Guillaume Du Fay (oft auch Dufay) (* 5. August 1397 (?) in der Nähe von Brüssel; † 27. November 1474 in Cambrai) war ein französischer Komponist, Sänger und Musiktheoretiker. Er gilt als Begründer der niederländischen Schule und war zusammen mit John Dunstable und Gilles Binchois einer der Altmeister der Musik des 15. Jahrhunderts.
Von 1428 bis 1433 und von 1435 bis 1437 war er Mitglied der päpstlichen Kapelle in Rom bzw. Florenz. 1436 komponierte er eines seiner berühmtesten Werke, die Motette Nuper rosarum flores, die anlässlich der Weihe von Brunelleschis Kuppel des Doms zu Florenz (dort lebte Papst Eugen IV. im Exil) aufgeführt wurde. In dieser Zeit begann seine langwährende Verbindung zur Familie d’Este in Ferrara, die zu den bedeutendsten Förderern der Musik zählte. Er wirkte ab 1440 wieder in Cambrai, wo er gemeinsam mit Nicolas Grenon die gesamte Musikaliensammlung revidierte. Als Kanoniker war er auch in der Kathedralverwaltung tätig. Ab 1451/52 hielt er sich für sechs Jahre am Hof von Savoyen auf und lebte ab 1458 als geistlicher Würdenträger wieder in Cambrai. Dort blieb sein Lebensmittelpunkt, obwohl er mehrfach versuchte, im Süden eine gesicherte Anstellung zu finden. Nach kurzer Krankheit verstarb er in Cambrai im Alter von etwa 77 Jahren.
Seine gesamte geistliche Musik ist vokal, obwohl es möglich ist, dass Instrumente zur Verstärkung der Gesangsstimmen eingesetzt wurden. Auch die Rondeaus, Balladen und andere Formen weltlicher Werke sind nie rein instrumental gesetzt.
Seine ersten vollständigen Messen, die Missa sine nomine und die Missa Sancti Jacobi, stammen aus der Zeit vor 1440 und zeigen erstmals die Verwendung des Fauxbourdon (den Dufay möglicherweise erfunden hat). Hier setzte er auch die Technik des Kopfmotivs ein, das die Messe (deren Teile bislang von verschiedenen Komponisten zu stammen pflegten) zu einem einheitlichen Ganzen zusammenfasst. Ab 1450 jedoch ließen Dufays Messen englischen Einfluss (besonders John Dunstables) erkennen: Cantus firmus und Isorhythmie. Dies leitete später zu kontrapunktischen Formen über.
Seine Motetten stammen sämtlich aus der Zeit vor 1450 und sind komplexe isorhythmische Motetten. Bei der erwähnten Motette Nuper rosarum flores entsprechen die Proportionen ihrer Teile den (unterstellten) Proportionen des Salomonischen Tempels – die Musik als geistliches Symbol.
Von vier Lamentationes anlässlich des Falles von Konstantinopel (1453) geschrieben, ist lediglich eine erhalten.
Dufay soll statt der früher üblichen schwarzen Noten die weißen eingeführt haben; auch andere Neuerungen in der Notation werden ihm (von Adam von Fulda) zugeschrieben.
Lütteken, Laurenz: Guillaume Dufay und die isorhythmische Motette. Gattungstradition und Werkcharakter an der Schwelle zur Neuzeit, Münster 1993 (= Schriften z. Musikwiss. aus Münster 4)
Bockholdt, Rudolf: Die frühen Messenkompositionen von Guillaume Dufay, München 1960 (= Mchn. Veröff. z. Musikgesch. 5)
Siehe auch: Musik, Renaissancemusik.
Französischer Komponist | Komponist (Renaissance) | Geboren 1397 | Gestorben 1474
Guillaume Dufay | Guillaume Dufay | Guillaume Dufay | Guillaume Dufay | Guillaume Dufay | Guillaume Dufay | Guillaume Dufay | ギヨーム・デュファイ | Guillaume Dufay | Guillaume Dufay | Guillaume Dufay | Дюфаи, Гийом
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Guillaume Du Fay".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world