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Hafnium
 

Eigenschaften
-

*4f145d26s2
180
72
Hf
Periodensystem
Lutetium - Hafnium - Tantal
-
Zr
Hf
Rf  
 
 

- Allgemein
- Name, Symbol, Ordnungszahl Hafnium, Hf, 72
- Serie Übergangsmetalle
- Gruppe, Periode, Block 4 (IVB), 6, d
- Aussehen stahlgrau
- Massenanteil an der Erdhülle 4 · 10-4 %
- Atomar
- Atommasse 178,49
- Atomradius (berechnet) 155 (208) pm
- Kovalenter Radius 150 pm
- van der Waals-Radius -
- Elektronenkonfiguration href="http://articles.gourt.com/de/Xenon">Xe4f14 5d2 6s2
- Elektronen pro Energieniveau 2, 8, 18, 32, 10, 2
- Oxidationszustände (Oxide) 4 (amphoter)
- Normalpotential -1,505 V (HfO2 + 4H+ + 4e-
→ Hf + 2H2O)
- Elektronegativität 1,3 (Pauling-Skala)
- 1. Ionisierungsenergie 658,5 kJ/mol
- 2. Ionisierungsenergie 1440 kJ/mol
- Physikalisch
- Aggregatzustand fest
- Modifikationen -
- Kristallstruktur Hexagonal
- Dichte (Mohshärte) 13310 kg/m3 (5,5)
- Magnetismus -
- Schmelzpunkt 2506 K (2233 °C)
- Siedepunkt 4876 K (4603 °C)
- Molares Volumen 13,44 · 10-6 m3/mol
- Verdampfungswärme 575 kJ/mol
- Schmelzwärme 24,06 kJ/mol
- Dampfdruck 0,00112Pa bei 2500 K
- Schallgeschwindigkeit 3010 m/s bei 293,15 K
- Verschiedenes
- Spezifische Wärmekapazität 140 J/(kg · K)
- Elektrische Leitfähigkeit 3,12 · 106 S/m
- Wärmeleitfähigkeit 23 W/(m · K)
- Isotope
-
Isotop NH t1/2 ZM ZE MeV ZP
-
172Hf {syn.} 1,87 a ε 0,350 172Lu
-
173Hf {syn.} 23,6 h ε 1,610 173Lu
-
174Hf 0,162 % 2 · 1015 a α 2,495 170Yb
-
175Hf {syn.} 70 d ε 0,686 175Lu
-
176Hf 5,206 % Hf ist stabil mit 104 Neutronen
-
177Hf 18,606 % Hf ist stabil mit 105 Neutronen
-
178Hf 27,297 % Hf ist stabil mit 106 Neutronen
-
179Hf 13,629 % Hf ist stabil mit 107 Neutronen
-
180Hf 35,1 % Hf ist stabil mit 108 Neutronen
-
181Hf {syn} 42,39 d β- 1,027 181Ta
-
182Hf {syn} 9 · 106 a β- 0,373 182Ta

- NMR-Eigenschaften
-
177Hf 179Hf
-
Kernspin 7/2 -9/2
-
gamma / rad/T 8,347 · 106 5,002 · 106
-
Empfindlichkeit 0,000632 0,000216
-
Larmorfrequenz bei B = 4,7 T 6,24 MHz 3,74 MHz

- Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt,
gelten die angegebenen Daten bei Normbedingungen.

Hafnium ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Hf und der Ordnungszahl 72. Es ist ein silbergrau glänzendes, schweres, stark dehnbares, sehr korrosionsbeständiges Metall.

Geschichte


Hafnium (lat. Hafnia für Kopenhagen) wurde 1923 in Kopenhagen von Dirk Coster und George de Hevesy entdeckt. Niels Bohr sagte in seiner 1922 veröffentlichten Arbeit zur Atomtheorie die Ähnlichkeit des Elementes 72 mit dem Zirkonium voraus. Schon ein Jahr später konnte Hafnium durch Röntgenspektralanalyse in norwegischem Zirkon nachgewiesen werden. Weitere Untersuchungen anderer Mineralien zeigten, dass Hafnium immer in zirkoniumhaltigen Mineralien enthalten ist. Die Trennung vom Zirkonium gelang Jantzen und Hevesy durch wiederholte Kristallisation der Di-Ammonium- und Di-Kalium-Fluoride der beiden Elemente. Metallisches Hafnium wurde erstmals durch Anton Eduard van Arkel und Jan Hendrik de Boer (van-Arkel-de-Boer-Prozess) durch Abscheidung von Hafnium(IV)-iodid an einem glühendem Wolframdraht hergestellt. Die späte Entdeckung des Hafniums beruht auf dem gleichen chemischen Verhalten der Elemente Zirkonium und Hafnium. Mit den üblichen chemischen Trennmethoden ließen sie sich nicht trennen.

Vorkommen


Hafnium kommt immer verschwistert mit Zirkoniumverbindungen vor. Metallisches Hafnium kommt natürlich nicht vor. Zirkoniumhaltige Mineralien wie

Alvit Th, Zr) SiO4H2O,
Thortveitit (Sc, Y)2 * und
Zirkon (ZrSiO4)
enthalten gewöhnlich 1 bis 5 % Hafnium.

Zirkonium und Hafnium sind wegen ihrer Ähnlichkeit im chemischen Verhalten nur äußerst aufwändig zu trennen. Mehr als die Hälfte des gehandelten Hafniums fällt als Nebenprodukt bei der Zirkoniumherstellung an. Im Kroll-Prozess wird Hafniumtetrachlorid durch Magnesium oder Natrium zum metallischen Hafnium reduziert.

Heute erfolgt die Trennung von Zirkonium und Hafnium wegen der höheren Selektivität

Eigenschaften


Hafnium_1.jpg

Die Atom- und Ionenradien unterscheiden sich aufgrund der Lanthanoidenkontraktion nur wenig von denen des Zirkoniums. Beide Metalle verhalten sich deshalb chemisch sehr ähnlich und sind nur schwer zu trennen. An Luft überzieht es sich mit einer dünnen passivierenden Oxidschicht. In Mineralsäuren, auch heißen konzentrierten, wird es wenig angegriffen. Nur Königswasser und Fluorwasserstoffsäure lösen Hafnium unter Bildung von Hafnium(IV)-Salzen auf.

Hafniumcarbid, HfC ist sehr temperaturbeständig und hat einen extrem hohen Schmelzpunkt von etwa 3890 °C. * Im Kroll-Prozess wird Hafniumtetrachlorid durch Magnesium oder durch das "Hunter-Verfahren" mit Natrium zum metallischen Hafnium reduziert.

Verwendung


Hafnium wird wegen des großen Einfangquerschnitts für Neutronen zur Herstellung von Regel- und Kontrollstäben in Atomreaktoren verwendet. Die Absorptionsrate ist etwa 600-mal größer als die des Zirkoniums.

Weitere Anwendungen:

  • Gettersubstanz zum Abbinden von Sauerstoff und Stickstoff
  • Blitzlichtlampen mit besonders hoher Lichtausbeute
  • Hochdruckglühlampen
  • Legierungszusatz in Eisen-, Titan-, Niob-, Tantal-, Nickel- und anderen metallischen Werkstoffen
  • Hafniumnitrid als Elektrodenwerkstoff in Vakuumröhren (geringere Verdampfungsneigung als Wolfram)
  • Herstellung von Hartstoffen wie Hafniumcarbid und Hafniumnitrid
  • in der Halbleiterindustrie als Sputtertarget (PVD) und in Form von Organoprecursern (CVD,MOCVD,ALD) zur Herstellung von Gateoxiden (HfO2, HfO2|N, HfSiO4|N) für MISFETs (sh. MOSFET/Transistoren, Entwicklung) und pH-Sensoren (Forschung)

Verbindungen


Vorsichtsmaßnahmen


Hafnium ist pyrophor. Späne und Staub aus metallischem Hafnium entzünden sich an Luft. Metallisches Hafnium ist normalerweise nicht toxisch. Hafniumhaltige Verbindungen sollten als toxisch angesehen werden.

Weblinks


Chemisches Element | Gruppe-4-Element | Periode-6-Element | Übergangsmetall

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