Der Haller Willem ist eine 53 km lange eingleisige Nebenbahnstrecke zwischen Bielefeld-Brackwede und Osnabrück (Streckennummer 2221, KBS 402). Bis zum 10. Juni 2005 verkehrten die Züge nur zwischen Bielefeld und Dissen am Teutoburger Wald/Bad Rothenfelde, dieser Abschnitt ist Teil des DB-Regionalnetzes Lipperland-Senne (LPS) mit Sitz in Bielefeld. Die Reaktivierung des Abschnittes bis Osnabrück wurde am 12. Juni 2005 mit zahlreichen Festen entlang der Strecke gefeiert.
Schnell wurde der Haller Willem zu einer wichtigen Stütze der Wirtschaft in der Region. Er transportierte Bodenschätze aus dem Teutoburger Wald, brachte Arbeiter und Schüler in die Städte und sorgte für die eisenbahntechnische Anbindung einiger touristischer Ziele.
Ab den 60er Jahren bekam die Eisenbahn aber eine immer stärkere Konkurrenz durch die Straße. Viele Güter ließen sich billiger und bequemer mit dem LKW transportieren und viele Reisende stiegen auf Automobile und Busse um. Die Auslastung der Züge des Haller Willems sank.
1984 wurde schließlich der Personenverkehr zwischen Osnabrück und Dissen / Bad Rothenfelde eingestellt. Der Güterverkehr blieb auf diesem Abschnitt bis 1992 erhalten. Doch die Deutsche Bahn wollte diesen zu Beginn der 90er Jahre ebenfalls einstellen und die Schienen nördlich von Dissen / Bad Rothenfelde abreißen. Dies konnte erfolgreich von der Bürgerinitiative "Initiative Haller Willem" verhindert werden.
Für den Südabschnitt Dissen-Bielefeld entwickelte sie das professionelle Konzept "BahnStationZukunft OstWestfalenBahn". Dieses Konzept präsentierte zahlreiche Überlegungen zur Entwicklung der Strecke für modernen Personen- und Güterverkehr und wurde schließlich von der Region Ostwestfalen-Lippe als dezentrales Projekt der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover angemeldet. Der Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe übernahm die Projektträgerschaft. So wurde die Strecke 1999/2000 saniert und mit modernster Technik (u.a. dem innovativen, aber nie in Betrieb genommenen Funkfahrbetrieb der neuen Bombardier Talent Triebfahrzeuge der DB AG) ausgerüstet. Die Kommunen beteiligten sich intensiv durch die Modernisierung der Bahnhofsumfelder und der Ausweisung neuer Wohnsiedlungen in Streckennähe. Auch wurde die streckenbegleitende BahnRadRoute "Teuto-Senne" ausgewiesen und damit neue Touristen angelockt. Insgesamt konnten die Fahrgastzahlen mehr als verdoppelt werden.
NordWestBahn.jpg den Betrieb des Haller Willems]] Nachdem die NordWestBahn (NWB) das Ems-Senne-Weser-Netz in Ostwestfalen und benachbarten Münsterland gewonnen hatte, unterbreitete sie dem Verkehrsverbund auch ein günstiges Angebot für den Verkehr auf dem Haller Willem. So wird der Betrieb des Haller Willem seit dem 15. Dezember 2003 von der NWB durchgeführt.
1999 pachtete die Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO) den niedersächsischen Streckenabschnitt von der Deutschen Bahn für 30 Jahre, für einen symbolischen Preis von 1 Euro, mit dem Ziel der Reaktivierung. Nach einer Kosten-Nutzen-Untersuchung des Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, die 3.600 Fahrgäste pro Tag prognostizierte, ließ die VLO den Streckenabschnitt komplett sanieren und modernisieren.
Die offizielle Reaktivierung des niedersächsischen Streckenabschnittes erfolgte am 12. Juni 2005, Fahrgastverkehr findet seit dem 10. Juni 2005 statt.
Bahnstrecke in Nordrhein-Westfalen | Bahnstrecke in Niedersachsen
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