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Wappen Karte
Wappen_Halberstadt.png Karte Halberstadt in Deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Halberstadt
Geografische Lage:
Höhe: 119 m ü. NN
Fläche: 82,22 km²
Einwohner: 39.784 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 484 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38820
Telefonvorwahl: 03941
Kfz-Kennzeichen: HBS
Gemeindeschlüssel: 15 3 57 017
Stadtgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Holzmarkt 1
38805 Halberstadt
Website: www.halberstadt.de
Oberbürgermeister: Dr. Harald Hausmann (parteilos)

Halberstadt ist eine alte Kulturstadt in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Die Kreisstadt des Landkreises Halberstadt ist bekannt als "Tor zum Harz".

Geografie


Geografische Lage

Halberstadt liegt ca. 20 km nördlich des Harzes an der Holtemme und dem Goldbach. Im Norden der Stadt befindet sich der Höhenzug Huy, im Osten die Magdeburger Börde und im Süden die Spiegelsberge, Thekenberge, sowie die Klusberge.

Stadtgliederung

  • Kernstadt
  • Wehrstedt
  • Sargstedter Siedlung
  • Emersleben (seit dem 01. Mai 1995)
  • Klein Quenstedt (seit dem 01. Januar 1996)

Nachbargemeinden

im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend:

Geschichte


Alt Halberstadt Roland Ratslaube.jpg | Alt Halberstadt Stelzfuß um 1900.jpg
  • 804: Durch Karl den Großen wird der Missionsstützpunkt zum Bischofssitz,
  • 989: Dem Bischof Hildeward (968-996) von Halberstadt wird von König Otto III. das Markt-, Münz- und Zollrecht verliehen. Ebenso erhält er den Blut- und Heerbann, d. h. die weltliche Gewalt im Harzgau und damit über die Bewohner des Ortes Halberstadt,
  • 1005: Bau der Liebfrauenkirche beginnt,
  • 1052 beherrscht der Halberstädter Bischof bereits die umliegenden Grafschaften,
  • 1179: Heinrich der Löwe zerstört Stadt, Dom und Domburg,
  • 1236: Beginn des Neubaus des Domes, der 1491 geweiht wird,
  • 1387: schließt sich Halberstadt der Hanse an,
  • 1433: Aufstellung des Stadt-Rolands,
  • 1591: Durch den ersten protestantischen Halberstädter Bischof Heinrich Julius wird am Halberstädter Dom die protestantische Lehre eingeführt,
  • 1629: Zum zweiten Mal besetzen Truppen Wallensteins Halberstadt. Der kaiserliche Oberfeldherr macht Dom und Liebfrauenstift mit Hilfe des Restitutionsedikts wieder katholisch,
  • 1648: Das Bistum Halberstadt wird als Fürstentum Bestandteil Brandenburg-Preußens,
  • 1681/82 wütet die Pest in der Stadt. 2197 Menschen sterben an der Seuche,
  • Ab etwa 1750 macht Johann Wilhelm Ludwig Gleim sein Haus zu einem Kommunikationszentrum der deutschen Aufklärung (größte Originalbibliothek und Briefesammlung zur deutschen Aufklärung im Gleimhaus, jetzt Museum),
  • 1761: Die „Spiegelsberge“ werden durch Freiherr von Spiegel erworben und in einen Landschaftspark umgestaltet,
  • 1778: Friedrich Eberhard von Rochow gründet in Halberstadt das erste Landschullehrerseminar Deutschlands,
  • 1807: Halberstadt ist Teil des durch Napoleon geschaffenen Königreichs Westfalen und Sitz einer Präfektur sowie Hauptstadt des Saaledepartements,
  • 1843: Mit der Eröffnung der Bahnlinie nach Magdeburg durch die Magdeburg-Halberstädter-Eisenbahn erhält Halberstadt Anschluss an das sich ständig erweiternde Eisenbahnnetz,
  • 1883: Friedrich Heine gründet die berühmte Halberstädter Wurstfabrik,
  • 1890 entsteht die Badeanstalt,
  • 1903: Halberstadt bekommt eine elektrische Straßenbahn,
  • 1905 wird das Stadttheater gegründet und das Städtische Museum eröffnet,
  • 1945: Am 8. April zerstören alliierte Bomber 82 % der Innenstadt. 2500 Menschen sterben und sind unter ca. 1,5 Mio. m³ Trümmern begraben. Was noch steht, verfällt und/oder wird in der DDR-Zeit größtenteils abgerissen. Die DDR will aus Halberstadt eine Musterstadt des Plattenbaus machen, wie man am Beispiel Klein-Blankenburgs sieht. In Klein Blankenburg werden keine Plattenbauten errichtet sondern es entsteht ein riesiger Parkplatz. Nach der Wende wird dort die Filiale der Deutschen Bundesbank gebaut,
  • 1949: Das zerstörte Stadttheater wird durch das neugebaute "Volkstheater" ersetzt,
  • Nach 1990 erfolgt die Restaurierung der verbliebenen Teile der Altstadt sowie ab 1995 der Aufbau eines modernen Stadtzentrums auf den Grundmauern des historischen Stadtkerns,
  • 1998 Fertigstellung des neuen Stadtzentrums, welches durch das Engagement der Bürger Halberstadts und vor allem ihres Oberbürgermeisters Hans-Georg Busch ermöglicht wird

Hexenprozesse

Während der Hexenverfolgungen wurden in Hexenprozessen ca. 24 Menschen zum Tode verurteilt:

  • Halberstadt (1656)
  • Halberstadt/Neindorf (1577)
  • Halberstadt/Gröningen (1590)
  • Halberstadt/Rohrsheim (1597/1598)

Militär

Die alte Bischofsstadt am Harz war 372 Jahre lang fast ununterbrochen Garnisonstadt von 1623 - 1994. Hunderttausende junger Männer aus vielen Nationen mussten hier in der über tausendjährigen Stadt ihren Militärdienst ableisten. Es waren dies natürlich Deutsche, aber auch Schweden und Kroaten, Iren und Engländer, Franzosen und Österreicher, Russen und Tataren, Amerikaner und Polen, die hier mehr oder weniger gern Dienst „an ihrem Vaterland“ taten. Es waren Husaren und Dragoner, vorher Landsknechte, später Kürassiere, Pioniere, Infanteristen, Artilleristen, Flieger und Fallschirmjäger, Grenzsoldaten der DDR und Bundeswehrsoldaten; kurz: eine Vielzahl von Truppeneinheiten der verschiedensten Art und tausende Halberstädter Familien sind im Verlauf dieser großen Zeitspanne aus Soldatenliebschaften entstanden. Zu DDR-Zeiten beherbergte Halberstadt viele Sowjet-Soldaten. Die Kasernen liegen momentan brach, die ehemaligen Sowjet-Kasernen sind mittlerweile abgerissen worden.

Einwohnerentwicklung

  • Mittelalter: etwa 10.000
  • 1695: 12.000
  • 1830: 13.000
  • 1852: 20.395
  • 1880: 31.260
  • 1890: 36.786
  • 1900: 41.307
  • 1910: 46.481
  • 1920: 48.715
  • 1930: 48.439
  • 1940: 54.000
  • 1960: 44.973
  • 1980: 47.834
  • 1990: 45.364
  • 2000: 41.417
  • 31. Dezember 2003: 40.014
  • 30. Juni 2004: 39.693
  • 30. Juni 2005: 39.784

Politik


Rat

Der Rat der Stadt Halberstadt besteht aus folgenden Fraktionen:

Oberbürgermeister

  • Dr. Harald Hausmann

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Theater

Museen

Domblick.jpg
  • Städtisches Museum
  • Dom und Domschatz (s. a. unter Dom)
  • Gleimhaus
  • Heineanum (eines der größten vogelkundlichen Museen Deutschlands)
  • Berend-Lehmann-Museum (zur jüdischen Geschichte Halberstadts)
  • Schraube-Museum (bürgerliche Wohnkultur des 19. Jahrhunderts)

Musik

  • Nordharzer Städtebundtheater (Drei-Spartentheater mit großer und kleiner Bühne)
  • Derzeit wird in der Halberstädter St.-Burchadi-Kirche das Orgelwerk "As slow as possible" von John Cage (1912-1992) aufgeführt. Dabei handelt es sich um ein Stück, welches eine Gesamtspieldauer von 639 Jahren aufweist.

Bauwerke

Halberstädter_Domplatz.JPG | Halberstadt-Germany-TowersOfTheDome.jpg | Liebfrauenkirche Halberstadt.jpg | Halberstadt-Germany-TowersOfTheStMartiniChurch.jpg

  • Historisches Ensemble Domplatz, im Osten vom Dom und im Westen von der Liebfrauenkirche begrenzter Platz, an der Nordseite befinden sich die historischen Domherrenkurien (heute: Städtisches Museum, Dombauhütte, Heineanum, Gleimhaus), an der Südseite das ehemalige Domgymnasium, die Dompropstei (heute: beide Hochschule Harz), das neoromanische Postgebäude und an der Nordwestseite der Bischofspalast "Petershof" (heute: Bibliothek und Stadtverwaltung), sowie die Peterstreppe (Literatur zum Domplatz s. a. unter Dom)
  • Die historische Altstadt beschränkt sich auf einige erhaltene Straßenzüge wie der Voigtei, Bakenstraße, Gröperstraße, Rosenwinkel, Grudenberg, Grauer Hof, Steinhof und dem Westendorf (ca. 450 Häuser vorwiegend im Niedersächsischen Fachwerkstil erbaut)
  • Wassertorturm (1444), einzig erhaltener Torturm Halberstadts
  • Bismarckturm (22. März 1907 eingeweiht), 22 m hoher Aussichtsturm am westlichen Rand der Spiegelsberge, zur Erinnerung an Reichskanzler Otto von Bismarck errichtet
  • Rathaus mit Roland, historische Westfassade und wiederaufgebaute Ratslaube
  • Jagdschloss in den Spiegelsbergen, mit dem ältesten und zweitgrößten Weinfass (132.760 Liter Fassungsvermögen) Deutschlands. Dieses Weinfass wurde um 1590 gebaut vom Küfer Michael Werner aus Landau, der auch das erste Große Fass des Heidelberger Schlosses konstruierte.

Kirchen

  • Dom St. Stephanus und St. Sixtus, einer der reinsten gotischen Dome Deutschlands
  • Liebfrauenkirche (1146 erbaut) im mitteldeutschen Raum einzigartige viertürmige romanische Pfeilerbasilika (Bild), (Literatur s. unter Dom)
  • Martinikirche (1250-1350 erbaut) gotische Hallenkirche mit massiver Doppelturmfassade, der nördliche Turm wurde bewusst niedriger gebaut, um dem Wächter im südlichen Turm eine Rundumsicht zu verschaffen
  • Moritzkirche (um 1246 erbaut) dreischiffige Pfeilerbasilika
  • Burchardikirche (um 1210 erbaut) romanische turmlose Basilika mit seltenem, rechteckigem Umgangschor; in der alten Klosterkirche wird seit 2001 John Cages Orgelstück As slow as possible aufgeführt
  • St.-Andreas-Kirche (13. Jahrhundert erbaut) turmlose gotische Hallenkirche
  • St.-Johannes-Kirche (1648 fertiggestellt) Fachwerkkirche mit polygonalem Chorschluss und gotischen Fenstern
  • St.-Katharinenkirche (14. Jahrhundert erbaut) dreischiffige turmlose Hallenkirche
  • St.-Laurentius-Kirche (um 1194 erbaut) romanische Dorfkirche im Ortsteil Wehrstedt, die Ruine der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirche wurde 1993 in einer spektakulären Aktion der ARD-Fernsehsendung „Jetzt oder nie“ in nur 60 Stunden auf den alten Mauerresten wiederaufgebaut

Parks

  • Die Halberstädter Berge umfassen die Spiegels-, Klus- und Thekenberge
Sie sind der Stadt südlich vorgelagert und bilden mit ca. 400 Hektar Gesamtfläche das größte zusammenhängende Erholungsgebiet des Harzvorlandes
  • Der Tiergarten befindet sich seit 1961 in den Spiegelsbergen und besitzt mehr als 400 Tiere (90 verschiedene Arten).
  • Die Plantage befindet sich westlich vom Zentrum und ist ein Park zur Erholung, im Stadtinneren.
  • Der Ententeich befindet sich nördlich der Vogtei und ist ein im Mittelalter angelegter Teich mit Park in dem heute noch Enten und Schwäne leben. Früher war der Ententeich Inspirationsstätte für Poeten / Dichter, wie z.B. Gleim oder Goethe. Daher wird der Weg antlang des Teiches auch Poetengang genannt.

Sport und Freizeit

  • Freizeit- und Sportzentrum Halberstadt
  • Traditioneller Karateverein Kempo Halberstadt e. V: Sporthalle „Am Gröpertor“
  • Halberstädter See: Einer der schönsten Badeseen Sachsen-Anhalts, „sehr gut geeignet als Badegewässer“, beste Qualität in Hinblick auf Wasserqualität, Beschaffenheit von Ufer und Strand, Qualität der Sanitäranlagen sowie Bakterienbelastung
  • Kino in der ehem. Zuckerfabrik, angeschlossen ist ein Fitnesscenter
  • Friedensstadion, Heimspielstätte des Fußballoberligisten VfB Germania Halberstadt e. V.
  • Reiterhof mit Reithalle und Tennisanlagedes TC Rot/Weiß in den Spiegelsbergen
  • Schäfergasse und Anger, Heimspielstätte des Fußballlandesligisten SV Fortuna Halberstadt e. V.
  • Traditionsbewusster und erfolgreicher Handballverein: "HT 1861 Halberstadt" in der Sporthalle "Völkerfreundschaft"

Kulinarische Spezialitäten

Die Halberstädter Würstchen sind als besondere Spezialität der Stadt bekannt. Das Halberstädter Würstchen war weltweit das erste Würstchen in der Dose.

Wirtschaft und Infrastruktur


Wirtschaft

Wirtschaftskompetenzen
  • in der Medizintechnik z. B. Primed Halberstadt,
  • in der Nanotechnologie z. B. ItN Nanovation
  • im Ernährungsgewerbe z. B. Halberstädter Würstchen,
  • in der Kunststoffverarbeitung z. B. Novoplast Schlauchtechnik, Teguma, Hänsler Kunststoffverarbeitung,
  • im Maschinenbau z. B. Neue Maschinenbau, PCA AG,
  • im Sicherheits- und Dienstleistungsgewerbe z. B. WSW GmbH,
  • in der Holzverarbeitungsindustrie z. B. HMW Möbelwerk
  • in der Eisenbahntechnik z. B. VerkehrsIndustrieSysteme

Verwaltungskompetenzen

Behörden und Einrichtungen mit überregionaler Bedeutung
  • Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge,
  • Anlaufstelle für Asylbewerber des Landes Sachsen-Anhalt,
  • Justizvollzugsanstalt,
  • Staatsanwaltschaft Magdeburg Zweigstelle Halberstadt,
  • Arbeitsgericht,
  • Finanzamt,
  • Landesbetrieb Bau Sachsen-Anhalt Niederlassung West,
  • Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft,
  • Staatliches Gewerbeaufsichtsamt,
  • Polizeidirektion,
  • Filiale der Bundesbank

Verkehr

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird von der Halberstädter Bus-Betrieb GmbH und der Halberstädter Verkehrs-GmbH durchgeführt. Halberstadt besitzt seit 1903 eine elektrische Straßenbahn, deren Zukunft nach nun erfolgenden Sanierungsarbeiten in der Friedrich-Ebert-Straße und einer geplanten Beschaffung von fünf fabrikneuen Niederflurstraßenbahnen des Typs „Leoliner“ (NGTW6) im Herbst 2006 vorerst gesichert ist.

Infrastruktur

Die fünftgrößte Stadt Sachsen-Anhalts liegt an den Bundesstraßen 79, 81, 245 sowie in räumlicher Nähe zur neugebauten Schnellstraße B 6n. Halberstadt ist größter Verkehrsknotenpunkt des Nordharzer Eisenbahnnetzes mit Verbindungen in Richtung Magdeburg, Halle (Saale), Vienenburg, Blankenburg (Harz) und Thale über Quedlinburg.

Bildung

In Halberstadt befindet sich der Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz, die Landesbildungseinrichtung für Hörgeschädigte sowie zwei Gymnasien, das 460-jährige Martineum und das Käthe-Kollwitz-Gymnasium. Außerdem befindet sich in der Stadt das Kirchenmusikalische Seminar der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen, an dem nebenberuflich tätige Kirchenmusiker ausgebildet werden.

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Weblinks


Ort in Sachsen-Anhalt | Halberstadt | Ehemaliger Residenzort in Sachsen-Anhalt

Halberstadt | Halberstadt | Halberstadt (stad) | Halberstadt

 

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