Der Hafen Münster ist der Binnenhafen der Stadt Münster in Westfalen. Der Hafen wurde 1899 eröffnet und wird heute von den Stadtwerken betrieben.
Geschichte
Bau
Der Bau eines Hafens in Münster begann 1896. Die Stadt erwarb dafür Grundstücke in der Größe von 23 Hektar südöstlich der Innenstadt, aber außerhalb der damaligen Stadtgrenzen. Als Wasserweg war der
Dortmund-Ems-Kanal an den Hafen angeschlossen, außerdem lief die Eisenbahnlinie Münster –
Hamm am Hafen entlang. Die Be- und Entladung der Schiffe geschah über Eisenbahnkräne, die neben dem Hafenbecken Schienen erhielten. Zusätzlich wurden Lager und ein Hafenverwaltungegebäude errichtet. Ebenfalls am Hafen lagen ein E-Werk und die Wagenhalle für die örtliche Straßenbahn. Der Bau war 1898 abgeschlossen, die Einweihung fand am 16. Oktober 1899 statt. Die Kosten für Grunderwerb und Bau beliefen sich auf 1,85 Mio. Mark, davon wurden 220.000 von Staat übernommen, den Rest bezahlte die Stadt. 1901 wurde von der Spedition „Peters“ ein Hafen in der Nähe des städtischen Hafenbeckens errichtet. Dieser wurde 1913 von der Stadt aufgekauft und ist als
Stadthafen II bekannt.
Weltkriege
Der Hafen der Stadt Münster war von Beginn an als Importhafen ausgelegt. Von den 38.000 umgeschlagenen Tonnen im ersten Jahr waren dementsprechend 35.000 Tonnen Importe. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte der Umschlag im Hafen 1913, als 220.000 Tonnen Waren nach Münster herein und heraus geschafft wurden. Dies waren neben Getreide vor allem Bauholz. Während des
Ersten Weltkrieges gingen die Warenmengen stark zurück, erholten sich aber nach dem Ende des Krieges schnell wieder. So lag die Umschlagmenge 1923 bei über 350.000 Tonnen. Begünstigt wurde dies durch die
Ruhrbesetzung: Die Hafenarbeiter im Ruhrgebiet hatten ihre Arbeit niedergelegt, weshalb die Ladungen Schiffe in Münster gelöscht wurde und per Eisenbahn südwärts transportiert wurde. Nach Ende der Blockade sank die Menge wieder auf ca. 125.000 Tonnen jährlich.
1933 traf die Weltwirtschaftskrise auch den Hafen Münster, die Umschlagzahlen sanken auf Werte unter denen von 1918. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten stieg der jährliche Umschlag jedoch auf weit über 500.000 Tonnen, mehrheitlich Baustoffe zur Errichtung von Wehrmachtsgebäuden. Während des Krieges wurde der Hafen mehrmals schwer von den alliierten Bomberverbänden getroffen. Trotzdem konnte der Hafen bis 1944 weiterhin genutzt werden, es wurde 1944 250.000 Tonnen Waren umgeschlagen. 1945 wurde der Hafen vom Statistischen Amt der Stadt als „völlig unbrauchbar“ beschrieben. Noch im selben Jahr wurde das Wasser aus den Hafenbecken abgelassen, um nach Blindgängern zu suchen. Der Wiederaufbau des Hafen ging schnell von statten, bereits im März 1946 konnte der Betrieb wiederaufgenommen werden. In diesem Jahr wurden fast 150.000 Tonnen Waren nach Münster gebracht. Auch danach wurden große Mengen an Baustoffen für den Wiederaufbau des weitgehend zerstörten Münsters benötigt, die über den Hafen eingeführt wurden.
Nachkriegszeit
Kurz nach dem Wiederaufbau, 1953, geht der Hafen in den Besitz der
Stadtwerke Münster über. Anfang der 1960er Jahre erreichte der Münstersche Hafen dann seine Blütezeit. So wurden 1962 über 1,3 Mio. Tonnen umgeschlagen, größtenteils Getreide und Baustoffe. In den folgenden Jahren ging die Bedeutung des Hafes als Güterumschlageplatz allerdings zu Gunsten des Lastentransports per LKW zurück. So wurden in den 1990er Jahren weniger als 300.000 Tonnen jährlich umgeschlagen. Diese Zahlen sanken weiter auf 266.000 Tonnen 2005, auch bedingt durch die Schließung des Kohlekraftwerks im Hafen und die Eröffnung eines
GuD-Kraftwerk.
Kreativkai
Da 1996 die
Erbpachtverträge ausliefen konnten die Stadtwerke Münster als Betreiber des Hafens die Gebäude anderen Bestimmungen zuführen. So wurde das nördliche Ufer als
Kreativkai angelegt, wo
Ateliers, Verlage, Werbeagenturen und Gastronomiebetriebe angesiedelt wurden.
Heute sind am Hafen unter anderem die Stadtwerke mit ihrem Hauptsitz angesiedelt, zusätzlich der Coppenrath-Verlag, der die Felix-Bücher von Annette Langen veröffentlicht, sowie das Wolfgang-Borchert-Theater. Außerdem ist dort Münsters größtes Kino, das Cineplex, angesiedelt, das in Münster auch seine Deutschland-Zentrale unterhält. Nur einen Steinwurf entfernt liegt die Halle Münsterland.
Einmal jährlich findet im Hafen Münster das Hafenfest statt. Dieses dreitägige Fest zieht mehrere Tausend Besucher in den Hafen. Neben einem Drachenbootrennen treten lokale und nationale Künstler auf, 2006 spielte Max Mutzke auf dem Hafenplatz.
Weblinks
Münster (Westfalen) | Hafen