Groningen * ist die Hauptstadt der Provinz Groningen in den Niederlanden. Die Stadt hat auf einem Gebiet von 76,77 km² rund 179.400 Einwohner (2004, mit dem Umland 350.000) und liegt an den Kanälen Winschoterdiep, Noord-Willems-Kanaal, Van Starkenborghkanaal und am Eemskanaal, der die Stadt mit Delfzijl an der Nordseeküste verbindet. In Groningen befindet sich eine Universität. Außerdem befindet sich in Groningen eine Fachhochschule, die Hanzehogeschool. Des Weiteren ist Groningen Partnerstadt von Oldenburg (Niedersachsen).
Groningen liegt am nördlichen Ende des „Hondsrug“ (nicht zu verwechseln mit dem Hunsrück), einer sandigen Erhebung mitten im ehemals ausgedehnten Moor, die sich vom „Drentschen Plateau“ bis zum „Hogeland“ zieht und in früherer Zeit die einzige Verbindung dieser beiden Gebiete war. Durch ihre Lage konnte die Stadt eine zentrale Bedeutung in der Region erlangen. Viele Kaufleute, die mit England und den Ostseeländern handelten, ließen sich hier nieder. Bis zum 17. Jahrhundert – dem „Goldenen Zeitalter“ der Niederlande hatte Groningen sich zu einem blühenden Handelszentrum entwickelt, nicht zuletzt, da es hier ein Gericht gab, das auch für die umliegenden Gebiete zuständig war. 1594 wurde Groningen zusammen mit den umliegenden Gebieten ein Teil der Republik der Vereinigten Niederlande.
1672 versuchte der Bischof von Münster, Christoph Bernhard von Galen die Stadt durch Belagerung und Kanonenbeschuss zu besetzen. Sein Faible für die Artillerie brachte ihm den Spitznamen „Bommen Berend“ „Kanonenbischof“ ein. Am 28. August 1672 konnte sein Angriff abgewehrt werden. An dieses Ereignis erinnert in Groningen bis heute ein lokaler Feiertag mit vielen Aktivitäten.
Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt erhebliche Schäden. Als im April 1945 die Alliierten Groningen erreicht hatten, stießen sie auf heftigen Widerstand der deutschen Besatzungstruppen. Ein Teil der Innenstadt musste durch heftige Straßenkämpfe erobert werden. Die Bauten, die danach im Rahmen des Wiederaufbaus entstanden waren, sind inzwischen Gegenstand heftiger Debatten. Viele wollen sie durch Schöneres ersetzen.
Aus der Region Groningen stammt die Pferderasse „Groninger“.
Ebenfalls herausragend ist das 1994 eingeweihte und von dem Designer Alessandro Mendini in Zusammenarbeit mit den Architekten Michele de Lucchi, Philippe Starck und Coop Himmelb(l)au entworfene „Groninger Museum“. Sein eigenwilliges Design und die interessante Lage – nämlich im Wasser- sorgten für internationales Aufsehen. Gezeigt werden, neben wechselnden Ausstellungen, auch Exponate der Vor- und Frühgeschichte der Provinz Groningen und die sehenswerte Sammlung chinesischen Porzellans.
Jedes Jahr locken das Popfestival „Noorderslag“ und das Theaterfestival „Noorderzon“ Tausende von Besuchern.
In der verkehrsberuhigten Innenstadt mit ihren vielen Fußgängerzonen und Straßencafés lässt es sich angenehm einkaufen.
Für Nachtschwärmer öffnen unzählige Kneipen ihre Pforten. Im „Osterpoort“ und in der „Stadsschouwburg“ kommen Konzert- und Theaterbegeisterte auf ihre Kosten.
Das Holland Casino betreibt hier eine seiner zwölf Filialen.
Die größte Tageszeitung von Groningen ist das Dagblad van het Noorden
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