Hier der konkrete Grund, warum dieser Artikel auf den QS-Seiten eingetragen wurde: Der Artikel wurde in den letzten Wochen massiv umgekrempelt, und das weitgehend kommentarlos! Mar w 19:10, 5. Jun 2006 (CEST)
Fritz Gunter Sachs (* 14. November 1932 in Mainberg bei Schweinfurt) ist ein deutscher Fotograf, Dokumentarfilmer, Kunstsammler und Astrologieforscher. Aufgrund seines ungewöhnlichen und extrovertierten Lebensstil wurde er besonders in den 60er und 70er Jahren als Prototyp des Gentleman-Playboys bekannt. Seine wissenschaftliche Arbeit zum Thema Astrologie geriet nach einem Bestseller-Erfolg wieder in Vergessenheit.
Gunter Sachs wurde am 14. November 1932 in Mainberg (Franken) als jüngerer Sohn von Willy Sachs, damaliger Alleininhaber der Kugellager- und Motorenwerke Fichtel & Sachs AG, geboren. Sein Großvater väterlicherseits war Geheimrat Ernst Sachs, der Erfinder des Fahrrad-Freilaufs und Mitgründer des Unternehmens. Der Großvater mütterlicherseits, Wilhelm von Opel, war der Sohn des Opel-Gründers Adam Opel.
Gunter Sachs verbrachte den größten Teil seiner Schulzeit und Studienjahre in der Schweiz. Nach dem Tod des Vaters im November 1958 wurde Sachs' älterer Bruder Ernst-Wilhelm stellvertretender Vorstandsvorsitzender der stark expandierenden Sachs-Gruppe in Schweinfurt (bis 1967). Gunter Sachs selbst trat als stellvertretender Vorsitzender in den Aufsichtsrat ein, wo er bis Ende der 70er Jahre aktiv blieb. Ab 1976 veräußerten die beiden Brüder ihre Anteile an Fichtel & Sachs in mehreren Aktienpaketen, 1987 wurde die Aktienmehrheit am Unternehmen durch die Mannesmann AG übernommen. Seit 2001 gehört es zu 100% zur ZF Friedrichshafen AG.
Sachs studierte Mathematik und Wirtschaft, erwarb ein Dolmetscherdiplom und machte eine Lehre als Bankkaufmann. Er errekte Aufsehen, als er eine statistische Großuntersuchung zum Einfluß der Sternzeichen auf das menschliche Verhalten publizierte, wurde aber vor allem als Inbegriff des Playboys bekannt und es dauerte es einige Jahre, bis sich sein Ruf als Fotograf und Dokumentarfilmer in der breiten Öffentlichkeit durchsetzte. Seine wissenschaftliche Arbeit geriet schnell in Vergessenheit.
Gunter Sachs besitzt eine der bedeutenden Sammlungen zeitgenössischer Kunst, die er schon in jungen Jahren aufgebaut hat, begünstigt durch enge persönliche Kontakte zu Malern und Bildhauern wie etwa Jean Fautrier, Andy Warhol, César, Arman, Yves Klein, René Magritte, Salvador Dalí, Roy Lichtenstein, Tom Wesselmann, Allen Jones u. a. Viele dieser Künstler waren auch 1969 bei der Gestaltung der legendären Pop-Wohnung im Palace Turm von St. Moritz beteiligt, die in der Kunstwelt nachhaltig Beachtung fand und auch noch im 21. Jahrhundert auf großes Interesse stieß. Bis 1975 unterhielt Sachs eine Kunstgalerie in Hamburg-Pöseldorf, die 1971 mit der ersten Andy-Warhol-Vernissage in Europa eröffnet worden war. Von 1967 bis 1975 war Gunter Sachs gemeinsam mit Konstantin von Bayern Präsident des von ihm mitgegründeten Vereins "Modern Art Museum München", der sich für den Bau eines Museums für zeitgenössische Kunst in München einsetzte. Auch als Unternehmer machte Sachs ab Mitte der 60er Jahre auf sich aufmerksam. Er baute eine internationale Kette von Modeboutiquen ("Micmac") auf, die bei ihrem Verkauf im Jahr 1981 über 400 eigene Verkaufsstellen verfügte.
Von 1966 bis 1969 war er mit der französischen Filmschauspielerin Brigitte Bardot verheiratet, nach der Scheidung ehelichte er 1969 das schwedische Model Mirja Larsson, mit der er zwei Söhne hat.
Von 1963 bis 1968 drehte Gunter Sachs sechs Kurzfilme, die jeweils mit dem Prädikat "wertvoll" ausgezeichnet wurden. 1969 folgte der abendfüllende Dokumentarfilm „Happening in White“, mit dem er die Superzeitlupe als Stilmittel etablierte. Dafür erhielt er 1972 den 1. Preis des Internationalen Olympischen Komitees in Cortina d'Ampezzo. Seit 1972 arbeitet Sachs professionell als Fotograf und etablierte sich international mit einer viel beachteten Sonderschau an der Photokina 1974, für die er auch das offizielle Ausstellungsplakat entwarf und fotografierte. Sein Schwerpunkt sind surreale Akt- und Landschaftsaufnahmen, die in mittlerweile fünf Bildbänden veröffentlicht wurden. Sachs' Werke wurden in über 30 internationalen Ausstellungen gezeigt, zuletzt im Oktober 2005 im Marmorpalast von St. Petersburg. Früh beschäftigte Gunter Sachs sich auch mit digitaler Fotografie als Kunstform und zeigte dieses Novum in mehreren Ausstellungen. 1997 wählte die Zeitschrift „Medizin und Kunst“ Sachs unter die 100 international bedeutenden Kunstschaffenden der Gegenwart. Die Erlöse aus dem Verkauf seiner Fotos und Bildbände fließen in die Mirja-Sachs-Stiftung, die Kindern hilft.
Aus einer spontanen Idee heraus tauschte Sachs 1994 seine Arbeit an der Kamera für einige Jahre für ein wissenschaftliches Projekt ein. Ihm war es unverständlich, dass die Wissenschaft sich mit allen möglichen Themen beschäftige, aber nie das Jahrtausende alte astrologische Wissen mit modernen Methoden untersucht habe, um Wahrheit und Mythos zu trennen. Tatsächlich gibt es regelmäßig wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema, mit denen Sachs lediglich nicht vertraut war.
Er gründete das Institut zur empirischen und mathematischen Untersuchung des möglichen Wahrheitsgehaltes der Astrologie in Bezug auf das Verhalten von Menschen und deren Anlagen (IMWA). In einer statistischen Untersuchung mit über 20 Millionen Schweizer, englischen, deutschen und französischen Daten konnten signifikante Zusammenhänge zwischen Sonnenzeichen und verschiedenen Verhaltensweisen festgestellt werden, etwa Neigungen zu Suizid, Hochzeit und Scheidung oder bei der Wahl des Berufs. Unterstützt wurde er dabei von Statistikern der Universität München sowie Elisabeth Noelle-Neumann vom Institut für Demoskopie in Allensbach. Die Studie erschien 1997 unter dem Titel 'Die Akte Astrologie' und stand 21 Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und erscheint 1998 in englischer sowie 2000 in französischer Sprache.
Zwei Forscher vom Bundesamt für Statistik bescheinigten 1998 in einer Expertise die Richtigkeit der Analysen von Gunter Sachs und seinem Team. Kary B. Mullis, der Vater des genetischen Fingerabdrucks, bestätigt die Ergebnisse der Auswertungen und empfiehlt das Buch auf seiner Website. Andere Experten, wie der Statistiker Herbert Basler‚ Akademischer Direktor am Institut für Angewandte Mathe matik und Statistik der Universität Würzburg, fanden hingegen Fehler in der Untersuchung.
Mann | Deutscher | Fotograf | Filmregisseur | Playboy | Geboren 1932
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