| Grottenolm | ||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| : | Amphibien / Lurche (Amphibia) |
| : | Lissamphibia |
| : | Schwanzlurche (Caudata) |
| : | Salamanderverwandte (Salamandroidea) |
| : | Olme (Proteidae) |
| : | Proteus |
| : | Grottenolm |
Der Kopf ist länglich-schmal und vorne spatelförmig, die Augen sind degeneriert und unter der Körperhaut verborgen. Die Atmung erfolgt durch Lungen; zusätzlich besitzen Grottenolme aber zeitlebens drei Paare äußerer, roter Kiemenbüschel am Hinterkopf. Dieses Phänomen, dass geschlechtsreife, fortpflanzungsfähige Tiere auch Larvenmerkmale aufweisen und behalten, wird als partielle Neotenie bezeichnet. Neotenie tritt bei vielen Schwanzlurchen zumindest gelegentlich oder zeitweise auf. Bei Grottenolmen ist sie obligat. Eine vollständige Metamorphose würde zumindest innerhalb der Höhlenlebensräume vermutlich keinen evolutionären Vorteil bringen.
In früheren Zeiten wurde der Grottenolm aufgrund seines Äußeren für ein Drachenjunges gehalten. Wegen seiner hautähnlichen Körperfarbe wird er gelegentlich auch „Menschenfisch“ genannt; zumindest ist das die Übersetzung seines slowenischen Namens.
In verschiedenen Höhlen Europas wurde die Art künstlich angesiedelt. Zur Fortpflanzung kam es dabei aber oft nicht, entweder, weil die Wassertemperaturen zu niedrig waren oder nicht beide Geschlechter vertreten waren. In den französischen Pyrenäen in Moulis gelang dagegen die Zucht der Olme. In Deutschland ist die Hermannshöhle im Harz bei Rübeland (Sachsen-Anhalt) bekannt für ihre Grottenolme. Insgesamt elf Individuen (offenbar nur Weibchen) aus Istrien wurden dort in den Jahren 1932 und 1956 in einem künstlichen Höhlengewässer („Olmensee“) ausgesetzt, das eine Tiefe von rund 80 Zentimetern und eine permanente Wassertemperatur von 7°C aufweist. Zumindest zwei der Exemplare stammen wohl noch von 1932.
Zum Nahrungsspektrum gehören vor allem kleine Krebstiere wie Wasserasseln (Asselus spec.) und Flohkrebse (Gammarus spec., Niphargus spec., Troglocaris spec.). Wegen seiner ökonomischen Lebensweise kann ein Tier sogar jahrelang ohne Nahrungsaufnahme überleben – seriösere Quellen sprechen von drei bis sechs Jahren (auch Zahlen zwischen acht und zwölf werden gelegentlich genannt). Der Grottenolm seinerseits hat offenbar keine Fressfeinde innerhalb von Höhlen. Mit über 80 (100) Jahren Lebenserwartung kann die Art um ein Vielfaches älter werden als Amphibien normalerweise.
Bei einem Weibchen wurde beobachtet, dass es in der Folge 18 Gelege mit insgesamt 496 Eiern an oder unter Steinen absetzte. Die Eier sind weiß und haben einen Durchmesser von acht bis zwölf Millimetern. Bei Wassertemperaturen von 11 bis 12 Grad Celsius ist die Embryonalentwicklung nach 110 bis 115 Tagen abgeschlossen, dauert für Amphibienverhältnisse also extrem lange. Während dieser Zeit werden die Gelege vom Weibchen bewacht. Bei Belichtung erfolgt statt einer Flucht (siehe oben) beispielsweise eine ungerichtete Angriffsbewegung.
Beim Schlupf sind die Larven 15 bis 25 Millimeter groß und zunächst dunkler gefärbt. Ihre Vorderbeine sind bereits vorhanden; die hinteren Extremitäten nur als Stummel angelegt. Nach weiteren 110 bis 115 Tagen Entwicklungszeit haben sie ihre Hautpigmente verloren und die Gestalt der erwachsenen Olme angenommen, ohne eine echte Metamorphose durchlaufen zu haben. Die eigentliche Geschlechtsreife tritt erst nach zehn bis zwölf Jahren ein.
Alternativ zur Eiablage können Grottenolme manchmal auch fertig entwickelte Junge (höchstens zwei) zur Welt bringen. Unter welchen Umweltbedingungen diese Viviparie gegenüber der Eiablage „bevorzugt“ wird, ist noch unklar.
Gesetzlicher Schutzstatus
Olm | Olm | Olmi | Protée anguillard | פרוטיאוס | Proteus anguinus | ホライモリ | Olm (salamander) | Odmieniec jaskiniowy | Proteus anguinus | Človeška ribica | Olm
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