Das Hörspiel ist die erste originäre Kunstform, die das Radio hervorgebracht hat, später folgte das Feature. Während das Feature einen eher dokumentarischen Charakter hat, handelt es sich beim Hörspiel in der Regel um die Inszenierung von fiktionalen Texten.
Die Entwicklung des Hörspiels ist eng mit der Geschichte von Theater und Film verbunden. Das Hörspiel als dramatisierte Inszenierung mit verteilten Sprecherrollen ist im deutschen Sprachraum besonders populär.
Hörspielproduktionen sind Teamarbeit, auch wenn, im Gegensatz zum Film, beim Hörspiel oft nur der Autor (s. Hörspielautor) als Urheber genannt wird. Der Autor schreibt in Zusammenarbeit mit einem Dramaturgen oder Redakteur den Text, der - in der Regel - die Grundlage für die Hörspielproduktion darstellt (Produktionsmanuskript). Das eigentliche Stück, das später im Radio gesendet oder als Hörbuch vertrieben wird, ist eine Inszenierung, die maßgeblich durch den Regisseur und die beteiligten Schauspieler geprägt ist. Oft wird der Text dabei umgearbeitet. (Die endgültige Fassung, die dem Wortlaut des Stückes entspricht, nennt man Sendemanuskript oder Kontrollexemplar.) Außerdem sind an einer Hörspielproduktion in der Regel zwei Tontechniker (Ton und Schnitt) und ein Regieassistent beteiligt. Für große Produktionen, wie in Otherland, der größten Hörspiel-Produktion der Radiogeschichte, werden häufig auch ein Komponist und Musiker engagiert.
Am 30. Oktober 1938 sorgte die Ursendung von The War of the Worlds nach H. G. Wells in New York für Aufsehen. Zahlreiche beunruhigte Bürger meldeten sich bei der Polizei in Besorgnis um einen vermeintlichen Marsangriff.
Das Hörspiel ist in der Lage, auch komplizierte Bewusstseinsvorgänge mit dem Kunstgriff des inneren Monologes sowie der Montage von Stimmen und Geräuschen zu verdeutlichen. Das Hörspiel hebt sich vom Film insbesondere dadurch ab, dass Stimmungen, Informationen, Handlungen etc., ähnlich wie bei einem Buch, ohne visuelle Eindrücke vermittelt werden können.
Das Originalton-Hörspiel verwendet ausschließlich direkt aufgenommenes akustisches Material, das der gewollten Aussage des Stückes gemäß montiert wird, wobei der Übergang zum O-Ton-Feature fließend ist.
Neben dem Kurzhörspiel, das sich in erster Linie durch seine Länge von einem "normalen" Hörspiel unterscheidet, hat sich in den letzten Jahren in der deutschen Radiolandschaft das Genre des Hörstücks etabliert. Mit diesem Begriff werden Stücke mit einer Länge von bis zu 3 Minuten bezeichnet, die in der Regel keine Geschichten erzählen, sondern Höreindrücke, Stimmungen und Atmosphären vermitteln. Hörstücke verwenden in der Regel die Collage-Technik.
Die Form, in der ein Hörspiel publiziert wird, hängt davon ab, ob es sich um die Inszenierung oder die reine Textfassung (das Sendemanuskript) handelt:
Außerdem gibt es noch den Spezialfall der "richtigen" Live-Aufführung, wenn populäre Hörspielreihen wie Die drei ??? mit Sprechern auf einer Bühne aufgeführt werden. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Theateraufführung.
Weitere nationale und internationale Hörspielpreise, siehe: Hörspielpreis.
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