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Der Begriff Großrasse bezeichnet die umstrittene Klassifizierung des Menschen (homo sapiens) in drei Gruppen: Europide, Negride und Mongolide. Außerdem wurde die Existenz von Indianiden, eine Unterordnung der Mongoliden, und die Existenz von Australiden diskutiert.

Einige Biologen lehnen die Einteilung von Menschen in Großrassen ab. Manche Wissenschaftler, wie der Humanbiologe Horst Seidler, halten die Verwendung des Begriffs Rasse beim Menschen für überholt. Seinen Forschungen zufolge ist die Kategorie "Rasse" mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen nicht vereinbar. Rein theoretisch könnte man so die Menschen bis zu den einzelnen Familien unterteilen.

Auch die UNESCO, die ursprünglich den Begriff race (Rasse) in offiziellen Texten verwendet hatte, änderte ihren Sprachgebrauch, nachdem der Begriff "Rasse" in Bezug auf den Menschen allzu leicht einen ideologischen Charakter annimmt. (To most people, a race is any group of people whom they choose to describe as a race. Zitat aus dem UNESCO-Bericht The race concept. Results of an inquiry, 1952, p 99). Die UNESCO empfiehlt dort, den Begriff "Rasse" ("race") durch den rein deskriptiven (beschreibenden) Begriff Ethnische Gruppe (ethnic group) zu ersetzen.

Äußerliche und "innerliche" Unterschiede


Human-phylo-tree.png Stammbaum des Menschen]] Äußerlich unterscheiden Rassentheoretiker die Großrassen zum Beispiel an Hautfarbe, Haarfarbe, Ausprägung der einzelnen Organe oder sonstiges ("Mongolenfalte, Mongolenfleck").

Des Weiteren wurde lange behauptet Mongolide hätten von allen Großrassen den höchsten IQ während Negride dagegen sportlicher seien. Tatsachen wie, dass viele Weltrekordhalterinnen und Weltrekordhalter, etwa im Kurzstreckenlauf, afrikanische Wurzeln hätten, wurden hierzu oftmals als Beweis angeführt. Etwa war Sport mangels anderer Angebote lange Zeit die einzige Möglichkeit für Afroamerikaner Karriere zu machen, während der Mehrheitsbevölkerung eine Vielzahl von Möglichkeiten offen stand.

Menschen unterscheiden sich genetisch nur um 0,01 % voneinander. Die äußerlichen Unterschiede entwickelten sich vermutlich vor 200.000 Jahren. Es wird jedoch z.B. nach wie vor von einigen akademisch etablierten Anthropologen behauptet, dass die Mongoliden pädomorpher als die Europiden und Negriden seien (rassische Neotenie; Prof. Rainer Knußmann, Handbuch der vergleichende Biologie und Humangenetik des Menschen, 1996, dem einzigen aktuellen akademischen Standardlehrbuch für physiologische Anthropologie).

Geschichte


Die 3-Großrassen-Theorie entstand im 19. Jahrhundert. In den 1970er war die 3-Großrassen-Theorie in Deutschland noch in zahlreichen Büchern abgedruckt.

Seit den 1990er gibt es (in Mitteleuropa) nicht mehr so viele Atlanten und Lexika, die die Großrassen-Theorie unterstützen. Gründe hierfür sind z. B. neuere Entdeckungen, die hauptsächlich in der Genetik gemacht wurden, oder neue Einteilungen der Hominiden (z. B. die Eingliederung des Schimpansen oder des Neandertalers (Homo sapiens neanderthalensis) zu den Menschen; beide Eingliederungen sind heute noch strittig).

Siehe auch: Rasse, Rassentheorien, Rassismus

Rassismus | Pseudowissenschaft

Race | Ras manusia | Ras (mensheid) | Menneskerase

 

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