Hagestolz ist der veraltete Begriff für einen älteren Junggesellen. In der Umgangssprache wird er häufig (und nicht immer korrekt) im Sinne von „eingefleischter“ Junggeselle, Junggeselle „aus Überzeugung“ oder Sonderling - ein Mann, der die Ehe verabscheut - gebraucht (siehe dazu auch Misogamist).
Das Bestimmungswort hag bezeichnet einen Hain, ein Gebüsch oder auch eine Hecke, ursprünglich einen kleinen, durch eine Hecke umfriedeten und abgetrennten Bereich auf einem Grundstück. Man denke an die Hagebutte, die Frucht der Heckenrose, Hagedorn, veraltet für Weißdorn, oder das berühmte Gemälde Maria im Rosenhag (um 1450) von Stephan Lochner; vgl. auch den Begriff Gehege. Hagestolz - sehr selten auch Hagestolzin oder Hagestolze (das weibliche Pendant) - weist in seiner Bedeutung tief in das altgermanische Rechtsverständnis zurück; eine Entsprechung findet sich beispielsweise in dem altnordischen Begriff hagustalda.
Demnach bezeichnet hagestalt ein kleines, in einem entfernten Winkel eines Grundbesitzes erbautes und mit einer Hecke umfriedetes Anwesen, meist eine Hütte, das der Bewohner vom Hoferben zur Verfügung gestellt bekam. Dieses Gehege war so bescheiden, dass der Inhaber in der Regel keine eigene Familie gründen konnte. Noch bis in die Neuzeit hieß eine solche Junggesellen-Wohnstatt auf einem Gutsbetrieb im Paderborner Land Hagestelle.
Später übertrug sich das Wort auf den Besitzer eines solchen Anwesens und wurde seit dem Hochmittelalter für einen unverheirateten Mann allgemein, noch später speziell für einen Junggesellen jenseits der 50 benutzt.
Der Hagestolz ist auch Titel einer Novelle von Adalbert Stifter.
Siehe auch: Hagen (Begriffsklärung), Hagen (Flurname)
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