Halytsch (
ukrainisch Галич/
Halytsch,
russische Aussprache
Galitsch,
polnisch Halicz,
jiddisch העליטש
oder Heylitsch), historisch auch
Halitsch) ist eine Kleinstadt in der West
ukraine mit 6.495 Einwohnern (
Volkszählung 2001). Sie ist das Zentrum des gleichnamigen
Rajons. Die Stadt liegt am Ufer des Flusses
Dnister und wird von der auf einem Hochplateau liegenden Burg
Halitsch beherrscht.
Sie verfügt über einen Bahnanschluss und liegt etwa 29 Bahnkilometer bzw. 26 Straßenkilometer in nordöstlicher Richtung vom
Oblastzentrum Iwano-Frankiwsk entfernt.
Halytsch liegt im Vor-Karpatenland und wurde im 9. Jahrhundert gegründet. 1367 bekam Halytsch die Stadtrechte verliehen und bildete den Hauptort der Fürstentums von Halytsch und Wolhynien. Aus dem Namen wurde zu Österreich-Ungarischer Zeit der Name für das Kronland Galizien abgeleitet.
Geschichte der Stadt
- Die Stadt Halytsch war namensgebend für den ganzen Landstrich Galizien. Sie wurde bereits 898 in Chroniken erwähnt und entwickelte sich von einer kleinen Siedlung zur Hauptstadt der "Halyčyna".
- Ende des 11. Jh. besetzt Andreas II. von Ungarn das damals zur Kiewer Rus gehörende Fürstentum Halitsch. Sein Vater setzt ihn infolgedessen 1188 in Halytsch als König von Galizien ein. Der aus Halytsch vertriebene Fürst Wladimir Jaroslawitsch erringt jedoch nach kurzer Zeit die Herrschaft mit polnischer und deutscher Hilfe wieder zurück.
- Im 13. Jh. ist das Fürstentum Halitsch mit Wolhynien zum Fürstentum Halitsch-Wolhynien verbunden und steht unter russischer Oberherrschaft.
- 1253 erhält Daniel von Halitsch aus der Hand eines Erzbischofs im Auftrag des Papstes Innozenz IV. die Königskrone.
- Auf dem Hügel, der sich über der Stadt erhebt, sind Reste der alten Burg (14. bis 17. Jahrhundert) zu finden. Der Bau der Burg begann 1367.
- 1569-1772 das Halitscher Land (Ziemia Halicka 'shiemia halitzka') ist ein Teil der Woiwodschaft Ruthenien, einer Verwaltungseinheit des Polnisch-Litauischen Reiches. Die Hauptstadt der Woiwodschaft ist Lwów, dt. Lemberg (jetzt Ukraine), Sitz des Landtages ist Sądowa Wisznia.
- Zu Beginn des 17. Jahrhunderts versuchen die Tataren mehrmals die Burg zu erobern, was ihnen schließlich 1621 gelingt. Nach einhergehender Zerstörung und anschließendem mühevollen Wiederaufbau bleiben nur wenige ruhige Jahre - bereits 1658 erfolgt die endgültige Zerstörung der Burg durch die Tataren.
- 1772 fällt das Gebiet der Woiwodschaft Ruthenien an Österreich (später Österreich-Ungarn), bei dem es als Teil des Kronlandes Königreich Galizien und Lodomerien bis 1918 verbleibt.
- Auf dem Marktplatz ist noch heute das Reiterdenkmal des Gründers der "Halyčyna" und von Fürst "Danilo Romanowitsch von Galizien" zu sehen.
- Die Stadt ist bekannt für die galizisch-wolhynische Chronik, eines der ersten schriftlichen Dokumente der Ukrainischen Sprache.
Personen
Siehe auch
Weblinks
Ort in der UkraineOblast Iwano-Frankiwsk
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