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Die Guardia Civil ist eine spanische paramilitärische Polizeieinheit, die im Jahr 1844 während der Herrschaft der Königin Isabella II. von Javier Girón, dem 2. Duque de Ahumada und damaligen Militär-Generalinspekteur, gegründet wurde. Sie nimmt in der Gegenwart sowohl militärische als auch zivile Funktionen wahr. Aufgrund ihrer doppelten Rolle untersteht die Guardia Civil deswegen gleich zwei Befehlsgewalten: dem Ministerium des Inneren (Ministerio del Interior) und dem Verteidigungsministerium (Ministerio de Defensa). Am ehesten kann man die Guardia Civil mit der französischen Gendarmerie und den italienischen Carabinieri vergleichen. Das heutige Aufgabengebiet der Guardia Civil ist mit dem zur Bundespolizei umfunktionierten Bundesgrenzschutz in Deutschland zu vergleichen, wobei aber hinter der Guardia Civil eine völlig andere Organisationsstruktur steckt. Andere Polizeien in Spanien sind die Policia Nacional, Policia Local bzw. Guardia Urbana sowie eine eigene Polizei in den autonomen Regionen Katalonien (Mossos d'Esquadra) und Baskenland (Ertzaintza).

Unter Franco wurde die Guardia Civil als Repressionsinstrument gegen politisch Andersdenkende genutzt. Im allgemeinen war sie für das Regime das Instrument, um der Landbevölkerung Präsenz und Stärke zu demonstrieren.

Eine unrühmliche Rolle nahm die Guardia Civil am 23. Februar 1981 ein. Angehörige der Guardia Civil unter Oberst Antonio Tejero versuchten gemeinsam mit einigen Armee-Einheiten unter General Milans del Bosch einen Militärputsch gegen die noch junge spanische Demokratie der Nach-Franco-Ära. Tejero stürmte dabei das Parlament, wo Leopoldo Calvo-Sotelo gerade zum Regierungschef gewählt werden sollte. Die Mitglieder des Parlaments wurden als Geiseln gehalten. Mit dem entschlossenen Auftreten des Königs Juan Carlos als Oberbefehlshaber der Armee, der sich im Rahmen einer landesweit ausgestrahlten Fernsehansprache eindeutig für die Demokratie aussprach und das Militär auf seine Seite zog, konnte der Staatsstreich noch in der Nacht vereitelt werden. Dieses Ereignis ging in die Geschichte als 23-F ein

Triki.gif Die Beamten tragen zuweilen von Dreispitzen abgeleitete auffällige Kopfbedeckungen, bestehend aus einem Kegelstumpf, am Hinterkopf eine trapezförmige Platte, seitlichen Versteifungen, das ganze mit schwarzer Lackfolie überzogen. Es sieht entfernt so aus, als trügen sie eine Schreibmaschine auf dem Kopf. In ärmlichen, kleinkriminellen Kreisen nannte man die Guardia Civil wegen dieser unverwechselbaren Silhouette auch la mala sombra (der böse Schatten). Aktuell trägt die Guardia Civil grüne Uniform und ist auch teilweise in der bevölkerung präsent!

Die Angehörigen der Guardia Civil leben teilweise mit ihren Familien in Kasernen. Der Wahlspruch der Guardia Civil ist Todo por la patria ("Alles für das Vaterland").

Weblinks


  • http://www.guardiacivil.org/ - Offizielle Homepage

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