Der Mannheimer Hafen ist einer der bedeutendsten Binnenhäfen Europas. Der Hafen umfasst 2.679.000 m² Wasserfläche sowie 8.635.000 m² an Land. 2005 wurden wasserseitig 8,1 Mio t an Gütern umgeschlagen. Hinzu kamen 2,4 Mio t Bahntransporte. Knapp 500 Unternehmen mit 20.000 Arbeitsplätzen sind im Hafengebiet angesiedelt. 1968 wurde das erste Container-Terminal in einem Binnenhafen eröffnet. Hinzu kommt eine RoRo-Anlage und seit 1991 ein KLV-Terminal.
Rhein und Neckar haben in Mannheim den Status einer Bundeswasserstraße. Der Umschlag auf die Schiene wird mit Hilfe des Rangierbahnhofs Mannheim, dem zweitgrößten Rangierbahnhof Deutschlands, optimal ermöglicht. Der Weitertransport auf der Straße ist auf den in der Umgebung großzügig ausgebauten Bundesstraßen und Autobahnen möglich (siehe: Straßenverkehr in Mannheim).
Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Mannheim de facto Endpunkt der Großschiffahrt auf dem Rhein. Der Hafen war daher Warenumschlagsplatz für ganz Südwestdeutschland einschließlich Elsaß-Lothringen, die Schweiz und Teile Österreichs. Durch die Rheinregulierung nach den Plänen Tullas und den sich anbahnenden Ausbau des Neckars, drohte der Mannheimer Hafen an Bedeutung zu verlieren. Bis 1907 baute man daher den Industriehafen, an dem sich Unternehmen ansiedelten, die die ankommenden Waren direkt weiterverarbeiteten. Dadurch war der Hafen kein reiner Handelsplatz mehr und konnte seine Stellung behaupten. Bis 1913 entstand so das größte deutsche Mühlenzentrum und ein Viertel des deutschen Getreidehandels wurde hier abgewickelt.
Der Erste Weltkrieg brachte mit dem Versailler Vertrag einschneidende Veränderungen. Mit Elsass-Lothringen ging ein wichtiger Teil des Hinterlands verloren, Frankreich baute sogar in Straßburg einen Konkurrenzhafen. Und Mannheim musste den Sitz der Rheinschifffahrtskommission abgeben. Im Zweiten Weltkrieg war der Hafen bevozugtes Bombardierungsziel der Alliierten und musste daher schwere Beschädingungen hinnehmen.
Nach dem Wiederaufbau musste auf mehrere Veränderungen reagiert werden: die Rheinschiffe wurden immer größer, daher war der Binnenhafen zu klein und wurde bis 1974 zugeschüttet. Der aufkommenden Mineralölindustrie kam man mit der Eröffnung des Ölhafens 1964 entgegen. Der Warenverkehr wandelte sich von Massen- zu Stückgütern. Daher wurde 1968 das erste deutsche Containerterminal an einem Binnenhafen gebaut. 1977 wurden in Mannheim mehr Container umgeschlagen als in allen anderen deutschen Binnenhäfen zusammen. Am Rheinauhafenbecken 21 befand sich noch bis 2002 ein riesiges Kohlenlager der US-Armee, mit dem im Krisenfall ganz Süddeutschland versorgt werden sollte.
1983 wurde die RoRo-Anlage und 1991 das KLV-Terminal eröffnet. 2001 schloss der Mannheimer Hafen einen Kooperationsvertrag mit dem Ludwigshafener Hafen auf der gegenüberliegenden Rheinseite.
Hafen | Binnenschifffahrt | Mannheim | Verkehr (Baden-Württemberg)
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