Hajduk (Wahlspruch: Hajduk lebt ewig; kroat.: Hajduk živi vječno) ist der wohl traditionsreichste kroatische Fußballverein. Er ist in Split ansässig.
Der Verein ist in seiner Geschichte weder aus der ersten Liga abgestiegen noch hat er je seinen Namen geändert, obwohl er in vier verschiedenen Staaten existierte: Österreich-Ungarn, "beiden" Jugoslawien und nun dem souveränen Kroatien.
Hajduk ist mit 17 Meisterschaften und 13 Pokalsiegen der erfolgreichste Verein Kroatiens. Seine Geschichte beginnt 1911, als vier kroatische Studenten in Prag, in dem Lokal U Fleku den Verein gründeten und den Fußball erstmals nach Split brachten.
Im heutigen Kroatien ist Hajduk weiterhin ein führender Verein und hat in der kroatischen ersten Liga (1. HNL) sechs mal den Meistertitel errungen. Ferner wurde Hajduk seit der Unabhängigkeit drei mal Pokalsieger. In diesem Jahr, 2006, feiert Hajduk sein 95-jähriges Bestehen:
Hajduk spielt seit 1979 im städtischen Stadion Poljud in Split, welches für die in Split stattfindenden 8. Mediteranen Spiele im Ortsteil Poljud nach den Entwürfen von Prof. Dr. Boris Magaš in einer außergewöhnlichen Dachkonstruktion in Form einer geöffneten Muschel erbaut wurde und heute ca. 35.000 Sitzplätze bietet.
Die Fan-Vereinigung nennt sich Torcida und gilt als die älteste organisierte Fanvereinigung der Welt. Die Geschichte begann im Vorfeld des Meisterschaftsspiels gegen den punktgleichen Tabellenführer Roter Stern aus Belgrad. In Diskussionen unter den Anhängern von Hajduk wurde die Idee geboren, ihren Klub bei dem entscheidenden Spiel nach Vorbild der brasilianischen Zuschauer bei der Fußball-WM 1950 organisiert zu unterstützen und sie mit einer nie zuvor dagewesenen Atmosphäre zum Sieg zu peitschen. Der Zusammenschluss von 113 zumeist dalmatinischen Studenten aus Zagreb und vielen weiteren Jugendlichen nannte sich Torcida. Dieses Vorhaben verbreitete sich wie ein Lauffeuer unter den Fans, so daß sich am 29. Oktober 1950 über 20.000 Zuschauer im überfüllten alten Stadion Stari Plac und rund herum einfanden, unter ihnen mehrere tausend Studierende aus Zagreb, die im Rahmen einer "Exkursion" mit Sonderzügen zu diesem Ereignis angereist waren. In der 86. Minute sorgte das 2:1 bei den Zuschauern für ein Happy End und mit dem Schlusspfiff die Meisterschaft für Hajduk Split. Der damaligen jugoslawischen Staatsführung missfiel sowohl das Ergebnis, als auch die Tatsache, dass sich Fans zu einer nicht-kommunistisch geführten Vereinigung zusammenfanden. Hervorzuheben sei Politbüro-Mitglied Milovan Djilas, der die "Vorfälle" von Split u.a. in der Belgrader Zeitung Borba (dt.: Kampf) scharf kritisierte und eine Untersuchung durch das ZK der jugoslawischen KP einleiten ließ. Das führte zu einem sofortigen Verbot der Torcida, einigen Parteiausschlüssen aus der KP und teilweise zu mehrjährigen Haftstrafen für die "Rädelsführer" der Torcida. Trotz des Verbotes wurden die Spiele in den 50er und 60er Jahren im Geiste der Torcida z.T. mit Bengalischen Feuern und Pyrotechnik begleitet. Die Hajduk-Fans waren aufgrund ihres fanatischen und nicht selten gewalttätigen Auftretens im damaligen Jugoslawien berüchtigt, was bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts zu wiederholten Geldstrafen und Platzsperren für den Verein und 1987 nach dem Zünden einer Tränengasgranate im Europapokalspiel gegen Olympique Marseille sogar zu einer zweijährigen UEFA-Sperre für die europäischen Wettbewerbe führte. Dagegen nimmt sich der Vorfall, als ein Torcida-Mitglied während des UEFA-Cup Spiels Hajduk Split - Tottenham Hotspur den Rasen stürmte und im Mittelkreis einen das Vereinswappen Tottenhams sybolisierenden Hahn opferte, ebenso harmlos aus, wie die danach von der UEFA ausgesprochene Platzsperre für ein internationales Spiel. Die Neugründung einer offiziellen Fanvereinigung unter dem Namen Torcida wurde bis 1980 aufgrund der möglichen Folgen dennoch vermieden. Dann entschieden sich die ultrà-orientierten Fans, die sich mittlerweile unter dem Namen Nesvrstani (dt: die Unbeugsamen) zusammengefunden haben, ihren Klub von der Nordkurve des Poljud-Stadions und bei den Auswärtsspielen wieder offen unter dem Namen Torcida unterstützen.
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