Hair ist ein Musical, die Musik ist von Galt MacDermot, Buch und Liedtexte stammen von Gerome Ragni und James Rado. Die ersten Aufführungen fanden 1967 statt. Die Texte für die "deutsche Originalaufnahme" von 1968 stammen von Walter Brandin.
Das Musical Hair spielt in den USA der 60er Jahre, zur Zeit des Vietnamkrieges. Es beschreibt die Gefühle vieler junger Leute in dieser Zeit, der so genannten „Hippie-Kultur“.
Haare waren damals ein Symbol für den Protest gegen die Gesellschaft. Viele junge Männer ließen sich damals ihre Haare wachsen. Der Protest hatte auch noch einen anderen Hintergrund. Die jungen Männer in den USA mussten zur Zeit des Vietnamkrieges mit ihrer Einberufung rechnen. Die Antwort der Gesellschaft war sehr restriktiv. "Langhaarige" wurden als Nichtstuer und Gammler beschimpft. Viele Arbeitsplätze waren für langhaarige Männer nicht zugänglich, Haarschnitte wurden mit Gewalt erzwungen, Kinder verloren die Liebe ihrer Eltern, weil sie ihre Haare lang wachsen ließen. Dieser Hass und die Liebe zu langen Haaren werden in Hair besungen.
Das Musical Hair war weltweit erfolgreich. Es wurde von 1968 - 1972 am Broadway ohne Unterbrechung aufgeführt, in England war es vor Jesus Christ Superstar das erfolgreichste Musical aller Zeiten. Die deutsche Version Haare lief 1 1/2 Jahre. Die deutsche Version hat gegenüber der englischen Version aber im Laufe der Zeit mit der Zunahme von Englischkenntnissen in Deutschland an Bedeutung verloren. Die deutschen Texte sind nicht in allen Teilen direkte Übersetzungen, orientieren sich aber inhaltlich an den englischen Texten.
Die Inhalte unterscheiden sich in verschiedenen Bühnen-Darstellungen und der Verfilmung. In den Theatern wurde Hair in der Regel in zwei Akten aufgeführt. Der erste Teil behandelte das Leben der Hippies, ihre Wünsche, Hoffnungen, Konflikte mit der Gesellschaft, während sich der zweite Teil mit dem Krieg auseinandersetzte.
Heute wirkt das Stück nicht mehr so provokant wie zu Beginn. Die zum Teil sexuellen Andeutungen bei religiösen Handlungen regen fast niemanden mehr auf.
Bevor den 100 Off-Broadway Aufführungen 1750 im Biltmore Theater folgen konnten, wurden einige Änderungen vorgenommen. So enthielt beispielsweise die ursprüngliche Fassung keine Nacktszenen, aber dafür eine Szene in der die Bühne von Polizisten erstürmt wird, die versuchen die Aufführung zu verhindern. Außerdem wurden die Autoren in ihrem Recht zu spontanen Änderungen der Texte eingeschränkt.
Die zu Beginn eher positiven Visionen enden in einem Albtraum, in dem die Schrecken des Krieges verdeutlicht werden. Realisiert wird dies durch Darstellungen von Kriegsopfern auf einer Videoleinwand, oder durch Metzeleien auf der Bühne. Hair zeigt auch die Verwandlung der bunt gekleideten Hippies in uniformierte Soldaten, und wie sie auf Zuruf oder aus eigenem Antrieb töten. Am Ende des Stückes stirbt eine der Hauptpersonen, die ein Kriegsgegner ist, aber auf Grund eines unglücklichen Zufalls den Platz eines Freundes zeitweise eingenommen hat und ausgerechnet dann nach Vietnam reisen muss.
Die Bühnenfassung wurde in der originalen Off-Broadway-Produktion workshopartig entwickelt. Auch wenn die spontanen Änderungen mit der Übersiedelung an den Broadway eingeschränkt wurden, gibt es kein feststehendes Libretto. Folgeproduktionen erarbeiteten sich meist selber an die Originalfassung angelehnte Scripts.
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