Badische_Prämien_Anleihe.jpg | Bad._Bahnanleihe.jpg Die Großherzoglich Badische Staatseisenbahnen ist eine ehemalige Bahngesellschaft in Deutschland. Sie entstand in Folge des Eisenbahnbaus im Großherzogtum Baden ab 1840 und wurde 1920 in die Deutsche Reichsbahn integriert. Zuletzt war ihr Streckennetz circa 2000 km lang.
Für den Eisenbahnbau war das Innenministerium zuständig, das für diesen Zweck eine eigene Behörde, die Eisenbahn-Bau-Direktion gründete. Später wurde die Eisenbahnbaubehörde in die Oberdirektion des Wasser- und Straßenbaus eingegliedert. Der Betrieb der Eisenbahn war dagegen dem Außenministerium zugeordnet, das diese Aufgabe der Oberpostdirektion übertrug, die fortan Oberdirektion der Posten und Eisenbahnen genannt wurde. Erst mit der Eingliederung der badischen Post in die Reichspost 1872 entstand eine eigenständige Eisenbahnverwaltung in Baden, die Großherzoglich Badische Staatseisenbahnen.
Nachdem mit der Badischen Hauptbahn die wichtige Nord-Süd-Achse Mannheim - Basel sowie die Anbindung des Bodenseeraums realisiert waren konzentrierten sich die weiteren Netzausbauten auf die Erschließung des Raums Pforzheim mit der Strecke Karlsruhe - Pforzheim - Mühlacker (eröffnet 1859-1863), die Anbindung des Odenwaldes und Tauberfrankens mit der Odenwaldbahn Heidelberg - Mosbach - Würzburg (eröffnet 1862-1866) sowie der Schaffung einer Direktverbindung von Karlsruhe nach Konstanz ohne den Umweg über Basel in Form der Schwarzwaldbahn (eröffnet 1866-1873).
Die Verbindung nach Norden in Richtung Darmstadt - Frankfurt (Main) wurde bereits seit 1846 durch die Main-Neckar-Bahn hergestellt, an der das Großherzogtum Baden beteiligt war. 1879 folgte die Riedbahn, an der Baden allerdings keinen Anteil besaß. Seit 1861 gab es nach dem Bau der Rheinbrücke zwischen Kehl und Straßburg auch eine direkte Verbindung mit dem Elsass. Der Anschluss an die Pfalz wurde zunächst ab 1865 mit einer Schiffbrücke bei Karlsruhe-Maxau und seit 1867 mit der Verbindung zwischen Mannheim und Ludwigshafen realisiert. Die Verbindung mit Bayern erfolgte mit Eröffnung der Badischen Odenwaldbahn 1866.
Besonders schwierig waren die Verhandlungen über eine Verbindung mit Württemberg, zumal beide Länder direkt um den Verkehr zwischen Deutschland und den Alpenpässen konkurrierten. Während Baden die Anbindung über Pforzheim favorisierte, war Württemberg an einer möglichst direkten Anbindung in Bruchsal interessiert. Die Einigung konnte in einem Staatsvertrag am 4. Dezember 1850 besiegelt werden, wobei Württemberg der Bau der direkten Linie Stuttgart - Mühlacker - Bretten - Bruchsal (Württembergische Westbahn) auch auf badischem Territorium zugestanden wurden, während Baden die teilweise in Württemberg liegende Verbindung Pforzheim - Mühlacker (siehe Bahnstrecke Durlach–Mühlacker) bauen und betreiben durfte. Die Anbindung in Bruchsal wurde bereits 1853 in Betrieb genommen.
Um 1895 war das Eisenbahnnetz der Badischen Staatsbahn bis auf kleinere Ergänzungen fertiggestellt. Im Jahr 1900 umfasste es 1996 km Streckenlänge, davon 1521 km im Eigentum der Staatsbahn. In den Folgejahren lag der Schwerpunkt der Ausbaumaßnahmen beim Umbau der Knotenbahnhöfe. Die wichtigsten Umbauten betrafen:
Die wichtigsten der privat erbauten, von der Staatsbahn betriebenen Strecken sind:
Die Strecken der Badischen Staatsbahn wurden wie folgt eröffnet:
Bei den mit ¹ bezeichneten grenzüberschreitenden Strecken gehört nur der Streckenteil bis zur Staatsgrenze zur Badischen Staatsbahn. Die Basler Verbindungsbahn wurde durch die Schweizerische Centralbahn gebaut und von der Badischen Staatsbahn mitfinanziert. Eine Sonderrolle nimmt die einzige Schmalspurbahn der Badischen Staatsbahn ein, die am 3. Juni 1905 eröffnete Strecke Mosbach - Mudau. Mit dem Bau und Betrieb dieser Strecke wurde die Firma Vering & Waechter beauftragt.
Als staatlich betriebene Privatbahnen wurden eröffnet:
| Streckenabschnitt | als Teil der Strecke | eröffnet am | gebaut von |
|---|---|---|---|
| Basel Badischer Bahnhof - Schopfheim | Wiesentalbahn | 7. Juni 1862 | Wiesental-Eisenbahn-Gesellschaft |
| Karlsruhe - Maxau | Maxaubahn | 5. Aug. 1862 | Stadt Karlsruhe |
| Maxau - Maximiliansau ¹ | Maxaubahn | 1. Juli 1865 | Stadt Karlsruhe |
| Dinglingen - Lahr/Schwarzwald | - | 15. Nov. 1865 | Lahrer Eisenbahn-Aktien-Gesellschaft |
| Rastatt - Gernsbach | Murgtalbahn | 1. Juni 1869 | Murgthal-Eisenbahn-Aktiengesellschaft |
| Mannheim - Schwetzingen - Graben-Neudorf - Eggenstein - Karlsruhe | Rheinbahn | 4. Aug. 1870 | Stadt Mannheim |
| Freiburg (Breisgau) - Breisach | - | 6. Feb. 1871 | Stadt Freiburg, Stadt Breisach |
| Heidelberg - Schwetzingen | Heidelberg - Speyer | 17. Juli 1873 | N.N. |
| Schwetzingen - Speyer | Heidelberg - Speyer | 10. Dez. 1873 | N.N. |
| Denzlingen - Waldkirch | Elztalbahn | 1. Jan. 1875 | Stadt Waldkirch |
| Schopfheim - Zell (Wiesental) | Wiesentalbahn | 5. Feb. 1876 | Wiesental-Eisenbahn-Gesellschaft |
| Appenweier - Oppenau | Renchtalbahn | 1. Juni 1876 | Renchtaleisenbahngesellschaft |
| Breisach - Colmar ¹ | Freiburg - Colmar | 5. Jan. 1878 | Stadt Freiburg, Breisach, Land Baden |
| Grötzingen - Bretten - Eppingen | Kraichgaubahn | 15. Okt. 1879 | Stadt Karlsruhe |
| Ettlingen West - Ettlingen Erbprinz | Albtalbahn | 25. Aug. 1885 | Stadt Ettlingen |
| Ettlingen Erbprinz - Ettlingen Stadt | Albtalbahn | 15. Juli 1887 | Stadt Ettlingen |
| Gernsbach - Weisenbach | Murgtalbahn | 1. Mai 1894 | Murgthal-Eisenbahn-Aktiengesellschaft |
Außer der Strecke Ettlingen West - Ettlingen Stadt, die am 1. Januar 1899 von der B.L.E.A.G. übernommen wurde, gingen alle staatlich betriebenen Privatbahnen im Laufe der Zeit in Staatsbesitz über. Neben den von der Badischen Staatsbahn betriebenen Eisenbahnen gab es ab 1889 auch vollständig privat betriebene Eisenbahnen, die in dieser Liste nicht enthalten sind.
Die Deutsche Reichsbahn vervollständigte das badische Streckennetz bis 1945 um folgende Strecken:
| Streckenabschnitt | als Teil der Strecke | eröffnet am |
|---|---|---|
| Oppenau - Bad Peterstal | Renchtalbahn | 28. Nov. 1926 |
| Titisee - Seebrugg | Dreiseenbahn | 1. Dez. 1926 |
| Raumünzach - Klosterreichenbach | Murgtalbahn | 13. April 1928 |
| Neckarsteinach - Schönau (Odenwald) | - | 21. Okt. 1928 |
| Bad Peterstal - Bad Griesbach | Renchtalbahn | 25. Mai 1933 |
| Tuttlingen - Hattingen (Baden) | Gäubahn | 15. Mai 1934 |
| Freiburg (Breisgau) - Freiburg-Wiehre | Höllentalbahn | 8. Nov. 1934 |
Ferner wurden einige Strecken von auswärtigen Staatsbahnen gebaut, die badisches Territorium berührten. Der Abschnitt Bretten - Bruchsal wechselte 1878 ins Eigentum der Badischen Staatsbahn.
Die Badische Staatsbahn förderte die Entstehung einer eigenen Eisenbahnfahrzeug-Industrie in Baden durch die bevorzugte Bestellung bei einheimischen Firmen, z.B. der Maschinenfabrik von Keßler und Martiensen in Karlsruhe, aus der sich später die Maschinenbau-Gesellschaft Karlsruhe entwickelte. Ferner entstanden mit der Waggonfabrik Fuchs in Heidelberg 1862 und der Waggonfabrik Rastatt 1897 zwei Hersteller von Eisenbahnwagen in Baden.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Badische Staatseisenbahnen".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world