Günzburg ist eine Große Kreisstadt und liegt im Landkreis Günzburg in Schwaben, Bayern, an der Mündung der Günz in die Donau. Günzburg ist heute die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises, der 1972 aus der kreisfreien Stadt Günzburg, dem Kreis Günzburg und dem Kreis Krumbach gebildet wurde.
Geschichte
Günzburg wurde um ca. 70 n. Chr. als
Kastell "Guntia" (auch "Contia" oder "
Gontia") von den Römern zur Verteidigung der Donaugrenze gegründet. Der Name leitet sich von einer
keltischen Flussgöttin ab. Es bestanden mindestens zwei zeitlich aufeinanderfolgende Kastelle, eine größere Zivilsiedlung (umfangreiche Ausgrabungen der dazugehörigen Friedhöfe im Heimatmuseum) sowie vermutlich eine wichtige Donaubrücke. Nach der Räumung durch die Römer im 5. Jahrhundert siedelten sich
Alemannen an. Die nahegelegene
Burg Reisensburg wird als "Ricinis" bereits um 700 vom "Kartographen von Ravenna" als eine der fünf wichtigsten Burgen Alemanniens erwähnt. 1065 erste urkundliche Erwähnung als "Gunceburch". 1301 kam die Stadt an das Haus
Habsburg, welche G. zum Hauptort der
Markgrafschaft Burgau und zeitweise für ganz
Vorderösterreich ausbauten. 1806 wurde die Stadt bayrisch.
Ganz in der Nähe von Günzburg wurde auch im deutschen Bauernkrieg 1525 der Leipheimer Haufen (ca. 5.000 Bauern) von dem Heer des schwäbischen Bundes massakriert.
Das neu entwickelte Luftwaffen-Flugzeug Messerschmitt Me 262 absolvierte 1942 seinen Jungfernflug auf dem Fliegerhorst Leipheim.
Politik
Der Stadtrat besteht aus 24 Mitgliedern. Seit der Kommunalwahl 2002 verteilen sie sich auf folgende Listen:
- CSU: 8 Sitze
- SPD: 8 Sitze
- Unabhängiger Wählerblock: 4 Sitze
- Freie Wählergemeinschaft: 3 Sitze
- Günzburger Bürgerliste: 1 Sitz
Oberbürgermeister ist seit 2002 Gerhard Jauernig (SPD).
Partner- und Patenstädte
- Partnerstadt ist die bretonische Kleinstadt Lannion (25.000 Einwohner) im Departement Cote d´Armor.
- Patenschaft für die Heimatvertriebenen aus Sternberg in Mähren - seit 1955
- Freundschaftsvertrag mit Neustadt in Sachsen - seit 1990
Kurioses
Der Name Günzburg schmückt sogar den
Triumphbogen in
Paris. Dafür verantwortlich war
Napoleon, der 1805 übrigens auch vergaß, in Günzburg seine
Zeche zu bezahlen. Doch
1989 beglich der französische Staatspräsident
François Mitterrand in Begleitung des damaligen Bundeskanzlers
Helmut Kohl bei einem Besuch der historischen Altstadt die Altschulden symbolisch.
Im Juni 2006 wurde am Hauptbahnhof Günzburg eine Bombe aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Die Aktion zur Entschärfung des heiklen "Corpus delicti" stellte eine der größten Rettungsmaßnahmen der jüngeren Geschichte der Stadt dar.
Sehenswürdigkeiten
Touristische Attraktionen Günzburgs sind die von
Dominikus Zimmermann zwischen 1736 und 1741 erbaute Frauenkirche, die Vorgängerin der Wieskirche, das markgräfliche Schloss (das einzige von
Habsburgern erbaute in Deutschland), die
Reisensburg (heute Tagungszentrum der Universität Ulm) sowie die fast vollständig erhaltene Altstadt, daneben auch der 2002 eröffnete
Freizeitpark Legoland Deutschland.
Mitte November 2005 meldete die dpa, dass ein Investor die seit zwei Jahren brachliegende, 27 Hektar umfassende ehemalige Bundeswehrliegenschaft in Günzburg gekauft habe. Zusätzlich zu dem vorhandenen Legoland-Themenpark soll dort auf dem Gelände der früheren Prinz-Eugen-Kaserne ein weiterer großer Freizeitpark mit Feriendorf, Badesee, Tauchturm und Großkino errichtet werden.
Bild:Guenzburg germany 1918.jpg|Postkartenansicht Günzburg um 1918
Image:Guenzburg Kuehturm.jpg|Kuhturm in der Altstadt
Image:Guenzburg Frauenkirche Altar.jpg|Altar der Frauenkirche
Image:Guenzburg Frauenkirche Orgel.jpg|Decke und Chor der Frauenkirche
Wirtschaft
- Küchle-Oblaten-Fabrik
- Kakao- und Tabakpulver-Fabrik
- Esca Food Solutions - stellt die Hamburger für McDonalds her
Verkehrslage und Investitionen
Günzburg ist ein
IC-Haltepunkt an der Strecke
München -
Ulm -
Stuttgart. Es liegt an der
Autobahn A 8 München - Stuttgart, die sich bei Günzburg mit der
Bundesstraße 16 in der Nähe der Autobahn
Autobahn A 7 kreuzt.
Der Bahnhof wird derzeit (2006) mit einem Kostenvolumen von 8,3 Millionen Euro modernisiert. Ferner wird ein Operationstrakt der Neurochirurgischen Klinik (8,6 Mio. Euro) auf dem Gelände des ehemaligen Bezirkskrankenhauses und die Grundschule Südost (3,5 Mio. Euro) neu gebaut.
Persönlichkeiten
- Um 1470 wurde in Kleinkötz der reformatorische Prediger und Autor Johann Eberlin von Günzburg geboren.
- Zweifelhafte Berühmtheit gewann die Stadt durch den in Günzburg geborenen Nazi-Verbrecher Josef Mengele, ein Sohn der Industriellenfamilie Mengele (Herstellung von Landmaschinen bis in die 1990er Jahre), den KZ-Arzt von Auschwitz. Für dessen Opfer wurde am 8. März 2005 im Dossenberger Hof eine von Schulen gestaltete Gedenktafel enthüllt. Es wird vermutet, daß Angehörige der Günzburger Familie Josef Mengele in seinem Versteck in Südamerika bis zu seinem Tode deckten und unterstützten.
- Ebenfalls aus Günzburg stammte Franz Xaver Schwarz, der als Reichsleiter und einziger Reichsschatzmeister der NSDAP einer der wichtigsten, wenn auch weitgehend unbekannt gebliebenen Funktionäre der NSDAP war.
- Die Politikerin und Friedensaktivistin Petra Kelly, Gründungsmitglied der Grünen, wurde am 29. November 1947 in Günzburg geboren.
- Therese Huber (1764-1829), Schriftstellerin, Übersetzerin, Redakteurin
- Alexander Heilmeyer (1872-1940), Schriftsteller
- Dr. Bruno Merk, Politiker, ehemaliger bayerischer Innenminister, "Vater der Gebietsreform"
Veranstaltungen
Bekannteste Veranstaltung ist das alljährliche Guntiafest, das immer am letzten Wochenende im Juni stattfindet.
Weblinks
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