| Flag of Guatemala.svg | Guatemala coa.png | (Details) | (Details) |
Das Hochland ist von sehr unterschiedlichen Klimazonen geprägt, so findet man hier unter anderem auch noch kleine Reste von sogenanntem Nebelwald, dem letzten Rückzugsgebiet des extrem gefährdeten Nationalvogels Guatemalas, des Quetzal. Er ist der Namensgeber für die guatemaltekische Währung.
Das Hochland ist das kulturelle und bevölkerungsreichste Zentrum Guatemalas. Hier herrscht, wegen der Lage zwischen 1.300 und 1.800 Metern über dem Meer, fast das ganze Jahr über ein mildes Klima mit Tagestemperaturen zwischen 18 und 28 Grad Celsius. In höheren Lagen kann es vor allem im Januar und Februar recht kalt werden. In einem tiefergelegenen Teil dieser Hochlandregion liegt die heutige Hauptstadt Guatemala-Stadt, mit 2,5 Mio. Einwohnern die größte Stadt des Landes. Wobei die inoffiziellen Zahlen sich schon um die 5 Mio.-Grenze drehen. Touristische Höhepunkte des Landes sind der Atitlán-See, die alte Hauptstadt Antigua Guatemala, die antike Mayastadt Tikal im Petén, der Lago Izabal mit dem Rio Dulce und Livingston an der Karibikküste, sowie einige andere sehenswerte Städte wie Quetzaltenango und Chichicastenango im Hochland.
Spanisch ist die Amtssprache und Muttersprache der Mestizen und der europäischstämmigen Bevölkerung. Neben der Amtssprache Spanisch, die rund 60 % der Indigenas sprechen, sind weitere sieben Sprachen anerkannt, beispielsweise Garifuna, welche die Sprache der in Livingston und Puerto Barrios lebenden Nachkommenen der afrikanischen Sklaven ist. Hinzu kommen weitere Maya-Dialekte, die regionale Unterschiede haben.
Aufgrund der sehr hohen Analphabetenrate von 30 % gilt Guatemala als Entwicklungsland. Aus diesem Grund werden diverse Hilfsprogramme wie Probigua organisiert, die mehrheitlich auf private Spenden angewiesen sind.
Siehe auch den Hauptartikel Geschichte Guatemalas.
Zeugnis der indianischen Geschichte legen unzählige, zum größten Teil noch nicht erfasste Maya-Ruinen ab, darunter Tikal als die wichtigste oder Cival. Ein Unzahl von Resten alter Maya-Kulturen liegt weiterhin im Verborgenen, nur die wesentlichsten Ruinenstädte wurden, vor allem mit finanzieller Hilfe aus dem Ausland freigelegt und erforscht. Siehe auch Liste der Pyramiden.
Nach der Eroberung (Conquista) blieb das Land bis zum 15. September 1821 spanische Kolonie. Von 1823-1839 war Guatemala Teil der Zentralamerikanischen Konföderation. Erst 1840 entstand der unabhängige Staat Guatemala.
Die erste Zeit der jungen Republik von 1841-71 ist gekennzeichnet durch konservative Regime an der Macht, deren Hauptziele eine behutsame wirtschaftliche Modernisierung bei Beibehaltung der hierarchischen Gesellschaftsordnung der Kolonialzeit darstellten.
Die Zeit von 1871-1944 wird als liberaler Nationalstaat bezeichnet. Die wirtschaftliche Modernisierung des Landes wurde forciert. Es begann der großflächige Kaffee- und Bananenanbau, letzterer insbesondere durch die United Fruit Company.
Mit der Oktoberrevolution 1944 und dem Sturz des damaligen Diktators Jorge Ubico 1931-1944, beginnt ein demokratisches Jahrzehnt in Guatemala. Präsident Arévalo, 1944 bis 1949, demokratisiert das Land, führt die Pressefreiheit ein und implementiert den ersten Arbeiterkodex in der Geschichte Guatemalas. Unter seinem Nachfolger Jacobo Arbenz 1950-1954 werden umfangreiche Landreformen durchgeführt. Zu dieser Zeit besitzen rund 2 % aller Großgrundbesitzer ca. 70 % des landwirtschaftlich nutzbaren Landes.
Lange Jahre wurde angenommen, dass das US-amerikanische Außenministerium auf Intervention der United Fruit Company (UFC) eine Hetzkampagne gegen Guatemala initiierte. Die UFC hatte in Guatemala ihre größten Plantagen und war zudem noch Eignerin der International Railway of Centralamerica und des damals einzigen Seehafens des Landes, Puerto Barrio. Die CIA intervenierte daraufhin in Zusammenarbeit mit oppositionellen guatemaltekischen Militärs (Operation PBSUCCESS). Die kürzlich freigegebenen Akten des CIA über die Aktion lassen jedoch den Einfluss der United Fruit Company eher gering erscheinen. Nach diesen Informationen sollte die Intervention eher als Teil der Truman-Doktrin betrachtet werden, um einer vermuteten kommunistische Bedrohung aus Zentralamerika vorzubeugen.
1954 wird Arbenz gestürzt und Castillo Armas wird Diktator. Innerhalb kürzester Zeit macht dieser sämtliche sozialen Reformen einschließlich der begonnenen Agrarreform rückgängig. Er wird 1957 ermordet. Ydígoras, ebenfalls aus den Reihen des guatemaltekischen Militärs, unter der Herrschaft Ubicos verantwortlich für zahlreiche Massaker und die brutale Niederschlagung verschiedener Aufstände in Guatemala, wird sein Nachfolger.
In Guatemala herrschte 36 Jahre lang ein Bürgerkrieg, der erst 1996 durch die Unterzeichnung eines Friedensvertrages formell für beendet erklärt wurde.
Der Krieg hatte bis zu diesem Zeitpunkt mehr als 200.000 Menschen das Leben gekostet und über 1 Million Flüchtlinge geschaffen. Besonders durch General Efrain Ríos Montt bekam die Bekämpfung der indigenen Bevölkerung durch die Diktatur Züge eines Genozids. Ganze Landstriche wurden flächendeckend bombardiert. Allein im September 1982 wurden 9.000 Mayanachkommen ermordet.
Ohne die maßgebliche Förderung durch logistische und materielle Hilfe (Waffen getarnt als "humanitäre Hilfe") der USA wäre der Genozid in dieser Form sicher kaum möglich gewesen. Nur Jimmy Carter unterbrach diese "humanitäre Hilfe" für kurze Zeit.
Guatemala wurde im Oktober 2005 von Ausläufern des Hurrikans Stan schwer getroffen, über 1.000 Menschen kamen durch Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen ums Leben.
Bei den Wahlen vom 9. November 2003 wurde Óscar Berger Perdomo als Kandidat der Gran Alianza Nacional zum Präsidenten gewählt. Auch bei der Parlamentswahl wurde die Gran Alianza Nacional stärkste Kraft, die Wahlbeteiligung lag bei 54,5 %.
Wie die meisten lateinamerikanischen Staaten hat auch Guatemala keine lange demokratische Tradition. Die Parteienlandschaft ist wenig stabil, viele Parteien lösen sich nach einer Legislaturperiode auf oder verschwinden in der Bedeutungslosigkeit. Bezeichnend dafür ist der starke Einfluss gesellschaftlicher Gruppen außerhalb der Parteien, insbesondere des Militärs und der Unternehmer.
Außenpolitisch war Guatemala während des Bürgerkriegs jahrelang isoliert. Seit dem Beginn der Demokratisierung und dem Abschluss des Friedensvertrags mit den Rebellen versucht Guatemala auf der internationalen Bühne eine angemessene Rolle zu spielen. Seit 2001 besteht zwischen Mexiko, Guatemala, Honduras und El Salvador ein Handelsabkommen, seit dem 10. März 2004 zusätzlich eine Zollunion mit El Salvador.
Siehe auch: Liste der Präsidenten von Guatemala
Guatemala ist in 22 Departamentos aufgeteilt.
Departamento (Hauptstadt) DepartmentsofGuatemala.png
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