Die HÖRZU ist eine deutsche Programmzeitschrift und erscheint seit 1946. Ihre Geschichte ist eng mit dem Axel-Springer-Verlag verbunden. Heute erscheint sie freitags in einer Auflage von rund 1,5 Millionen Exemplaren.
Bereits im Sommer 1945 wurde der Rundfunkbetrieb in Deutschland wieder aufgenommen, und neben lizenzierten Tageszeitungen wurde auch der Verlag von Programmzeitschriften genehmigt. Der 33-jährige Axel Springer plante zusammen mit John Jahr und Max Schmeling den Einstieg in das Verlagsgeschäft und erhielt von den Alliierten, nicht zuletzt aufgrund seiner fehlenden NSDAP-Mitgliedschaft, am 11. Dezember 1945 eine Verlagslizenz. Diese galt für den Altonaer Verlag Hammerich & Lesser, in dem Springer gemeinsam mit seinem Vater Hinrich Kalender und Unterhaltungsromane verlegte.
Nachdem mehrere Lizenzanträge, zum Beispiel für die Tageszeitung Hamburger Telegraph oder das Programmblatt Das hört die Welt, abgelehnt oder zurückgezogen wurden, gelang Springer die Übernahme eines rundfunknahen Verlagsprojekts. Die Besatzer, namentlich der Chief Controller Hugh C. Greene, wollten ausgewählte Rundfunkbeiträge zusätzlich in gedruckter Form vertreiben. Dies wollten sie lieber in die Hände eines unabhängigen Verlegers geben als es den Rundfunkanstalten selbst zu überlassen. So begann Springer im April 1946 mit der Herausgabe der Nordwestdeutschen Hefte, die Berichte aus dem Programm des NWDR abdruckten.
Daneben wies er auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem NWDR bei den Nordwestdeutschen Heften und auf die langjährige Erfahrung des Verlags hin. Im Juni 1946 erhielt er die Lizenz für die Herausgabe einer Programmzeitschrift mit dem Arbeitstitel Radio-Post, und in den folgenden Vertragsverhandlungen mit dem NWDR ließ er sich das ausschließliche Recht zusichern, die Programme vollständig abzudrucken. Neben der kurzfristigen Programmvorschau in den Tageszeitungen sollte der NWDR keinen anderen Programmzeitschriften den Abdruck genehmigen.
Am 11. Dezember 1946, ein Jahr nach Erteilung der Verlagslizenz, erschien somit die erste Ausgabe von HÖR ZU. Die Druckauflage der zwölfseitigen Zeitschrift war auf 250.000 Exemplare beschränkt, der Copypreis betrug 0,30 Reichsmark. Der Chefredakteur Eduard Rhein wandte sich in einem Grußwort an die Leser:
Inhaltlich boten die ersten Ausgaben der HÖR ZU Berichte über den NWDR, Neuigkeiten aus der Rundfunk- und Fernsehtechnik, Porträts der Kommentatoren und den obligatorischen Technischen Fragekasten, der Lesern bei der Reparatur ihrer Rundfunkempfänger half.
In enger redaktioneller Zusammenarbeit mit den Redakteuren des NWDR wurden neue Sendereihen und Hörspiele vorgestellt, Umfragen und Gewinnspiele durchgeführt. Im vollständigen Programmteil war jedem Wochentag eine Seite gewidmet, die Sendezeit von 20–22 Uhr durch einen Kasten hervorgehoben. Neben dem Programm des NWDR wurde das Programm der übrigen deutschen Rundfunksender, der BBC, von Paris und Paris Nationale abgedruckt.
Abgerundet wurde das Heft durch eine Leserbriefrubrik, ein kleines Kreuzworträtsel und Witze.
Durch den Wegfall der Lizenzpflicht öffnete sich der Markt für unpolitische, leserorientierte Produkte. Die Illustrierten lieferten ihren Lesern nicht nur Berichte, sondern auch bunte Bilder. Quick und Revue vervielfachten ihre Auflagen.
Gleichzeitig wurde die bisherige redaktionelle Zusammenarbeit mit dem NWDR immer geringer. Der Rundfunksender gestattete auch anderen Programmzeitschriften den Abdruck seines Hörfunkprogramms, und eine Neuorientierung und -strukturierung sollte für das wirtschaftliche Überleben der HÖR ZU der einzige Ausweg sein.
Ab 1949 erweiterte die HÖR ZU die bisherige Heftstruktur um Elemente aus den Publikumszeitschriften, zum Beispiel Rezepte und Fortsetzungsromane, und strich die technische Berichterstattung. Kinofilme und -stars wurden Teil der Berichterstattung, und mit Klatsch und Tratsch näherte man sich den Illustrierten weiter an. Die Zeitschrift versuchte, eine "Heile Welt" für ihre Leser zu schaffen, und die Titelbilder der 50er und 60er trugen Illustrationen des Malers Kurt Ard, die "typische" Familiensituationen darstellten.
Da er bei den Lesern jedoch sehr schnell beliebt wurde, erschien ab Herbst 1951 ein zweiwöchentlicher Comic mit Mecki und seinen Freunden Charly Pinguin und dem Schrat. Er wurde zum Markenzeichen und zentralen Werbeträger der HÖR ZU.
So verleiht die HÖR ZU seit 1965 jährlich die „Goldene Kamera“ und konzentrierte sich nicht länger nur auf Film-, sondern auf Fernseh-Schauspieler. Die Überschriften und Fotos wurden größer, die Zeitschrift noch visueller und großzügiger gestaltet.
Weiterer, fester Bestandteil ist ein vierseitiges Feature, das das Thema einer aktuellen Fernsehdokumentation aufgreift. Häufig finden sich Tipps und Ratgeber zu Reisezielen, Recht und Gesundheit. Seit 1995 zeichnet der Cartoonist Wolf-Rüdiger Marunde jede Woche einen zynischen Blick auf das Leben auf dem Lande.
Neben der HÖRZU verlegt die Axel Springer AG die Programmzeitschriften TVneu, Funk Uhr, Bildwoche und TV digital, die sich inhaltlich mit der HÖRZU geringfügig überschneiden. In Bereichen, die bei der Produktion Synergiepotential aufweisen, zum Beispiel der Fotoredaktion, dem Layout, der Schlussredaktion und dem Marketing, wird eng zusammengearbeitet oder eine Zusammenarbeit geplant. Das Fernseh- und Radioprogramm wird in einer eigenen Redaktion für alle Zeitschriften produziert.