| Grindwal | ||||||||||||
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| Two pilot whales.jpg | ||||||||||||
| : | Wale (Cetacea) |
| : | Zahnwale (Odontoceti) |
| : | Delfine (Delphinidae) |
| : | Grindwale (Globicephalinae) |
| : | Globicephala |
| : | Grindwal |
Das männliche Tier erreicht eine Länge von in der Regel drei bis sechs, maximal bis zu acht Metern und ein Gewicht von maximal 3.000 Kilogramm, die Weibchen sind mit einer maximalen Länge von 6 Metern etwas kleiner. Der Körper ist zylindrisch, der wie eine Kugel geformte Kopf kaum vom Rumpf abgesetzt, und die Melone überragt die sehr kurze Schnauze der Tiere. Die Rückenflosse oder Finne ist bei ausgewachsenen Tieren lang gestreckt und schmal. Dies gilt auch für die Flipper genannten Brustflossen, die fast ein Fünftel der Körperlänge einnehmen können. Die Schwanzflosse oder Fluke ist in der Mitte sehr stark eingekerbt.
Die Farbe ist schwarz mit Ausnahme einer weißlichen Partie unterhalb des Kinns, die sich am Bauch entlang als schmale Linie bis zum Anus zieht. Diese Zeichnung erinnert an einen Anker, dessen Spitze zum Kinn der Tiere zeigt. Bei einigen Individuen tritt auch ein heller Bereich hinter dem Auge und ein weiterer hinter der Rückenflosse auf.
In europäischen Gewässern ist der Wal fast überall anzutreffen, insbesondere um Island, in der Barentssee, vor der Küste Norwegens und nördlich von Großbritannien. Im Mittelmeer trifft man ihn häufig im Bereich von Gibraltar und Korsika. Weniger häufig sind die Tiere im Tyrrhenischen Meer und der Adria sowie der Nordsee. Im südlichen Teil der Nordsee sowie in der Ostsee sind sie sehr seltene Irrgäste.
Im gesamten Verbreitungsgebiet bevorzugen die Grindwale das offene Meer und sind nur relativ selten in Küstennähe zu sehen. Im Bereich der Orkney und Shetland-Inseln sowie der Färöer ziehen jedoch regelmäßig große Schulen an den Küsten entlang.
Nach derzeitigen Erkenntnissen gibt es mit dem Schwertwal (Orcinus orca) und einigen großen Haien nur sehr wenige natürliche Feinde für die Grindwale. Allerdings stellen auch diese wohl nur eine geringe Bedrohung dar, da sehr wenige Grindwale mit Wundmalen gefunden werden konnten.
Pilotwale leben wie die meisten Delfine in Gruppen, die als Schulen bezeichnet werden. Diese bestehen durchschnittlich aus zwanzig Tieren, zu Zeiten des saisonalen Hauptauftretens der Beutetiere konnten jedoch auch schon Schulen von bis zu 600 Individuen beobachtet werden. Dabei kommt es nicht selten vor, dass sich Grindwalschulen mit anderen Kleinwalen vergesellschaften, vor allem mit Großen Tümmlern oder Rundkopfdelfinen. Das Sozialgefüge der Schulen ist hoch entwickelt und die Angehörigen der Gruppe folgen immer einem Leittier (daher der Name Pilotwal), meistens einem dominanten Männchen.
Pilotwal2.JPG In der Regel ziehen die Pilotwale mit einer gemächlichen Geschwindigkeit von ungefähr 6 km/h durchs Meer, bei Gefahr können sie allerdings bis zu siebenmal schneller sein. Außerhalb der Zeiten der Nahrungsaufnahme schwimmen und atmen die Grindwale weitgehend synchron, zur Nahrungssuche verteilen sie sich. Während der jahreszeitlichen Wanderungen finden sie sich zu großen Herden von mehreren hundert oder gar tausend Tieren zusammen. Die Wanderungen selbst sind offensichtlich durch das jahreszeitlich gebundene Vorkommen von Tintenfischen bedingt, denen die Wale folgen. Längere Wanderungen sind allerdings nicht bekannt.
Das Sozialverhalten wird den Grindwalen manchmal zum Nachteil: Wird eines der Tiere verwundet, schwimmt es in Panik davon. Die gesamte Schule folgt dem verletzten Tier, wobei sie oft in flaches Wasser gerät. Einmal im seichten Wasser, können sich die Grindwale nicht mehr orientieren. Auch den immer wieder vorkommenden Massenstrandungen liegt vielleicht dieselbe Ursache zugrunde. Eine andere Theorie besagt, dass beim Leittier einer Gruppe durch Umwelteinflüsse oder Krankheit das Echo-Ortungssystem versagt, wodurch es die ganze Gruppe fehlleitet und auf die Küste zuführt. Auch Anomalien des Erdmagnetfeldes sind als Ursachen in der Diskussion.
Die Kommunikation sowie die Echoorientierung erfolgt über ein umfangreiches Tonrepertoire mit Pfiffen im Frequenzbereich von drei bis fünf Kilohertz. Diese Pfiffe werden etwa 14 bis über 40 mal pro Minute ausgestoßen.
Von der Zeugung bis zur Geburt verstreichen fünfzehn bis sechzehn Monate, die Geburtszeit liegt also in den Sommermonaten. Die Jungtiere sind bei der Geburt zwischen 1,60 und 1,90 Meter lang. Bereits nach etwa zwei Monaten bekommen sie ihre ersten Zähne, ein vollständiges Gebiss liegt nach etwa einem Jahr vor. Das Geschlechterverhältnis der neugeborenen Wale ist leicht zugunsten der männlichen Tiere verschoben. Wegen einer deutlich höheren Mortalität der Männchen liegt es für Tiere im fortpflanzungsfähigen Alter dann bei 60 Prozent Weibchen zu 40 Prozent Männchen.
Das Weibchen kümmert sich durchschnittlich vier Jahre lang um ihren Nachwuchs und ist erst danach wieder paarungsbereit. Das Jungtier wird in den ersten beiden Jahren gesäugt, frisst aber bereits ab dem ersten Lebensjahr auch Tintenfische. Die Lebenserwartung der Grindwale wird auf durchschnittlich 30 bis 50 Jahre geschätzt, das älteste bekannte Tier war ein Weibchen von 57 Jahren.
Der Grindwal bildet gemeinsam mit dem Kurzflossen-Grindwal (Globicephala macrorhynchos) eine Gattung innerhalb der Grindwale (Globicephalinae).
Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde der Grindwal 1809 von Thomas Traill als Delphinus melas. 1828 wurde dem Wal eine eigene Gattung Globicephala zugestanden, diese wurde 1898 bestätigt. In der Folge wurde der Artname in die weibliche Form Globicephala melaena überführt, die heute synonym neben der nach der Prioritätsregel des International Code of Zoological Nomenclature eigentlich gültigen Bezeichnung Globicephala melas genutzt wird.
Innerhalb der Grindwale gibt es eine Reihe von Populationen, die sich anhand der Färbung und Größe leicht unterscheiden. Unsicherheit herrscht darüber, ob die Grindwale der südlichen Ozeane als eigene Unterart Globicephala melaena edwardii von den nördlichen Tieren getrennt werden sollten.
Wie bei vielen anderen Walen stellt auch für den Bestand der Grindwale die Verschmutzung der Meere die Hauptbelastung dar. Da sie an der Spitze der Nahrungskette stehen, reichern sich in der Muskulatur und der Leber sowie in den Nieren Schwermetalle wie Quecksilber, Blei oder Kadmium an. In der Speckschicht kommt es vor allem zu Einlagerungen von fettlöslichen Umweltgiften wie polychlorierten Biphenylen (PCB) oder (mittlerweile abnehmend) Dichlor-Diphenyl-Trichlorethan (DDT) und dessen Abbauprodukt Dichlor-Diphenyl-Dichlorethylen (DDE).
Der aktuelle Bestand der Art im nördlichen Atlantik wird auf über 100.000 Tiere geschätzt. Entsprechend gilt sie als häufig und wenig gefährdet. Der Grindwal fällt wie alle Kleinwale nicht unter die Schutzbestimmungen der Internationalen Walfangkommission (IWC). Er ist allerdings im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommen aufgeführt. Der internationale Handel mit Grindwalprodukten ist somit untersagt.
Grindehval | Pilot Whale | גלובי שחור | Ilgapelekė grinda | Griend (dier) | Pilotvalar
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