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Guy-Claude Burger (* 4. September 1934) war ursprünglich Musiker und Physiker. Später begründete er eine besondere Form der Rohkosternährung, die er Instinctotherapie nannte. 2001 wurde er wegen sexuellem Missbrauch von Kindern zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt .

Leben


Guy-Claude Burger wurde 1934 als Musikerkind in der Schweiz geboren, durchläuft bis in den Anfang der 1960er Jahre eine Doppelkarriere als Musiker (Solo-Cellist beim Zürcher Kammerorchester, Gastauftritte unter anderem mit Yehudi Menuhin) und Physiker (Assistent für theoretische und experimentelle Physik an der Universität Lausanne).

Ein Krebsleiden beendet diese Laufbahn, und er begann sein bisheriges Leben an vielen Stellen in Frage zu stellen. Auf dem Gebiet der Ernährung gelangte er dabei auf die Frage nach der genetischen Anpassung des Menschen an die heutige Ernährung und glaubte dabei, einen beim Menschen verlorengegangenen Ernährungsinstinkt wiederentdeckt zu haben. Aufgrund seines drohenden Krebstodes verfolgte er diese Ernährungsform zunächst im Selbstversuch unter kritisch-unterstützender Teilnahme seiner Familie.

Burger nannte diese Art der Ernährung nach dem Instinkt Instinctotherapie (später umgetauft in Anopsologie), vermutlich, weil er auf diese Weise sein Krebsleiden geheilt haben will. Im Unterschied zu anderen Rohkost-Ernährungsweisen orientiert man sich bei Auswahl und Menge der zu verzehrenden Lebensmittel ausschließlich an den Anziehungs- und Abstoßungssignalen, die individuell sehr verschieden als Geruch und Speichelflussreflex (bei der Auswahl) und Geschmack (beim Verzehr) erscheinen.

Burger und seine Mitarbeiter unternehmen erklärtermaßen seit über vierzig Jahren eine Art wissenschaftlich nicht anerkannten Langzeitversuch, dessen Ausgangspunkt die Frage nach der genetischen Angepasstheit unseres Organismus an die heute übliche (noch relativ junge) Ernährungsweise ist.

Aus der Erfahrung heraus wurde von Burger das Gesetz des Ernährungsinstinkts folgendermaßen formuliert:

Jedes ursprüngliche Nahrungsmittel, das auf den Geruchs-und Geschmackssinn anziehend wirkt, nützt dem Organismus. Dasselbe gilt umgekehrt: Schädliche oder unnütze Nahrungsmittel wirken auf den Geruchs- und/oder Geschmackssinn im allgemeinen abstoßend.

Aus der Evolutionstheorie glaubt Burger ableiten zu können, dass ein Tier, welches durch seinen Instinkt dazu veranlasst würde, zum Beispiel giftige Pflanzen zu fressen, oder sich unausgeglichen zu ernähren, schnell unterlegen wäre und der natürlichen Auslese zum Opfer fallen würde. Der Ernährungsinstinkt musste sich also im Laufe der Zeit im gleichen Maß wie jede andere Funktion des Organismus anpassen.

Burger teilt Kunstgriffe, mit deren Hilfe der Mensch die ursprünglichen Nahrungsmittel verändert, in fünf Gruppen ein:

  • Denaturierung durch Wärme: Verschiedene Arten des Garens, Trocknen durch Hitze, Einfrieren, Tieffrieren, Bestrahlen
  • Mechanische Denaturierung: Mischen, Würzen, Übereinanderlegen, Gewinnen von Extrakten, Schroten, Pressen, Mixen
  • Gebrauch von Tiermilch und ihren Produkten
  • Anwendung von Chemie: Dünger, Pestizide, künstliche Zusätze, Syntheseprodukte, Medikamente usw.
  • Künstliche Auslese und bestimmte Anbau- und Aufzuchttechniken

Die Auswirkungen des Wegfalls von nicht ursprünglichen Nahrungsmitteln auf das Nervensystem und die daran gekoppelten psychischen Prozesse hat Burger gesondert untersucht. Ein weiteres Buch zum Thema Ernährung und Psyche unter den Bedingungen der Anopsologie ist in Vorbereitung.

Kritik


1995 starb Burgers Frau an Krebs, was nach seiner Lehre eigentlich nicht hätte passieren dürfen, außerdem kam es bei Anopsologie-Anhängern einige Male zu Infektionen mit Darmparasiten, die Guy Claude Burger zuvor ausgeschlossen hatte. Er verteidigte sich mit dem Vorwurf, diese Fälle seien durch Regelverstöße verursacht worden. Z.B. machte er geltend, dass der Verzehr von Fleisch nur sehr kontrolliert erfolgen solle, weil das Erbgut überzüchteter Tiere beim Verzehr durch den Menschen - infolge genetischer (Noch-)Nicht-Anpassung - pathogen wirken könne. Darüber hinaus sei alles Tierfleisch problematisch, da bei Tieren manche Gewebebereiche als belastete Rückhaltefilter für Umweltgifte anzusehen seien.

Burger weitete seine Lehre auf die Sphäre des Geschlechtlichen aus. Sexuelle Handlungen von Erwachsenen mit Kindern und (auch nicht sexuell mündigen) Jugendlichen seien zu billigen, da sie angeblich die Intuitionsfähigkeit Minderjähriger in den Bereich übersinnlicher Ahnungen, Erlebnisse und Erkenntnisse hinein erweitern könnten. Um seiner offensichtlichen Pädophilie eine Rechtfertigung zu geben, nannte er das entsprechende Programm "Metapsychoanalyse". Ihr müsst mit Euren Kindern Sex haben, sonst tragen sie seelischen Schaden davon ..., so Burger. Schon mit 24 Jahren, gestand er, das erste Mal Kindesmissbrauch begangen zu haben.

Nachdem der ehemalige Anhänger Jean Kicin von sexuellen Übergriffen gegenüber Zehnjährigen während einer Instincto-Veranstaltung im Chateau de Montramee berichtete, wurde Burger 1997 in der Schweiz verhaftet. 2001 wurde Burger in Frankreich zu 15 Jahren Gefängnishaft wegen schwerem sexuellem Missbrauch verurteilt. Theoretisch könnte sie bis 2012 fortbestehen.

Werke


  • Les enfants du crime ou la fonction délinquance, Orkos Edition, Longueville 1990, ISBN 2-906-72202-2
  • Die Rohkosttherapie. Natur, Genuß, Gesundheit; das Geheimnis der Instinctotherapie, Heyne, München 1999, ISBN 3-453-14465-1

Mann | Geboren 1934 | Schweizer | Person (Essen & Trinken)

Guy-Claude Burger

 

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