Ein H-Motor ist ein Verbrennungsmotor mit einer Zylinderanordnung, bei der die Zylinder bzw. auch Zylinderreihen bei Betrachtung in Richtung der Kurbelwelle aussehen wie ein liegendes, großes H. Ein H-Motor kann dementsprechend als zwei aufeinanderliegende Boxermotoren gesehen werden. Die „beiden Motoren“ haben jeweils eine eigene Kurbelwelle, welche an dem Motorende, an dem die Kraft entnommen wird, mit Zahnrädern verbunden sind.
Die o.g. Zylinderanordnung ergibt zwar ein schlechteres Leistungsgewicht als Varianten mit nur einer Kurbelwelle, hat aber im Flugzeugbau den Vorteil, dass man sehr kompakte, insbesondere sehr kurze, aber (insbesondere im Vergleich zu Sternmotoren) trotzdem flache Motoren mit 12 Zylindern bauen kann, was eine bessere Aerodynamik erlaubt.
Wegen der wenigen Vorteile gegenüber vielen Nachteilen wurden H-Motoren nur sehr selten verwendet.
Subaru hat irritierenderweise wassergekühlte 4- und 6-Zylinder-Boxermotoren als H-4 und H-6 vermarktet, obwohl deren Zylinderanordnung nichts mit einem echten H-Motor zu tun hat.
Wahrscheinlich war für die Bezeichnung des 4-Zylinder-Boxermotors als "H"-Motor die Ansicht des Motors von oben ausschlaggebend, die einzelnen Zylinder/Kolben bilden die Enden des "H", Kurbelwelle bzw. Gehäuse den mittleren Strich des "H". Nicht ganz konsequent, bzw. folgerichtig ist dann jedoch die Bezeichnung eines 6-Zylinder-Boxers als "H"-Motor.