden bis nach Nishikajima im Stadtteil Tenryu (nordöstliche Grenze von Hamakita).

Kraftfahrstraßen

Hamamatsu liegt an einer Reihe von Nationalstraßen:
  • Route 1 (verbindet Shizuoka mit Nagoya)
  • Route 42
  • Route 150
  • Route 152 (verläuft T-förmig durch die Stadt und verbindet zum einen das Zentrum mit Hamakita im Norden (parallel zur Enshu-Bahnlinie), als auch das Zentrum nach Osten (bis an den Fluss Tenyu) und Westen (bis zur Stadtgrenze) und damit parallel zur East-JR-Bahnlinie)
  • Route 257 (Nord-Süd-Verbindung im Westen der Stadt als zentrale Anbindung an das Miyakoda-Viertel im Nordwesten)
  • Route 301
  • Route 362

Darüber hinaus hat die Stadt zwei Anschlussstellen an den 'TOMEI-Express-Highway', der mautpflichtigen Kraftfahrstraße, die Tokyo mit Nagoya verbindet.

Militär


Im Zweiten Weltkrieg war Hamamatsu ein Militärstützpunkt. Auch heute befindet sich noch ein großes Militärgelände im Nordwesten der Stadt, welches v.a. vom Luftwaffenstützpunkt und seinem Flughafen dominiert wird. Jets der Typen F14 und F15 sind beinahe allmorgentlich am Himmel zu sehen.

Stadt der Musik


Hamamatsu trägt als Beinamen den Titel 'Stadt der Musik'. Neben dem Kawai, Roland und Yamaha Stammwerk für Klaviere, Flügel und Keyboards verfügt Hamamatsu auch über eine bedeutende Musikhochschule, ein bekanntes Orchester mit eigenem Konzertsaal (die 'Music Hall' in der Büro- und Hotelanlage 'ACT City') sowie eine umfangreiche Instrumentensammlung aus mehreren Jahrhunderten, die im örtlichen Musikmuseum zu sehen sind.

Siehe auch: Liste der Städte in Japan

Söhne und Töchter der Stadt


Weblinks


Ort in der Präfektur Shizuoka

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