| Wappen | Karte |
|---|---|
| LageHLim.PNG | |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Kreis: | Kreisfreie Stadt Hagen |
| Fläche: | 22,7 km² |
| Einwohner: | 27.337 (31. Mai 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.204 Einwohner/km² |
| Höhe: | etwa 102,5 - ? m ü. NN |
| Postleitzahl: | 58119 |
| Vorwahl: | 0 23 34 |
| Geografische Lage: | 51° 22' n. Br. 7° 36' ö. L. |
| Kfz-Kennzeichen: | HA |
| Gemeindeschlüssel: | 05 9 62 024 |
| Stadtbezirk-Gliederung: | 7 Ortsteile |
Hohenlimburg ist ein Stadtteil der kreisfreien Großstadt Hagen an der Schwelle vom Sauerland zum östlichen Ruhrgebiet, eine ehemalige kreisangehörige Stadt des früheren Kreises Iserlohn mit etwa 27.337 Einwohnern und früherer Residenzort der 1808 bzw. 1817 aufgelösten Grafschaft Limburg.
Die frühere Stadt Hohenlimburg und die ehemalige Grafschaft Limburg blicken auf eine besonders reiche, vielfältige und alte Geschichte zurück. Überregional bekannt ist Hohenlimburg für sein Schloss, für die dort entstandene Kaltwalzindustrie sowie für bedeutende archäologische Funde, die seit dem 19. Jahrhundert im Lennetal gemacht werden. In der bei Holthausen gelegenen "Blätterhöhle", gegenüber des sagenumwobenen Naturdenkmals "Hünenpforte", wurden 2004 die bisher ältesten Skelettreste von anatomisch modernen Menschen in Westfalen und im Ruhrgebiet entdeckt. Sie sind über 10.700 Jahre alt und datieren in die frühe Mittelsteinzeit des Altholozäns. In der selben Höhle wurden die Skelettreste von mindesten sieben Menschen unterschiedlichen Alters aus der jungneolithischen Michelsberger Kultur entdeckt. Auch sie besitzen eine deutlich überregionale Bedeutung.
Neben den Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation bestehen mehrere alte Karsthöhlenrelikte, darunter die Hünenpforte, aus denen bedeutende archäologische Funde bekannt sind. Das führt zu Interessenkonflikten mit dem Unternehmen Rheinkalk und seiner Niederlassung in Hagen-Halden, das Kalkstein und insbesondere Dolomit abbaut.
In Steinbrüchen und Aufschlüssen in und um Hohenlimburg werden zum Teil seltene Fossilien aus dem Paläozoikum, besonders aus dem mittleren Devon, entdeckt. Wesentliche paläontologische und geologische Funde aus Hohenlimburg und Umgebung werden im Wasserschloss Werdringen ausgestellt.
In Höhlen, wie in der Oeger Höhle, unterhalb der Raffenburg und an der sagenumwobenen Hünenpforte, sowie auch auf Flussterrassen entdeckte man Steinwerkzeuge und Keramikscherben von der späten Altsteinzeit bis in die Eisenzeit.
In Blickweite von Hohenlimburg, in einem Seitental der Lenne bei Holthausen, wurden in der tiefen "Blätterhöhle" sehr bedeutende Knochenfunde von steinzeitlichen Menschen gemacht, darunter auch die Skelettreste von mindestens zwei der frühesten anatomisch modernen Menschen in Westfalen und im Ruhrgebiet. Diese menschlichen Überreste sind nach C 14-Untersuchungen an den Universitäten in Kiel und Oxford über 10.700 Jahre alt und stammen aus dem frühen Mesolithikum. In Europa gehören sie zu den wenigen überlieferten Menschenresten aus diesem Zeitabschnitt. Da die Forschungen noch nicht abgeschlossen sind und die Ausgrabungen in der mit zahlreichen weiteren Skelettresten und anderen Funden gefüllten Höhle erst beginnen, ist in Zukunft mit weiteren Überraschungen zu rechnen.
In der gleichen Höhle wurden auch zahlreiche Skelettreste von Menschen aus der Zeit der Michelsberger Kultur entdeckt, darunter das fast vollständige Skelett einer jungen Frau im Alter von 17-22 Jahre. Untersuchungen ergaben ein alter von rund 5.600 Jahren; die Funde datieren also in die Zeit um 3.600 v.Chr. Diese jungsteinzeitlichen Menschenreste, die vermutlich zu Bestattungen gehören, zählen in Europa zu den seltenen archäologischen Relikten. Die Funde werden seit 2004 von einem internationalen Wissenschaftlerteam erforscht und sind anhand von ausgewählten Objekten im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen zu sehen.
Von großer überregionaler Bedeutung sind auch die Stein- und Geweihgeräte aus dem Ende des Magdalénien sowie Keramikgefäße der jungsteinzeitlichen Rössener Kultur, die in der Oeger Höhle entdeckt wurden. Die Oeger Höhle liegt gegenüber des alten Hohenlimburger Stadtkerns. Noch zu Beginn des 19. Jahrhundert befand sich die Höhle direkt an der Lenne und war schwer zugänglich.
Aus der Römischen Kaiserzeit stammen Funde einer "germanischen" Siedlung sowie aus der Völkerwanderungszeit und dem Frühmittelalter mehrere Münzen sowie Bronze- und Keramikobjekte.
Wesentliche archäologische Funde aus Hohenlimburg und Umgebung werden im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen gezeigt.
Sein Sohn, Dietrich I. von Altena-Isenberg (später nannten er und seine Nachfahren sich nur noch "von Limburg"), versuchte sein Erbe von seinem Onkel, Graf Adolf I. von der Mark, zurückzuerhalten. Ab 1232 sind verschiedene Quellen nachgewiesen, darunter auch Beschwerden des Kölner Erzbischofs an den Papst, die von "Angriffen" der "Söhne" des hingerichteten Grafen Friedrich II. von Isenberg berichten. Hinweise auf das spätere Territorium an der Lenne und auf die Burg enthält diese Quellenüberlieferung nicht.
Anscheinend nicht vor 1240 ließ Graf Dietrich I. von Isenberg eine Burg, das spätere Schloss Hohenlimburg, im unteren Lennetal errichten. Nach mehrjährigen Auseinandersetzungen wurde 1242 zwischen den Grafen von der Mark und Graf Dietrich von Isenberg ein Friedensvertrag abgeschlossen. Graf Dietrich hatte die Burg an seinen Onkel, Herzog Heinrich IV. von Limburg, überschrieben und erhielt sie als Lehen zurück. Das 1930, 1980 und 2005 in Hohenlimburg als "Stadtjubiläum" gefeierte Jahr 1230 ist historisch nicht belegt und beruht auf Spekulationen der örtlichen Heimatforschung.
Das Gebiet zwischen unterer Lenne und ihrer Mündung in die Ruhr unterhalb der Hohensyburg entwickelte sich zum Territorium der Grafschaft Limburg. Im Norden, Süden und Westen wurde das Gebiet von der Grafschaft Mark, im Osten durch das kurkölnische Territorium begrenzt.
Eine mittelalterliche Siedlung oder gar stadtähnliche Ortschaft, wie sie von einigen Heimatforschern vermutet wird, hat es unterhalb der Burganlage wohl nicht gegeben. Die Bezeichnung "Limburg" bzw. "Hohe Limburg", wie sie in Schriftquellen anzutreffen ist, bezog sich bis Anfang des 17. Jahrhunderts ausschließlich auf die Burg; anzunehmen ist lediglich eine kleine Ansiedlung direkt im Vorfeld der Burganlage, z.B. in der Form einer Vorburg. Das entspricht auch vergleichbaren Situationen im Vorfeld von anderen mittelalterlichen Burgen.
Die angeblichen und wiederum von dem Heimatforscher Dr. Wilhelm Bleicher postulierten Marktrechte von 1252, die Graf Dietrich I. aus politischen Bündnisgründen durch König Wilhelm von Holland verliehen erhielt, bezogen sich nach sorgfältiger Prüfung durch ausgebildete Fachhistoriker und der bekannten Quellenüberlieferung nicht auf eine Siedlung in der Grafschaft Limburg, sondern auf den gesamten Territorialbesitz der Grafen von Limburg und dabei eher auf die Herrschaft Broich bei Mülheim an der Ruhr, wo seit dieser Zeit tatsächlich ein Markt belegt ist. Die Erwähnung von "Marktrechten" ist zudem nur als Abschrift und in einer Urkunden von 1442 belegt. Diese Urkunde besaß einen bestimmten politischen Hintergrund, so dass weitere Schlussfolgerungen auf die Verhältnisse im 13. Jahrhundert problematisch sind.
Oberhalb des Schlosses Hohenlimburg befinden sich die Wallanlagen der "7 Gräben", eine Turmhügelburg, die nach archäologischen Funden im 13. Jahrhundert existierte, von ihrer Bauform jedoch aus dem 12. Jahrhundert stammen könnte. Da diese Burganlage, für deren Errichtung eine gewisse Zeit benötigt wurde, in historischen Quellen keine Überlieferung findet, sind weitergehende Überlegungen zur Datierung und ihrem Zusammenhang spekulativ.
Auf dem der Hohenlimburg gegenüberliegenden Ufer der Lenne existierte um 1220 in Elsey ein Frauenkloster, das im 17. Jahrhundert als adeliges Damenstift bis 1811 fortbestand. Das Kirchspiel Elsey mit der in den ältesten Bauteilen romanischen Hallenkirche entwickelte sich im Verlauf des 13. Jahrhunderts. Angebliche Hinweise auf eine karolingische Kirchen- und Klostergründung, die der Heimatforscher Dr. Wilhelm Bleicher 2003 zu erkennen glaubte und in einem Aufsatz sogar veröffentlicht hatte, sind in das Reich der Fabel zu verweisen. Bekannt sind lediglich einzelne archäologische Streufunde aus dieser Zeit, darunter eine karolingische Münze, die ohne Baubefunde oder sonstige Zusammenhänge, z.B. ein Grabbefund, keine große Aussagekraft besitzen. Größere Rekonstruktionen aus den wenigen Befunden aus dem Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit, wie der genannte Heimatforscher mit farbigen Fantasiezeichnungen veröffentlicht hat, sind spekulativ und unseriös.
In Berchum und Oege lassen sich für das 13. Jahrhundert kleinere Adelssitze in Form von "festen Häusern" bzw. Turmburgen anhand von Schriftquellen und Gebäuderesten nachweisen. Zur Grafschaft Limburg gehörten bis zu ihrer Auflösung im Mai 1808 auch Letmathe, Oestrich und Hennen, heute Stadtteile von Iserlohn, sowie Ergste, das nun ein Ortsteil von Schwerte ist.
Burgen und Schlösser in der Grafschaft Limburg
Standesherrschaftliche Rechte (zum Beispiel Gerichtsbarkeit) durch die Fürsten von Bentheim-Tecklenburg von 1817 bis 1834 bzw. 1848. Die Schlossanlage und umfangreicher Grundbesitz in Hohenlimburg befinden sich noch heute im Eigentum des Fürstenhauses Bentheim-Tecklenburg.
Die Grafschaft Limburg und ihre Besitztümer fiel 1592 an die Grafen von Bentheim, dessen Familienoberhaupt, Graf Arnold, mit der einzigen Schwester Graf Adolfs, Magdalena, verheiratet war. Erst 1610 und nach Vermittlung des befreundeten nassau-oranischen Herrscherhauses konnten die Grafen von Bentheim die Regentschaft in dem ererbten Territorium antreten. Im Zuge des Landesausbaues unter diesem Grafenhaus entwickelte sich auch eine größere Ansiedlung unterhalb des Schlosses, die im Verlauf des 17. Jahrhunderts zum Zentralort in der Grafschaft Limburg wurde.
Bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts blieb die Grafschaft Limburg ein bergisches Lehen. Unter Graf Moritz I. zu Bentheim-Tecklenburg setzte seit 1650 ein allmählicher Prozess der Loslösung von der bergischen Lehnshoheit ein. Zuvor hatten die Kurfürsten von Brandenburg als Erbfolger der Grafen von der Mark und später auch des bergischen Herzogtums mehrfach Besitzansprüche an die Grafschaft Limburg angemeldet, zuletzt 1648/49 in massiver Form und unter Androhung militärischer Maßnahmen.
Nur das Eingreifen des einflussreichen Fürsten Johann Ludwig von Nassau-Hadamar, Bruder von Gräfinwitwe Johannetta Elisabeth zu Bentheim-Limburg, Rat am kaiserlichen Hof sowie kaiserlicher Bevollmächtigter auf den Friedensverhandlungen von 1645 bis 1648 in Münster und Osnabrück, konnte eine Annexion verhindert werden. Erst 1729 gelang es Graf Moritz Casimir I. zu Bentheim-Tecklenburg, die Grafschaft vom Königreich Preußen, das die Erbfolger der Herzöge von Berg angetreten hatte, zu lösen und eine reichsunmittelbare Stellung zu erreichen.
Gräfinwitwe Johannetta Elisabeth, eine geborene Gräfin von Nassau-Dillenburg, eine Tochter des reformationsgeschichtlich bedeutsamen Johann VI. und Nichte Wilhelm des Schweigers, regierte bis zum ihrem Tod 1652 die Grafschaft vormundschaftlich zunächst für ihren Sohn Wilhelm (*1617; +1626), danach für ihren Neffen Moritz I. von Bentheim-Tecklenburg. Ihr politisches Geschick sowie ihre weit reichenden familiären Beziehungen konnten vor allem während des Dreißigjährigen Krieges die Grafschaft Limburg für das Grafenhaus Bentheim erhalten. Dennoch wurde Schloss Hohenlimburg 1633-1635 von kaiserlichen Truppen besetzt. Bei ihrem Abzug im Spätherbst 1636 brannten Teile des unteren Schlosses nieder.
Die Bitte um erweiterte Rechte waren zuvor von den Einwohnern der Ortschaft an den Landesherrn herangetragen worden. Da die Grafschaft Limburg damals nicht reichsunmittelbar bzw. von einem Lehen unabhängig war, konnte Graf Friedrich Moritz der Ortschaft keine Stadtrechte verleihen. Dazu hätte er den Lehnsherrn, die Kurfürsten von Brandenburg-Preußen, um Erlaubnis fragen müssen.
Da die Grafen zu Bentheim-Tecklenburg Anfang des 18. Jahrhunderts durch den jahreangen Rechtsstreit mit dem Haus Solms-Braunfels um den Besitz der Grafschaft Tecklenburg hoch verschuldet waren, entsprachen sie gern der Bitte ihrer "Untertanen", da sie sich höhere Einnahmen an Steuern und Abgaben erhofften. Dieser wirtschaftliche Hintergrund ist auch aus der Urkunde ablesbar; sie befindet sich heute im Original in der Dauerausstellung des Historischen Centrums Hagen ausgestellt.
Aus ähnlichen Gründen betrieb das Grafenhaus auch die Ansiedlung von jüdischen Familien in Limburg und in ihrer Grafschaft, um von den Juden hohe Schutzgelder und weitere Abgaben einzunehmen. So lebten allein in der kleinen Freiheit Limburg am Ende des 18. Jahrhunderts auf die Einwohnerzahl umgerechnet mehr Juden als z.B. in Iserlohn, die damals zu den größten Städten in Westfalen zählte.
Die wirtschaftliche Entwicklung Limburgs im 18. Jahrhundert wurde durch die Herstellung von Feindraht bestimmt. Darin waren die Limburger Drahtrollen so erfolgreich, so dass sie in Konkurrenz zum mächtigen Iserlohner Drahtstapel standen. Bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bezog das Handelshaus Harkort in Haspe bei Hagen große Mengen Limburger Draht. Der "Kratzendraht" wurde bei der Weiterverarbeitung von Wolle und bei der Herstellung von Tuch benutzt.
Zwischen 1720 und 1756 war die Schlossanlage die Hauptresidenz der Grafen von Bentheim-Tecklenburg. Unter Graf Moritz Casimir I. entfaltete sich ein höfischen Leben. Das Schloss wurde umgebaut. Im Vorfeld entstand eine weitläufige Gartenanlage, die gegenwärtig wieder rekonstruiert wird. Im Ort Limburg gab es Hofbäcker, einen Hofpulverhornmacher und einen Hofbüchsenmacher, einen Hofprediger und weitere Personen, die mehr oder weniger von der gräflichen Hofhaltung abhängig waren. Vom Staatsrechtler Johann Stephan Pütter, der für rund drei Jahre durch den Hofprediger Stolte unterrichtet wurde, ist eine Schilderung überliefert.
Auch der Scharfrichter, der bereits im frühen 17. Jahrhundert in Limburg nachzuweisen ist und auch die Abdeckerei in der Grafschaft unterhielt, gehörte zu den gräflichen Bediensteten. Auf dem Schloss befand sich eine Kompanie Soldaten, die Wachfunktion übernahmen.
Im benachbarten freiweltlichen Damenstift war der Pfarrer Johann Friedrich Möller (1750-1807) tätig. Möller gehörte damals zur intellektuellen Führungsschicht in Westfalen und machte sich durch zahlreiche Publikationen als Historiker, Theologe und Staatkundler einen Namen. In einer von ihm 1806 verfasste Denkschrift der märkischen Führungsschicht an den preußíschen König wandte sich Möller gegen eine Abtretung der preußischen Westprovinzen an Frankreich. Friedrich Wilhelm III.
Im April 1814 errichtete die Bürgerschaft Limburgs und der Grafschaft Mark zur Erinnerung an Johann Friedrich Möller ein Denkmal auf dem "Klippchen" oberhalb des Lennetales. Von der Intention, die man bei der Errichtung mit Möller verknüpfte, zählt dieses Denkmal zu den frühesten Monumenten, die zur Erinnerung an die Befreiungskriegen errichtet wurden.
Doch wurde das romantische Erscheinungsbild (Hohen-)Limburgs immer mehr durch Schornsteine und Fabriken verdrängt. Im 19. Jahrhundert begann auch im Lennetal die Industrialisierung.
Die hauptsächlich für den Export arbeitenden Drahtrollen in Limburg sowie in den Tälern von Nahmer und Wesselbach wurden durch die Kontinentalsperre Englands gegen Napoleon schwer getroffen. Bis 1813 mussten zahlreiche Betriebe aufgegeben werden.
Nach 1813 kam es zu einer wirtschaftlichen Belebung. Der Limburger Drahtproduzent Wilhelm Boecker lieferte u.a. 1817 und 1818 zur Herstellung der Sicherheitsgrubenleuchte spezielle Drahtgewebe an den englischen Chemiker Sir Humphry Davy. Drahtgewebe, auch für Fenster, stellten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ein Hauptgewerbezweig der lokalen Industrie dar.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden auch größere Stofffärbereien und Stoffdruckereien, wie die Firma Nettmann in Elsey und das Unternehmen Mortitz Ribbert, das 1938 in die Aktiengesellschaft Göcke & Sohn (1972 geschlossen; umfangreiche Archivbestände und zahlreiche historische Exponate befinden sich im Historischen Centrum Hagen) aufging.
Von großer wirtschaftlicher Bedeutung war die seit 1830 entstandene Kaltwalzindustrie, die noch heute der bestimmende Industriezweig im Raum Hohenlimburg ist.
1835 wurde die Vergabe von Stadtrechten an Limburg nach der preußischen Städteordnung von 1831 durch die Regierung in Arnsberg aufgrund der "unübersichtlichen Finanzlage" der Gemeinde abgelehnt. Bereits 1827 war Limburg eine stimmberechtigte Stadt im Märkischen Wahlbezirk und galt als Titularstadt.
Während der Revolution 1848/49 entstanden in Limburg politische Vereine. Eine freie, unzensierte Presse erschien, das bürgerliche Leben entwickelte sich. Im Mai 1849 wurde in Limburg ein Sicherheitsausschuss gebildetet und die vier Schlosskanonen nach Iserlohn geschafft. Nach der blutigen Niederschlagung des Iserlohner Aufstandes am 17. Mai 1849 kehrten die Kanonen drei Jahre später auf das Schloss zurück.
Seit 1841 war Limburg Sitz der Amtsverwaltung für das gleichnamige Amt, das die Landgemeinden Limburg, Elsey, Letmathe und Östrich umfasste. 1876 wurde der Name der Gemeinde Limburg auf Grund eines preußischen Landeserlasses in Hohenlimburg geändert, um Verwechselungen mit Limburg an der Lahn zu auszuschließen.
Der Erste Weltkrieg beendete diese positive Entwicklung; in der Weimarer Republik wurde auch Hohenlimburg durch Inflation, politische Auseinandersetzungen und Arbeitslosigkeit geprägt. Nach 1925 gewann die NSDAP in Hohenlimburg immer mehr an Bedeutung.
Nach dem Krieg versucht der Heimatverein bis heute seine NS-Geschichte zu negieren. Er verweist unter anderem auf die Beschäftigung eines Kommunisten im vereinseigenen Heimatmuseum. Doch gerade hier stellt sich die Frage, warum ausgerechnet ein Regimegegner von offizieller Seite (Ortsgruppenleiter, Stadtverwaltung) über Jahre im vereinseigenen Heimatmuseum beschäftigt werden konnte. Es ist eine interessante Frage, inwieweit der Sicherheitsdienst Reichsführer-SS (SD) und die Gestapo darin involviert war und welchen Hintergrund die Arbeit des früheren Kommunisten besaß.
Aus dem Vereinsregister wurde die jüdischen Mitglieder, die teilweise seit der Gründung 1922 dem Heimatverein angehörten, bereits 1933 gestrichen, obwohl damals noch keine gesetzliche Notwendigkeit für den Vereinsausschluss bestand. Ein führendes Mitglied des Heimatvereins, das nach 1945 durch den Vorstand hoch geehrt wurde, denunzierte 1941 den jüdischen Metzger Albert Koppel, der daraufhin in Hagen wegen sog. "Rassenschande" zu einer Zuchthausstrafe verurteilt, wenig später jedoch in Auschwitz ermordet wurde. Der Grund für diese Verurteilung war seine seit vielen Jahren bestehende Ehe mit einer Frau christlichen Glaubens.
Der Judenpogrom "Reichskristallnacht" (9./10. November 1938) spielte sich in Hohenlimburg bei Tageslicht am 10. November ab. 1942 wurden die letzten in Hohenlimburg wohnhaften Juden deportiert; sie wurden in Konzentrationslager ermordet. Die Synagoge in Hohenlimburg "überlebte" Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg; heute ist sie eine Gedenk- und Erinnerungsstätte.
Umfangreiche Gegenstände, die aus der Synagoge und jüdischen Privateigentum stammten bzw. gestohlen und geplündert wurden, kamen in den Besitz des Heimatmuseums. Da der örtliche Heimatverein diese Tatsachen bis heute nicht akzeptiert hat und sich zur seiner NS-Vergangenheit bekennt, wird von den "Heimatfreunden" immer noch davon ausgegangen, dass der Bestand des 2002 aufgelösten Museum Hohenlimburg ausschließlich "Hohenlimburger Kulturgut" enthält. Wie und in welchem Zusammenhang diese Objekte in das Museum gelangt waren, wird ignoriert.
Hohenlimburg wurde während des Zweiten Weltkriegs nur geringfügig durch Bombenangriffe zerstört. Die Rüstungsindustrie in Hohenlimburg spielte eine große Rolle für den Bau von Kampfpanzern, für die in den Federnwerken der Hoesch A.G. spezielle Fahrgestellfedern produziert wurden. Ende 1943 nahm die Stoffdruckerei Göcke & Sohn die Herstellung von Heck- und Ruderanlager für die Flugbombe Fiesler 103 (die spätere "Vergeltungswaffe" V 1) auf. Für ihre Leistungsfähigkeit im V-Waffenprogramm erhielt Göcke & Sohn im Mai 1944 eine Auszeichnung des Rüstungsministeriums. In Hohenlimburg wurden zwischen 1939 und 1945 rund 10.000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene "eingesetzt". Im Stadtteil Reh befand sich ein "Auffanglager" der Hagener Gestapo, in dem nicht nur ausländische Zwangsarbeiter, sondern im Sommer und Herbst 1944 auch deutsche Regimegegner inhaftiert wurden.
Im April 1945 kam es zu schweren Kämpfen zwischen deutschen und amerikanischen Truppen; die große Lennebrücke wurde wie die Eisenbahnbrücke in Oege von deutschen Truppen gesprengt. Der nationalsozialistische, seit 1937 amtierende Bürgermeister Dr. Friedrich Pott erschoss sich und seine Familie. Insgesamt fanden vom 14. bis 16. April 1945 bei den Häuserkämpfen und durch Artilleriebeschuss mindestens 33 Zivilisten und acht deutsche Soldaten im Stadtzentrum von Hohenlimburg den Tod.
Quellen, Fotografien und Literatur zur NS-Zeit in Hohenlimburg werden in den Beständen des Stadtarchivs im Historischen Centrum Hagen verwahrt und sind dort im Rahmen der archivrechtlichen Bedingungen einsehbar.
Durch die letzte Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen 1975 wurde die Stadt Hohenlimburg in die Großstadt Hagen eingemeindet. Zu dieser Zeit hatte Hohenlimburg den Großteil seiner in den 1950/60er Jahren noch vorhandenen Wirtschaftskraft durch die Struktur- und Stahlkrise bereits längst eingebüßt. Zum Beispiel war die Verschuldung Hohenlimburgs zwischen 1970 und 1974 um 1270 Prozent angestiegen. Im gleichen Zeitraum stieg die Pro Kopf-Verschuldung in Hagen und Iserlohn nur um 136 bzw. 127 Prozent. Die Stadt Hohenlimburg wurde seit 1965 vom Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen mehrfach gerügt, im Stadtgebiet die Infrastruktur und die kommunalen Betriebe weiter auszubauen. Auf der anderen Seite wurden zum Beispiel 1972 durch die Stadt Hohenlimburg zweckgebundene Fördermittel in großer Höhe nicht beantragt und verfielen deshalb. In einem internen Schreiben erklärte der Kämmerer der Stadt Hohenlimburg 1973 dem NRW-Innenministerium den bevorstehenden finanziellen Bankrott der Gemeinde.
Diese beweisbaren Fakten werden von einigen Einwohnern Hohenlimburgs nicht akzeptiert. Sie berufen sich z.T. auf eine demographische Untersuchung der Ruhr-Universität Bochum, die etwa 5 Prozent der Einwohner des Stadtteils befragt hatte und dabei etwa 70 Prozent Zustimmung für eine Wiederselbständigkeit ermittelte, und auf private Einschätzungen. Noch im Juli 2004 wurde der Antrag der "Bürgervereinigung für die Wiederherstellung der Selbständigkeit der Stadt Hohenlimburg e.V." auf Rückgemeindung der ehemals selbständigen Stadt Hohenlimburg im Landtag Nordrhein-Westfalen einstimmig abgelehnt. Umfangreiche Quellen zur Eingemeindung Hohenlimburgs finden sich im Historischen Centrum Hagen sowie im Landesarchiv NRW.
Heute ist Hohenlimburg ein lebendiger und traditionsbewusster Stadtteil von Hagen, dessen Einwohner bemüht sind, ihre über Jahrhunderte gewachsene Identität zu bewahren. Die wirtschaftliche Lage in Hohenlimburg ist allerdings sehr schwierig geworden, da große Firmen, wie Krupp und Hoesch, ihre Produktion rapide zurückgefahren haben, was zu Arbeitslosigkeit geführt hat. Nach der Zusammenlegung von Krupp und Hoesch wurden vier Kruppwerke komplett geschlossen und auch Hoesch gibt es nur noch mit einer Produktionsstätte. Lediglich die Kaltwalzindustrie stellt immer noch einen einigermaßen potenten Wirtschaftszweig dar. Neben Blechen für die Automobilindustrie sind auch die "Schattenmasken", die für Bildröhren in Fernsehgeräten und Monitoren wichtig sind, bekannte Produkte der Kaltwalzwerke.
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