HagenHbf.jpg Hagen Hauptbahnhof ist ein mit cirka 30.000 Reisenden täglich wichtiger Fern-, Regional- und S-Bahnhof im östlichen Ruhrgebiet und zählt für den Personenverkehr zu den wichtigsten Eisenbahnknotenpunkten in Deutschland. Im Bereich des Güterverkehrs sind die regionalen Aufgaben des unmittelbar nördlich an den Personenbahnhof anschließenden örtlichen Rangierbahnhofes Hagen Gbf (Güterbahnhof) mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2005 auf den Rangierbahnhof Schwerte (Ruhr) übergegangen. Am 31. Juli 2005 wurde der zugehörige Containerbahnhof stillgelegt. Dessen Aufgaben übernimmt nun der Containerbahnhof in Wuppertal-Langerfeld. In kurzer Entfernung (2,5 km Schienenweg) des Hauptbahnhofes liegt der Rangierbahnhof Hagen-Vorhalle, welcher zur Zeit umfassend ausgebaut und modernisiert wird.
Das neobarocke, 1910 erbaute Empfangsgebäude überstand den Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs zwar nicht unversehrt, wurde im Gegensatz zu anderen Bahnhöfen im Ruhrgebiet aber nicht vollständig zerstört, wodurch es noch heute zu bewundern ist. Hier ließ Karl Ernst Osthaus im Jahre 1911 im Hauptfenster über dem Eingang ein Glasgemälde von Jan Thorn-Prikker mit Titel „Der Künstler als Lehrer für Handel und Gewerbe“ einsetzen. Erhalten blieb auch die von Stephany entworfene, zweischiffige Bahnsteighalle aus dem Jahre 1910. Sie wurde in den 1990er Jahren denkmalgerecht restauriert und ist ein bedeutendes Beispiel für die seit dem späten 19. Jh. entwickelte Hallenkonstruktion in Stahlbauweise. In Westfalen ist sie die einzige, im Ruhrgebiet die einzige erhaltene „klassische“ Bahnsteighalle und eine der wenigen ihrer Art in Deutschland. Bei den schweren anglo-amerikanischen Bombenangriffen auf Hagen im zweiten Weltkrieg ist sie im Gegensatz zu vielen anderen Bahnhofshallen im Ruhrgebiet nicht zerstört worden.
Der Hauptbahnhof ist ein sogenannter „Trennungsbahnhof in Staffelbauweise“ mit Weichen und Überholgleisen an den beiden Hauptbahnsteigen in der Halle. Dadurch ist eine große Anzahl an Bahnsteigen möglich.
Vom Herbst 2004 bis Ende Mai 2006 wurde das Innere des Bahnhofes aufwändig restauriert. So erhielt die Bahnhofshalle mit der Rekonstruktion des Tonnengewölbes etwas ihres alten Glanzes zurück und Details wie etwa das Glasfenster Thorn-Prikkers, von Tageslicht bestrahlt, sind wieder gut erkennbar. Der Zeitplan, die Arbeiten vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zu beenden, ist damit aufgegangen. Insgesamt wurden rund 1,2 Millionen Euro investiert. Im kommenden Jahr sollen noch weitere Arbeiten im und am Hauptbahnhof in Angriff genommen werden, wie z.B. die Sanierung der maroden Fassade.
Der Hagener Hauptbahnhof ist ein denkmalgeschütztes Gebäude und Teil der Route der Industriekultur.
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