Unter einer Hämaturie (altgr. αἱμα: häma „Blut“; οὐρον: ouron „Harn“) wird das vermehrte Vorkommen von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Urin verstanden. Der Urin eines gesunden Menschen kann geringe Mengen an roten Blutkörperchen in einer Größenordnung von maximal 5 Erythrozyten pro Mikroliter enthalten. Ist das Blut schon mit freiem Auge als Rotfärbung des Urins sichtbar, wird von einer Makrohämaturie – als Gegensatz zur Mikrohämaturie – gesprochen. Letztere kann nur durch eine mikroskopische Beurteilung festgestellt werden. Eine Untersuchung mittels Urinteststreifen kann nicht zwischen roten Blutkörperchen und Hämoglobin unterscheiden.
Für die Behandlung einer Hämaturie bzw. ihrer Ursache ist nötig zu wissen, wo die Blutungsquelle lokalisiert ist. Hierzu wurde die Unterteilung in glomeruläre und postglomeruläre Hämaturie getroffen. Bei einer glomerulären Hämaturie werden Erythrozyten durch geschädigte Basalmembranen der Glomerularkapillaren gepresst und dadurch beschädigt. Mikroskopisch erkennt man dysmorphe Erythrozyten, die auch als Akanthozythen bezeichnet werden. Im Gegensatz dazu findet man bei einer postglomerulären Hämaturie keine morphologisch veränderten Erythrozyten, da sich die Blutungsquelle nach dem Glomerulus befindet und sie sich damit nicht durch die Lücken einer Basalmembran zwängen müssen.
Siehe auch: Hämatochezie – Hämatospermie – Menstruation
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