| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen-Huerth.jpg | Lage der Stadt Hürth in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Kreis: | Rhein-Erft-Kreis |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 54 -154 m ü. NN |
| Fläche: | 51,173 km² |
| Einwohner: | 57.418 (31. Dezember 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.123 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 50354 |
| Vorwahl: | 02233 |
| Kfz-Kennzeichen: | BM |
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 62 028 |
| Stadtgliederung: | 12 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Friedrich-Ebert-Straße 40 50354 Hürth |
| Website: | huerth.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Walther Boecker (SPD) |
| Bundestagsabgeordnete: | Gabriele Frechen (SPD) Willi Zylajew (CDU) |
| Landtagsabgeordnete: | Rita Klöpper (CDU) |
| Regierende Parteien: | SPD/Grüne |
Hürth ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Rhein-Erft-Kreis, Regierungsbezirk Köln, Nordrhein-Westfalen.
Hürth gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) an.
Im Stadtteil Kalscheuren liegt der DB Bahnhof Hürth-Kalscheuren. Dort zweigt die Eifelbahn Köln – Gerolstein – Trier von der linken Rheinstrecke Köln – Bonn – Koblenz ab. Dort halten nur die Eifel-Bahn RB 24 Köln – Jünkerath-Trier (Eifelstrecke) und die Rheinland-Bahn RB 26 Köln-Koblenz (linke Rheinstrecke) der DB Regio NRW, beide im Stundentakt betrieben.
Hürth liegt außerdem an der Vorgebirgsbahn der ehemaligen Köln-Bonner Eisenbahnen (KBE), die heute als Stadtbahnlinie 18 betrieben wird. Im Stadtgebiet liegen die Haltepunkte Efferen und Kiebitzweg, sowie die Bahnhöfe Hürth-Hermülheim und Fischenich. Der Güterverkehr auf der Strecke wurde eingestellt. und auf die Teilstrecke Wesseling (Hafen), (DB-Übergang) Brühl-Vochem/ - Kendenich Gbf, Knapsack/Berrenrath verlegt. Hingegen wurde die "Schwarzen Bahn" von Hermülheim über Knapsack nach Berrenrath Ende 1968 für den Personenverkehr geschlossen. Für den Güterverkehr ist sie dagegen weiterhin in Betrieb und diente bis 1972 auch als Verbindung zur Villebahn, die als Anschlussbahn zwischen den Braunkohlenwerken und der KBE (CBK), bzw. der Staatsbahn (KPEV) diente und weitgehend parallel nördlich an Alt-Hürth vorbei führte.
Wichtig ist noch die Nord-Süd-Bahn (Garzweiler) von RWE-Power, die die Braunkohle aus den neuen tiefen Gruben im Norden des Abbaugebietes zu den älteren Brikettfabriken und Kraftwerken auch in Hürth bringt.
In Planung befindet sich der Bau einer Stichstrecke Stadtbahnlinie 19 vom Bahnhof Hürth-Hermülheim an der Vorgebirgsbahn zum Stadt- und Einkaufszentrum Hermülheim. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Buslinien. Die Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) bietet vom Busbahnhof am Stadbahnhof in Hermülheim aus die Linie 701 über Köln-Meschenich nach Brühl, die Linie 960 über Frechen und Kerpen nach Bergheim und die Linie 979 des Regionalverkehrs Köln (RVK) über Erftstadt nach Zülpich an. Vom Bahnhof Fischenich aus führt die Linie 710 über Knapsack nach Frechen, die Linie 978 geht von Berrenrath nach Köln (Hbf) Innerörtlich gibt es mehrere Stadtbuslinien des Stadtverkehrs Hürth (SVH) (verkehren nicht an Sonn- und Feiertagen) sowie ein Anrufsammeltaxisystem, das den innerörtlichen Verkehr in den späten Abendstunden und Sonntags übernimmt.
Über die Anschlussstellen Gleuel und Knapsack ist die Stadt direkt an die Bundesautobahn 1 angebunden. Die östlichen Stadtteile und das Industriegebiet Kalscheuren nutzen auch die Autobahn A 553 ab Brühl für die Auffahrt zur A 1 / A61 oder alternativ die B 265. Die Köln-Bonner Autobahn, A 555 ist von dort auch über die L 150 zu erreichen. Die Anschlussstelle Köln-Klettenberg an der Bundesautobahn 4 (Kölner Ring) liegt nur wenige Hundert Meter nördlich des Stadtteils Efferen unmittelbar an der Stadtgrenze. Die Stadt hat so mit Einschluss weniger Teile der Nachbarstädte einen eigenen stadtnahen Autobahnring.
Die B 265, Luxemburger Straße, Trier - Köln, mit der am Vorgebirge entlang führenden Bonnstraße L 183 / K 2 sind das Verkehrsdrehkreuz von Hürth.
Erste Siedlungsspuren auf Hürther Gebiet finden sich schon aus vorrömischer Zeit. Aus römischer und fränkischer Zeit existieren zahlreiche Hinterlassenschaften, am auffälligsten die Überreste der alten Eifelwasserleitung, welche die Wasserversorgung der Stadt Köln sicherstellte. Sie wurde ab dem Hermülheimer Burgpark als Aquädukt geführt, ihr Fundament bildete dabei die alte Vorgebirgsleitung, ihr Vorgängerbau. Hürth wurde von mehreren Römerstraßen, wie der heutigen Luxemburger und der Bonnstraße geschnitten. Auf dem Villehang bei Kendenich, im Hürther und Gleueler Bachtal finden sich römische Siedlungsspuren, nahe Gleuel ein heiliger Bezirk. In Efferen wurde ein Kammergrab ergraben. An der Stadtgrenze zu Brühl, am "Villenhaus", befand sich ein römischer Straßenposten. Auf der Kranzmaar nahe der Luxemburger Straße bei Knapsack lag eine fränkische Fliehburg, die im Volksmund Teufelsburg genannt wurde. In den 1970er Jahren erwarb die Firma Hoechst das Gelände und riss die vorhandenen Überreste ab. In jüngster Zeit wurden in Efferen und Hermülheim bedeutende fränkische und römische Gräberfelder freigelegt, die Erkenntnisse über für den Kölner Raum bislang kaum erforschte Zeitabschnitte liefern können.
Im Spätmittelalter bzw. der frühen Neuzeit teilte sich das Gebiet auf das Erzbistum Köln und das Herzogtum Jülich auf. Der Ortsteil Hürth (Alt-Hürth) gehörte zur Herrschaft Valkenburg in Brabant und damit zu den Spanischen, später Österreichischen Niederlanden.
Nach der Besetzung des Rheinlandes durch französische Truppen 1797 wurden auf dem Gebiet der heutigen Stadt Hürth zwei Bürgermeistereien (französisch Mairie), Hürth und Efferen, gebildet. Zu Efferen gehörte bis 1888 noch die Gemeinde Kriel, die heutige Kölner Vororte umfasste. Zwischen 1888 und 1920 wurden die Bürgermeistereien gemeinsam verwaltet. Bürgermeister war damals Heinrich Rosell, der dieses Amt seit 1878 schon für Hürth bekleidete.
Am 1. April 1930 wurden auf Initiative von SPD, KPD und Bürgermeister Werner Disse (Zentrum) die Landgemeinden der Bürgermeisterei Hürth, Hürth selbst (mit Alstädten und Knapsack), Berrenrath, Fischenich, Gleuel (mit Sielsdorf und Burbach), Hermülheim und Kendenich (mit Kalscheuren) zu einer Großgemeinde zusammengeschlossen, welche durch den Braunkohleabbau die reichste in Deutschland war.
Nachdem im gleichen Jahr ein Versuch der Stadt Köln unter ihrem damaligen Bürgermeister Konrad Adenauer scheiterte, die verarmte Bürgermeisterei Efferen einzugemeinden, wurde dieses im Jahr 1933 zusammen mit der zugehörigen Landgemeinde Stotzheim der Großgemeinde Hürth zugeordnet, die dadurch (bis 1978, dem Jahr der Verleihung der Stadtrechte) zur größten Landgemeinde Deutschlands wurde.
Etwa ein Drittel der Stadtfläche, beinahe der gesamte Villerücken, wurde nach und nach abgebaggert. 1988 wurde die letzte Tonne Braunkohle in der Stadt gefördert. Heute finden sich dort zahlreiche Naherholungsgebiete und neuaufgeforstete Wälder. Die Orte Aldenrath und Ursfeld verschwanden dabei vollständig, die Bevölkerung wurde größtenteils in Gleuel ansässig. Die Orte Berrenrath und Knapsack wurden nahezu vollständig umgesiedelt.
Ein Wahrzeichen Hürths war bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts der Wasserturm an der Kranzmaar, der dann niedergelegt wurde. Weithin sichtbar waren die "12 Apostel", die zwölf Schornsteine des Kraftwerk Goldenberg der Rheinisch Westfälischen Eliktrizitätswerke auf dem Villerücken, an 4 waren in großen Leuchtbuchstaben der Schriftzug RWE angebracht. Sie wurden mit der Renovierung des Werks nach und nach abgerissen bzw. Stück für Stück gekappt. Heute ist nur noch ein Stumpf erhalten, der einen Wasserturm trägt. Ein Doppelschlot erfüllt heute ihre Funktion.
Hürth war seit dem 22. November 1963 Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Köln. Vorher - seit dem Jahre 1816 - saß die Kreisverwaltung in der Stadt Köln. Als der Landkreis Köln zum 1. Januar 1975 mit dem Kreis Bergheim zusammengelegt wurde, hatte der neu gebildete Erftkreis (heute Rhein-Erft-Kreis) zunächst zwei Sitze. Erst am 3. September 1993 wurde die Kreisverwaltung in Bergheim konzentriert.
Mit Geschichte und Kultur der Stadt beschäftigt sich der Heimat- und Kulturverein der Stadt Hürth.
Die Stadt Hürth verfügt über zwei kommunale Veranstaltungsorte für kulturelle Veranstaltungen, den Löhrerhof in Alt-Hürth und das Bürgerhaus verbunden mit dem Rathaus, das vom Bürgerhausrestaurant (bis zur Schließung am 1. April 2006) kulinarisch begleitet wurde. In der Bürgerhausgalerie werden Ausstellungen meist lokaler Künstler gezeigt, darunter auch die Jahresausstellung des Arbeitskreises Hürther Künstler.
Alle zwei Jahre findet im Löhrerhof die "Hürther Literaturnacht" statt, bei der verschiedene Autoren aus der Region aus ihren Werken lesen (Sie wurde von Carsten Sebastian Henn initiiert, dem stellvertretendem Kulturamtsleiter, Autor und Kulturpreisträger der Stadt Hürth 2005). Der Hürther Jazzclub veranstaltet jeden Herbst im Bürgerhaus seine Jazznacht, die überregionale Bedeutung hat und auch die "Großen" der Szene anzieht. Daneben veranstaltet der Verein im "Jazzkeller" in Gleuel regelmäßig Konzerte. Auch die sommerliche "Kölsche Nacht" mit bekannten Kölner Liedergruppen am "Otto Maigler See" hat Bedeutung für den gesamten Kölner Raum. Weiterhin haben Tradition der "Hürther Musiksommer" und - hoffentlich - das mit dem Kreis veranstaltete Theatherfestival. Eine wichtige überörtliche Veranstaltungsstätte ist das Feierabendhaus der Infraserv in Knapsack, in dem außer Kultur , insbesondere Theater, auch Messen und Kongresse stattfinden. Die Josef-Metternich Musikschule verfügt über mehrere, teils preisgekrönte, Musiker und Ensembles.
Mit dem Berli-Kino hat sich in Hürth ein Kino aus den 1950er Jahren erhalten, in dem jedes Wochenende aktuelle Filme gezeigt werden, Mittwochs gibt es anspruchsvolle Filme aus allen Jahrzehnten. Sondervorstellungen und -reihen werden regelmäßig veranstaltet, so als Open-Air Kino am Kloster Burbach in Kooperation mit dem Kulturamt. Am Bürgerhaus wird jeden Sommer mit "Rock am Teich" ein Festival für junge, einheimische Musik veranstaltet. Im städtischen Jugendzentrum an der Bonnstraße finden immer wieder kleinere Konzerte statt. Der Tambourcorp Rhein-Gold Efferen ist mehrfacher Deutscher Meister. Weitere Kulturstandorte sind u. a. die Corrensmühle und die Burg in Gleuel.
Der Karneval wird in Hürth großgeschrieben und nimmt einen hohen Stellenwert ein. Traditionell werden in Alt-Hürth, Gleuel, Stotzheim, Hermülheim, Kalscheuren, Efferen, Fischenich, Kendenich und Berrenrath Tolitäten proklamiert, ob als Dreigestirn, Prinzenpaar oder als einzelner Prinz oder Prinzessin. In Berrenrath wird in jedem Jahr eine Prinzessin proklamiert. Die Stadt lädt in jedem Jahr zum Prinzenempfang, einer großen Karnevalsparty im Bürgerhaus. In den Orten finden ab November eine Vielzahl von Veranstaltungen der zahlreichen Karnevalsvereine statt, im Efferener Burgpark dabei solche mit überregionaler Anziehungskraft. Den Höhepunkt erreicht der Karneval an sechs Tagen im Februar/März. An Weiberfastnacht wird das Rathaus von den Jecken Weibern "erstürmt". Umzüge finden in Berrenrath am Donnerstag, in Alt-Hürth am Karnevalssamstag, in Efferen, Fischenich und Hermülheim am Karnevalssonntag, in Gleuel und Sielsdorf am Rosenmontag und in Altstädten-Burbach, Stotzheim, Kalscheuren und Kendenich am Veilchendienstag statt. Dazu kommen die Kinderzüge der Schulen und Kindergärten.
Im November werden um den Martinstag (11. November) von den Schulen und Kindergärten in jedem Stadtteil bei Einbruch der Dämmerung Umzüge mit Fackeln und selbstgebastelten Laternen veranstaltet, die von einem mit goldenen Helm und roten Mantel als St. Martin verkleidetem Reiter begleitet werden. Dabei werden die traditionellen Martinslieder gesungen. Den Abschluss der Umzüge bilden die Martinsfeuer, bei denen "St. Martin" Weckmänner, ein lockeres Gebäck in Form eines Männchens, an die Teilnehmer verteilt. Die Kinder ziehen dann von Haus zu Haus (sie "rummeln"), singend, und bekommen von den Bürgerinnen und Bürgern Süßigkeiten, Obst oder andere Kleinigkeiten. In den letzten Jahren beginnt, bedingt durch den massiven Zuzug auswärtiger junger Familien, die Halloweenfeier an Stellenwert zu gewinnen, anstelle des alten Martinsbrauchs.
In manchen katholischen Familien wird der Festtag der hl. Barbara am 4. Dezember gefeiert. Die Schutzpatronin der Bergleute erfuhr im rheinischen Kohlerevier seid alters her besondere Verehrung. Die Kinder werden angehalten, am Abend des 3. Dezember ihre Schuhe gut geputzt vor die Haustüre zu stellen. Am nächsten Morgen finden sie sie dann gefüllt mit Süßigkeiten und Obst vor.
Katholische Kirchen in Hürth:
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Hürth keine evangelischen Christen. Erst mit der Industrialisierung und dem massiven Zuzug von Arbeitern aus dem ganzen Deutschen Reich änderte sich das. Die Evangelischen in den einzelnen Ortsteilen wurden anfangs von Frechen, Brühl und Köln-Lindenthal betreut. Die Evangelische Kirchengemeinde Knapsack wurde 1948 von Brühl in die Selbständigkeit entlassen. Aber erst seit dem 1. Januar 1957 vereinigten sich alle im Bereich der zivilen Großgemeinde Hürth ansässigen Evangelischen zu der neuen Evangelischen Kirchengemeinde Hürth. Die Gemeinde wurde Ende der 1960er Jahre geteilt. Seit kurzem wird wieder mehr zusammengearbeitet, und unter günstigen Umständen sollen beide Gemeinden auch "wiedervereinigt" werden.
Die erste Predigtstätte entstand in Knapsack mit (1921 - 1943) einem "Holzkirchlein" am Bertrams-Jagdweg. Die 1951 an der Dr.-Kraus-Straße errichtete Dankeskirche und das 1926 errichtete Pfarrhaus in der Haupt-/Alleestr. wurden mit der Umsiedlung Knapsacks abgerissen. Kruzifix und Abendmahls-Geräte wurden von Kendenich übernommen.
Insbesondere in Gleuel, Hermülheim, Berrenrath und Fischenich sind die Schützen aktiv. Aber auch in anderen Ortsteilen finden sich Gruppen.
In Berrenrath hält die Maigesellschaft seit mehreren hundert Jahren dieses Brauchtum aufrecht.
Weiter gibt es in Hürth verschiedene Brunnenvereine: in Berrenrath, Alstädten-Burbach und Gleuel.
Die Vereine sind auf der Kulturseite der Stadt aufgelistet und gelinkt.
1960 konnte mit dem Aufbau eines eigenen Gymnasiums, zuerst noch in Baracken an der Realschule begonnen werden. Seit 2005 hat die Schulkonferenz mit Zustimmung des Rates der Stadt für die Schule den Namen Ernst Mach - Gymnasium gewählt.
Bereits 1974 wurde bei den Planungen für ein neues Schulzentrums an der Sudetenstraße eine Erweiterung des Schulangebotes notwendig. Ein zweites Gymnasium wurde errichtet, auch dies einzigartig für eine Mittelstadt. Seit 1991 führt das Gymnasium begründet durch großes Engagement der Schule an und für Projekte in der Dritten Welt den Namen Albert Schweitzer - Gymnasium. 1989 führte die Schule als erste Schule in Deutschland einen bilingualen Deutsch/Spanischen Zweig ein.
Alle drei weiterführenden Schulen haben heute Schülerzahlen, die sie an die Grenzen ihrer Kapazität bringen: Die Gymnasien um die 1000 und die Realschule über 750.
Hauptschulen gibt es in Kendenich, dort als Ganztagsschule, und im Schulzentrum an der Sudetenstraße.
Die Berufsbildenden Schulen stehen in der Trägerschaft des Rhein-Erft-Kreises. Eine von 5 Schulen an sieben Standorten ist das Goldenberg Berufskolleg in Hürth Alt-Hürth, einer Schule für Technik und Gestaltung mit Gymnasialer Oberstufe. Dort kann in Verbindung mit technischer oder gestalterischer Ausbildung eine Anzahl von allgemeinen Bildungsabschlüssen in Teil- und Vollzeit bis hin zur allgemeinen Hochschulreife erlangt werden.
In den Ortsteilen Hermülheim, Kendenich, Fischenich, Gleuel, Berrenrath und Alstädten-Burbach gibt es jeweils eine Grundschule, in Efferen und Alt-Hürth jeweils zwei. Die einzige evangelische Konfessionsschule in Hürth ist die Bodelschwinghschule in Alt-Hürth, dazu kommen mehrere katholische. Ab dem Schuljahr 2006/2007 werden alle Hürther Grundschulen in Offene Ganztagsgrundschulen umgewandelt sein.
Im Ortsteil Gleuel befindet sich seit 1996 das in privater Trägerschaft der Lebenshilfe NRW stehende Alexandra-Klausa-Berufskolleg für Heilerziehungspflege. Es kooperiert dort für die praktische Ausbildung unter anderem mit der angrenzenden Käthe Kraemer Heilpädagogische Kindertagesstätte .
In der Trägerschaft der Industrie steht die Rhein-Erft Akademie GmbH im Chemiepark Hürth Knapsack. Sie führt berufliche Weiterbildungs- und Vorbereitungsmaßnahmen durch für die Industrie der Region aber bietet ihre Dienste auch für Entwicklungs- und Schwellenländer wie zum Beispiel China an.
Die Josef Metternich Musikschule der Stadt Hürth in Hürth Hermülheim und die Volkshochschule des Zweckverbandes von vier Städten im Süden des Rhein-Erft-Kreises mit einem Schulgebäude, der Ahl Schull, in Hürth Efferen runden das Bildungsangebot in Hürth ab.
Die SPD ist seit Jahrzehnten die dominierende politische Kraft in Hürth, in den 1950er Jahren auch in enger Zusammenarbeit mit den Kommunisten. Hürth galt als "Rote Hochburg". 1961 wurde die CDU stärkste Kraft im Rat und konnte mit Unterstützung der FDP den Bürgermeister stellen. Ab 1969 war die SPD zwar wieder größte Fraktion, gegenüber dem bürgerlichen Lager dennoch in der Minderheit. Zwischen 1979 und 1999 verfügte die SPD dann unter Bürgermeister Rudi Tonn über eine absolute Mehrheit im Stadtrat. Für kurze Zeit, von 1999 bis 2004, gab es in Hürth nochmal ein schwarz-gelbes Bündnis. Heute stellt die SPD 19, die CDU 18, die Partei Grünen 4 und die FDP 3 Stadtverordnete.
Hauptanliegen der Kommunalpolitik in den letzten Jahrzehnten war, der Stadt ein Zentrum zu geben und sie zusammenwachsen zu lassen. Die Verwirklichung dieses Zentrums zwischen Alt-Hürth und Hermülheim ("Hürth-Mitte" gehört zum Stadtteil Hermülheim) mit Einkaufzentrum, neuem Rathaus, Post,zwei Kirchen, zwei Gymnasien ,zentraler Hauptschule, Schwimmbad und verdichteter Wohnbebauung, direkt neben dem bereits in den 30er-Jahren entstandenen Zentralstadion, ist Ausdruck dieser Bemühungen. Dazu kommt der Stadtbus und das Anrufsammeltaxi als innerörtliche Verkehrsmittel.
Die Stadtverwaltung ist in vier Dezernate unterteilt, von denen eines direkt dem Bürgermeister unterstellt ist. Die weiteren vom Rat gewählten Dezernenten sind Baudezernent Peter Franzen und Dr. Christian Karaus. Die Stelle des Kämmerers und ersten Beigeordneten ist seit Ende 2005 wieder mit Dr. Dirk-Holger Ahrens-Salzsieder besetzt, der diese Stelle bereits von September 1996 bis Dezember 2000 inne hatte. Ein Gutteil der Verwaltung war im Jahr 2000 in die Stadtwerke Hürth AöR ausgegliedert worden, deren Vorstand Ahrens-Salzsieder wurde. Er nimmt dieses Amt jetzt in Personalunion war. Der Verwaltungsrat der Stadtwerke setzt sich aus Ratsmitgliedern unter dem Vorsitz des Bürgermeisters zusammen.
Bis 1999 wurde die Stadtverwaltung von einem hauptamtlichen Stadtdirektor geleitet, der vom Rat gewählt wurde. Das Amt des Bürgermeisters war bis dahin ein Ehrenamt, beide Funktionen verschmolzen im Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters, der nun direkt von der Bevölkerung gewählt wird. Stadt- bzw. Gemeindedirektoren seit 1946:
Die 12 Hürther Stadtteile sind in neun Stadtbezirke gegliedert: Alt-Hürth/Knapsack, Berrenrath, Gleuel, Alstädten-Burbach, Stotzheim/Sielsdorf, Efferen, Fischenich, Kendenich und Hermülheim/Kalscheuren. Jeder Stadtbezirk hat einen Ortsvorsteher, der von der Partei vorgeschlagen wird, welche bei der Kommunalwahl im Stadtbezirk den höchsten Stimmenanteil erzielt. Derzeit stellt die SPD fünf Ortsvorsteher (Efferen, Alt-Hürth/Knapsack, Hermülheim/Kalscheuren, Gleuel, Kendenich), die CDU vier (Alstädten-Burbach, Fischenich, Berrenrath, Stotzheim/Sielsdorf).
Im Kreistag des Rhein-Erft Kreises wird die Stadt Hürth durch die direkt gewählten Mitglieder Bert Reinhardt und Klaus Lennartz (SPD) sowie Willi Zylajew MdB und Gerd Fabian (CDU) vertreten. Über die Reservelisten errangen Eva-Maria Welskopp-Deffaa (CDU), Günter Reiners (SPD), Horst und Doris Lambertz sowie Dr. Friederike Seydel (Grüne) ihre Mandate.
Knapsack, erstmals 1566 urkundlich erwähnt, entwickelte sich nach 1900 durch die Ansiedlung und Entwicklung der Industrie (1906 Gründung der Knapsack-Griesheim AG, später Hoechst AG; 1913 Bau des Braunkohlenkraftwerkes Goldenberg) zu einer bedeutenden Ortschaft von Hürth. Zwischen 1959 und 1979 wurde der größte Teil der knapp 4.000 Einwohner aus Umweltschutzgründen umgesiedelt. Weiteres siehe Hürth-Knapsack.
Ratsmitglieder sind Gisela Willerscheidt, Günter Reiners und Peter Neu (alle SPD), Egon Conzen, Frank Rock und Inge Sommer (alle CDU). Ortsvorsteher ist Karl-Heinz Außem (SPD).
Alt-Hürth hat 6538, Knapsack nur noch 89 Einwohner.
Zu Berrenrath gehört der Weiler Berrenrath, eine Gruppe von Bauernhöfen ehemals aus dem Bergheimer Raum wegen des dortigen Braunkohleabbaus umgesiedelter Landwirte. Die Ansiedlung liegt weit abseits des Ortes, jenseits der Autobahn im ehemaligen Tagebaugelände.
Ratsmitglied für Berrenrath ist Gerd Fabian (CDU), der auch Ortsvorsteher ist. Berrenrath hat 2976 Einwohner.
In Gleuel waren vor der Jahrtausendwende nachweislich das Stift Essen und später Dekan und Kapitel des Domstiftes zu Köln Erb-, Grund- und Gewaltherren, von denen die in der Herrschaft Gleuel gelegenen Burgen in Gleuel selbst, in Aldenrath, Schallmauer, Horbell und Bell an die einzelnen dort regierenden Geschlechter zu Lehen gingen.
Die ältesten Besitzer der Burg Gleuel führten ihren Namen nach dem Ort Gleuel. 1260 finden wir Gerard von Gluele, der gegen den Erzbischof Konrad von Hochstaden kämpfte. Am 26. März 1463 unterzeichnet Junker Heinrich von Gluwel, der auch Schultheiß in Gleuel war, die Erblandsvereinigung des Erzstiftes. Die Burg Gleuel wie auch die anderen angeführten adeligen Sitze in der Herrschaft Gleuel waren ehemals ein zum Kölner Landtag berechtigter Adelssitz. Der Junker Heinrich war ein Onkel des Göddert von Gleuel, der 1449 die kölnischen Streitkräfte führte. Nach dem Aussterben dieser Familie wurde das Geschlecht der Schall von Bell mit der Herrschaft belehnt, deren erster Besitzer 1550 die kurkölnische Union besiegelte. Bis zum Jahre 1630 blieb diese Familie Besitzer der Burg. Sie ging dann durch Kauf auf die Familie von Cölln über, die mehrere Generationen Bürgermeister und Ratsherren der Stadt Köln stellte. Balthasar Kaspar von Cölln, der die Amtmannsgeschäfte in Junkersdorf ausübte, war Herr zu Gleuel und gleichzeitig auch Herr zu Hürth. Zusammen mit seiner Gattin, Maria Elisabeth von Tzerklaes übergab er im Rahmen eines Erbkaufvertrages fast ein Jahrhundert später (1726) das Burggut in Gleuel dem Domkapitel.
Nach der Säkularisation (1802) wurde die Burg von Herrn Feiten angekauft, der von 1817 bis 1845 Bürgermeister der Bürgermeisterei Hürth war. Sie wechselte dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts erneut ihren Besitzer, denn 1907 übernahm sie der Rittergutsbesitzer Berk. Mitte der 1970er Jahre ging die Burg in den Besitz der Familie U. Ahlert über, die seit dieser Zeit dort lebt und ein Planungsbüro betreibt.
Die Burg, wie sie heute steht, wurde im Jahre 1632 von Johann von Cölln erbaut. Ein Kleinod ist die fein geschwungene alte Holztreppe. An der Decke des ehemaligen Rittersaales befinden sich die Wappen der von Cölln und von Mülheim. Das Torhaus wurde in den 1980er Jahren zu einer Altersresidenz umgebaut und erweitert. Die Burg wird seit vielen Jahren vom jetzigen Besitzer im Sommer für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung gestellt.
Ratsmitglieder sind Carol Fuchs, Manfred Michels und Bert Reinhardt (alle SPD) sowie Johannes Holzem (CDU) und Horst Lambertz (Grüne). Ortsvorsteher ist Heinz Görgens (SPD).
Gleuel hat 6495 Einwohner.
Das Gründungsjahr der Pfarrei ist nicht bekannt. Insbesondere der Pfarrpatron Dionysius jedoch deutet auf eine der ersten Kirchen in der Gemeinde hin. Dieser Heilige wurde schon in fränkischer Zeit hoch verehrt.
Dass die Kirche in der Urkunde in Verbindung mit dem Salhof genannt wird, beweist, dass es sich um eine Stiftung des Salhofbesitzers, also um eine Eigenkirche handelt. Der liber valoris erwähnt die Pfarrkirche um 1274, desgleichen eine Urkunde vom Jahre 1297. Zu der Pfarrei gehörten von Alters her Aldenrath mit der Burg, ein Teil des Dorfes Burbach, das Kloster Marienborn zu Burbach - gestiftet von der Witwe des Hartmann von Geyr im Jahre 1233 - bis zu seiner Auflösung im Jahre 1802 und Berrenrath, in dem 1623 die Kapelle zu Ehren des heiligen Wendelin gebaut wurde und das im Jahre 1850 selbständige Pfarrei wurde. Weiter waren in die Gleueler Kirche eingepfarrt die Rittersitze in Horbell und Bell, dann Sielsdorf, Ursfeld und Zieskoven. Gleuel war im Mittelalter jahrhundertelang bis zum Einmarsch der französischen Truppen selbst Wallfahrtsort. Große Bedeutung für den Ort hat auch die Wallfahrt der Bewohner nach Walberberg zur Verehrung der heiligen Walburga.
Die erste Gleueler Kirche wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts durch einen Neubau in romanischem Stil ersetzt, der jedoch im Laufe der folgenden Jahrhunderte manche Veränderungen erfuhr. Unter der Kirche befand sich eine Begräbnisstätte für die verstorbenen Pfarrer, für die Besitzer der Burgen und Herrensitze sowie für die verstorbenen Äbtissinnen des Klosters Burbach. Die jetzige, nach Plänen des Regierungsbaumeisters Busch erbaute dreischiffige neugotische Kirche wurde 1893 von Kardinal Krementz konsekriert.
Die Kirche St. Barbara wurde am 29. Mai 2005 profaniert und soll nach Planungen der weltlichen Kirchenvertreter aus Gleuel bald abgerissen werden!
Wie die katholische Kirche St. Barbara wurde auch die evangelische Martin-Luther-Kirche Mitte der 1950er Jahre (1956) errichtet.
Burbach wird erstmals 1233 urkundlich erwähnt. Der Ort liegt im Tal des Burbachs (oder Bornbach, später Stotzheimer Bach) am Villehang. Der Ort war schul-, kirchen- und verwaltungsrechtlich Gleuel zugeordnet, für kurze Zeit nach der kommunalen Neuordnung unter den Franzosen bildete er eine eigene Gemeinde. In der Nähe, an der Quelle des Baches, lag das 1233 gegründete Zisterzienserinnenkloster Marienbrunn (im Volksmund Kloster Burbach), welches während der Säkularisation aufgelöst wurde und von dem noch einzelne Gebäude erhalten sind. Heute hat hier der Schwimmklub seinen Sitz.
Die historisch betrachtet getrennten Orte sind mit der Zeit zu einer Einheit zusammengewachsen und werden nun als ein Ort betrachtet.
Ratsmitglieder für Alstädten-Burbach sind Peter Prinz (CDU), der auch Ortsvorsteher ist, und Karin Rosso (CDU) sowie Sabine Faßbender (SPD) und Andreas Grüderich (Grüne).
Alstädten-Burbach hat 3234 Einwohner.
Ratsmitglieder sind Otto Winkelhag (CDU) - der auch Ortsvorsteher ist -, Hans-Peter Berf (SPD) sowie Hans-Josef Zens (FDP).
Stotzheim hat 1672, Sielsdorf 443 Einwohner.
Hochverehrt wurde im Ort die heilige Anna und der heilige Donatus. Die Katholiken beschieden sich zunächst mit einer einfachen Holzkirche. Erst am 6. Juni 1869 wurde diese durch einen Massivbau ersetzt, der an der Kaulardstraße, vormals Kirchstraße, genau gegenüber der heutigen Kirche stand; Weihbischof Baudri weihte die neue Kirche ein. Diese Kirche wurde 1944 völlig zerstört (s.u.). Man musste sich mit einer Notkirche behelfen, in der auch die Evangelischen nach dem Krieg Gastrecht bekamen. Erst am 25. November 1956 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Friedhofs Ecke Bach- und Kaulardstraße eine neue katholische Kirche - entworfen von den Kölner Architekten Wolfram Borgard und Fritz Volmer - von Weihbischof Wilhelm Cleven eingeweiht. Aus der alten Kirche konnte das prachtvolle Chorgestühl ursprünglich aus St. Maria im Capitol (s. o.) sowie einige Bildwerke hinübergerettet werden. Die Pfarrkirche trägt den Namen St. Mariä Geburt. Katholische Pfarrer der letzten Jahrzehnte waren J. A. Kappenhagen (1825-1879), A. A. Schmitz (1889-1900), F. W. Esch (1900-1918), M. Kaulard (1919-1942, Dechant), W. Halfen (1942-1956), P. Giesen (1956-1982, er verstarb 2005 mit über 90 Jahren in Efferen, einige Zeit, nachdem er sein 60jähriges Priesterjubiläum gefeiert hatte), E. Jansen (1982-2004) und H. Müller gemeinsam mit F.-J. Lausberg.
Die wenigen Evangelischen in Efferen gehörten zur Gemeinde Köln-Lindenthal. Erst 1926 konnte für die Efferner Gemeindemitglieder ein eigener kleiner Betsaal an der heutigen Kaulardstraße errichtet werden, der im Bombenkrieg zerstört wurde. Heute steht dort die Sparkasse. Die evangelische Kirche entstand in Etappen. Zuerst wurde ein kleiner Versammlungsraum für Gottesdienst, Jugendheim und Gemeindesaal gebaut, der am 13. Juli 1952 durch eine Gottesdienst seiner Bestimmung übergeben wurde. Bereits ein und ein halbes Jahr später,am 20. Dezember 1953, weihte Oberkirchenrat Boue die an den Saal auch mit vielen freiwillig geleisteten Arbeitsstunden angebaute schlichte evangelische Kirche - entworfen von dem Architekten Jürgen Körber - ein. 1956 endete die Zugehörigkeit zu Lindenthal. 1994 konnte die Kirche umgebaut und erweitert werden. Seiher trägt sie den Namen Friedenskirche. Evangelische Seelsorger waren Pastor Paul Mader und derzeit Pfarrer Tom Hennig.
Efferen war stark landwirtschaftlich geprägt. Die wichtigsten Höfe waren das Brentengut (im Besitz des Deutschen Ordens, dann der Familie v. Efferen und der weiteren Burgherren und schließlich des Stifts Sankt Maria im Kapitol aus Köln), das Lupenaugut, der Weidenbach- oder Renneberghof gegenüber der Burg (dort, wo inzwischen der Renneberg als Kirmes-, Markt- und Parkplatz entstanden ist. Im 30jährigen Krieg fiel er den Holländern zum Opfer), das Bredemargut (in dessen Herrenhaus an der Bachstraße in der Endzeit der Weimarer Republik die Verwaltung der Bürgermeisterei Efferen saß, später dann die örtliche NSDAP), der Lintlarhof, der lange Jahre im Besitz der Familie Destrée war und auf dessen Gelände hinter der Grundschule u.a. die evangelische Kirche entstand, der Große Hof oder Mirweilerhof und der Frohnhof.
Entlang des Duffesbachs gab es in Efferen nur eine Mühle, die Lowenmühle (wahrscheinlich von Gerber-"Lohe") später, als dort auch Waffen geschliffen wurden, Schleifkottenmühle oder nur "der Schleifkotten" genannt. Sie stand etwas außerhalb des Ortes in Richtung Köln und wurde 1211 erstmals urkundlich erwähnt. Grundherrin war auch hier das Stift Sankt Maria im Kapitol. Nachdem die Mühle abgerissen worden war, siedelten sich hier vereinzelt kleinere Gewerbebetriebe an, die zum Ende des 2. Weltkrieges alle nicht mehr existierten. Die letzten Häuser des Wohnplatzes Schleifkotten sind 1976 abgerissen worden, die Fläche wurde teilweise aufgeforstet und ist nicht mehr vom Kölner Grüngürtel zu unterscheiden. Die Anlage des Kölner Grüngürtels (1924 durch Konrad Adenauer betrieben) kostete Efferen ein Drittel seines Ackerlandes.
In der Weimarer Zeit war das Zentrum die dominierende politische Kraft im Ort, Karl Kuenen war Bürgermeister. Im Rahmen der Weltwirtschaftskrise verschlimmerte sich die Situation in Efferen derart, dass nur der Anschluss an eine der deutlich reicheren Nachbargemeinden, also Köln oder Hürth, die Lebenssituation der Bevölkerung nennenswert bessern konnte. Hürth lehnte ab; den Anschluss an das interessierte Köln verhinderte der heftige Widerspruch der anderen Landkölner Gemeinden, die Angst hatten, "mitgeschluckt" zu werden. Erst 1933 wurde Efferen zwangsweise mit Erlass des preußischen Innenministeriums nach Hürth eingemeindet. In den 1970er Jahren mit der kommunalen Gebietsreform in NRW gab es einen erneuten Versuch Kölns, Efferen "zu schlucken", was eine Unterschriftenaktion und die Intervention von Lokalpolitikern verhindern konnte.
Am 31. Oktober 1944 wurden große Teile von Efferen, darunter auch die Kirche und das Krankenhaus sowie das Kloster, durch einen Bombenangriff zerstört. 36 Menschen verloren ihr Leben.
Eines der neueren Wohngebiete ist das bis Mitte 2003 auf einer Industriebrache entstandene Künstler- und Medienviertel mit 350 Wohnungen in Richtung auf Kalscheuren hin. Dahinter schließt ein mittelgroßes Gewerbegebiet an.
Ratsmitglieder für Efferen sind Brigitte Sturm, Gabriele Frechen MdB, Gerald Wolter, Stephan Renner (alle SPD), Julia Brückmann, Willi Raabe und Herbert Verbrüggen (alle CDU). Ortsvorsteher ist Peter Assenmacher (SPD).
Efferen hat 10928 Einwohner.
Am Villehang gelegen, bewirtschafteten die Fischenicher die vorgelagerten Felder in der Kölner Bucht. Bis jetzt ist der Ort noch sehr bäuerlich geprägt. Ganz an der Stadtgrenze zu Brühl im Süden des Ortes liegt der Weilerhof, den die Kartäuser schon 1348 erworben hatten. Der heute bestehende Vierkanthof stammt von 1911. Das von einem großen Park umgebene benachbarte Herrenhaus, eine neugotische, burgartige Backsteinvilla, wurde 1869 errichtet, der heute eine der kleinsten Kölschbrauereien beherbergt (Bischoff Kölsch).
Die Bauernsiedlung jenseits der Bonnstraße wurde angelegt, um die Landwirte aus dem Ortskern herauszuholen. Früher war Fischenich berühmt für seine Gemüseversteigerungen
Die Burgruine Alte-Burgruine-Fischenich.jpg des 12./13. Jh. an der Gennerstraße / Augustinerstraße ist als die älteste erhaltene Burganlage am Vorgebirge zwischen Köln und Bonn einzustufen und stellt eines der wichtigsten Zeugnisse hochmittelalterlichen Burgenbaus im Rheinland dar. Es handelt sich um einen so genannten Rundling, eine ringförmige Grabenanlage, deren umgebende Ringmauer in einer Höhe von 6 - 10 m erhalten ist. Die Burgmauer wurde zumindest teilweise aus Gussbetonblöcken der römischen Wasserleitung erstellt, die in der Nähe am Fuße des Vorgebirges verlief. Der Römerkanal war im Mittelalter ein beliebter Steinbruch. Vor allem auf der Nordseite zur Augustinerstraße hin, von wo aus die Ruine zugänglich ist, sind die Gussbetonblöcke aus opus caementium deutlich zu sehen, denen auch noch der beim Bau der Wasserleitung verwendete rötliche Wasserputz mitsamt einer Kalksinterschicht anhaftet.
Die neugotische katholische Pfarrkirche St. Martinus St-Martin-Kath-Kirche-Fischenich.jpg wurde 1890 von dem späteren Straßburger Dombaumeister Franz Schmitz errichtet, wobei der gedrungene Westturm des Vorgängerbaus von 1728 erhalten blieb. Die Kirche besitzt eine alte Glocke von 1430, eine "Kreuzabnahme nach Rubens", wohl ein flämisches Bildnis vom Ende des 16. / Anfang des 17. Jh. sowie einen barocken Orgelprospekt. An der Außenwand des Chores hängt das "Fünf-Wunden-Kreuz", ein Missionskreuz von 1760, das keinen Corpus, sondern nur die fünf Wundmale des Gekreuzigten trägt.
Im Ort sind mehrere historische Hofanlagen erhalten: Unmittelbar westlich der Pfarrkirche ein schönes Fachwerkhaus aus dem 18. Jh. , welches zu dem 1408 von den Kölner Kartäusern erworbenen Kartäuserhof gehörte. Auch die benachbarten beiden kleinen Fachwerkhäuser An St. Martin 4 und 6 gehörten ehemals zum Kartäuserhof. Von dem unterhalb der Kirche gelegenen ehemaligen Fronhof ist das Herrenhaus von 1770 erhalten. Im Mittelalter war der Fronhof Mittelpunkt eines zum Kölner Damenstift St. Maria im Kapitol gehörigen Lehenshöfeverbandes.
Ratsmitglieder für Fischenich sind Ulrich Conzen und Inge Esser (beide CDU), Patrick Hansen und Goran Przevski (beide SPD) sowie Nizamettin Tut (Grüne). Ortsvorsteher ist Johannes Außem (CDU).
Fischenich hat 5056 Einwohner.
Der Braunkohlenabbau in Kendenich, die Turffgruben, werden erstmals 1750 erwähnt. Der industrielle Abbau begann 1866 mit den Ribbertwerken im benachbarten Hermülheim und führte indirekt zur großen Umstrukturierung des Ortes. Der Ort selbst ist aber von Industrie frei geblieben.
Die evangelische Nathan Söderblom Kirche wurde 1973 als Ersatz für die 1976 abgerissene Dankeskirche in Knapsack in unmittelbarer Nachbarschaft errichtet. Der separate Turm nach Art einer schwedischen Stapelkirche mit der Knapsacker Glocke entstand 1981. In Kendenich wird ökumenische Zusammenarbeit gelebt.
Kendenich hat 2949 Einwohner.
Der Bau des zu Hermülheim gehörenden Wohngebiets Hürth-Mitte, mit dem 1964 gemäß dem Beschluss des Gemeinderats aus dem Jahr 1960 begonnen wurde, hatte die Errichtung eines "Stadtkerns" etwa in der geographischen Mitte von Hürth zum Ziel. Begünstigt wurde die Entscheidung sicher auch durch die damals stetig steigende Einwohnerzahl. Auch ein Kirchenzentrum ist entstanden. Sportanlagen, Schulzentrum und Freizeit- und Familienbad schließen sich an. Eine gewisse Fertigstellung erfuhr Hürth-Mitte 1985 mit der Errichtung eines neuen Rat- und Bürgerhauses. Dort befinden sich auch das Einkaufzentrum Hürth-Park sowie das erste Multiplex-Kinocenter Deutschlands. Gegenüber liegt das Ramada-Hotel Hürth-Köln, das größte Hotel im ganzen Rhein-Erft-Kreis.
Kalscheuren wird erstmals 1305 urkundlich erwähnt. Der hier gelegene Gutshof war zeitweise im Besitz des Deutschen Ordens. Durch Kirche-St-Ursula.jpg den Anschluss an die Bahn und den Bau eines Bahnhofes in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts begünstigt, siedelte sich Industrie an. Kalscheuren gehörte zur alten Gemeinde Kendenich.
Ratsmitglieder sind Wolfgang Engel, Toni Görtz, Hans-Josef Lang, Manfred Laufenberg (alle CDU), Margit Reisewitz, Anne Quack, Klaus Lennartz und Rudolf Karolus (alle SPD) sowie Peter Anders und Saleh Mati (beide FDP). Ortsvorsteher ist David Boventer (SPD).
Hermülheim hat 13727, Kalscheuren 535 Einwohner.
Einst brachte der Braunkohletagebau im Rheinischen Braunkohlerevier und das RWE - Braunkohle-Kraftwerk Goldenberg und in seinem Gefolge die energieintensive Chemie-Grundstoff-Industrie Hürth zu Reichtum. Nach dessen Auslaufen (1988) und dem Strukturwandel der Chemie ist auf dem Knapsacker Hügel (dem einzig nicht ausgekohlten Ville-Teil) ein vielfältiger Branchenmix vor allem aus Chemie- und Energieindustrie aber auch Dienstleistungen entstanden. Zu nennen sind hier Infraserv als Betreibergesellschaft des Chemieparks, die RWE Power AG und die Rheinpapier Papierfabrik. Nach Berrenrath hin schließt die einzige im Südteil der Ville verbliebene Brikettfabrik Ville/Berrenrath mit Kraftwerk an. Auch die mit Knapsack durch Produkten- und Prozessdampf-leitungen verbundenen Fabrikteile südlich von Alt-Hürth (Chlorchemie Polyvinylchlorid) gehören zum Chemiepark.
Auch die Medienindustrie hat in Efferen und Kalscheuren Fuß gefasst. Hürth ist der europaweit größte Standort für private Fernsehproduktionen (Wer wird Millionär? u. a.). In Efferen und Kalscheuren, außerdem in Gleuel und in Hürth-Hermülheim finden sich sehr große Gewerbegebiete.
Insgesamt hat Hürth eine positive Pendlerquote, das heißt, es kommen mehr Menschen nach Hürth zur Arbeit als Hürther in andere Städte fahren.
Wichtige zentrale Einrichtungen in Hürth sind das Türkische Generalkonsulat, das Bundessprachenamt und die Deutschlandzentrale des Lazarus Hilfswerks des internationalen Lazarus Ordens. Mit der Geschäftsstelle des Landesverbandes NRW der Lebenshilfe ist eine Behindertenorganisation in Hürth vertreten, die sich für geistig Behinderte einsetzt.
Durch Hürth führte die Eifelwasserleitung, ein römischer Aquädukt zur Versorgung der Stadt Köln mit gutem Eifelquellwasser. Vor dem Bau der Eifelwasserleitung wurden im heutigen Stadtgebiet bereits einige Quellen und Bäche für diesen Zweck genutzt. Reste dieser Wasserleitungen finden sich immer noch im Untergrund der Stadt. Ein entsprechend gekennzeichneter Wanderweg führt entlang der Trasse der Eifelleitung durch das Stadtgebiet (in Fischenich "Grabenstraße") vorbei an aus dem Boden gehobenen und aufgestellten Teilstücken (Alt-Hürth an Kirche/Schwimmbad und Hermülheim am Bürgerhaus) und an im Boden freigelegten Leitungsteilen wie an der Grenze von Hermülheim zu Efferen hinter der Realschule. Jenseits der Stadtgrenze (Berrenrather-/Militärring-Str.) liegt die freigelegte Entschlammungsanlage.
Außerdem sehenswert sind die Burgen in Efferen, Kendenich und Gleuel (mit Oldtimermuseum) sowie Burg Schallmauer bei Berrenrath.
Das Stadion mit Radrennbahn, die Berufsschule und das Schwimmbad in Alt-Hürth, außerdem die alte Efferener Grundschule (heute VHS-Gebäude) sind sehenswerte Denkmäler aus dem späten 19./frühen 20. Jahrhundert.
Weiterhin sehenswert:
Sowie Zahlreiche Häuser und Bauernhöfe unterschiedlichster Bauepochen in allen Stadtteilen.