Gustav Noske (* 9. Juli 1868 in Brandenburg an der Havel; † 30. November 1946 in Hannover) war ein SPD-Politiker und der erste sozialdemokratische Minister mit der Zuständigkeit für das Militär in der deutschen Geschichte. Gustav Noske ist zudem bekannt durch seine zentrale Rolle in der Novemberrevolution und den nachfolgenden sozialen und politischen Auseinandersetzungen in den Jahren 1918 bis 1920.
Im Umfeld des 20. Juli 1944 wurde Noske von den Nazis verhaftet und zuerst ins Lager Fürstenberg/Havel verbracht, das zu dem Konzentrationslager Ravensbrück gehörte. Er überlebte die insgesamt siebenmonatige Haft in diesem Lager und dann im Gefängnis Lehrter Straße in Berlin-Moabit.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verfasste er einen Teil seiner Memoiren, in denen er den "ostjüdischen" Einfluss in der deutschen Arbeiterbewegung brandmarkte (Rosa Luxemburg etwa war polnisch-jüdischer Herkunft). Nachdem er feststellte, dass er kein Antisemit sei, behauptete er dennoch, "daß die ostjüdischen `Marxisten´ eine besondere Veranlagung dafür besaßen, den Sozialismus zu einem Dogma auszubilden und Gemeinplätze in Glaubensbekenntnisse zu verwandeln. Sie brüteten eine Geheimwissenschaft aus, die den deutschen Arbeitern stets unverständlich geblieben ist" (Noske 1947, S. 27).
Noskes Grab befindet sich auf dem Stadtfriedhof Engesohde (Abteilung 37) in Hannover.
Seine Versuche, nach 1920 in der SPD wieder Fuß zu fassen, scheiterten. So forderte z.B der Bezirksvorstand der SPD Pommerns im Januar 1928 mit einem einstimmigen Beschluss den Parteivorstand der SPD auf, eine Kandidatur Noskes für die Reichstagswahlen 1928 zu verhindern.
Zu einem politischen Comeback Noskes nach 1945 kam es nicht mehr. Sozialdemokraten der Westzonen wie Kurt Schumacher verteidigten Noske gegen die Anwürfe der Kommunisten, aber machten ihm gleichzeitig deutlich, dass sie auf eine aktive politische Rolle für ihn keinen Wert legten.
Erst in letzter Zeit beginnen Sozialdemokraten wieder, sich zu Noske zu bekennen. So erklärte der SPD-Verteidigungspolitiker Johannes Kahrs (MdB) öffentlich, er zähle Gustav Noske zu seinen politischen Vorbildern.
In seiner weiteren Regierungstätigkeit zeigte sich sein zu zögerliches Verhalten gegenüber den machtorientierten Militärs. Er handelte nur zaghaft gegenüber den reaktionären Bestrebungen der extremen politischen Rechten, die bei den kaiserlichen Offizieren viele Sympathien besaß. Er teilte ihren Antibolschewismus und ließ den von der Reichswehr unterstützten Freikorps weitgehend freie Hand bei ihrem harten Vorgehen gegen Streiks und kommunistische Aufstände. Nicht nur bei Kommunisten, auch bei vielen Sozialdemokraten verlor er mit dieser Haltung jede Sympathie. Als er in Absprache mit Friedrich Ebert die reaktionären Freikorps, u.a. die Brigade Ehrhardt am 29. Februar 1920 doch auflösen wollte, kam es zum reaktionären Kapp-Lüttwitz-Putsch vom 13. März 1920. Auch Reichspräsident Friedrich Ebert konnte Noske nicht mehr halten. Wegen "Begünstigung der Konterrevolution" wurde Noske nach dem Kapp-Putsch zum Rücktritt als Reichswehrminister gezwungen und auf den Posten des Oberpräsidenten der preußischen Provinz Hannover abgeschoben.
Aus dem Amt des Oberpräsidenten von Hannover wurde er als Sozialdemokrat 1933 von den Nationalsozialisten entlassen.
Mann | Deutscher | SPD-Mitglied | Politiker (Weimarer Republik) | Reichswehrminister (Deutschland) | 20. Juli 1944 | NS-Opfer | Autor | Journalist | Geboren 1868 | Gestorben 1946 | Persönlichkeiten Brandenburg an der Havel
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