| Großer Tümmler | ||||||||||||||
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| Bottlenose Dolphin KSC04pd0178.jpg | ||||||||||||||
| : | Wale (Cetacea) |
| : | Zahnwale (Odontoceti) |
| : | Delfinartige (Delphinoidea) |
| : | Delfine (Delphinidae) |
| : | Echte Delfine (Delphininae) |
| : | Tursiops |
| : | Großer Tümmler |
Der Große Tümmler ist in allen drei Ozeanen beheimatet. Außerdem lebt er im Mittelmeer und wird immer häufiger in der Nordsee gesichtet, obwohl er in der Regel nur in tropischen Breiten zu finden war. Dies wird mit der steigenden Wassertemperatur begründet, die zusätzlich zum wärmeren Wasser ein reicheres Nahrungsanbot verursacht. Er hält sich oft nahe der Küsten auf und gelangt dabei auch in flache Buchten und Lagunen.
Neben den Pfeiftönen können Tümmler hochfrequente Klicklaute von sich geben, die zur Echo-Ortung dienen. Die Laute werden in einem gebündelten Strahl nach vorne ausgesandt. Obwohl Tümmler zwei kleine Ohröffnungen haben, wird der meiste Schall über das Maul ins Innenohr weitergeleitet. Dort wird der Schall aufgefangen und verrät dem Tümmler, wenn er sich einer Beute nähert. Allerdings haben Tümmler auch gute Augen. Mit diesen Hilfsmitteln suchen sie nach kleinen Fischen, die ihre Hauptbeute darstellen. Nur gelegentlich fressen sie auch Tintenfische und Krebstiere.
Junge Tümmler kommen nach einer Tragzeit von einem Jahr auf die Welt und sind etwa 120 cm lang. Die Delfingeburt kann sich bis zu zwei Stunden hinziehen. Das Junge kommt mit der Schwanzflosse zuerst, damit es nicht gleich bei der Geburt ertrinkt. Danach schubst die Mutter es zu seinem ersten Atemzug an die Wasseroberfläche. Umgeben von anderen Mitgliedern der Gruppe wird die gebärende Mutter vor eventuellen Haiangriffen geschützt. Zwillinge gibt es selten, und falls doch, sind sie meist nicht lange am Leben, da die Muttermilch nicht ausreicht. Nach Beobachtungen von Jerome Siegel et al. der University of California in Los Angeles an in Gefangenschaft lebenden Tieren schläft das Muttertier nach der Geburt bis zu zwei Wochen lang fast überhaupt nicht. Das Kalb bleibt in dieser Zeit ebenfalls ununterbrochen wach, doch dieser Schlafmangel schwächt es nicht, es nimmt im Gegenteil an Gewicht zu. Anschließend stellen sich bei der Mutter und ihrem Kalb kurze Schlafphasen ein, und das Muttertier erreicht erst nach weiteren Wochen die normale Schlafdauer. Die Jungen bleiben ungefähr drei Jahre bei der Mutter, davon wird ein Jahr gesäugt.
Die Lebensdauer der Großen Tümmlers beträgt etwa 25 Jahre, obwohl in Gefangenschaft auch ein Greisenalter von 35 Jahren erreicht wurde.
In einer Studie, die am 6. Juni 2005 im Journal Proceedings of the National Academy of Science USA erschien, berichteten Forscher der Universität Zürich und der Universität New South Wales (Sydney), dass einige der Großen Tümmler in der westaustralischen Shark Bay bei der Futtersuche Werkzeuge benutzen: Sie lösen Schwämme vom Meeresboden ab und stülpen sie über ihre Schnauze. Die Schwämme dienen ihnen als eine Art Handschuh, um ihre Schnauze bei der Futtersuche im Boden zu schützen. Von den rund 3000 Delfinen in der Shark Bay sind nur etwa 30 so genannte Spongers, hat Dr. Michael Krützen vom Anthropologischen Institut der Universität Zürich herausgefunden. Um genetische Einflüsse zu untersuchen, wurde die DNA von 13 Schwamm benutzenden Delfinen analysiert und die DNA von 172 Delfinen, die keine Schwämme benutzen. Man fand heraus, dass der Gebrauch von Schwämmen anscheinend in direkter Linie von der Mutter auf die Tochter weitergegeben wird. Die Schwamm benutzenden Tiere zeigten zudem eine signifikante genetische Verwandtschaft. Die Forscher nehmen daher an, dass die Nutzung von Schwämmen von einer weiblichen Vorfahrin erst vor relativ kurzer Zeit erfunden worden ist. Es ist das erste Beispiel für eine materielle Kultur bei Meeressäugern.
Ob der Große Tümmler eine Art ist oder in Wahrheit in zwei oder drei Arten unterteilt werden muss, ist umstritten. Manche Zoologen benennen diese drei Arten:
Während die meisten Zoologen in letzter Zeit diese höchstens für Unterarten einer einzigen Art hielten, hat Dale W. Rice in seinem Standardwerk Marine Mammals of the World. Systematics and Distribution (1998) in aduncus wieder eine eigenständige Art gesehen, dagegen aber gillii als Unterart von truncatus eingeordnet.
Die im Schwarzen Meer lebenden Großen Tümmler sind eine Unterart des Atlantischen Tümmlers und werden als Tursiops truncatus ponticus geführt.
Beim Experimentieren mit verschiedenen Delfinarten fand man bald heraus, dass der Große Tümmler am geeignetsten ist, um in Shows Kunststücke vorzuführen. Er ist gelehrig, aber auch relativ anspruchslos. Allerdings gibt es an der Haltung in Delfinarien in jüngerer Zeit immer mehr Kritik, da Große Tümmler kaum unter artgerechten Bedingungen gehalten werden können. In Deutschland gibt es vier Delfinarien, im Zoo Duisburg, im Tiergarten Nürnberg, im Allwetterzoo Münster und im Heidepark.
Auch in anderen Bereichen hat der Große Tümmler eine wachsende Bedeutung. In der Delfintherapie soll er bei der Förderung autistischer und behinderter Kinder behilflich sein. Sowohl die USA als auch Russland trainieren Große Tümmler für das Aufspüren von Seeminen sowie das Anbringen von Minen an feindlichen Schiffen.
Delfín skákavý | Øresvin | Bottlenose Dolphin | Tursiops truncatus | Pullonokkadelfiini | Grand dauphin | דולפינן ים תיכוני | Dobri dupin | Tursiops truncatus | ハンドウイルカ | Tummeleer | Afalina | Dolphin Hidung Botol | Tuimelaar | Butlonos | Golfinho-comum | Delfín skákavý | Öresvin | 宽吻海豚 | Kan-á-phīⁿ Hái-ti
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