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Haggis besteht aus dem Magen eines Schafes, der mit Herz, Gehirn,Leber, Lunge, Nierenfett vom Schaf, Zwiebeln und Hafermehl gefüllt wird. Im Grunde genommen ist es also eine kugelförmige Wurst, und wie bei den meisten Würsten wird heute bei der Fabrikherstellung meistens der Magen durch eine Plastikhülle ersetzt. Das Haggis ist scharf gewürzt, und das Hafermehl verleiht ihm eine etwas schwerere Konsistenz als die meisten Wurstsorten. Traditionell werden dazu Kartoffeln und Steckrüben ("neeps and tatties") gegessen, und auch "oat cakes". Als Fast-Food wird häufig eine billige fritierte Variante in schottischen Chip-Shops mit Pommes serviert. Da die Vegetarierbewegung in Schottland sehr auf dem Vormarsch ist, wird immer häufiger auch vegetarisches Haggis serviert.
Bei dem so genannten Burns Supper wird vor dem Servieren das Gedicht von Robert Burns vorgetragen und mitten in der dritten Strophe ("cut ye up wi ready slight") der Magen aufgeschnitten, so dass die Innereien in spektakulärer Weise auslaufen. Auch in der St. Andrews Night (30. November) verzehren schottische Migranten weltweit Haggis.
Die Jagdsaison auf das Haggis ist kurz und umfasst nur wenige Tage Ende Januar. Um ein Haggis zu fangen, treibt man es am besten in flaches Land, dann kippt es - wegen der ungleich langen Beine - um und kann nicht mehr fliehen. Der Dudelsack wurde ursprünglich auf der Haggis-Jagd zur Erzeugung der Paarungslaute gebraucht und ist deshalb auch heute noch wichtiger Bestandteil jeder Haggis-Jagd.
Die Tradition der Haggiserzählungen hat sich tief in der Volkskultur verankert und wird z.B. gerne in der Fernsehwerbung herangezogen. Man könnte also vom Haggis als eine nationaltypische Humorart sprechen.
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