Die Hörschwelle (auch Ruhehörschwelle) ist derjenige Schalldruck beziehungsweise Schalldruckpegel, bei dem unser Gehör Töne oder Geräusche als Sensor gerade noch wahrnimmt. Dies wird auch als untere Hörgrenze der Hörfläche bezeichnet.
Der kleinste Schalldruck, der für das menschliche Gehör gerade noch wahrnehmbar ist, beträgt 20 µPa bei einer Frequenz von 1 kHz. Dieser Wert wurde als Bezugswert (Referenz) für den absoluten Schalldruckpegel festgelegt und wird mit 0 dB angegeben. (20 µPa = 0 dBSPL)
Die untere Hörschwelle ist stark frequenzabhängig. Sie liegt bei der Frequenz 2 kHz bei 0 dB, bei höheren und tieferen Frequenzen ist die Hörschwelle zu höheren Pegeln hin verschoben. So ist ein tiefer Sinus-Ton von 30 Hz erst dann hörbar, wenn der Schalldruckpegel 60 dB überschreitet. Hohe Sinus-Töne von 15 kHz können auch für Normalhörende erst ab etwa 60 dB wahrgenommen werden.
Das menschliche Gehör kann den Frequenzbereich von etwa 16 Hz bis etwa 19 kHz wahrnehmen. Die höchste Schwingung, die wahrgenommen werden kann ist stark vom Alter und vom Gesundheitszustand abhängig. Mit zunehmendem Alter steigt die Hörschwellenkurve deutlich bei höheren Frequenzen an (normale Alters-Schwerhörigkeit).
Die Kurve der stark frequenzabhängigen Hörschwelle begrenzt die Hörfläche nach unten. Die obere Begrenzung der Hörfläche wird Schmerzschwelle genannt. In der Abbildung hier ist sie mit einem maximalen Schalldruckpegel von 137,5 dB entsprechend einem Schalldruck von 150 Pa festgelegt. Unterhalb der Schmerzschwelle gibt es ein größeres Gebiet das Unbehaglichkeitsschwelle genannt wird.
Bei einem Schalldruckpegel von über 80-100 dB spannen sich die Muskeln im Mittelohr an, wodurch die Beweglichkeit der Gehörknöchelchen eingeschränkt und die Weiterleitung der Schwingungen auf das Innenohr vermindert wird. Dieser als Stapediusreflex bezeichnete Schutzreflex setzt schon nach etwa 50 ms ein und hält nach Verringerung des Schalldrucks noch einige Zeit an.
Wird das Hörvermögen beeinträchtigt, dann ist das immer am Verlauf der individuellen Hörschwelle erkennbar. Das Audiogramm ist für die Diagnostik eines Hörschadens von großer Bedeutung. Aus dem Frequenzgang des Hörverlusts, kann genauer auf die Art des Hörschadens geschlossen werden.
Als Grundlage für die Bewertung des Hörverlusts dient die Hörschwelle für Normalhörende, wie sie etwa in der DIN 45630 Blatt 2 und ISO R 226 im Rahmen der „Kurven gleicher Lautstärkepegel“ festgelegt ist. Hier sind die alten Daten von 1961 zu sehen. Die neuen Daten sind in den Weblinks zu finden.
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