| Wissenschaftlicher Name
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| Pholcus phalangioides
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| Fuesslin, 1775
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Die Große Zitterspinne (Pholcus phalangioides) ist eine von 871 Arten aus der Familie der Zitterspinnen (Pholcidae). Der Name Zitterspinne leitet sich vom speziellen Verhalten dieser Spinnen ab. Fühlen sie sich bedroht, beginnen sie in ihrem Netz zu zittern. Dadurch verschwimmt ihr Körper vor dem Hintergrund und sie werden fast unsichtbar (vor den hellen, ungemusterten Wänden in Häusern funktioniert das natürlich nicht).
Die Große Zitterspinne ist weltweit verbreitet und hat sich aus den Subtropen ausgebreitet. Lediglich in kühlen und kalten Klimaten sowie auf den Britischen Inseln fehlt sie. Als ausgesprochenen Höhlenart ist sie heute in fast jedem Gebäude, besonders in Kellern, zu finden.
Von der Arachnologischen Gesellschaft wurde die Große Zitterspinne zur Spinne des Jahres 2003 gewählt.
Erscheinungsbild
Die Große Zitterspinne wird oft in Kellern und ruhigen Korridoren angetroffen, wo sie mit dem Bauch nach oben in ihrem Netz auf Beute lauert. Ihr Körper ist stabförmig, wird bis zu einem Zentimeter lang und ist grau-braun gemustert. Wegen ihrer bis zu fünf Zentimeter langen Beine wird sie, wie auch andere Zitterspinnen, oft mit
Weberknechten (Opiliones) verwechselt. Eine nahe Verwandte der Großen Zitterspinne, die Kleine Zitterspinne, trägt daher bezeichnenderweise den Namen
Pholcus opilionoides (weberknechtähnlich). Im Gegensatz zum ungegliederten Körper der Weberknechte ist der Körper der Zitterspinnen – wie bei allen
Webspinnen – in Kopf und Hinterleib (Abdomen) untergliedert. Bei den Männchen sind die Taster durch die Geschlechtsorgane keulenförmig verdickt, während die Weibchen dünne Taster besitzen.
Ernährung
Die Große Zitterspinne ernährt sich hauptsächlich von kleineren Tieren wie
Fliegen,
Mücken oder
Kellerasseln, in seltenen Fällen auch von Artgenossen. Sie kann aber durch ihre spezielle Fangtechnik selbst die größeren
Winkelspinnen ("Hausspinnen") überwältigen. Ihr Netz ist ein unregelmäßig geformtes, lockeres Gespinst und besitzt keine klebrigen Fäden. Dafür enthält es so genannte Schraubfäden, wellige Fäden mit Fadenknäueln, die dem Netz besondere Elastizität verleihen und in denen sich das Beutetier verstrickt. Hat die Spinne durch die Erschütterungen im Netz Beute wahrgenommen, läuft sie darauf zu und fesselt sie mit weiteren, nicht-klebenden Spinnfäden, die mit den Hinterbeinen über die Beute geworfen werden. Für den Menschen ist sie völlig ungefährlich.
Fortpflanzung
Die Große Zitterspinne kann bis zu drei Jahre alt werden. Das Weibchen produziert etwa 20 Eier, die in einen dünnen Kokon eingesponnen und einige Tage lang mit herumgetragen werden. Die Jungen bleiben nach dem Schlüpfen noch kurze Zeit im Kokon, bevor sie die Mutter verlassen und auf sich alleine gestellt sind.
weitere Fotos
Image:Pholcus.phalangioides.6900.jpg|Zitterspinnenmutter kümmert sich um ihren Nachwuchs, der bald schlüpft
Image:Pholcus.phalangioides.6905.jpg|Im unsichtbaren diffusen Raumnetz ist die Beweglichkeit der entscheidende Jagdvorteil
Image:Pholcus.phalangioides.6904.jpg|Die typische Lauerstellung ist mit der Bauchseite nach oben
Image:Pholcus.phalangioides.6907.jpg|weibliche Zitterspinne von oben
Pholcus.phalangioides.6908.jpg|mit Beute
Literatur
- Heiko Bellmann: Spinnen: beobachten - bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg 1992, ISBN 3-894-40064-1
- Dick Jones: Der Kosmos Spinnenführer. Kosmos, 1990, ISBN 3440061418
- Foelix, Rainer F.: Biologie der Spinnen. Thieme, Stuttgart 1979, ISBN 3135758028
Weblinks
Echte Webspinnen