Als Hahnenkampf bezeichnet man einen Wettbewerb, bei dem zwei Hähne in einer Arena oder auf einem Kampfplatz aufeinander losgelassen werden. Dabei nutzen die Besitzer der Tiere das natürliche Revierverhalten des Hahns aus, in dem die Angriffsdistanz durch die Enge der Arena oder durch Gegeneinanderdrängen der Tiere absichtlich unterschritten wird. Der Hahn geht dann aggressiv gegen seinen vermeintlichen Konkurrenten vor. Eines der beiden Tiere unterliegt, wenn es nicht mehr kämpft, schwer verletzt ist, oder stirbt.
Der Hahnenkampf
Kampftechnik
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Das Kampfverhalten der Hähne kann kaum trainiert werden, sondern ist haupstächlich genetisch bedingt. Die teilnehmenden Tiere werden daher mit Hinblick auf ihre
Ausdauer,
Aggressivität und Kraft
gezüchtet und nur manchmal zusätzlich trainiert.
- Gewicht: Die Gewichtsklassen der Hähne sind zumeist in Schritte von 100g unterteilt, weshalb mögliche Vorteile durch höheres Körpergewicht im Kampf selbst keine große Rolle spielen. Schwere Hähne sind in der Regel eher kräftiger, leichte Hähne eher ausdauernder (s.u.).
- genetisch disponierte Kampftechnik: Während einige Hähne während des ganzen Kampfes am Boden bleiben, gibt es andere Hähne, die wenige Zentimeter über dem Boden fliegen um zu kämpfen. Beide Techniken sind in den Kämpfen gleichwertig und hängen nur vom Geschmack des Züchters ab. Galleros entscheiden sich in ihrer Zucht normalerweise nur für eine der beiden Arten. Dieses genetische Kampfverhalten kann nicht an- oder abtrainiert werden.
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- offensiv / defensiv: Auch ob das Verhalten im Kampf eher offensiv oder defensiv ist, hängt von der Züchtung ab. Auch hier gilt, dass keine der beiden Formen besser ist. Normalerweise züchtet man defensive, ausdauernde Hähne oder offensive, kräftige Hähne.
- Kraft und Ausdauer: Die Züchter müssen zwischen Kraft und Ausdauer eine Balance finden. Einige Hähne kämpfen kraftvoll und offensiv, verlieren aber bei langen Kämpfen die Kraft und werden dadurch schutzlos. Andere Hähne können dagegen lange Zeit kämpfen, sind aber nicht in der Lage, dem gegnerischen Hahn größere Nachteile zuzufügen.
- Revierverhalten und Aggressivität: Während einige Hähne eine geringe Distanz benötigen, um ihr Revier zu verteidigen, gibt es andere Hähne, die schwerer reizbar sind. Für Hahnenkämpfe sind aggressive Hähne besonders geeignet.
- menschliche Einflüsse: Bei regionalen Varianten werden die Tiere mit an den Füßen befestigten Spornen oder Klingen, etwa aus Metall oder Schildpatt, bewaffnet, um ihre Kampfkraft zu erhöhen und die Tötung des Gegners zu ermöglichen.
Ablauf
Gewöhnlich wird bei einem Hahnenkampf auf dessen Ausgang
gewettet. Der Hahnenkampf selbst beginnt mit dem Einsetzen der Hähne in die Arena. Durch das natürliche Revierverhalten beginnen die Hähne gewöhnlich selbständig mit dem Kampf. Eine zusätzliche Aufstachelung und Provokation der Hähne ist in der Regel nur selten nötig. Der Kampf endet, wenn eines der beiden Tiere unterliegt, d.h. wenn es nicht mehr kämpft, schwer verletzt ist, oder stirbt. Nach dem Kampf werden in der Regel etwaige Wettgewinne gefeiert, weshalb sich an den eigentlichen Kampf meist ein soziales Zusammensein anschließt.
Kulturelle Aspekte
Ästhetik
Das Publikum der Hahnenkämpfe hat oft eine Vorliebe für ästhetische Züchtungen. So wird neben der Züchtung auf Kampfkraft auch auf ästhetische Merkmale hin gezüchtet. Die Kampfstätten sind daher oft nicht nur ein Schauplatz für blutige Kämpfe, sondern auch dür besonders schöne Züchtungen. Dabei wird auf Form des Körpers, Farbe des Gefieders und andere Merkmale geachtet. Erwähnenswert sind hier vor allem die Rassen
Modern Game (eine Rasse mit sehr langen Beinen), Old English Bantam *.
Kunst und Poesie
Hahnenkämpfe werden oft von der Kunst aufgegriffen. Frühes Zeugnis dafür ist die 1759 veröffentlichte Satire von William Hogarth "
The Cockpit", das Bild "Der Hahnenkampf" von
Jean-Léon Gérôme oder die Statue "Gewinner des Hahnenkampfes" von
Alexandre Falguière. Vor allem in der Poesie hat der Hahnenkampf eine metaphorische Bedeutung für eine in der Öffentlichkeit ausgetragene Auseinandersetzung um Einfluss, Status und Macht zwischen zwei geltungsbewußten (eher männlichen) Personen aus Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft bekommen.
Rechtliche Situation
Während seine Befürworter den Hahnenkampf als sportlichen Wettbewerb und festen Bestandteil regionaler Kultur verteidigen, gilt er vor allem in
Europa und Teilen
Nordamerikas als grausame
Tierquälerei und ist deshalb gesetzlich verboten. Auch das mit dem Kampf verbundene
Glückspiel durch Wetten ist in vielen Staaten illegal. Hahnenkämpfe verschwanden jedoch durch die Verbote in den meisten Staaten nicht ganz von den Bildfläche sondern finden vereinzelt illegal statt. In
Südostasien,
Mittelamerika und in
Südamerika ist der blutige Wettkampf dagegen vielerorts legal, seit Jahrhunderten kulturell verwurzelt und auch verbreitet.
- England: Obwohl England eine lange Tradition des Hahnenkampfes hat, ist es heute illegal, Hahnenkämpfe durchzuführen.
- Frankreich: In Frankreich sind Hahnenkämpfe grundsätzlich illegal, es besteht jedoch eine Ausnahme für all die Orte, an denen eine ununterbrochene Tradition der Kämpfe besteht. Auf Réunion gibt es fünf offizielle Kampfarenen - und wohl mehrere illegale.
- Kanada: In Kanada sind nicht nur die Kämpfe selbst, ist schon alleine die Zucht von Kampfhähnen illegal.
- Mexiko: In Mexiko sind Hahnenkämpfe sehr verbreitet, dürfen aber nur in genehmigten Stätten (sog. Palenques) durchgeführt werden.
- USA: In den USA sind Hahnenkämpfe in allen Staaten bis auf New Mexico und Louisiana illegal. In US-Gebieten wie Puerto Rico sind Hahnenkämpfe dagegen legal. Trotz der weit verbreiteten Verbote erfreuen sich Hahnenkämpfe in großen Teilen der USA nach wie vor großer Beliebtheit und finden z.T. illegal statt.
Diskussion
Wie auch beim spanischen
Stierkampf wehren sich die dortigen Befürworter gegen die Kritik von
Tierschützern, in dem sie beispielsweise auf die Grausamkeit der
Massentierhaltung in den industrialisierten Staaten hinweisen.
Weblinks
Feste und Brauchtum
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