| Grizzlybär | ||||||||||||
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| Grizzly Baer im Yellowstone Nationalpark.jpg | ||||||||||||
| : | Raubtiere (Carnivora) |
| : | Hundeartige (Canoidea) |
| : | Bären (Ursidae) |
| : | Ursus |
| : | Braunbär (Ursus arctos) |
| : | Grizzlybär |
Der Grizzlybär (auch Grisli bzw. alte Rechtschr. Grisly) (Ursus arctos horribilis) ist eine in Nordamerika lebende Unterart des Braunbären. Ging man in früherer Zeit noch von zahlreichen verschiedenen Unterarten auf diesem Kontinent aus, so werden heute in der Regel alle dort lebenden Braunbären mit Ausnahme der Kodiakbären als Grizzlybär bezeichnet.
Der Körperbau entspricht dem der übrigen Bären, der Körper ist stämmig, die Gliedmaßen lang und kräftig. Die Füße tragen jeweils fünf nicht einziehbare Krallen. Wie alle Bären sind Grizzlys Sohlengänger. Der Schwanz ist ein kurzer Stummel, der Kopf ist massiv und rund. Wie alle Braunbären weist er einen Höcker am Nacken auf, der aus einer kräftigen Muskelmasse besteht. Diese braucht er, um seine Vorderpranken wirkungsvoll einzusetzen. Mit seinen Pranken jagt er, fängt Lachse, wendet Steine zur Nahrungssuche und gräbt Höhlen. Nebst dem Buckel am Nacken ist die stärker vom Kopf abgesetzte Schnauze ein Kennzeichen, das ihn vom oft gleichgefärbten Amerikanischen Schwarzbär unterscheidbar macht.
Der Rückgang der Populationen begann möglicherweise bereits, als die Indianer dank der von den Spaniern eingeführten Pferde ihre Jagdtechniken verfeinerten. Mit der großflächigen Besiedlung des Landes durch die Weißen ging dann ein drastischer Rückgang der Bestandszahlen und des Verbreitungsgebietes einher. Als wichtiges Rückzugsgebiet erwies sich der 1872 gegründete Yellowstone-Nationalpark. Im Kerngebiet der USA (den 48 zusammenhängenden Staaten) leben heute nur mehr rund tausend Tiere, die in mehrere isolierte Populationen im nordwestlichen Landesteil (dem Yellowstone-Nationalpark, dem Glacier-Nationalpark sowie vereinzelt in den Bundesstaaten Montana, Idaho und Washington) leben. In Kanada sind sie ebenfalls aus den mittleren Landesteilen verschwunden und kommen heute nur mehr in Britisch-Kolumbien, dem westlichen Alberta und in den nördlichen Territorien vor. Im dünn besiedelten Alaska sind sie noch relativ häufig. Die heutige Gesamtpopulation wird auf rund 50.000 Tiere geschätzt.
Trotz seines massigen Körperbaus kann er mit einer Geschwindigkeit von über 60 km/h rennen. Außer bei der Jagd tappt er allerdings meist gemächlich dahin. Normalerweise geht er auf allen Vieren. Zum besseren Überblick kann er sich auf die Hinterpranken stellen und so auch einige Schritte gehen.
Grizzlys halten während der kalten Jahreszeit eine Winterruhe. Da die Körpertemperatur nur wenig zurückgeht und sie leicht aufzuwecken sind, spricht man nicht von einem echten Winterschlaf. Um sich darauf vorzubereiten, legen sie im Spätsommer und Herbst einen Fettvorrat an.
Bei Grizzlybären, die an den Pazifikküsten leben, machen Lachse während ihrer Laichwanderungen einen bedeutenden Teil der Ernährung aus. Diese proteinreiche Nahrung ist vermutlich dafür verantwortlich, dass die Tiere im Norden bedeutend größer werden als ihre im Binnenland lebenden Artgenossen.
Viele Menschen sahen den Grizzly als Nahrungskonkurrent und als potentielle Gefahr. Diese Sicht sorgte für den drastischen Rückgang nach Ankunft der weißen Siedler. Heute sind die Grizzlys geschützt und ihre Populationen stabil. Am 9. Januar 2006 schlug der US Fish and Wildlife Service vor, die Grizzlys im Yellowstone von der Liste der bedrohten und geschützten Tiere zu streichen.
In den 1970er Jahren gewöhnten sich die Grizzlys - wie auch die Schwarzbären - im Yellowstone-Nationalpark an die Menschen und deren Nahrung. Sie aßen Süßwaren wie Biscuits und Eiscreme, aber auch Steak-Abfälle. Es kam vermehrt zu Unfällen zwischen Menschen und Grizzlys. Nachdem der National Park Service eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet hatte - zum Beispiel führte er geschlossene Abfalleimer sowie ein Fütterungsverbot ein und siedelte Bären um - nahmen die Grizzlybären allmählich ihre urtümliche, wilde Lebensweise wieder an.
Es gibt eine Reihe von Verhaltensregeln, die von den Nationalparkverwaltungen herausgegeben werden. Durch Lärm wie Sprechen, Singen oder ein Glöckchen am Fußgelenk soll verhindert werden, dass der Bär überrascht und erschreckt wird. Provokatives oder bedrohendes Verhalten sollte vermieden werden, dazu zählen auch Versuche, das Tier zu verscheuchen. Im Fall eines Angriffes soll man nicht weglaufen, sondern sich in Embryonalhaltung totstellen.
Trotzdem kommt es nahezu jedes Jahr zu vereinzelten Todesfällen, die allerdings meist auf Provokationen zurückzuführen sind.
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