Das Gymnasium Paulinum im westfälischen Münster ist das älteste Gymnasium der Stadt und nach eigenem Selbstverständnis auch Deutschlands.
Diese Klosterschule wurde ab ca. 1500 im Sinne des Humanismus reformiert und wurde eine führende Bildungseinrichtung in Nordwestdeutschland mit Ausstrahlung bis in die Niederlande und zur Ostsee. Im Zuge der Gegenreformation übernahmen 1588 die Jesuiten das Paulinum und führten die Schule bis zur Auflösung des Ordens 1773 im Jesuitenkolleg Münster.
Danach prägte vor allem Franz von Fürstenberg als Minister und Generalvikar des Fürstbischofs die Umgestaltung des Paulinum im Zeichen der (katholischen) Aufklärung. Eine enge personelle Verflechtung mit der ebenfalls 1773 gegründeten Universität sorgte für einen hohen Unterrichtsstandard, der das Paulinum auch für die aufgeklärten Schulreformer zum Erprobungsfeld neuer Fächer und Methoden qualifizierte (u.a. Einführung des Geschichts-, Mathematik- und Erdkundeunterrichts; Aufwertung des deutschen Sprachunterrichts). Auch als Münster 1815 preußisch wurde, blieb das Paulinum de facto eine Art Landesgymnasium mit zentraler Funktion: Hier wurden schulische Reformprozesse erprobt, die dann später auch in den anderen Schulen der Region umgesetzt werden sollten.
Erst 1974 übernahm die Stadt Münster das Paulinum, 1978 wurde die Koedukation eingeführt. Seit 2002 nimmt das Gymnasium am Schulversuch „Selbstständige Schule“ teil und ist um ein eigenes Profil bemüht, das sich an der humanistischen Tradition orientiert.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Gymnasium Paulinum".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world