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HGRichter.jpg]] Hänsel und Gretel ist eines der berühmtesten Märchen aus der Sammlung der "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm (KHM 15).

Inhalt


Hänsel und Gretel sind die Kinder eines Holzfällers, der mit seiner Frau in bitterer Armut im Wald haust. Als die Not zu groß wird, überredet die Mutter ihren Mann, die beiden Kinder nach der Arbeit im Wald zurückzulassen. Der Holzfäller führt die beiden Kinder am nächsten Tag in den Wald. Doch Hänsel hatte die Eltern gehört und er und Gretel legen eine Spur aus kleinen weißen Steinen, die sie zurückverfolgen können. So kommt es, dass der Plan der Mutter das erste Mal fehlschlägt.

Doch der zweite Versuch gelingt: diesmal haben Hänsel und Gretel lediglich eine Scheibe Brot mit. Aus den Krumen legen sie eine Spur, doch die Krumen werden von Vögeln gefressen, wodurch die Kinder nicht mehr nach Hause finden und sich verirren. Nach langem Irren treffen die beiden auf ein Häuschen, das ganz aus Brot, Kuchen und Zucker hergestellt ist. Zunächst stillen sie ihren Hunger.

In diesem Brothaus lebt eine böse Hexe, die damit Kinder anlockt, um sie dann zu essen. Sie fängt die beiden, nimmt Gretel als Dienstmagd und mästet Hänsel, bis er fett genug ist, um ihn zu verzehren. Hänsel wendet jedoch eine List an: um zu überprüfen, ob der Knabe bereits fett genug ist, befühlt sie jeden Tag seinen Finger. Da sie äußerst schlechte Augen hat, ist sie auf ihren Tastsinn angewiesen. Hänsel streckt ihr nun jedesmal einen kleinen Tierknochen entgegen um so den Zeitpunkt seines Todes herauszuzögern. Als sie ihn dann letztendlich doch braten will, kann Gretel die Hexe jedoch im letzten Augenblick überlisten und bei lebendigem Leibe im Ofen verbrennen. Sie nehmen Schätze aus dem Hexenhaus mit und finden den Weg zurück zum Vater, dessen Frau inzwischen gestorben ist.

Rezeption


Musikalische Bearbeitungen

Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald,
es war so finster und auch so bitterkalt.
Sie kamen an ein Häuschen von Pfefferkuchen fein.
Wer mag der Herr wohl von diesem Häuschen sein?

Kuckuck, da schaut eine alte Hex' heraus.
Sie lockt die Kinder ins Pfefferkuchenhaus.
Sie stellte sich ganz freundlich, o Hänsel welche Not,
dich will sie braten, im Ofen braun wie Brot.

Doch als die Hexe zum Ofen schaut hinein,
wird sie gestoßen von unser'm Gretelein,
die Hexe musste braten, die Kindern geh'n nach Haus',
jetzt ist das Märchen von Hans und Gretel aus.

  • Hans-Joachim Drechsler, Schweriner Blechbläser-Collegium: Hänsel und Gretel, nach dem Märchenspiel von Engelbert Humperdinck, bearbeitet für einen Erzähler und zehn Blechbläser

Parodien

  • Iring Fetscher: "Hänsel und Gretels Entlarvung oder Eine Episode aus der Geschichte des Präfaschismus. In: Ders.: "Wer hat Dornröschen wachgeküßt? Das Märchen-Verwirrbuch. Frankfurt a.M. (Fischer), 1974.
  • Ders.: "Streit um 'Hänsel und Gretel'. Edler von Goldeck berichtet vom dritten Internationalen Märchendeuterkongreß in Oil Lake City, Texas (1975)'. In: Ders.: "Der Nulltarif der Wichtelmänner". Märchen und andere Verwirrspiele. Frankfurt a.M. (Fischer), 1984.

"Hänsel und Knödel die gingen in den Wald.
Nach längerem Getrödel rief Hänsel plötzlich: "Halt!"
Ihr alle kennt die Fabel, des Schicksals dunklen Lauf:
Der Hänsel nahm die Gabel und aß den Knödel auf."

  • Otto Waalkes griff das Märchen oft in Liedern auf und textete so bekannte Lieder zu Hänsel und Gretel-Parodien um.

  • Hans Traxler: "Die Wahrheit über Hänsel und Gretel", 1963. Neuere Auflage: Reinbek bei Hamburg (Rowohlt), 2002.
Diese Wissenschaftssatire ist so meisterhaft geschrieben, dass man als Leser auf den Gedanken kommen kann, ob sie nicht doch ernst gemeint sein könnte. Die Perfektion der Parodie hat sogar dazu geführt, dass die Traxler-Version ihrerseits als "Wahrheit" verbreitet wird (s. modernes Märchen). Hier eine kurze Zusammenfassung der "Forschungsergebnisse":
Die aus Wernigerode stammende "Schraderin" ist eine erfolgreiche Lebkuchenbäckerin im Nürnberg des 17. Jahrhunderts, die - jung und schön - nicht nur von dem herzoglichen Hofbäcker Hans Metzler um ihren Erfolg beneidet, sondern auch begehrt wird. Nachdem sie seinen Heiratsantrag zurückgewiesen hat, verfolgt er sie weiterhin hartnäckig, so dass sie sich gezwungen sieht fortzuziehen. Sie erwirbt ein einsames Fachwerkhaus am Engelsberg im Spessart, renoviert es, errichtet vier Backöfen - um sich von nun an ganz ihrem Beruf zu widmen. Metzler schwärzt sie bei der Inquisition in Form des "Gelnhäuser Stadtschultheißen" an. Standhaft gelingt es ihr trotz der Folter, sich der Hexenvorwürfe zu widersetzen, und sie muss entlassen werden. Hans Metzler entschließt sich - wahrscheinlich mit seiner Schwester Gretel - zu persönlicher Racheausübung. Mit Mordgedanken im Sinn dringen die Geschwister in das Haus der Schraderin ein und stoßen sie grausam in einen der vier Öfen. Das Lebkuchenrezept, das Geheimnis des Erfolges der "Bakkerhexe", finden sie jedoch nicht.

  • Walter Moers: "Ensel und Krete", Ein Märchen aus Zamonien von Hildegunst von Mythenmetz mit Erläuterungen aus dem Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung von Professor Dr. Abdul Nachtigaller, Frankfurt a.M. (Eichborn), 2000.

Sonstiges

Hans und Grete waren die Codenamen fuer Andreas Baader und Gudrun Ensslin.

Das Lungenkraut wird auch als Hänsel und Gretel bezeichnet. "Die Wahrheit über Hänsel und Gretel" wurde 1987 von Thees Klahn mit Jean Pierre Leaud in der Hauptrolle verfilmt.

Weblinks


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