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Der Guano besteht hauptsächlich aus den Exkrementen von Seevögeln wie den Kormoranen (siehe auch Guanokormoran). Im 19. Jahrhundert war Guano ein beliebter Dünger in der Landwirtschaft.

Obwohl natürlicher und organischer Herkunft, zählt Guano zu den ersten Kunstdüngern und Agrikulturchemieprodukten, deren Einsatz (nach 1840) durch Justus von Liebig entscheidend gefördert wurde. Neben Natursalpeter wurde Guano ebenfalls zur Sprengstoffherstellung verwendet. 1908 gelang es dem deutschen Chemiker Fritz Haber aus Wasserstoff und Stickstoff synthetisch Ammoniak herzustellen - wofür er 1910 das Patent (Haber-Bosch-Verfahren) und 1918 den Chemienobelpreis erhielt; damit sicherte er für Deutschland während des Ersten Weltkrieges nicht nur die Kunstdünger-, sondern auch die Kampfmittelproduktion. Die Einführung des Haber-Bosch-Verfahrens bedeutete eine drastische Verringerung des Guano-Abbaus.

Guano dient als stickstoff- und phosphorsäurehaltiges Düngemittel und wird überwiegend an regenarmen Küsten Südamerikas gewonnen. So leitet sich auch das Wort Guano aus der Sprache der Quechua her (huano); über das Spanische wurde es ins Deutsche entlehnt.

Auf Inseln mit großen Mengen von Vögeln kann die Guano-Schicht ziemlich dick werden, was die wirtschaftliche Bewirtschaftung von Vogel-Hinterlassenschaften überhaupt erst ermöglicht. So wurden etwa innerhalb eines Jahres 300.000 Tonnen Guano auf der 6,5 ha großen Insel Ichaboe (Namibia) gesammelt und nach Großbritannien verschifft.Die Besatzung des britischen Schiffs Grace fand 1844 eine Lage von "30 bis 40 Fuß" Guano auf der Insel Ichaboe. Dies entspricht etwa 9 bis 12 Metern.[http://www.nmm.ac.uk/searchbin/searchs.pl?exhibit=it1407z&axis=1093162028&flash=true&dev=

In Namibia versucht man heute mittels künstlicher Plattformen im Meer Vögel anzulocken, die dann deren Oberfläche verkoten. Guano bzw. aus Guano entstandenes Phosphat ist der einzige Rohstoff und bis zum Jahre 2000 die Haupteinnahmequelle der Inselrepublik Nauru.

Der Humboldt-Pinguin gräbt seine Nisthöhle in Guanohänge und wird durch das Verschwinden der Guanovorkommen durch den Raubbau zunehmend bedroht.

Die letzten Frachtsegler, die um Kap Horn segelten (die berühmten "Kaphoorniers"), transportierten Guano und Salpeter aus dem Pazifikraum nach Europa, denn diese Fracht war nicht eilig und so konnten die teuren Gebühren für die Benutzung des Panamakanals eingespart werden.

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  • Guano Islands Act ist ein kurioses US-amerikanisches Gesetz, das über fünfzig Inseln zu amerikanischem Staatsgebiet machte.
  • Natürlicher Guano machte den Beruf des Salpetersieders überflüssig.

Dünger | Tierprodukt

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