Richard Hüttig (* 10. September 1827 in Lepoldishain, Schlesien; † in Dresden)
Die Person
Hüttig erlernte den Beruf eines Tischlers und arbeitete ab 1856 in
Berlin als in einer Präzisionstischlerei für Kameras, wo er auch die Meisterprüfung ablegte. Hüttig wurde Chef des zeitweilig größten Kamerawerkes. Nach der Fusion seines Unternehmens, der
Hüttig AG verlor er an Bekanntheit. Richard Hüttig verarmte und erhielt mit Hilfe der Stadt Dresden einen Platz im Altersheim. Seine Sterbedaten sind nicht bekannt.
Das Unternehmen
In dem stetig wachsenden Fach der Fotografie sah Wünsche eine berufliche Zukunft und eröffnete in Berlin 1872 eine eigene Werkstatt. Um der wachsenden Berliner Konkurrenz zu entgehen wechselte Hüttig 1887 nach
Dresden. Dort trat auch sein Sohn Carl ins väterliche Geschäft ein, dass nun unter dem Namen
„Kunsttischlerei photografischer Apparate Richard Hüttig & Sohn“ firmierte. Hüttig entwickelte eigene Kameras, wobei er dass nötige Zubehör wie z.B. die Optiken , von Dritten bezog. Seine stetig wachsende Kunsttischlerei vergrößerte sich bald zu einer Fabrik. 1893 bezog Hüttig in der Schandauer Straße neue Gebäude, die nun als
„Fabrik photografischer Apparate“ in Erscheinung trat. 1897 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, in die
"Hüttig AG". Unternehmerische Fehlentscheidungen, wie z. B. eine kaum überschaubare Produktvielfalt brachten der Hüttig AG finanzielle Schwierigkeiten. Dazu kamen finanzielle Unregelmäßigkeiten, die Carl Hüttig eine Gefängnisstrafe einbrachten. Die Geschäftsführung wurde von
Guido Mengel übernommen, der die Fusion einiger Dresdner Kamerafabriken zu einem neuen Konzern in der Fotobranche betrieb. 1909 ging die Hüttig AG in der neu gegründeten
ICA AG auf. Der Versuch, die Dresdener
Ernemann AG als bedeutenden Mitbewerber der Hüttig AG in diesen neuen Konzern mit einzubinden schlug fehl. Das Warenzeichen der Hüttig AG, ein
Pentagramm, wurde in leicht veränderter Form von der ICA AG übernommen.
Produkte
Richard Hüttig &Sohn präsentierten mit der Zeus-Spiegel-Kamera die erste einäugige
Spiegelreflexkamera aus Dresdener Produktion und waren damit Mitbegründer des herausragenden Rufs Dresdens im Kamerabau. Der Produktionsschwerpunkt lag allerdings in
Rollfilm- und
Plattenkamerabereich, in dem 1904 ca. 90 Grundtypen in über 400 Varianten angeboten wurden.
Literatur
- Richard Hummel: Spiegelreflexkameras aus Dresden. Geschichte, Technik, Fakten Lindemanns, Stuttgart 1998, ISBN 3895061271
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