Habitus ist ein lateinisches Wort und bedeutet "Stellung", kann aber auch mit "Verhalten" übersetzt werden. Das dazugehörige Verbum ist habere (haben, halten).
Verschiedene Wissenschaften gebrauchen den Terminus mit jeweils unterschiedlicher Sinn:
- In der Biologie bezeichnet Habitus das äußere Wesen eines Organismus, siehe Habitus (Biologie)
- In der Mineralogie, wird mit dem Kristallhabitus vor allem die Erstreckung in verschiedene Dimensionen beschrieben.
- In der Soziologie ist der Habitus das "Auftreten" einer Person, Pierre Bourdieu bezeichnete als Habitus die objektive und subjektive Konditionierung und Praxis von Angehörigen bestimmter sozialer Klassen zur Reproduktion der Machtverhältnisse.
- In der Philosophie wird der Begriff Habitus ebenfalls in verschiedenen Weisen gebraucht:
- als intellektueller/geistiger Habitus: Er bezeichnet rein kognitive Fähigkeiten, sowie Wissen, Empfindungen, Erlebnisse, das was den Menschen auf Grund seiner Lebensgeschichte mental ausmacht.
- als Umschreibung einer so genannten Lebenswelt: Der Habitus in diesem Sinne richtet sich nach dem Habitus-Begriff, wie er auch in der Soziologie gebraucht wird. Er trägt in der Philosophie die Konnotation eines erstrebenswerten Status. Ein Habitus ist eher etwas Erworbenes.
Wichtig ist der Begriff des Habitus in der Philosophie, um einen Menschen unter anderen zu verstehen, mit seinem speziellen individuellen Habitus und ihn als denjenigen zu begreifen, der nicht psychisch seziert werden kann, und so mechanisch erklärt werden kann. Im Gegensatz dazu steht der Determinismus.
Siehe auch: Habitus (Soziologie), Habitat, Habit, Habituation.
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