Das Land Baden war von 1806 bis 1945 ein deutscher Staat und ist heute ein Landesteil von Baden-Württemberg.
Im Mittelalter herrschten hier verschiedene Linien des gleichnamigen Adelsgeschlechtes, deren Fürstentümer zwar "Baden" im Namen führten, jedoch unterschiedliche Regionen umfassten. Das in der Napoleonischen Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts geformte Großherzogtum Baden wurde mit Gründung des Deutschen Reichs 1871 zum Bundesstaat, dessen Grenzen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs bestehen blieben.
Von 1947 bis 1952 bestand ebenfalls ein Land "Baden", das aber nur aus der Südhälfte des historischen Badens bestand. Siehe hierzu Baden (Südbaden).
Nordbaden war in dieser Zeit Teil von Württemberg-Baden.
1952 gingen Südbaden und Württemberg-Baden (Nordbaden) im neuen Bundesland Baden-Württemberg auf.
Bevölkerung und Fläche
15.070 km²; 2.518.103 Einwohner (Mai 1939)
Geographische Lage
Baden liegt im Südwesten Deutschlands. Zentrale Landschaft Badens mit den meisten großen Städten ist die
Oberrheinische Tiefebene. Im Westen und Süden von
Rhein und
Bodensee begrenzt, erstreckt sich das Land rechtsrheinisch vom
Linzgau über
Lörrach,
Freiburg und
Karlsruhe bis zur größten Stadt
Mannheim, mit einer Fortsetzung bis an die
Tauber bei
Bad Mergentheim. Es grenzt an das französische (vor Ende des 17. Jhd. und
1871 bis
1918 deutsche)
Elsass im Westen, an die
Schweiz im Süden, die
Pfalz im Nordwesten,
Hessen und
Bayern im Nordosten. Die östliche Grenze nach
Württemberg verlief auf den Höhen des
Schwarzwalds; von dort bis zum Rhein war Baden in der Mitte teilweise nur 30 km breit.
Städte und Regionen
Karlsruhe, die Hauptstadt Badens, war ab 1715 Residenz, zunächst der Markgrafen von Baden-Durlach, dann ab 1771 der vereinigten Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden und später der Großherzöge von Baden, sowie bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Hauptstadt des 1918 gegründeten Freistaats beziehungsweise der Demokratischen Republik Baden.
Großstädte auf badischem Gebiet sind (von Nord nach Süd): Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Pforzheim und Freiburg im Breisgau.
Größere Mittelstädte in Baden sind (von Nord nach Süd): Rastatt, Baden-Baden, Offenburg, Villingen-Schwenningen (badisch jedoch nur der Stadtteil Villingen), Singen (Hohentwiel) und Konstanz.
Landschaften in Baden:
geordnet von Süden nach Norden
Geschichte
Markgrafschaft
Der Name stammt von den
Markgrafen von Baden, einer im
12. Jahrhundert etablierten Seitenlinie der Herzöge von
Zähringen.
Hermann II. war der erste Zähringer, der sich, nach dem neuen Stammsitz, der
Burg Hohenbaden hoch über den
Thermalbädern der damaligen Stadt
Baden (heute Baden-Baden),
Markgraf von Baden nannte. Herrschaftsgebiete der
badischen Markgrafschaften waren
Baden-Durlach (seit 1938 Stadtteil von
Karlsruhe),
Baden-Baden, Baden-Hachberg bei
Emmendingen sowie Sausenburg-Rötteln bei
Lörrach. Letztere Herrschaft bestand aus Besitzungen zwischen Lörrach bis südlich von Freiburg und ist heute als
Markgräflerland bekannt.
Von 1535 bis 1771 war die Herrschaft in die Linien Baden-Durlach (evangelisch) und Baden-Baden (katholisch) geteilt. Die Bevölkerung musste daher nach Gebietskäufen (beispielsweise der Gemarkung von Gersbach vom katholischen Vorderösterreich) die Konfession wechseln.
Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, der so genannte "Türkenlouis" (1677 bis 1707), machte Rastatt zu seiner Residenz und erhielt den kaiserlichen Auftrag das Land vor Übergriffen aus Frankreich zu schützen. Dazu errichtete er vor allem an Passübergängen im Schwarzwald zwei Verteidigungslinien mit Wehranlagen. Besonders gut erhalten sind diese sogenannten Barockschanzen in Gersbach (Südschwarzwald). Karl III. Wilhelm von Baden-Durlach wählte das 1715 erbaute Karlsruhe als neue Residenz. 1771 erbte Karl Friedrich von Baden-Durlach die Besitzungen der erloschenen Linie Baden-Baden, wodurch die beiden Markgrafschaften wieder vereinigt wurden.
Die Entstehung des Großherzogtums
Badische_Pickelhaube.jpg
Das moderne Land Baden entstand am Beginn des 19. Jahrhunderts unter der Protektion
Napoleons und durch die geschickte Diplomatie des badischen Gesandten
Sigismund Freiherr von Reitzenstein, der als der eigentliche Schöpfer des modernen Baden gilt.
In der Folge des
Reichsdeputationshauptschlusses erhielt Baden in den Jahren 1803 und 1806 als Entschädigung für an Frankreich verlorene linksrheinische Gebiete die rechtsrheinischen Territorien vieler kleiner Fürstentümer,
geistlicher Gebiete und
Reichsstädte:
Durch den Beitritt zum Rheinbund wurde der zuvor schon zum Kurfürsten erhobene Markgraf Karl Friedrich im Jahr 1806 zum Großherzog erhoben. Durch dieses Bündnis mit Napoleon kämpften badische mit Soldaten der anderen Rheinbundstaaten in den Schlachten Napoleons mit. So wurde 1812 der Rückzug Napoleons aus Moskau über die Beresina von badischen Truppen gedeckt. Von den 7000 Badenern in der Grande Armée kehrten nur ein paar hundert zurück. Auch in der Völkerschlacht bei Leipzig stand Baden noch an der Seite Napoleons. Trotz Napoleons Niederlage bei Leipzig erreichte Großherzog Karl auf dem Wiener Kongress die Bestätigung seiner Neuerwerbungen, womit der Bestand des Landes gesichert war.
Mit den Neuerwerbungen kam Baden, das bis dahin keine eigene höhere Bildungsstätte verfügt hatte, auch in den Besitz der beiden Universitäten in Freiburg im Breisgau und Heidelberg.
Das Großherzogtum Baden im 19. Jahrhundert
Im
19. Jahrhundert konnten sich in Baden
Demokratie und
Parlamentarismus freier entwickeln als anderswo.
1818 erhielt das Großherzogtum eine für damalige Verhältnisse sehr fortschrittliche liberale
Verfassung, die Baden zur
konstitutionellen Monarchie machte. Sie sah ein
Zweikammernparlament vor, dessen zweite Kammer große politische Bedeutung erhielt. Diese wurde nicht
ständisch gegliedert, sondern mit nach Bezirken gewählten Vertretern bestückt. Die Debatten wurden trotz der
Zensur im vollen Wortlaut veröffentlicht, was eine starke Teilnahme der Bürger an politischen Fragen ermöglichte. Dies führte zu wiederholten Konflikten mit den konservativen Kräften im
Deutschen Bund unter Führung des österreichischen Staatskanzlers
Klemens Metternich, aber auch mit den eher konservativen Großherzögen
Karl und
Ludwig. Der liberale Großherzog Leopold gab 1832 den Forderungen nach unbeschränkter
Pressefreiheit nach, musste das Gesetz aber auf Druck Metternichs noch im gleichen Jahr wieder zurücknehmen.
1835 trat Baden dem
Deutschen Zollverein bei und erlebte in der Folge einen wirtschaftlichen Aufschwung. Große Infrastrukturprojekte wurden mit der Rheinkorrektur nach den Plänen von
Johann Gottfried Tulla 1815 und dem Eisenbahnbau seit 1840 begonnen.
Gerüchte um das rätselhafte Auftreten von
Kaspar Hauser, in dem manche einen badischen Erbprinzen vermuteten, führten
1845 zu einem Hofskandal, der das Ansehen des Herrscherhauses beschädigte und bis heute nicht geklärt ist.
Missernten und wirtschaftliche Schwierigkeiten in den Jahren 1846/47 verursachten soziale Spannungen, die die Unzufriedenheit über die fehlenden Mitbestimmungsrechte und die Zersplitterung Deutschlands noch steigerten.
Von einer badischen Volksversammlung in Offenburg, die am 12. September 1847 die Forderungen des Volkes, verabschiedete, ging 1848 die Badischen Revolution und darüber hinaus die Märzrevolution in den Staaten des Deutschen Bundes aus. Ein erster republikanischer Umsturzversuch durch Friedrich Hecker, Gustav Struve und Georg Herwegh wurde noch von Bundestruppen und ein zweiter Aufstand um Gustav Struve durch badisches Militär niedergeschlagen. Nach dem Scheitern der Frankfurter Nationalversammlung schloss sich im Mai 1849 einem neuerlichen Aufstand in Baden auch das Militär an. Mit der Flucht des Großherzogs Leopold, der Bildung einer provisorischen Regierung und Neuwahlen wurde Baden faktisch Republik. Durch vor allem preußisches Militär wurden die Badische Republik und die verbündete Pfälzische Republik schließlich mit Gewalt beseitigt. Im Juli mussten sich die letzten badischen Truppen nach fast zweimonatiger Belagerung in der Festung Rastatt ergeben. In der Folge kam es zu Verhaftungen, Erschießungen und zur Auswanderung von ca. 80.000 Badenern (5% der Bevölkerung), vor allem nach Amerika. Baden blieb bis 1851 von preußischen Truppen besetzt. Mit der Errichtung von Verwaltungsgerichten durch Gesetz vom 5. Oktober 1863 war Baden das erste der deutschen Länder, welches die Verwaltungsgerichtsbarkeit einführte[Werner Frotscher, Bodo Pieroth: Verfassungsgeschichte, 5. Aufl., München 2005, Rn 422.]. Von 1851 bis 1871 gab das Land Baden eigene Briefmarken aus (siehe: Badische Postgeschichte). Friedrich I. tat sich als Förderer von Bildung und Kultur hervor, baute die Hochschulen aus und ermöglichte bereits 1900 das Frauenstudium.
Quellen
Baden im Kaiserreich
Im preußisch-österreichischen Krieg 1866 stand Baden an der Seite Österreichs.
1871 trat Baden dem
Deutschen Reich bei, an dessen Gründung Großherzog
Friedrich I. maßgeblich beteiligt war. Im Kaiserreich war Baden eine Hochburg der
Liberalen und der
Zentrumspartei. Nach der Niederlage des Kaiserreichs im 1. Weltkrieg musste der letzte Großherzog
Friedrich II. 1918 abdanken. Baden wurde
Republik.
Republik Baden
Tafel Baden.jpg
Der
Freistaat Baden, dessen Verfassung am 13.4.1919 vom Volk angenommen wurde, wurde bis 1933 meistens von der Zentrumspartei regiert.
Baden blieb in seinen Grenzen, trotz württembergischer Versuche während der
Zeit des Nationalsozialismus die Vereinigung herbeizuführen, bis zum Ende des
Zweiten Weltkriegs unverändert. Das Land wurde durch die nationalsozialistische Reichsregierung jedoch 1933
gleichgeschaltet und einem
Reichsstatthalter unterstellt.
Landtagswahlen
1919: Zentrum 36,6% - 39 Sitze | SPD 32,1% - 36 Sitze | DDP 22,8% - 25 Sitze | CVP 7,0% - 7 Sitze
1921: Zentrum 37,9% - 34 Sitze | SPD 22,7% - 20 Sitze | DDP 8,5% - 7 Sitze | DNVP/CVP 8,5% - 7 Sitze | Badischer Landbund 8,3% - 7 Sitze | DVP 6,0% - 5 Sitze | KPD 3,9% - 3 Sitze | USPD 3,0% - 2 Sitze | WVbM 1,3% - 1 Sitze
1925: Zentrum 36,8% - 28 Sitze | SPD 20,9% - 16 Sitze | DNVP/Badischer Landbund 12,2% - 9 Sitze | DVP 9,2% - 7 Sitze | DDP 8,7% - 6 Sitze | KPD 6,2% - 4 Sitze | WVbM 3,0% - 2 Sitze
1929: Zentrum 36,7% - 34 Sitze | SPD 20,1% - 18 Sitze | DVP 8,0% - 7 Sitze | NSDAP 7,0% - 6 Sitze | DDP 6,7% - 6 Sitze | KPD 5,9% - 5 Sitze | WP 3,8% - 3 Sitze | CSVD 3,8% - 3 Sitze | DNVP/CVP 3,7% - 3 Sitze | BBP 3,0% - 3 Sitze
An 100% fehlende Stimmen = Nicht im Landtag vertretene Wahlvorschläge.
Nachkriegszeit
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Baden durch eine Besatzungsgrenze geteilt.
1952 schlossen sich die Länder Württemberg-Baden und Baden mit dem Land Württemberg-Hohenzollern zum heutigen Bundesland Baden-Württemberg zusammen.
Kampf um den Südweststaat
Die Situation der durch die Besatzungszonen vorgegebenen Ländergrenzen wurde allgemein als unbefriedigend empfunden. Infolgedessen kamen erneut Überlegungen zur Gründung eines "
Südweststaats" aus den alten Ländern Baden,
Württemberg und der
Hohenzollernschen Lande auf.
In Mittel- und Südbaden gab es viele Gegner des Zusammenschlusses. Diese favorisierten eine Wiederherstellung der früheren Länder in den Grenzen vor dem Krieg (daher "
Altbadener" genannt. "
Vom See bis an des Maines Strand die Stimme dir mein Badnerland", war auf den Wahlplakaten von
1951 zu lesen. Die Regierung von
(Süd)Baden unter
Leo Wohleb kämpfte dabei für eine Wiederherstellung des alten Landes Baden.
Entscheidend war der Abstimmungsmodus. Durch eine Probeabstimmung wusste man, dass in Nordbaden nur eine dünne Mehrheit für den Südweststaat zu erwarten war, sich durch die starke Ablehnung in Südbaden jedoch eine gesamtbadische Ablehnung ergeben würde. Deshalb plädierten die Südweststaatsbefürworter für eine Auszählung nach Stimmbezirken, die Gegner forderten vergeblich eine Auszählung nach den alten Ländern. Das 1951 neu gegründete
Bundesverfassungsgericht, das seinen Sitz in der ehemaligen badischen Residenzstadt Karlsruhe hat, konnte sich bei Stimmengleichheit nicht auf eine Haltung gegen die Modalitäten der Volksabstimmung (Mehrheit in drei von vier Abstimmungsbezirken) festlegen.
Bei der Volksabstimmung unterlagen die Befürworter eines selbstständigen Baden. Zwar votierten 53% aller Stimmberechtigten im Vorkriegsbaden für die Wiederherstellung des Landes Baden; entscheidend war jedoch das Abstimmungsverhalten des bevölkerungsreichen
Nordbadens, wo 57% für den
Südweststaat votierten. Insbesondere die alte
Kurpfalz mit
Mannheim und
Heidelberg war gegen Baden. Für die Vereinigung stimmte auch die Bevölkerung im Landesbezirk (Nord-)Württemberg und in
Württemberg-Hohenzollern. Durch die Mehrheiten in drei von vier Teilgebieten wurde die Vereinigung zum "Südweststaat" beschlossen, der 1952 erfolgte.
Aufgrund einer Klage des Heimatbundes Baden entschied das Bundesverfassungsgericht 1956, dass die badische Bevölkerung nochmals abstimmen dürfe, denn ihr Wille bei der Abstimmung 1951 sei durch die Trennung des Landes Baden nach 1945 "überspielt" worden.
Erst 1970 kam es aufgrund dieser Klage nochmals zu einer Volksabstimmung, an der sich diesmal die Württemberger nicht beteiligen durften. Da die Abstimmung vor allem von Kurt-Georg Kiesinger immer wieder verschleppt wurde, bedurfte es 1969 einer erneuten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, welches die Abstimmung bis spätestens 30. Juni 1970 anordnete. Den Zeitläuften entsprechend waren nur noch wenige für die Wiederherstellung eines historischen Landes zu begeistern; die überwältigende Mehrheit (82%) der Bevölkerung von Baden stimmte für den Verbleib in Baden-Württemberg. Damit wurde das Faktische abgesegnet, allerdings war die Verzögerung der Abstimmung bewusst gewählt worden, um das Risiko zu minimieren, dass die Badener erneut gegen den Südweststaat abstimmen. Die Bildung des Landes Baden Württemberg war somit durch diese Abstimmung zwar "demokratisch" legitimiert, doch bleibt ein fader Beigeschmack, dass der Wille der badischen Bevölkerung 1951 "überspielt" wurde.
Grenzen im Bundesland Baden-Württemberg
Die 1952 gebildeten
Regierungsbezirke
Nordbaden und
Südbaden griffen die Grenzen des alten Landes Baden wieder auf: Im Norden an
Hessen und
Bayern grenzend, im Süden am Bodensee nur 30 km entfernt von Bayern und in der Mitte teilweise nur 30 km schmal, fasste die Ostgrenze des Landes das Territorium von Württemberg sichelartig ein. Mit der
Kreisreform, die zum 1. Januar 1973 vollzogen wurde, wurden die historischen Grenzen der Regierungsbezirke aufgehoben und die Namen der Landesteile verschwanden. Die Gebiete aller vier Regierungsbezirke:
Freiburg,
Karlsruhe,
Stuttgart und
Tübingen wurden hauptsächlich nach geografischer Zweckmäßigkeit neu abgegrenzt. Dabei verschwanden die alten Grenzen auf Verwaltungsebene endgültig: der ehedem württembergische Teil des Schwarzwalds gehört seitdem zu den
Regierungsbezirken in Karlsruhe beziehungsweise Freiburg, und ehemals badische Kreise zu Stuttgart bzw. Tübingen.
Baden heute
Die alten Grenzen des Landes Baden spiegeln sich heute noch darin wider, dass es einen eigenständigen
Badischen Sportbund und eine eigenständige
Evangelische Landeskirche in Baden gibt. Auch die Einteilung der katholischen Bistümer (
Erzbistum Freiburg bzw.
Bistum Rottenburg-Stuttgart) entspricht den alten Grenzen. In der Organisation der Justiz haben sich die alten Grenzen ebenfalls erhalten. Manche Medien orientieren sich noch immer an den alten Grenzen von Baden und Württemberg: Zum Beispiel veranstaltet der
SWR Hörfunk-Regionalprogramme wie "Baden Radio" oder "Radio Südbaden" im Programm
SWR4 Baden-Württemberg und die Tageszeitung
Südkurier erscheint im Landkreis Tuttlingen nur für die badischen Städte und Gemeinden.
Bevölkerung
Ungebrochen ist das besonders im Süden und im Raum Karlsruhe vorherrschende Bewusstsein, mit dem sich die Menschen als
Badener bezeichnen - oft schon allein, um sich von der Landesregierung im württembergischen Stuttgart abzugrenzen. Dazu eignet sich zum Beispiel das
Badnerlied hervorragend, das in Baden einen viel höheren Stellenwert und Bekanntheitsgrad besitzt als die anderen Landeshymnen. So ertönt das Badnerlied seit den 1990er Jahren in den Stadien des SC Freiburg und des Karlsruher SC zu Beginn der Spiele. Bis heute sieht man gerade in Südbaden viele badische Flaggen, und auch der
badische Wein trägt die Identität des Landes fort. Ein Kern des badischen Regionalstolzes ist auch die demokratische und revolutionäre Tradition der
Freiheitsbewegung von 1848. So ist beispielsweise der radikale Republikaner
Friedrich Hecker bis heute eine Art badischer Nationalheld.
Die mit einer Identitätsbildung einhergehende Abgrenzung erfolgt bevorzugt gegenüber
Schwaben. Von diesen werden die Bewohner der Region manchmal auch als
Badenser bezeichnet. Diese Bezeichnung wird, obwohl sie gemäß Duden eine zulässige Bezeichnung der badischen Bevölkerung ist, heutzutage eher abwertend empfunden.
Es gibt mehrere Vereine, die badische Interessen vertreten, z.B.
Auch außerhalb Badens gibt es Badener, die an ihrer Identität festhalten. Sie sind teilweise in den 14 Badener-Vereinen organisiert, die es meist in Großstädten der Bundesrepublik gibt. Die Badener-Vereine sind in der Arbeitsgemeinschaft der Badenervereine mit Sitz in Karlsruhe zusammengeschlossen.
Sprache
Die gemeinhin als
Badisch bezeichnete
Mundart, bezeichnet sowohl den
südfränkischen Dialekt, der etwa um
Karlsruhe,
Pforzheim und
Rastatt gesprochen wird, als auch den
alemannischen Dialekt in Südbaden.
Um Mannheim und Heidelberg wird mit dem Kurpfälzischen ein pfälzischer Dialekt gesprochen, der im Gegensatz zu den anderen beiden Dialektgruppen nicht als „Badisch“ bezeichnet wird.
Siehe auch: Badische Dialekte, Badisches Wörterbuch
Kultur
Als Markenzeichen der badischen Volkstrachten gilt der Bollenhut, der allerdings nur in der Umgebung von Gutach im Schwarzwald beheimatet ist. Das Kartenspiel Cego oder Zego war dagegen noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nur in Baden und in einigen Grenzgebieten zu Württemberg und Hohenzollern das beliebteste Kartenspiel, und somit absolut typisch badisch. Große Bedeutung im Jahreslauf hat die Fasnacht, die vom Schmutzigen Donnerstag bis Aschermittwoch dauert. In dieser Zeit sind in vielen Gegenden Badens manche Büros und Geschäfte geschlossen, weil in jedem Ort Umzüge und Feste stattfinden. Umzüge und Fasnachtssitzungen sind aber auch schon ab dem Dreikönigstag üblich.
Wohl beeinflusst durch die Nähe zu Frankreich hat die badische Küche einen hohen Stellenwert. Sie gilt als leichter als andere deutsche Regionalküchen und kann eine große Zahl an Sterne-Restaurants aufweisen. Typische Zutaten sind Spargel und Wein.
Bedeutende Schriftsteller
Erfinder:
Verwaltungsgliederung
Siehe
Verwaltungsgliederung Badens
Politik
Staatsoberhäupter
Die Staatsoberhäupter (
Markgrafen,
Kurfürsten und Großherzöge) von Baden von 1738 bis zum Ende des
Ersten Weltkriegs 1918 waren:
Regierungschefs
Regierungschefs beziehungsweise
Staatsminister des Großherzogtums waren:
Die Staatspräsidenten der Republik Baden 1918 - 1933:
- 10. November 1918-14. August 1920: Anton Geiß (1858-1944), SPD
- 14. August 1920 - 23. November 1921: Gustav Trunk (1871-1936), Zentrum
- 23. November 1921 - 23. November 1922: Hermann Hummel (1876-1952), DDP
- 23. November 1922 - 23. November 1923: Adam Remmele (1877-1951), SPD
- 23. November 1923 - 23. November 1924: Heinrich Franz Köhler (1878-1949), Zentrum
- 23. November 1924 - 23. November 1925: Willy Hellpach (1877-1955), DDP
- 23. November 1925 - 23. November 1926: Gustav Trunk (2. Amtszeit), Zentrum
- 23. November 1926 - 3. Februar 1927: Heinrich Franz Köhler (2. Amtszeit), Zentrum
- 3. Februar 1927 - 23. November 1927: Gustav Trunk (3. Amtszeit), Zentrum
- 23. November 1927 - 23. November 1928: Adam Remmele (2. Amtszeit), SPD
- 23. November 1928 - 20. November 1930: Josef Schmitt (1874-1939), Zentrum
- 20. November 1930 - 10. September 1931: Franz Josef Wittemann (1866-1931), Zentrum
- 18. September 1931 - 11. März 1933: Josef Schmitt (2. Amtszeit), Zentrum
Ernannter Reichsstatthalter (bis 8. Mai 1933: Reichskommissar):
Ernannter Ministerpräsident von Baden:
Weitere bekannte Politiker aus Baden
Literatur
- Wolfgang Hug: Geschichte Badens (Stuttgart: Theiß 1992) ISBN 3-8062-1022-5
- Badisches Landesmuseum Karlsruhe (Hrsg.): Baden 1789-1918. Führer durch die landes- und kulturgeschichtliche Abteilung. (Karlsruhe: INFO Verlag 2001) ISBN 3-88190-273-2
- Hermann Bausinger: Die bessere Hälfte. Von Badenern und Württembergern (Stuttgart, München: Deutsche Verlagsanstalt 2002) ISBN 3-421-05591-2
- Helmut Engler: Große Badener. Gestalten aus 1200 Jahren (Stuttgart: Deutsche Verlagsanstalt 1994) ISBN 3-421-06676-0
- Hansmartin Schwarzmaier: ''Geschichte Badens in Bildern 1100 - 1918 (Stuttgart: Kohlhammer 1993)ISBN 3-17-012088-3
Weblinks
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