| Wappen | Karte |
|---|---|
| Sin_escudo.svg | Gyongyos location.png |
| Basisdaten | |
| Staat: | Ungarn |
| Komitat: | Heves |
| Höhe: | 167 m ü. NN |
| Fläche: | 54,1 km² |
| Einwohner: | 32 975 |
| Postleitzahl: | 3200 |
| Vorwahl: | (+36) 37 |
| Geografische Lage: | |
| Offizielle Website: | www.gyongyos.hu |
| Politik | |
| Bürgermeister: | György Hiesz |
Gyöngyös - Main Square.JPG Gyöngyös * ist eine ungarische Stadt im Komitat Heves, ca. 90 km östlich von Budapest, mit etwa 33.000 Einwohnern. Gelegen am Fuße des Berges Sárhegy, ist sie die Heimat von zahlreichen Lebensmittelbetrieben, z. B. Milch- und Wurstfabriken, außerdem ist sie auch die Heimat von vielen Winzern, die die Hänge des Sárhegy zum Anbau von Weinreben nutzen.
Zwischen 1546 und 1687 war Gyöngyös unter türkische Oberhoheit gestellt, der Bevölkerung ging es aber im Gegensatz zu anderen Teilen Ungarns unter türkischer Besetzung relativ gut, die Einwohner wurden nicht unterdrückt, so dass die Wirtschaft und der Weinanbau weiter wuchsen. Zwischen 1708 und 1710 kam zu großen Pestausbrüchen, an denen, neben hunderten anderen, auch János Vak Bottyán, einer der erfolgreichsten ungarischen Heerführer starb; er wurde in der Franziskanerkirche in Gyöngyös begraben.
Am 1. April 1848 traf sich im Schloss Orczy die Honvéd (ung. „Heer“) unter Führung Artur Görgeys, der seine Pläne für den Feldzug gegen die Habsburger vorstellte und darüber abstimmen ließ. Zwei Tage später besuchte auch Lajos Kossuth Gyöngyös. Die Entwicklung der Stadt wurde danach relativ stark gebremst, da die Eisenbahnlinie Pest–Hatvan–Miskolc–Kassa (heute: Košice; Slowakei) an der Stadt vorbeiführte; erst 1870 bekam Gyöngyös eine Abzweigung der Eisenbahnlinie von Vámosgyörk aus. An der von 1883–1885 dauernden Reblaus-Verseuchung ging die bis dahin blühende Weinverarbeitung zu Grunde. Die nachfolgenden Feuersbrünste von 1904 und 1908 hätten die Lage eigentlich verschlimmern sollen, aber der Gegenteil war der Fall: Die Stadt wurde kunstvoll verschönert und ausgebaut, die Lage besserte sich.
Der 21. Mai 1917 war eine der dunkelsten Tage der schon knapp 800 Jahre des Bestehens der Stadt: Eine riesige Feuersbrunst brach aus, die fast durch die ganze Stadt wanderte, die die ganze Innenstadt verwüstete, insgesamt 549 Häuser und 1400 Nebengebäude vernichtete. Sofort nach dem Ende der Feuersbrunst besuchte Karl IV. die Stadt, um dann auch sofort den Neubau der Stadt zu veranlassen. Es wurden im ganzen Land Spenden für den Neuaufbau von Gyöngyös gesammelt, und nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt nach den Plänen von László Wargha, einem Architekturprofessor, und unter tatkräftiger Mithilfe von Bürgermeister Dr. Árpád Puky neu aufgebaut; so bekam Gyöngyös auch sein heutiges Gesicht.
Die Entdeckung der Stadt Gyöngyös und des nahe gelegenen Mátra-Gebirges als Tourismusziel fand um die Jahrhundertwende statt und gipfelte dann in den dreißiger Jahren, in denen auch der größte Teil der heute noch bestehenden Hotels und auch die Skipiste am Kékes gebaut wurde. Der zweite große Entwicklungssprung war in den 1950er Jahren mit dem Ausbau des Sástó (See in der Mátra) und zwischen 1970 und 1980 festzumachen. In diesen Jahren wurden die Trink-, und Abwasserleitungen rund um Gyöngyös erbaut, Parks und Ruheplätze wurden ausgewiesen und neue Hotels errichtet.
Heutzutage ist Gyöngyös neben Eger die wichtigste Stadt im Komitat Heves und hat eine starke Bindung zu dem sehr beliebten Erholungsziel Mátra.
Das Franziskanerhaus in Gyöngyös wurde 1370 gegründet. Die ältesten Teile der Kirche wurden im 14. Jahrhundert erbaut. Sie wurde 1528 von den Türken geplündert und von den Franziskaner-Mönchen fünf Jahre später wieder aufgebaut. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche auf Grund der stetig wachsenden Messebesucher um- und ausgebaut. In der Kirche selber ruht János Vak Bottyán, einer erfolgreichsten und beliebtesten Generäle Ungarns, der bei einem zwischen 1708 und 1710 wütenden Pestausbruch ums Leben kam.
Gyongyos - Matra Museum1.jpg Das klassizistische Schloss Orczy wurde im 18. Jahrhundert erbaut, im 19. Jahrhundert umgebaut, und um das Jahr 1826 bekam es seine endgültige und heutige Form. Der Name stammt von dem Besitzer und Erbauer István Orczy, von dessen Nachfahren das Schloss 1930 von der Stadt zurückgekauft und 1957 in ein Museum umgewandelt wurde.
Das Museum selber macht den Besucher, neben der wechselvollen Geschichte Gyöngyös’, mit den Pflanzen und Tieren im Mátragebirge bekannt. Das wohl berühmteste Ausstellungsstück im Museum ist ein Babymammut
Gyongyos - Matra-railroad1.jpg In direkter Nachbarschaft zum Mátra-Museum und dem Gymnasium befindet sich die Mátraeisenbahn, eine eigenständige Bahn, die zwischen Gyöngyös und Mátrafüred, einer Siedlung nördlich von Gyöngyös, bzw. Gyöngyös und Lajosháza, einem Dorf im Mátragebirge, auf insgesamt 18 km verkehrt.
Eigentlich war die Bahnlinie zum Transport von Rohstoffen aus den nahegelegenen Waldgebieten und Steinbrüchen bestimmt. Sie wurde streckenweise 1906, 1923 und 1926 erbaut und eröffnet, im Jahr 1937 wurde die Strecke sogar zum Kékes, dem mit 1014 m höchsten Berg Ungarns, verlängert. Durch den Zweiten Weltkrieg ruhte der Verkehr kurzzeitig auf der Bahnstrecke, bis 1949 das gesamte Bahnnetz verstaatlicht wurde und die Mátraeisenbahn 1951 außerdem um eine Verzweigung nach Pipishegy ergänzt wurde, wo seinerzeit eine Werkzeug-und Maschinenfabrik entstand. Insgesamt betrug die Streckenlänge im Jahr 1950 48 km.
In den 60ern wurden schrittweise die bisher in Betrieb befindlichen Dampflokomotiven durch modernere und leistungsfähigere Dieselloks ersetzt. In dieser Zeit nahm der Rohstoff- und Warenverkehr deutlich ab, während allerdings der Tourismus einen sprunghaften Anstieg erfuhr, so dass die Bahn ihren Höhepunkt erlebte. Der Abstieg begann in den 70er Jahren, als der Transport vermehrt auf die Straße verlagert wurde und beispielsweise Holz ab 1978 gar nicht mehr per Bahn transportiert wurde.
Die Bahn hat sich heutzutage auf die Beförderung von Touristen beschränkt.
Die erste Kirche der Siedlung, damals noch eine kleine Kapelle, die auf der Fläche der heutigen Szent-Bertalan-Kirche errichtet wurde stand bereits 1301. Sie wurde im 14. Jahrhundert von Tamás Szécsényi und dessen Familie wieder aufgebaut, nachdem sie 1320 abgebrannt war. In den nächsten Jahrhunderten fiel die Kirche mehrmals dem Feuer zum Opfer. Im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts wurde sie, wiederum nach einem Feuer, im spätgotischen Stil renoviert und vergrößert; zu dieser Zeit war sie auch die größte Kirche in Ungarn. Zwischen 1746 und 1756 wurde sie im Barock-Stil umgebaut, 1772 wurde der heute noch stehende nördliche Glockenturm, 1815 der südliche fertiggestellt.
Während des großen Feuers 1917, dem auch hunderte Häuser in Gyöngyös zum Opfer fielen, brannte die Kirche nahezu vollkommen nieder und wurde 1921–1922 von den zwei Architekten Virgil Nagy und Gyula Wälder wiederhergestellt. Heute ist die Szent-Bertalan-Kirche die größte der unzähligen Kirchen und Kapellen in Gyöngyös.
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