Hämorrhagische Fieber (gr. haima Blut, ragenai reißen, brechen) sind infektiöse Fiebererkrankungen, die mit Blutungen einhergehen. Sie werden meist verursacht durch Virusinfektionen, weshalb man auch von viralem hämorrhagischen Fieber (VHF) spricht.
Die Erreger hämorrhagischer Fieber sind auf allen Kontinenten außer der Antarktis heimisch, meist treten sie jedoch in Afrika, Südamerika oder Südostasien auf. In Mitteleuropa und Nordamerika sind tödliche VHF äußerst selten. Sie werden gelegentlich durch Reisende eingeschleppt, die sich im Ausland infiziert haben.
Familie der Flaviviridae
Familie der Bunyaviridae
Familie der Togaviridae
Familie der Arenaviridae
Familie der Filoviridae
Man kann davon ausgehen, dass durch eine weiter zunehmende Erschließung auch unzugänglicher Bereiche der Erde weitere hämorrhagische Fieber entdeckt werden.
Die Erkennung dieser Krankheiten anhand der Symptome ist nicht eindeutig möglich. Dazu muss eine genaue virologische Diagnostik gemacht werden. Zu dieser sind nur wenige Labore in der Lage, da alle Viren, die sich durch eine hohe Übertragbarkeit und eine hohe Virulenz auszeichnen, der höchsten Sicherheitsstufe L4 zugeordnet werden und die Proben in Hochsicherheitslabors bearbeitet werden müssen. In Deutschland werden bei Verdacht auf hämorrhagisches Fieber die entsprechenden Untersuchungen vom Robert-Koch-Institut in Berlin, dem Institut für Virologie Marburg oder vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg durchgeführt.
Gefürchtet sind die nosokomialen Infektionen, also Infektionen, die im Krankenhaus erworben werden und sich entsprechend den hygienischen Standards verbreiten. Erkrankungen durch andere Krankheitserreger, die ebenfalls mit Fieber und Blutungen einhergehen können, sind in Gegenden, in denen hämorrhagischen Fieber endemisch ist, weitaus häufiger. Deshalb werden die viralen hämorrhagischen Fieber oft erst erkannt, wenn es zu Folgeinfektionen kam oder die häufigeren Ursachen ausgeschlossen wurden.
Erfolgreiche medikamentöse Behandlungen gibt es bislang gegen die meisten hämorrhagischen Fieber kaum, am vielversprechendsten stellte sich das Virostatikum Ribavirin heraus. Gegen Gelbfieber existiert eine Impfung, ein Impfstoff gegen das Juninvirus (Argentinisches Hämorrhagisches Fieber) ist bislang nur in Argentinien zugelassen. Andere Impfstoffe befinden sich in der Entwicklung und wurden teilweise im Tierversuch bereits erfolgreich getestet. Am Hilfreichsten allerdings ist die Vorbeugung durch Insektenschutz und Einhaltung hygienischer Grundregeln.
Die meisten hämorrhagischen Fieber sind gefährlich bis lebensbedrohlich. Da sie zudem infektiös sind und Ansteckungsgefahr besteht, schreibt das Infektionsschutzgesetz (IfSG) eine generelle Meldepflicht bei Verdacht, diagnostizierten Erkrankungen oder Todesfällen durch virale hämorrhagische Fieber vor. Auch eine Quarantäne kann notwendig sein.
Infektionskrankheit | Meldepflichtige Krankheit
Viral hemorrhagic fever | Sukar hemorragiko | Verenvuotokuume | Fièvre hémorragique virale | Gorączka krwotoczna
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"Hämorrhagisches Fieber".
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