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Gut drei Jahrzehnte ist es nun her, daß mit der amerikanischen Firma Procter & Gamble eine neue Wickeltechnik nach Deutschland kam. Die Höschenwindel revolutionierte Deutschlands Wickeltische, statt der bekannten Stoffwindel mit Gummihosen gab es plötzlich eine Einmalwindel, die für junge Eltern eine enorme Arbeitserleichterung bedeutete. Da die Höschenwindel zu Beginn im Vergleich zu den Stoffwindeln mit Gummihosen recht teuer in der Anschaffung waren, wurden sie fast nur verwendet, wenn das Waschen der Stoffwindeln zu aufwendig war wie z.B. im Urlaub. Erst mit steigender Nachfrage und sinkenden Preisen wurden die Höschenwindeln häufiger von den Eltern für ihre Sprösslinge eingesetzt, später auch zur Inkontinenzversorgung bei größeren Kindern und Erwachsenen.

Historisches


Erfunden bzw. die Idee zur Wegwerfwindel hatte die US-Amerikanerin Marion Donovan schon Anfang der 50er Jahre, nachdem sie ihr Patent für den Boater, einer Windelhose aus Fallschirm-Nylon mit Druckknöpfen aus Plastik und Metall bekam. Es war nicht einfach, eine Papiersorte zu finden, die schnell genug Flüssigkeit aufsaugen konnte, um Feuchtigkeit von der Babyhaut fernzuhalten und so den Windelausschlag zu verhindern bzw. deutlich zu verringern. Nachdem Donovan ihre Erfindung mehreren Papierfabriken erfolglos angeboten hatte, erkannte 1956 der US-Amerikaner Victor Mills die Bedeutung dieser Erfindung, da er zu dieser Zeit gerade Großvater wurde und keine Lust mehr hatte, seinen Enkel umständlich zu wickeln. Er suchte nach einer Lösung, denn es müßte doch auch anders gehen als mit den Baumwollwindeln und Gummihosen. 1957 kaufte Procter & Gamble die Chamin Paper Company in Green Bay (Wisconsin), und Mills erhielt den Auftrag, sich für die Papiersparte neue Produkte auszudenken. So beauftragte er seine besten Mitarbeiter, eine Höschenwindel zu entwickeln. Nach ersten Produktions- und Anlaufschwierigkeiten kam die Pampers® 1961 auf den amerikanischen Markt, in Deutschland allerdings erst ab 1973. Das Wort Pampers® kommt aus dem englischen "to pamper" und bedeutet soviel wie "verwöhnen" oder "verhätscheln".

Vielen ist auch nicht bekannt, dass die Höschenwindel gleich zweimal erfunden wurde, erst von Marion Donovan bzw. Victor Mills und dann von Carlyle Harmon und Billy Gene Harper. Die erste Höschenwindel hatte eine schlichte rechteckige Form und ihr Futter, das direkt auf der Babyhaut lag, bestand aus Kunstseide, der Wäscheschutz war aus einfachen Kunststofffolie. Dazwischen lagen zahlreiche Schichten Krepppapier. Befestigt wurde die Windel noch mit Sicherheitsnadeln, die Klebetapes kamen erst viel später dazu. Das Innenfutter war teilweise vorgefaltet, damit sich die Windel besser an die Beine des Babys anschmiegte.

In Jahre 1968 brachte die Firma Kimberly-Clark eine neue Windel mit der Bezeichnung Kimbies® heraus, die statt der rechteckigen Form eine besser auf den Körper zugeschnittene Passform hatte. 1976 kam von Procter & Gamble die Höschenwindel Luvs® auf den Markt, die als erste Windel elastische Beinbündchen hatte, welche ein Herauslaufen des Urins verhindern sollten. Was jedoch das Innenleben der Windeln betraf, so entsprach sie immernoch der Grundidee von Mills. Eine aus Papier bestehende Füllung nahm die Flüssigkeit auf und das war auch das Problem bei der ganzen Sache. Wenn nämlich Papier nass wird, verteilt sich die Flüssigkeit schnell gleichmäßig durch die gesamte Papiermasse, wodurch sich die Gefahr des Wundreibens erhöht und wenn auf das vollgesogene Papier irgendein Druck ausgeübt wird, sei es durch Drücken oder darauf Sitzen, so gibt es einen Teil der absorbierten Flüssigkeit wieder frei, was zu weiteren Schwierigkeiten führt.

Die Entwickler versuchten lange diesen unerwünschten Effekt zu vermeiden, indem sie statt dem Krepppapier verschiedene andere Papiere verwendeten. Erst als Carlyle Harmon und Billy Gene Harper auf die Idee kamen, das Papier so fein zu zerrupfen, dass nur noch Zellulosefasern übrig blieben, konnten sie eine deutliche Verbesserung der Saugeigenschaften feststellen. Sie nannten den Füllstoff den sie verwendeten, einfach Fluff. Die dennoch nicht überwundenen Schwächen dieses Füllmaterials kompensierten sie damit, dass sie einfach immer mehr davon in die Höschenwindeln packten. Durch die permanente Erhöhung der Saugfähigkeit wurden aber die Höschenwindeln zunächst auch immer dicker, was den Entwicklern doch Kopfzerbrechen bereitete, da es sich negativ auf den Tragekomfort und den Zellstoffbedarf, sowie Packungsgröße und Gewicht der Höschenwindeln auswirkte.

Carlyle Harmon war bei Johnson & Johnson beschäftigt und Billy Gene Harper arbeitete für Dow Chemical. Im Jahre 1966 reichten beide praktisch fast identische Patente ein, ohne vom anderen zu wissen. Basierend auf der Idee, das Problem durch Verwendung eines besonderen Polymers zu lösen, das zu kleinen Flöckchen geschreddert wurde, wies es die bemerkenswerte Eigenschaft auf, Wasser bis zur dreihundertfachen Menge seines eigenen Gewichts aufnehmen zu können. Billy Gene Harper und sein Team beschrieben in ihrer Patentanmeldung, wie sie etwa zwei Gramm dieses Polymers zwischen zwei quadratische Tücher aus feinem Nylongewebe verteilten und die Tücher dann miteinander verbunden hatten. Diese "Windel" wurde anschliessend an einem rund sechs Monate alten Säugling praktisch erprobt. Etwa vier Stunden nach dem Anlegen wurde die "Windel" wieder abgenommen und gewogen. Sie brachte jetzt gut 120 Gramm auf die Waage, die Flocken hatten etwa das sechzigfache ihres Eigengewichts an Urin aufgenommen. Billy Gene Harper und Carlyle Harmon gelangten beide damit zum Schluss, das Papierproblem lasse sich nicht dadurch lösen, dass man die Höschenwindeln mit immer dickeren Papierfaserwulsten auspolsterte. Eine Hand voll des Polymers würde diese Aufgabe besser erledigen können. Damit war auch bewiesen, dass diese Polymere für Höschenwindeln eine vielversprechende Zukunft hatten.

Diese Patente von Carlyle Harmon und Billy Gene Harper waren die eigentliche Geburtsstunde der modernen Höschenwindeln. Es sollte aber noch einige Jahre dauern, bis diese Patente wirklich in den Höschenwindeln ihren Einsatz fanden. Etwa 1987 wurde der Superabsorber bei den Höschenwindeln für Babys eingeführt und einige Jahre später dann auch in den Höschenwindeln für Erwachsene. Das Verblüffende ist, dass trotz der Gewichtsreduktion und der damit verbundenen Verkleinerung der Dicke des Saugmaterials die Höschenwindeln immer saugfähiger wurden. Den Forschern gelang dieser Coup, indem sie neben der Saugfähigkeit des Granulats auch dessen Verteilungseigenschaft für die Flüssigkeit optimierten. Etwa ein Teelöffel voll Superabsorber reichen pro Windel aus, um die schwere "Last" zu halten und selbst unter Druck fast nicht mehr abzugeben. Bis heute ist noch immer nicht bis ins Letzte geklärt, wie diese Polymere genau funktionieren. Man weiß aber, dass diese Polymere unter dem Mikroskop wie ein dicht zusammengelegtes Fischernetz aussehen. Einer Wassermenge ausgesetzt, entfaltet sich das Polymer ähnlich wie ein ins Meer geworfenes Fischernetz, wobei sich das Wasser in den Maschen festsetzt. Eine der Hauptprobleme, mit denen sich die Entwickler der Höschenwindeln auseinander setzen müssen, das ist der Salzgehalt des Urins. Da die Salze des Urins die Entfaltung des Netzes hemmen, können diese Polymere nur ein Zehntel der Menge einer salzigen Flüssigkeit aufnehmen, die sie bei Trinkwasser schaffen würden. Ziel der Entwickler ist es, das Salz aus dem Urin zu entfernen und somit die Speichereigenschaften der Polymere zu erhöhen.

Inspiriert durch die immer mehr auf den Markt drängenden unterschiedlichen Höschenwindeln für Babys, machten auch die Entwicklungen bei den Höschenwindeln für Erwachsene weitere Fortschritte. So werden heute eine Vielzahl von unterschiedlichen Produkten sowohl für Babys als auch für Erwachsene angeboten, passend zu den persönlichen Anforderungen seiner Träger. Die jüngste Entwicklung sind die unterschiedlichen "Trainingshosen", oder auch "Pants", "Pullons", "Easy Up", usw. genannt, die sich wie Unterhosen an- und ausziehen lassen, und die elastischen Klett- oder Klebeverschlüsse besitzen. Produkte mit textilähnlicher Außenfolie, wie sie seit langem für Baby-Höschenwindeln existieren, kommen jetzt auch langsam für Erwachsenenwindeln auf den Markt.

Die Anforderungen an gute Produkte steigen immer weiter, so dass sich sogar schon Mathematiker damit beschäftigen und versuchen, die perfekte Windel konstruieren. Windeln enthalten Superabsorber und Zellulose, die so verteilt sein müssen, dass sie die Feuchtigkeit optimal aufsaugen. Wie aber müssen die Absorber verteilt werden, damit die Haut möglichst trocken bleibt? Die Mathematiker verwandeln die Strömungs- und Absorptionsprozesse in mathematische Gleichungen. Im Rechner veränderen sie dann die Verteilung des Granulats so lange, bis sie die optimale Lösung gefunden haben. Mit solchen Fragen beschäftigen sich heute auch Wirtschafts- beziehungsweise Technomathematiker. Auch die Chemiker sind nicht untätig, sie entwickeln immer bessere und noch saugfähigere Superabsorber, damit die Produkte noch mehr an Tragekomfort und Sicherheit bieten. Fast wie in der Automobilindustrie werden die Neuentwicklungen schon am Computer entworfen, Anwendungsverhalten und Trageeigenschaften simuliert, ehe ein Prototyp hergestellt wurde.

Produktion und Nachfrage


Wegen der ständig steigenden Nachfrage nach Höschenwindeln begann die Firma P&G 1973 mit den Plänen für eine Produktionsanlage auch in Deutschland. Heute steht in Euskirchen, Nordrhein-Westfalen, die größte und modernste Produktionsanlage für Höschenwindeln außerhalb Nordamerikas, in der für über 30 Länder der Erde Pampers®-Windeln hergestellt werden. Mindestens 80 Prozent aller Kinder, die in den letzten 30 Jahren in Deutschland geboren wurden, sind mit Einwegwindeln groß geworden. Aktuell wird der Anteil sogar vereinzelt auf bis zu 95 Prozent geschätzt. Die Marke Pampers® hält am Markt der Höschenwindeln in den letzten Jahren kontinuierlich einen Anteil von ca. 60 Prozent. Daher ist "Pampers®" fast jedem bekannt und wird umgangssprachlich oft als Synonym für Höschenwindeln gebraucht, auch wenn es sich um andere Marken / Hersteller handelt.

Eine stark steigende Nachfrage ist auch bei den Höschenwindeln für Erwachsene festzustellen, was v.a. auf die zunehmende Alterung der Bevölkerung zurück zuführen ist. Der Bedarf an Inkontinenzprodukten in den Alten- und Pflegeheimen steigt immer weiter an, das hat sogar einen großen Hersteller wie Hartmann dazu bewogen, die Produktion von Babywindeln (Fixies®) zu verkaufen und nur noch die Höschenwindeln für Erwachsene (Molicare®) selbst zu produzieren. Zunehmend werden auch Höschenwindeln bei noch mobilen inkontinenten Menschen verwendet, da sie im Vergleich zu Vorlagen sicherer am Körper fixiert werden können und damit eine größere Sicherheit vor "Unfällen" im Alltag garantieren.

Aufbau der Höschenwindeln


Der Aufbau der Höschenwindeln ist bei allen Herstellern fast gleich und Unterscheidet sich nur in Details. Sie besitzen alle einem Saugkern der auf der Innenseite von einem Trockenvlies und auf der Außenseite von einer wasserdichten Kunststofffolie als Wäscheschutz umhüllt ist. Zur Fixierung der Höschenwindel am Körper sind an den Seitenteilen Klebe- oder Klettverschlüssen angebracht, die mehrfach Wiederverschlossen werden können. Für die Herstellung der Höschenwindeln werden heute keine PVC-Folien und keine Materialien die Latex enthalten, mehr verwendet. Moderne Höschenwindeln wiegen im Durchschnitt etwa 50 Gramm (Babywindeln) bzw. 120 Gramm (Erwachsenenwindeln) und bestehen hauptsächlich aus Zellstoff (ca. 60%), Superabsorber (ca. 15%), Polypropylen (ca. 11%), Polyethylen (ca. 7%) und nochmal 7% andere Stoffe wie etwa Klebstoffe, Klebe- bzw. Klettverschlüsse, Lycrafäden und Nässeindikator.

Die Passform

Die Passform der Höschenwindeln hat sich im Laufe der Entwicklungsgeschichte doch sehr deutlich verbessert. Durch die optimale anatomische Passform bieten die Höschenwindeln für den Träger ein Höchstmaß an Sicherheit und Tragekomfort. Durch die Einführung von verschiedenen Schnitten bei den Höschenwindeln wurde eine weitere Verbesserung der Passform und der Handhabung erzielt. So stehen heute Modelle zur Verfügung, die sich wie eine normale Unterhose anziehen lässt und auch auf den ersten Blick nicht von normaler Unterwäsche zu unterscheiden ist. Diese Modelle werden unter den Bezeichnungen "Trainers", "Pants", "Pullons", "Easy Up", usw. geführt und sowohl für Kleinkinder als auch für Jugendliche und Erwachsene angeboten.

Der Wäscheschutz

Die Außenfolie einer Höschenwindel soll seinen Träger vor nasser Kleidung bzw. einem nassen Bett schützen. Früher wurde eine PVC-Folie als Wäscheschutz verwendet, die aber schon bald durch Polyethylen-Folien ersetzt wurde, da das Polyethylen im Gegensatz zum PVC (Polyvinylchlorid) keine Weichmacher an seine Umgebung abgibt. Polyethylen-Folien werden in unterschiedlichen Materialstärken eingesetzt, wobei die Folien immer dünner wurden, sich weicher anfühlen und auch weniger Geräusche bei Bewegung (rascheln) abgeben als früher.

Eine Neuerung, die sich schon bald bei fast allen Herstellern durchsetzte, sind die atmungsaktiven Folien mit textilähnlicher Oberfläche, welche etwa 1997 von P&G (Pampers) eingeführt wurden. Heute finden sich kaum noch Höschenwindeln für Säuglinge und Kleinkinder auf dem Markt, die mit einer normalen Polyethylen-Folie versehen ist. Auch immer häufiger werden die atmungsaktiven Folien mit textilähnlicher Oberfläche bei Höschenwindeln für Erwachsene eingesetzt. Im Vergleich zu normalen Polyethylen-Folien sind die atmungsaktiven Folien Wasserdampf- und Luftdurchlässig aber trotzdem Wasserdicht. Diese Folien geben etwa 2 bis 4 Prozent der gespeicherten Flüssigkeit in Form von Wasserdampf innerhalb von 24 Stunden an ihre Umgebung ab. Dieser Umstand führt dazu, dass sich die Außenschicht dieser Folien manchmal etwas Feucht anfühlt und bei langem Sitzen auf einem Stuhl auch schon einmal feuchte Stellen hinterlassen kann.

Der Saugkern

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Das Innenvlies

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Die Bündchen

Schon 1976 wurden elastische Beinbündchen eingeführt, die sich eng an die Beine anschmiegen. Die Beinbündchen werden durch 2 bis 4 parallel zueinander laufende Lycrafäden, einem speziellen Gummiband gebildet. Die Lycrafäden sind sehr dehnfähig und können um bis zu 400% ihrer ursprünglichen Länge gedehnt werden, ehe sie brechen. Auch wurden schon sehr früh elastische Innenbündchen eingeführt, die einen zusätzlichen Auslaufschutz an den Beinabschlüssen gewährleisten. Für die Innenbündchen werden ebenfalls Lycrafäden verwendet, die einzeln oder doppelt parallel zueinander laufen.

Weiterhin wurden zusätzliche elastische Bündchen bei vielen Herstellern am Bund und der Rückenpartie eingeführt, die zusätzliche Sicherheit gegen Auslaufen der Höschenwindel bieten. Da diese Bündchen am Bauch und in der Rückenpartie wesentlich breiter als die Beinbündchen sind, wird hier ein Polyurethanschaumgummi verwendet.

Der Verschluss

Der Verschluss der Höschenwindel erfolgt auf zweierlei Arten, den seitlichen Verschlüssen wie sie häufig bei Höschenwindeln für Erwachsene verwendet werden, oder durch ein Fronttape, das fast ausschließlich bei Höschenwindeln für Säuglinge und Kleinkinder eingesetzt wird. Durch die Einführung von wiederverschließbaren Klebe- oder Klettverschlüssen wurde dem Anwender die Möglichkeit gegeben, die Höschenwindel mehrfach zu öffen und wieder zu verschließen.

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Der Nässeindikator

Der Nässeindikator wird überwiegend bei Höschenwindeln für Erwachsene verwendet, aber auch einige Höschenwindeln für Säuglinge und Kleinkinder besitzen einen. Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Einnässen der Höschenwindel anzuzeigen. Zum einen können Farbstreifen verwendet werden, die bei Kontakt mit Urin ihre Farbe, zumeist in Blau ändern oder sich aber auflösen. Neuere Nässeindikatoren bestehen zumeist aus einem Aufdruck wie er von Tintenstrahldruckern her bekannt ist. Das hat zudem den Vorteil, dass Herstellerinformationen wie etwa die Saugstärke oder das Herstellungsdatum des Produktes mit aufgedruckt wird. Beim Einnässen der Höschenwindel verschwimmt die Beschriftung und zeigt einen notwendigen Wechsel an.

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Das Trockenvlies der Einwegwindel basiert auf einer Kunstfaser aus Polyester, die so konzipiert ist, daß sie selbst keine oder kaum Flüssigkeit aufnimmt, aber die Flüssigkeit ohne Probleme in den Saugkern hindurchlässt. Da das Trockenvlies selbst nicht saugfähig ist, bleibt die Flüssigkeit im Saugkern gebunden und die Haut des Babys relativ trocken.

Der Saugkern bildet das zentrale Element der Einwegwindel und wiegt bei der Pampers® je nach Höschengröße zwischen 30 und 60 Gramm. Damit macht er etwa 70 Prozent des Gewichts der ganzen Windel aus. Er besteht im Wesentlichen aus verschiedenen Zellstofflagen unterschiedlicher Faserqualitäten, sowie dem dort eingelagerten Superabsorber. Letzterer besteht aus kleinen hygroskopischen Kunststoffkügelchen aus Polyacrylaten, die sich bei Aufnahme von Flüssigkeit in ein Gel verwandeln, in dem die Flüssigkeit fest gebunden ist. Erst mit der Erfindung des Superabsorbers konnten die Höschenwindeln immer größere Mengen an Flüssigkeit speichern, ohne sie unter Belastung wieder an die Haut des Babys abzugeben. Moderne Superabsorber können bis zum 500-fachen (demineralisiertes Wasser) des eigenen Gewichtes unter Druck speichern; bei Urin liegt der Wert nur bei etwa dem 50-fachen.

Der Saugkern der Höschenwindeln verschiedener Hersteller unterscheidet sich v.a. in der Menge und Verteilung des Superabsorbers im Saugkörper und dem Aufbau und der Dicke der einzelnen Zellstofflagen und deren Schichtung, sowie in seiner äußeren Form. Der genaue Aufbau des Saugkörpers stellt damit den entscheidenden Teil der herstellerspezifische Rezeptur der Windel dar, der als Firmengeheimnis streng gehütet wird. Neben dem Tragekomfort und Sitz, hängt davon v. a. ab, welche Menge an Flüssigkeit und wie schnell sie von der jeweilige Windelmarke aufgenommen und sicher gespeichert werden kann.

Forschung und Entwicklung


Was für enorme Anstrengungen in die Entwicklung von neuen Produkten gesteckt werden, zeigt sich am Beispiel von Procter & Gamble bei der Entwicklung der Höschenwindeln für unsere jüngsten Anwender.

Die Verbraucher als Mitentwickler

In den letzten 30 Jahren wurden die Einwegwindeln stetig weiterentwickelt und dies wird wohl auch in Zukunft so sein. Die Deutschland-Zentrale von Procter & Gamble (P&G) erhält täglich Pakete mit gebrauchten Windeln. Es gibt fast 2000 Elternpaare, die in regelmäßigem Abstand Pampers® ihrer Kinder an die Firma liefern, gebraucht und gut gefüllt, oder wie es korrekt heißt "beladen". Dazu gehört ein von den Eltern ausgefüllter detaillierter Fragebogen, in dem beschrieben wird, unter welchen Umständen der Inhalt in die Windel kam.

Die gebrauchten Windeln sind für die Forschungsabteilung ein wichtiges Studienobjekt. So kann untersucht werden, wie gleichmäßig der Saugkern der Windel ausgenutzt wird, ob er sich beim Tragen verschoben hat oder ob die Superabsorber sich verklumpen. Die Produktentwickler wollen auch genau wissen, wie sich Harn und Stuhl in der Windel verteilen und zwar unter möglichst realistischen Bedingungen. Der enge Kontakt zum Endverbraucher ist dabei unerlässlich, denn zwei Probleme haben die Entwickler: Sie können die Windeln weder selbst ausprobieren, noch können sie mit den eigentlichen Benutzern sprechen. Daher wurde ein "Verbraucher-Kontaktzentrum" eingerichtet, hier werden auch die Konkurrenzprodukte von Pampers getestet.

Selbst das Wickeln wird im Verbraucher-Kontaktzentrum bei Procter & Gamble beobachtet, da es alle Eltern beim Anlegen der Windel etwas anders machen. Die jeweilige Wickel-Methode kann Forschern Hinweise geben, wie Verschlüsse oder der Zuschnitt der Windel verbessert werden können. Äußern mehrere Testeltern ähnliche Wünsche, dann bauen die Entwickler von Hand 30 oder 50 Prototypen. Wenn diese Prototypen im Test viel versprechend abschneiden, werden kleine Serien hergestellt, die nun von einer größeren Zahl von Babys ausprobiert werden.

Erst wenn eine neue Windel all diese Hürden genommen hat, dann werden die Produktionsanlagen entsprechend umgerüstet. Spätestens dann zeigt sich, ob ein neuer Windeltyp es aushält, bei einem Tempo von bis zu dreizehn Stück pro Sekunde und Maschine störungsfrei produziert zu werden. Nur bei dieser Geschwindigkeit können täglich mehr als zehn Millionen Pampers hergestellt werden.

Höschenwindeln Gestern - Heute - Morgen

Die Pampers, ebenso wie Höschenwindeln anderer Hersteller haben seit ihrer Markteinführung starke Metamorphosen durchlaufen. Seit dem Jahr 1973 haben sich Aussehen und Aufbau der heute 30 bis 50 Gramm, zu Beginn rund doppelt so schweren Saughilfen stark verändert. Glichen die ersten Modelle noch einem Rechtecktuch, das anfänglich noch mit Sicherheitsnadeln anstelle von Klebebändern befestigt werden musste, erinnern sie heute eher an ganz normale Unterwäsche. Während Einwegwindeln zunächst nur aus dicken Zellstofflagen mit einer Umhüllung aus Folie auf der einen Seite und Zellstoff oder Kunststoffflies auf der anderen bestanden, so sind die modernen Varianten aus zwei bis drei Dutzend Komponenten zusammengesetzt.

Nach wie vor ist Zellstoff eine wichtige Zutat, deren Anteil sich in der Vergangenheit zwar stetig verringert hat, die trotz der extremen Saugfähigkeit des Superabsorbers aber weiterhin unverzichtbar in der Windel ist. Der Zellstoff leitet die Körperflüssigkeiten in tiefere und entlegenere Zonen des Windelkerns. Das stellt sicher, daß möglichst viel Flüssigkeit verteilt wird, bevor die Absorber-Kügelchen aufquellen und den weiteren Zugang zum Saugkern blockieren. Nur wenn der Zellstoff den Urin in der Windel weitläufig auf die Saugkügelchen verteilt, hat die Einwegwindel ihre volle Saugkraft. Die Entwicklung ist nun an einem Punkt angelangt, wo sich die Menge des Zellstoffes kaum noch reduzieren lässt, ohne Einbußen in der Flüssigkeitsverteilung zu haben. Man weiß heute, dass ein Kleinkind im Schnitt nur alle 76 Minuten in die Windel macht - im Gegensatz zu einem Säugling, der noch sehr häufg einnässt -, d.h. dass die Windel nur selten, dafür aber große Mengen an Urin in kürzester Zeit aufnehmen und sowohl möglichst großflächig als auch möglichst schnell im Saugkern verteilen muss.

Wichtig ist, daß die Windel nicht verrutscht oder Druckstellen und Scheuermale erzeugt. Wie "atmungsaktiv", also luftdurchlässig eine Höschenwindel ist, überprüfen die Entwickler anhand von Hautfeuchte-Tests. Diese enthüllen, ob und wo unter der Windel ein Kleinkind mehr als üblich schwitzt.

Ziel der Hersteller für die Zukunft ist es, Einmalwindel zu entwickeln, die noch saugfähiger sind, noch mehr Luft an den Körper lassen und noch bequemer zu tragen sind. Der Saugkern muss dafür einerseits möglichst leicht und dünn sein und eine anatomische Form aufweisen, d.h. im Schritt, dort wo eigentlich die höchste Saugfähigkeit gebraucht wird, schmal geschnitten sein. Andererseits aber soll er so viel Flüssigkeit wie möglich schnell aufnehmen und dauerhaft binden können. Um dies zu erreichen werden mittlerweile sogar schon Mathematiker beschäftigt, die anhand mathematischer Gleichungen die Strömungs- und Absorptionsprozesse im Windelkern simuliert, um die optimale Verteilung des Superabsorbergranulats zu berechnen. Daneben wird weiter an der Entwicklung einer kompostierbaren Windel gearbeitet um das Problem des v.a. durch Inkontinenzwindeln weiter zunehmenden Windelmülls zu entschärfen, bislang allerdings ohne greifbares Ergebnis.

Vor- und Nachteile, Umweltauswirkungen


Sind die modernen Höschenwindeln, sei es nun für Babys oder für Erwachsene ein Fluch oder ein Segen für die Menschheit? Über diese Frage zerbrechen sich die Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen schon lange den Kopf. Wirklich brauchbare und aktuelle Forschungsergebnisse gibt es kaum, da die Ergebnisse meistens auch von den Auftraggebern abhängen.

Warum sind Höschenwindeln so erfolgreich?

Bei Eltern erfreuen sich die Höschenwindeln großer Beliebtheit. Der Anteil der Kinder die damit gewickelt werden, wird je nach Quelle mit 80 bis 95 Prozent angegeben. Aber das war nicht immer so, denn bei Einführung der Einwegwindeln waren diese in der Anschaffung noch sehr teuer und brachten im Vergleich zu den Stoffwindeln und Gummihosen auch keinen nennenswerten Vorteil für die Wickelkinder, da weder die Saugleistung noch die Hauttrockenheit besser waren. Erst als die Einwegwindeln billiger und besser wurden, traten sie ihren Siegeszug durch die Kinderzimmer an.

Viele Familien nutzten Einwegwindeln, da sie eine große Arbeitserleichterung darin sehen, und die Bequemlichkeit schätzen: Sie haben immer frische Windeln verfügbar, vorausgesetzt sie haben rechtzeitig für Nachschub gesorgt, müssen keine Windeln und Gummihöschen waschen und wenn sie unterwegs sind, keine vollen Windeln mit sich herumtragen und wieder mit nach Hause nehmen. Auch die Handhabung der Windel, d.h. anlegen bzw. wechseln, ist unkompliziert und mit wenigen Handgriffen schnell erledigt, sofern das Kind nicht von einem großen Geschäft sauber gemacht werden muss. Zudem muss durch die hohe Aufnahmekapazität der heutigen Einwegwindeln nicht mehr so oft gewickelt werden. Ein weiterer Grund ist aber sicher auch die Sorge um das Wohlbefinden der Kleinen. Die höhere Saugfähigkeit der Einwegwindel sorgt für mehr Trockenheit rund um Babys Po. Feuchte Haut begünstigt die Windeldermatitis, bei der sich die Haut rötet und schuppt. Sie entsteht vor allem, wenn die Haut von Stuhl und Urin und womöglich mechanisch durch zu enge Bündchen der Windel gereizt wird. Wird Urin zersetzt, so entsteht Ammoniak, das Hautmilieu gerät vom Sauren ins Alkalische. Dann aber haben Hefepilze (Candida albicans) und Bakterien (Staphylo- und Streptokokken) leichtes Spiel. Es gibt inzwischen gut dokumentierte Studien, die eindeutig eine Abnahme von Windeldermatitiden durch das Tragen von modernen Höschenwindeln zeigen konnten. Die heutigen Einwegwindeln sind danach den Stoffwindeln mit Gummihosen in dieser Hinsicht weit überlegen. Dies gilt, wenn auch in geringerem Maße, auch dann, wenn als Windelhöschen statt einer Gummihose ein luftdurchlässiges Höschen aus Schafwolle o.ä. verwendet wird. Außerdem besitzt die mittlerweile sehr dünne Einwegwindel einen höheren Tragekomfort, da sie den Kindern mehr Bewegungsfreiheit lässt im Vergleich zu dem dicken Windelpaket aus mehrlagiger Stoffwindel, Windelhose und meist noch zusätzlichen Einlagen zur Verstärkung der Saugleistung .

Zumindest den Arbeitsaufwand des Waschens kann man aber bei Stoffwindeln dadurch umgehen, dass man einen Windeldienst in Anspruch nimmt. Dieser holt in regelmäßigen Abständen die gebrauchten Windeln ab und bringt dabei neue, gewaschene mit. Auch gibt es mittlerweile Stoffwindelsysteme, die ähnlich leicht zu handhaben sind wie Einwegwindeln: Anatomisch geformte, in der Mitte verstärkte Windeln mit Klettverschlüssen, teilweise auch schon in Verbindung mit einer Windelhose (fest eingenäht oder mit Druckknöpfen befestigt).

Bei erwachsenen Anwendern haben sich die Einweg-Höschenwindeln auch deshalb durchgesetzt, da sie im Alltag besonders bei berufstätigen Personen unkompliziert zu handhaben sind und durch ihren dünnen Aufbau trotz der hohen Saugkraft praktisch nicht auffallen. Ein weiterer Grund liegt darin, dass die nassen Windeln nicht zum waschen mit nachhause genommen werden müssen, was eine größere Flexibilität des Betroffenen gewährleistet. Der einzig sinnvolle Anwendungsbereich für waschbare Windelsysteme findet sich in der Nachtversorgung, bei Bettnässen und in der Pflege von immobilen Patienten.

Warum sind Höschenwindeln für Erwachsene bunt?

Diese Frage stellen sich immer wieder inkontinente Menschen, ganz egal ob sie noch Mobil sind, oder schon in einem Alten- oder Pflegeheim leben. Im Vergleich zu den Höschenwindeln für Säuglinge und Kleinkinder die praktisch nur in Weiß erhältlich sind, werden die aufsaugenden Inkontinenzprodukte von den Herstellern teilweise mit sehr kräftigen Farben versehen, die Farbpalette reicht dabei von Weiß über Gelb bis zu Pink. Die Hersteller begründen diese Vorgehensweise damit, dass sie sagen, es sei eine Erleichterung für das Pflegepersonal, leider hatten sie dabei aber nicht an die Betroffenen gedacht. So kann es zu Situationen kommen, in denen z.B. männliche Patienten weigern, rosarote Höschenwindeln zu tragen. Dass hier schon Konflikte in der Betreuung der betroffenen Personen quasi vorprogrammiert sind, das versteht sich fast von selbst. Einige Hersteller gehen sogar so weit, dass sie die Inkontinenzhilfsmittel als Werbefläche verwenden und ihren Firmennamen sowie die Angaben zur Saugstärke und Größe des Produktes in mehreren Zentimeter großen Buchstaben auf die Folie drucken.

Erst in den letzten Jahren findet bei einigen Herstellern ein Umdenken statt, in dem sie erkannt haben, dass auch mobile Personen die noch voll im Berufsleben stehen, diese Produkte häufig verwenden und im besondern Maße Wert auf Diskretion legen. Besonders in den Sommermonaten kann es dann für diese Gruppe der Anwender zu peinlichen Situationen kommen, wenn z.B. das T-Shirt aus der Hose rutscht und der Rand einer leuchtend pinken Höschenwindel aus der Hose blickt. Werden dagegen nur schwache Farben oder weiße Folien verwendet, so ist das Hilfsmittel nicht sofort als solches zu erkennen und der Betrachter erkennt es eher als normale Unterwäsche. Ob die Hersteller ihr "Farbsystem" wieder verlassen und zum neutralen Weiß mit dezenterer Beschriftung übergehen, das lässt sich jetzt noch nicht sagen.

Kostenvergleich von Stoff- und Einwegwindeln

Hinsichtlich der Kosten sind Mehrwegwindeln über die gesamte Wickelzeit gerechnet die preiswertere Lösung, auch dann wenn man in den Vergleich die Kosten für Wasser, Strom und Waschmittel bei Stoffwindeln einerseits und die höheren Müllgebühren bei Einwegwindeln andererseit mit einrechnet. Abschreckend für viele Eltern sind aber die zunächst hohen einmaligen Anschaffungskosten für Stoffwindeln plus Windelhosen in Form vom Gummihosen, Schafwollhosen o.ä., und insbesondere für integrierte Systeme, die ähnlich wie Höschenwindeln zu handhaben sind. Ein weiterer Grund, der sich immer mehr zu gunsten von Einwegwindeln bemerkbar macht, sind die stetig steigenden Energiekosten im privaten Haushalt, während die Kosten für die Einwegwindeln deutlich geringer anstiegen. Anders sieht es aus, wenn mehrere Wickelkinder im Haushalt leben, dann haben nach wievor die Mehrwegsysteme die Nase vorne. Bei den Mehrwegsystemen für Erwachsene sieht die Sache allerdings etwas düsterer aus, da haben ganz klar die Einwegprodukte die Nase vorne. Die Gründe sind auch hier erstens die teilweise hohen Anschaffungskosten und zweitens auch wieder die gestiegenen Energiekosten, die sich beim Waschen bemerkbar machen. Außerdem ist der Kostenunterschied zwischen Einweg und Mehrwegprodukten bei den Erwachsenengrößen deutlich größer. So kann es bis zu zwei Jahren dauern, ehe die Anschaffungs- und Energiekostenkosten die Kosten der Einwegprodukte einholen. Hier ist häufig auch schon die Lebenserwartung des Mehrwegsystems erreicht, in der eine wirtschaftliche Nutzung sinnvoll ist, da die Saugkapazität dann abnimmt und das Hilfsmittel häufiger gewechselt und damit auch gewaschen werden muss. So gesehen rechnen sich Mehrwegsysteme nur in größeren Institutionen wie etwa Alten- und Pflegeheimen, die eine wirtschaftlichere Reinigung der Hilfsmittel bewerkstelligen können.

Die Umweltbilanz von Stoff- und Einwegwindeln

Unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes werden Einwegwindeln allerdings von vielen Menschen kritisch gesehen. Den ganzen Vorteilen in der Handhabung steht das Müllproblem gegenüber. Nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland besteht der Restmüll in reinen Wohngebieten mittlerweile etwa zur Hälfte aus Einwegwindeln. Diese Windelberge lasten bundesweit alleine die Kapazität von sieben Müllverbrennungsanlagen aus. Bis ein Kind zuverlässig trocken ist, werden durchschnittlich 6000 Einwegwindeln gebraucht. Diese Menge entspricht über 1.000 Kilogramm, also mehr als eine Tonne Restmüll, wovon allerdings korrekter weise das Gewicht des in der Windel enthaltenen Urins und Stuhls abgezogen werden muss, da diese andernfalls, bei Verwendung von waschbaren Mehrwegsystemen, über die Kanalisation entsorgt werden und bei der Abwasserreinigung in Form von Klärschlamm wiederum als Abfall anfallen.

Stoffwindeln plus Windelhöschen gelten daher gemeinhin als umweltfreundliche Alternative zur Einwegwindel. Allerdings haben die bisherigen Studien bzgl. der Umweltauswirkungen keinen eindeutigen Vorteil für das eine oder das andere System festgestellt. Einwegwindeln bedingen neben der großen, bisher nicht wiederverwertbaren Abfallmenge, auch Rohstoff-, Energieverbrauch und Emissionen für Herstellung und Verteilung. Insbesondere die Produktion des Zellstoffs ist meist mit erheblicher Luft-und Gewässerbelastung und mit Umweltzerstörung durch Holzrodungen verbunden. Dem gegenüber stehen bei Stoffwindeln der erhöhte Energie-, Wasser- und Waschmittelverbrauch für das Waschen, sowie auch die Umweltschäden durch den Baumwollanbau. Dieser erfolgt zumeist mit einem hohen Maß an Pflanzenschutzmitteln und Kunstdünger und erfordert große Mengen an Wasser für die Bewässerung, das in den meisten Anbaugebieten, da in arriden Zonen gelegen, sehr knapp ist. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden jedoch vielfach in Zweifel gezogen, da die Studien von den Herstellern der Einwegwindeln in Auftrag gegeben wurden und die zugrundeliegenden Annahmen z.T. fragwürdig erscheinen. So wird von Kritikern etwa behauptet, dass einerseits der angenommene Bedarf bei Einwegwindeln nur halb so hoch ist wie der tatsächliche Verbrauch, während andererseits bei Stoffwindel eine überhöhte Zahl von Windelwechseln zugrunde gelegt wurde. Auch wurde in den Studien beispielsweise angenommen, dass die Eltern zum Trocknen der Stoffwindeln grundsätzlich einen Wäschetrokner benutzen, was nicht den Tatsachen entspricht, sich in der Bilanz aber mit einen erheblichen zusätzlichen Energieverbrauch niederschlägt.

Auswirkungen von Stoff- und Einwegwindeln auf das Trockenwerden

Vielfach wird die These vertreten, daß Kinder, die mit Stoffwindeln gewickelt werden, früher trocken werden. In den Stoffwindeln spüren die Kleinen sofort, wenn sie eingenässt haben und empfinden dies eher als ungemütlich und versuchen dieses unangenehme Gefühl der Nässe zu vermeiden. Einwegwindeln fühlen sich dagegen auch nach dem Einnässen meist trocken an, weil der Urin durch das Flies schnell von der Haut weggegeleitet und durch den Superabsorber gebunden wird. Diese Vermutung wurde von den bisherigen Untersuchungen allerdings nicht bestätigt, denn danach brauchten sowohl die Kinder, die mit Einwegwindeln gewickelt wurden, als auch mit Stoffwindeln gewickelte Kinder in etwa genauso lange bis sie trocken waren. Jedoch ist Festzustellen, dass der Zeitpunkt des Sauber- bzw. Trockenwerdens bei Kindern in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegen ist, wofür auch die im Einzelhandel in immer größeren Größen angebotenen Baby-Höschenwindeln ein Indiz sind. Zurückgeführt wird dies einerseits auf veränderte Ansichten bzgl. der Sauberkeitserziehung. Andererseits spielen offenbar auch eine zunehmende Bequemlichkiet und veränderte Lebensumstände, d.h. die Zunahme der Berufstätigkeit beider Elternteile, eine wesentliche Rolle. Gelegentliches Windelwechseln ist weniger zeitaufwändig und anstrengend als frühzeitiges Töpfchen- oder Toilettentraining, und es ist heute mit weniger Arbeitsaufwand als in der Vergangenheit verbunden. Zu verdanken ist dies der einfachen Handhabung der Einwegwindeln, bzw. bei Stoffwindeln den modernen Waschmaschinen, Trocknern und Waschmitteln oder der Inanspruchnahme eines Windeldienstes, sowie der bei viele Stoffwindelsystemen ebenfalls vereinfachten Handhabung. Auch muss heute auf Grund der verbesserten Saugfähigkeit der Windeln nicht mehr so häufig gewickelt werden. Zudem ist Nachts meist ohnehin noch längere Zeit eine Windel erforderlich, so dass es viele Eltern auch tagsüber nicht eilig haben mit dem Trockenwerden der Kinder.

Einwegwindeln mit ungebleichtem Zellstoff: Die umweltfreundliche Höschenwindel?

Derzeit bietet ein Hersteller Höschenwindeln mit dem Namenszusatz Öko an, für die ungebleichter Zellstoff verwendet wird. Die Bleichung von Zellstoff stellt nach wie vor eine Umweltbelastung dar, wenn auch durch den Verzicht auf Elementarchlor, und z.T. auch schon Chlorverbindungen, in deutlich geringerem Maße als früher. Vor allem aber reduziert sich die Zellstoffmenge bei diesem Vorgang um rund 10%. So wird durch den Einsatz von ungebleichtem Zellstoff der Holzbedarf zunächst verringert. Ob der Zellstoffverbrauch für Windeln dadurch aber insgesamt geringer ausfällt, ist fraglich, da ungebleichter Zellstoff wesentlich weniger saugfähig ist als der vom Holzbestandteil Lignin gereinigte Weiße. Möglicherweise wird die Windel deshalb etwas öfter gewechselt, möglicherweise wird deshalb auch ein dickerer Saugkern mit mehr Zellstoff in die Windel eingebaut. Bei der in Rede stehenden Windelmarke wird auf Grund der Problematik mit der Saugfähigkeit daher auch ein größerer Anteil gebleichter Zellstoff beigemischt.

Der Einsatz von Recyclingfasern aus Altpapier ist im Übrigen aus hygienischen Gründen unzulässig, und dürfte auf Grund der vielen in den unterschiedlichen Papiersorten eingesetzten Zusatzstoffe und einiger Bestandteile der Druckfarben problematisch sein.

Hinsichtlich der Abfallproblematik/Wertstoff-Recycling bietet die Windel mit ungebleichtem Zellstoff keine Vorteile. Auch wenn der Hersteller sich bemüht hat den Kunststoffanteil zu reduzieren, und ein Vlies aus Zellstoff einsetzt, eine Kompostierung der Windel ist nach wie vor so gut wie ausgeschlossen.

Einwegwindeln mit Baumwoll-Saugkern: Eine Alternative?

Saugkerne von Einwegwindeln gibt es auch aus 100 Prozent Baumwolle, hierbei liegen mehrere Lagen Baumwollmaterial übereinander. Diese Windeln sollen ein Kompromiss für Eltern sein, die ihre Kinder einerseits in Einwegwindeln, andererseits in reiner Baumwolle wickeln möchten. Die Saugfähigkeit von Baumwolle ist im Verhältnis zur Saugfähigkeit des Superabsorbers relativ gering und liegt beim etwa 7-fachen des Eigengewichtes. Das zeigt deutlich, daß der Superabsorber der Baumwolle deutlich überlegen ist. Die Nachteile von Einwegwindeln aus Baumwolle liegen damit in der relativ geringen Saugfähigkeit und andererseits im relativ hohen Gewicht der Baumwolle. Problematisch ist die Verwendung von Baumwolle aber v.a. wegen der bereits oben beschrieben erheblichen negativen Umweltauswirkungen des Baumwollanbaus in den meisten Anbaugebieten. Ob sich Einwegwindeln aus Baumwolle durchsetzen werden, ist daher sehr unwahrscheinlich.

Recycling von Höschenwindeln: Eine Alternative?

Kompostierbare Einwegwindeln wurden von verschiedenen Firmen immer mal wieder angekündgt. Eine baldige Markteinführung ist aber nicht zu erwarten, da es bisher keine Hinweise dafür gibt, dass Hersteleller mit der Entwicklung schon entsprechend vorrangeschritten wären. Ein Grund dafür dürfte auch die Gesetzeslage sein, die eine Kompostierung bzw. die Verwendung des Kompostes in freier Natur nur im Rahmen von Forschungsprojekten zulässt. Ebenso ist ein Recyclingverfahren für Einwegwindeln bereits Erfolgreich bei uns getestet und wird heute schon in anderen Ländern eingesetzt, nur bei den meisten Kommunen werden Windeln und Inkontinenzprodukte aus Privathaushalten als Restmüll und aus gewerblichen Objekten (Alten- und Pflegeheime) als gewerblicher Sondermüll behandelt, der nur thermisch verwertet werden darf. Bei der Produktion der Höschenwindeln werden heute schon die Produktionsabfälle von den meisten Herstellern Recycelt und die daraus gewonnenen Rohstoffe teilweise wieder in den Produktionskreislauf zurück geführt.

Seit 1999 besteht die Möglichkeit gebrauchte Windeln zu recyceln. In diesem Verfahren werden die vorab gereinigten Windeln in ihre Bestandteile getrennt. Durch ein Aufwendiges Verfahren werden die in der Windel verarbeiteten Zellstoffe und Kunststoffe dem Rohstoffmarkt zurück gegeben. Die gewonnenen Rohstoffe werden zu Produkten im Bereich der technischen Verwendung eingesetzt. Laut einer Studie geben Experten des Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) dem einzigen Recycling-Anbieter für gebrauchte Inkontinenz - Produkte wie Einlagen, Windel-Slips oder Krankenunterlagen eine positive Beurteilung seines Verfahrens. "Die von Knowaste praktizierte Verwertung ist ökologischer und umweltverträglicher als die Beseitigung über den Restabfall", sagt Peter Meyer, einer der Autoren der Studie. Abgewickelt wird die Sammlung und der Weitertransport in Deutschland über die Firma Kreislaufwirtschaft Maurer & Wissing in Kempen. * Ansprechpartner ist Andreas Vogt (Tel. +49 (0) 2152 - 207212.

Anlegetechniken


Es gibt verschiedene Techniken, um eine Höschenwindel gut sitzend anzulegen, dabei unterscheiden sich die Anlegetechniken in drei unterschiedlichen Körperhaltungen. Die Höschenwindeln werden entweder im Stehen, im Sitzen oder im Liegen angelegt, wobei die Variante "im Liegen" fast ausschließlich bei Säuglingen und Kleinkindern oder bei schwer pflegebedürftigen Patienten verwendet wird. Nachdem alle benötigten Utensilien bereit gelegt wurden und nach erfolgter Intimpflege kann die Höschenwindel angelegt werden:

Im Liegen bei Säuglingen und Kleinkindern

Zunächst wird die Höschenwindel auseinander gefaltet, mit der Hand am oberen und unteren Ende festgehalten und etwas auseinandergezogen. Dadurch bildet sich eine Art Rinne in Längsrichtung aus, die einen besseren Sitz und eine bessere Verteilung der Flüssigkeit bewirkt. Nun werden die Beine des Säuglings oder des Kleinkindes mit einer Hand nach oben gehalten und mit der anderen Hand die Höschenwindel soweit unter das Gesäß geschoben bis der hintere Rand der Windel auf Höhe der Hüfte liegt, wobei die Klebestreifen nach hinten zeigen. Jetzt werden die Beine wieder gesenkt und das Vorderteil der Höschenwindel zwischen den Beinen hindurch nach vorne gezogen. Nun wird die Windel mit einer Hand straff in der Beinbeuge hochgezogen und mit der anderen Hand der erste Klebestreifen verschlossen. In gleiche Weise wird mit dem anderen Klebestreifen verfahren so dass die Windel eng am Körper anliegt. Es ist aber dabei darauf zu achten, dass die Beinbündchen nicht zu fest einschnüren, was sonst zu Druckstellen führen würde.

Im Liegen bei Erwachsenen

Wie auch schon bei der Anlegetechnik für Säuglinge und Kleinkindern beschrieben, wird zunächst die Höschenwindel auseinander gefaltet, mit der Hand am oberen und unteren Ende festgehalten und etwas auseinandergezogen. Dadurch bildet sich eine Art Rinne in Längsrichtung aus, die einen besseren Sitz und eine bessere Verteilung der Flüssigkeit bewirkt. Zuerst dreht sich der Patient mit leicht angewinkelten Beinen auf die Seite. Nun wird die Höschenwindel so neben den liegenden Patienten plaziert, dass die hintere obere Kante der Windel in Höhe der Hüfte zum liegen kommt. Jetzt dreht sich der Patient wieder in die Rückenlage, wobei er nun auf der Windel liegt. Als nächstes wird das Vorderteil der Höschenwindel zwischen den Beinen hindurch in einer Zickzack-Bewegung nach oben gezogen, so dass die Beinbündchen sauber in der Leistengegend zum Liegen kommen. Nun wird mit der einen Hand eine Vorderseite der Windel fest in der Leiste gehalten und mit der anderen Hand die Hinterseite mit den Klebestreifen nach vorne gezogen. Jetzt werden zuerst die unteren Klebestreifen leicht schräg nach oben auf der Vorderseite der Höschenwindel befestigt. Im Anschluss daran werden die oberen Klebestreifen leicht schräg nach unten auf das Vorderteil der Windel geklebt, wobei auf einen strammen Sitz der Höschenwindel geachtet werden soll.

Im Sitzen

Zunächst wird die Höschenwindel auseinander gefaltet, mit der Hand am oberen und unteren Ende festgehalten und etwas auseinandergezogen. Dadurch bildet sich eine Art Rinne in Längsrichtung aus, die einen besseren Sitz und eine bessere Verteilung der Flüssigkeit bewirkt. Nun wird die auseinander gefaltete Höschenwindel so auf eine Sitzfläche gelegt, dass die Klebestreifen nach hinten zeigen und die Mitte des Beinausschnittes mit der Vorderkante der Sitzfläche abschließt. Nachdem sich der Patient auf die auseinander gefaltete Höschenwindel gesetzt hat, wird das Vorderteil zwischen den Beinen hindurch in einer Zickzack-Bewegung nach oben gezogen. Nun wird das Hinterteil mit den Klebestreifen auch nach oben gezogen und eine Seite nach vorne gezogen. Jetzt wird die gleiche Seite des Vorderteils stramm nach hinten gezogen und der untere Klebestreifen vom Hinterteil der Höschenwindel auf das Vorderteil geklebt. In gleicher Weise wird nun die andere Seite der Höschenwindel stramm zugeklebt. Nachdem beide unteren Klebestreifen verschlossen sind, wird das Vorderteil und das Hinterteil der Höschenwindel nochmal etwas nach oben gezogen während der Patient sein Gesäß etwas anhebt, damit die Beinbündchen fest anliegen. Nun wird einer der beiden oberen Klebestreifen stramm nach Vorne gezogen und auf das stramm nach hinten gezogene Vorderteil geklebt. In gleicher Weise wird nun auch der letzte Klebestreifen verschlossen. Zum Schluss wird noch kontrolliert, ob die Beinbündchen sauber an den Beinen anliegen und die Klebestreifen nicht in die Haut einschneiden.

Siehe auch


Weblinks


  • Stiftung Warentest - In der Oktober-Ausgabe 2005 hat die Stiftung Warentest 24 Einlagen für die verschiedenen Grade der Blasenschwäche/Inkontinenz für Erwachsene getestet.

Kindheit | Kinderheilkunde | Pflege

 

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