Die Hallertau oder Holledau ist eine fast zentral in Bayern gelegene Kulturlandschaft, die grob von den Städten Ingolstadt, Kelheim, Landshut, Freising und Schrobenhausen abgegrenzt wird. Naturräumlich gehört die Hallertau zum größten Teil zum Donau-Isar-Hügelland, das erdgeschichtlich dem Tertiären Hügelland zuzuordnen ist und während des Pleistozäns nicht mit Eis bedeckt war.
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Namenserklärungen
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Die ursprüngliche Bedeutung des seit dem 14. Jahrhundert gebräuchlichen Namens ist nicht völlig geklärt. Am wahrscheinlichsten ist wohl die Zusammensetzung aus den althochdeutschen Wörtern „Hardt“ (= Wald) und „hall“, ablautend von „helan“ (= verbergen, hehlen) zu „Hal hart“, also einem Wald, der sein Inneres verbirgt, d. h. ein wilder Urwald, dem noch der Flurname „Au“ angehängt wurde. Die ursprünglich namensgebende Flur soll ein auch heute noch auf topographischen Karten mit dem Namen "Holledau" bezeichnetes Waldstück südöstlich von Schweitenkirchen sein.
Die offizielle Schreibweise stammt erst aus dem Jahr 1926, als der Name der Ortschaft Au von „Au bei Freising“ in „Au in der Hallertau“ umgeändert wurde.
Wohl eher ins Reich der Fabeln gehört die mündlich tradierte Geschichte, dass ein Fürst, als er in der Schlacht von Gammelsdorf (1313) in Bedrängnis kam, mit den Worten "Hol’ Er d’ Auer" um Hilfe schickte, woraus sich dann der Name Hallertau für die Region um Au entwickelt haben soll.
Hopfenanbau
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Das Hopfenanbaugebiet erstreckt sich zu 35% über den Landkreis Pfaffenhofen, 35% über den Landkreis Kelheim, zu 20% über den Landkreis Freising sowie zu 10% über den Landkreis Landshut.
Diese vier Landkreise haben sich im Jahr 2005 zur Förderung des Tourismus in der Hallertau zur Arbeitsgemeinschaft "Hopfenland Hallertau" (ARGE) zusammengeschlossen.
Mit 14.221 Hektar, die von 1.297 Pflanzerbetrieben bewirtschaftet werden (Stand September 2005), ist die in mehrere Siegelbezirke unterteilte Hallertau das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt.
Die Zahl der Pflanzerbetriebe weist seit Beginn der 1990er-Jahre wegen des gesunkenen Durchschnittspreises für Hopfen und der daraus resultierenden geringeren Rentabilität von Hopfenanbau im Nebenerwerb stark fallende Tendenz auf. Auch die bewirtschaftete Hopfenfläche in der Region ging in diesem Zeitraum um etwa 4.000 Hektar zurück. Zwei Drittel des geernteten Hopfens werden exportiert.
Der Hopfenanbau in der Region ist seit dem 8. Jahrhundert belegt. Die Orte Geisenfeld und Gründl bei Nandlstadt beanspruchen beide, das Ursprungsgebiet des Anbaus zu sein.
Das Autobahndreieck der A9 mit der A93 trägt nach der Region den Namen Holledau, ebenso wie die zwei Kilometer südlich gelegene Autobahnraststätte. Die Raststätte Holledau wurde 1938 als erste in Bayern eröffnet und zählt zu den drei ältesten in Deutschland.
Am 23. Juni2006 erhielt die Deutsche Hopfenstraße entlang der B 301 offiziell ihren Namen (inoffiziell war die Bezeichnung schon länger in Gebrauch).
Literatur
Emmi Böck (Texte), Helmut Münch (Photos): Die Hallertau. Pisker-Verlag, Mainburg 1973, ISBN 3-920746-10-4
Günther Knoll (Texte), Hannes Sieber (Photographien): Die Hallertau. Frisinga Verlag, Freising 1986, ISBN 3-88841-013-4
Reinhold Lang (Hrsg.): Das Hallertau-Lesebuch. Bilder und Geschichten aus der Hallertau. Pinsker-Verlag, Mainburg 2004, ISBN 3-936990-11-5
Christoph Pinzl: Die Hopfenregion. Hopfenanbau in der Hallertau - eine Kulturgeschichte.
Dieter Vogel (Hrsg.): Die Hallertau. Heimatbuch. Verlag Kiebitz-Buch, Vilsbiburg 1998, ISBN 3-9804048-4-6
Adolf Widmann: Mia san Holledauer. Hallertauer Landsleut, ihre Heimat und ihr Leben. Galli, Kartographischer Verlag, Hohenwart 2001, ISBN 3-931944-58-1