Der Ausdruck Griechische Militärdiktatur 1967-1974 (oder alternativ „Das Regiment der Obristen“), im griechischen Sprachgebrauch auch „Die Junta“, ist eine kollektive Bezeichnung für die Militär-Regime, die das moderne Griechenland von 1967 bis 1974 beherrschten.
In diesem Zusammenhang ist auch die sogenannte Zypernkrise von ursächlicher Bedeutung.
Am Morgen des 21. April 1967 kam es zum Putsch des Militärs in Griechenland und damit zu dessen Machtübernahme.
Bereits 1947 wurde in den USA die „Truman-Doktrin“ verabschiedet. Ziel dieser Doktrin war es, zu verhindern, dass weitere Staaten (insbesondere Griechenland und die Türkei) unter den den Einfluss der Sowjetunion gerieten. Griechenland wurde wegen des Bürgerkriegs zwischen den Royalisten und den Kommunisten zwischen 1945 bis 1949 von den USA als Risiko-Land betrachtet.
Nach dem Ende der Auseinandersetzungen 1949 fand sich Griechenland unter rechtskonservativer Regierung wieder, die unter aktiver „Mithilfe“ der westlichen Mächte zustandegekommen war. König war Paul I.
(siehe Weblink: Griechische Geschichte von 1950 bis 1980)
Als einziger „nichtkommunistischer“ Staat auf dem Balkan wurde Griechenland 1952 Mitglied der NATO. Und auf Wunsch des Westens sollte es unbedingt „frei und westlich orientiert“ bleiben.
König Paul I. starb am 6. März 1964, Nachfolger wurde sein als Staatsoberhaupt unerfahrener Sohn Konstantin II.
Bereits im Februar 1964 wurden die Konservativen bei den Wahlen durch eine eher linke Regierung, das sogen. „Zentrum“ (unter Georgios Papandreou), abgelöst. Unter dem neuen König wuchs die Angst, dass die Linken sich eher am Vorbild der UdSSR als an dem der USA orientieren würden.
Seit Januar 1965 wiesen alle Anzeichen auf eine ernste Krise hin, da sich die Beziehungen zwischen der Regierung Georgios Papandreous und dem Königshaus ständig verschlechterten. Der von seiner Kamarilla beeinflusste König gewann mehr und mehr die Überzeugung, dass das Zentrum den Sturz der Monarchie plante.
Papandreou tat nichts, um ein Vertrauensverhältnis zum Hof herzustellen. Nach medialer Aufdeckung der „Aspida-Verschwörung“, eines angeblichen Zusammenschlusses missliebiger linksgerichteter Armeeoffiziere, durch konservative Zeitungen und aufgrund der Enthüllungen über die Rolle seines Sohnes Andreas in dieser Affäre wollte er das Verteidigungsministerium seiner direkten Kontrolle als Premierminister unterstellen. Dies hätte ihm Gelegenheit geboten, die anfänglich versäumte Kaltstellung „undemokratischer Elemente“ innerhalb des griechischen Militärs zu verwirklichen. Der Verteidigungsminister aber verweigerte den Rücktritt, und König Konstantin II. wies die vom Premierminister verlangte Entlassung desselben zurück. Allerdings übertrat er hierbei die ihm von der Verfassung eingeräumten Rechte.
Nun drohte Papandreou mit seinem Rücktritt, was der König umgehend nutzte, um einen neuen Premierminister zu ernennen. Zwar wurde dieser vom Parlament nicht bestätigt, aber die Krise war da.
28 Armeeoffiziere wurden der Zugehörigkeit zur Organisation Aspida und eines Putschversuches angeklagt und vor ein Kriegsgericht gestellt. Auch der Sohn von Papandreou Sr., Andreas Papandreou, sollte ursprünglich vor Gericht gestellt werden, dies war allerdings auf Grund seiner Parlamentarischen Immunität nicht möglich. 15 Angeklagte wurden für schuldig befunden und bekamen Gefängnisstrafen.
Zwischen 15. Juli und den ersten Septembertagen 1965 waren Athen und alle großen griechischen Städte Schauplätze täglicher Kundgebungen für Papandreou und die Demokratie. Aber der Versuch der Demonstranten, durch die Forderung nach Neuwahlen – so wie Papandreou es verlangte – die Bildung einer erneuten königstreuen Regierung zu verhindern, war vergeblich. Schließlich gelang es der royalistischen Clique mit Hilfe von Bestechung und Versprechungen, genügend Abgeordnete des „Zentrums“ zu „überzeugen“, worauf die dritte, von den Royalisten vorgeschlagene, Regierung im Parlament über eine Mehrheit von einer Stimme verfügen konnte.
Parallel dazu arbeiteten der König und die ihm treuen Generäle, mit Kenntnis der Amerikaner, an einem Plan zur Errichtung einer Militärdiktatur, falls es mit „demokratischen“ Mitteln nicht gelingen sollte, die Rückkehr Georgios Papandreous an die Macht zu verhindern.
Giorgios Papadopoulos, der Anführer der Obristen, hatte verstanden, dass das schnellste, wirksamste und sicherste Mittel, zur Macht zu gelangen, darin bestand, den Apparat, den sich der Staat zum Schutz gegen Subversion geschaffen hatte, für die eigenen Zwecke auszunutzen. Er wusste, wie alle griechischen Stabs-Offiziere, von der Existenz des Prometheus-Planes, einer auf die Destabilisierung jedweder - egal auf welche Weise - an die Macht kommender, kommunistischer Regierung (siehe Gladio) abzielenden Maßnahme. Ausgearbeitet gemäß den in der NATO seit 1959 festgelegten Richtlinien, wurde der Prometheus-Plan ständig dem neuesten Stand der Entwicklung angepasst.
Auf Grund ungenügender Geheimhaltung konnte Oberstleutnant Papadopoulos bereits seit 1963, unmittelbar nach dem Sturz der Regierung Karamanlis, die Akten des Prometheus-Planes studieren. Damals führte Panagiotis Pipinelis die relativ kurze Übergangsregierung (vergl. Weblink List_of_Prime_Ministers). Er stimmte später als einziger griechischer Politiker dem Staatsstreich vom April 1967 zu, was ihm sogleich die Ernennung zum Außenminister einbrachte. Die vollständige Prometheusakte enthielt vor allem die gegliederte Übersicht der mit der Durchführung des Planes beauftragten Abteilungen und den im Bedarfsfalle, unter der alleinigen Verantwortlichkeit des Premierministers, anzuwendenden Code.
Dank der Kenntnis dieser Akte gelang es Giorgios Papadopoulos und seinen Freunden, überzeugte Anhänger ihres Übernahmeplans „zur Rettung des griechischen Staates und seiner Identität“ auf strategischen Positionen zu platzieren. Dadurch waren sie in der Lage, eventuelle Änderungen des Prometheus-Planes zu erfahren. Im Augenblick des Putsches konnten sie somit die Operationen zur Machtergreifung auslösen, indem sie einfach die Durchführung des Planes befahlen. Während der König und die Generäle in letzter Minute gezögert hatten, dies zu tun. Zu bemerken ist, dass einige Monate vor dem Staatsstreich die Papadopulos-Freunde beim Generalstab die Vervollständigung der Liste zu verhaftender Personen durchgesetzt hatten, indem sie eine Liste B mit den Namen der wichtigsten Führer der nichtkommunistischen Parlamentsfraktionen hinzufügten, die gleichzeitig „neutralisiert“ oder „geschützt“ werden sollten.
Einige Männer der Papadopulos-Gruppe – an erster Stelle der Oberst Karydas – nahmen direkt an der Inszenierung dieses Szenarios teil. Die Aspida-Affäre (siehe oben) erschien zwar jedem vernünftigen Bürger als unwahrscheinlich, erwies sich aber als nützlich für die Junta.
Die von der Militärhierarchie mit Eifer dargestellte und unterstützte These eines antimonarchistischen Komplotts überzeugte den König vollends davon, dass das demokratische Lager die Errichtung einer Republik vorbereitete.
Überdies geschah die Aufdeckung der angeblichen Verschwörung genau rechtzeitig, als Georgios Papandreou endlich entschlossen schien, zwar nicht rechte Offiziere aus den Streitkräften zu entfernen, aber wenigstens solche, die sich bei der Wahlfälschung von 1961 kompromittiert hatten. Ebenso wie bestimmte Verwaltungsbeamte, deren antidemokratische Gesinnung allgemein bekannt war.
Diese von der öffentlichen Meinung seit Monaten geforderte Maßnahme hätte sofort nach der Bildung der Regierung Papandreou im Februar 1964, wenige Tage nach dessen triumphalem Wahlerfolg, getroffen werden müssen. Aber der alte Führer der Zentristen hatte auf keinen Fall dem König missfallen wollen. Und als er endlich begriff, dass die maßvolle Säuberung der Armee einzige Überlebenschance für die Demokratie war, hatten die Obristen ihren Aktionsplan bereits vorbereitet.
Überall herrschten Verwirrung, Angst und Panik. Gegen Abend des 21. April 1967 waren mehr als 10.000 Personen von schwer bewaffneten Soldaten in Athen, Piräus, Patras und Thessaloniki verhaftet worden. Unter ihnen zahlreiche alte und kranke Veteranen damaliger Partisanenkämpfe gegen die deutsche Besatzung, Hunderte von Funktionären und aktive Mitglieder aller politischen Parteien, der Gewerkschaften, der Jugendorganisationen, der Klubs und die meisten Minister der amtierenden Regierung, Dutzende von Abgeordneten, mehrere hohe Verwaltungsbeamte, zahlreiche Journalisten, Rechtsanwälte, Schriftsteller und Schauspieler.
Noch in der Nacht verbreitete sich die Nachricht im schlafenden Athen. Niemand vermochte zu sagen, wer hinter dem Unternehmen stand, konnte seinen Sinn verstehen, seinen Umfang abschätzen, oder war in der Lage zu reagieren.
Nach dem Putsch vom 21. April wurde sofort das Standrecht verhängt, Zensur, Verhaftungen, Prügel, Folter und Ermordungen. Man schätzt, dass sich die Zahl der Opfer auf ungefähr 8.000 Personen allein im ersten Monat belief. Dies wurde durch die Erklärung gerechtfertigt, dass alles getan werden müsse, um die Nation von einer „kommunistischen Übernahme“ zu retten.
Außerdem hemmte das persönliche Verhalten König Konstantins die Reaktionen der Kräfte, die die Möglichkeit gehabt hätten, etwas Wirksames gegen den Ablauf zu unternehmen: Als er früh morgens von vorsprechenden Putschisten geweckt wurde, wollte der König den Ungehorsam „seiner Armee“ nicht wahrhaben. Die von den Obristen in den Räumen des Pentagons, des Sitzes des Generalstabs bei Athen, festgehaltenen Generäle hatten ihm übrigens geraten, nichts zu veranlassen, was die gerühmte Einheit der Armee in Frage stellen könne. Eine Militärdiktatur schien dem König zu diesem Zeitpunkt anscheinend weitaus besser, als eine Regierung seines Erzfeindes Papandreou.
Konstantin Kollias, einen früherer General-Anwalt des Areopag, des höchsten griechischen Gerichtes, als zivilen Premier-Minister zu berufen, war die einzige Konzession, die der König den Obristen abringen konnte. Seine Bedeutung allerdings war nur gering, da die Macht bei der Junta verblieb, und Kollias somit lediglich als Aushängeschild fungierte.
Die „Erklärung von Kollias“ über Radio Athen wenige Stunden nach Bildung der Putschistenregierung am 22. April 1967:
Die Verwirklichung dieses Programms hatte schon 24 Stunden vor der medialen Übertragung der Rede begonnen. Mit Auslösung des Staatsstreichs schritt die Junta zu mehr als 10.000 Verhaftungen von Menschen, die „schlicht und einfach Griechen“ waren, also verschiedene politische Überzeugungen besaßen.
Auf diese Weise sah sich am 24. April 1967 jeder Grieche isoliert und hilflos einem Staatsstreich gegenüber, von dem niemand die Urheber noch den wirklichen Umfang kannte, dessen Organisation ihn aber, zu dem Zeitpunkt, als das gemeinsame Werk des Königspalastes, der traditionellen Rechten, der Streitkräfte und der Amerikaner (hier insbesondere der CIA) erscheinen ließ.
Eine vom 25. April 1967 datierte Depesche der AFP zählt die Maßnahmen auf, die gemeinsam Innen- und Erziehungsministerium bezüglich künftiger „Disziplinierung der Jugend“ getroffen hatten. Es heißt: hiernach „müssen die jungen Männer auf anständiges Aussehen achten, sauber und gepflegt sein und vor allem kurzgeschnittene Haare tragen. Die Beatles und Beatniks, diese ausländischen Früchte des amerikanischen Halbstarkentums, werden in Griechenland nicht mehr geduldet“. Die Mädchen dürfen keine kurzen Röcke mehr tragen, sondern „müssen schicklich gekleidet sein“. Außerdem wird allen Schülern befohlen, „jeden Sonntag die Messe zu besuchen und während der Karwoche zum Abendmahl zu gehen“.
Indessen wurden die Universitäten zur Zielscheibe Nummer eins der Militärregierung. Schon zu Beginn des Schuljahres 1967/68 offenbarte sich, dass die Obristen vor einer schweren Aufgabe standen. Trotz der Willkürmaßnahmen gegen die studentischen Vereinigungen, trotz der Auflösung aller Verbände wurde Widerstand in den Vorlesungssälen und Laboratorien spürbar, der sich gegen Umwandlung dieser Einrichtungen in Kasernen wehrte.
Die Studenten boykottierten die Vorlesungen der mit dem Regime kollaborierenden Professoren. Flugblätter wurden verteilt und regimefeindliche Anschläge ausgehängt. Die Obristen begannen das Problem ernst zu nehmen.
Im November 1967 schrieb der Korrespondent des Le Figaro in Athen: „Das Problem der ,kriminellen Jugend′ stellt sich augenblicklich in Griechenland in all seiner Schärfe, und die Militärregierung bemüht sich um eine Lösung, ohne weitere Zwangsmaßnahmen ergreifen zu müssen. Tatsächlich schätzt man die Zahl der unter der jungen Generation im letzten Trimester Verhafteten auf mehr als zweihundert. Die für schuldig Gehaltenen werden hart verurteilt.“
Am 29. April 1967 hatte man Zensurmaßnahmen definiert; alle Zeitungsredaktionen erhielten ein „allgemeines Instruktionsmerkblatt“, das aufzählte, was nicht veröffentlicht werden durfte. Diese Liste enthielt zehn Punkte. Hier der letzte:
Als Informationsquelle durften die Redakteure nur die Athener Nachrichtenagentur heranziehen. Die Auswertung der Nachrichten anderer Agenturen war ihnen untersagt. Die „Athener Agentur“ aber war ein von der Diktatur vollständig kontrolliertes Staatsunternehmen, dessen Texte, so ein IPI-Bericht, von zuständigen Unterstaatssekretariats-Abteilungen für das Pressewesen verfaßt und allen Zeitungen diktiert wurden. Manchmal mußten diese Agenturtexte sogar als von der Redaktion verfasst hingestellt werden.
Vom 26. April an, während die Verhaftungen sich fortsetzen, verlegten die Militärs ihre Gefangenen, Männer und Frauen, nach Gyáros, auch Teufelsinsel genannt.
Gyaros oder Gyoura ist ein großer, baumloser, von Ratten verseuchter Felsen, einige Meilen östlich des Peloponnes im Ägäischen Meer. Seine besonderen Merkmale: Es gibt kein Wasser, über die Insel fegen ständig starke Winde, die oft sogar Hubschraubern den Zugang unmöglich machen, und bereits im Römischen Reich hielt man diese Insel für einen Verbannungsort als zu unwirtlich.
Über 35 % der Häftlinge von Gyaros – Männer und Frauen – erkrankten. Fast ein Drittel der Häftlinge war über fünfzig Jahre alt. Einige der Internierten fanden dort den Tod.
Erklärung von Giorgios Papadopulos über Radio Luxemburg am 23. Januar 1968:
Auf der Insel Leros wurden ebenfalls Internierungen vorgenommen.
In Wirklichkeit dienten die Massenverhaftungen in der Nacht des 21. April und den folgenden Tagen den Zwecken:
Vier Monate kämpfte Mikis Theodorakis als Gründer der Widerstandsbewegung „Patriotische Front“ im Untergrund gegen die Junta. Aber im August 1967 wurde er verhaftet, gefoltert, ins Bergdorf Zatouna verbannt, später ins Konzentrationslager Oropos überführt. Er dürfte wohl der bekannteste aller griechischen Patrioten, neben Konstantinos Tsatsos und Petros Stangos, sein, die die Obristen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpften. Theodorakis' Musik wurde bereits ab dem 1. Juni 1967 verboten; wer sie anhörte, musste mit einer Haftstrafe rechnen.
Von Beginn an war das Verhältniss zwischen König und den Obristen angespannt.
Die Junta war nicht bereit, die errungene Macht mit irgendjemandem zu teilen, während der junge Konstantin II. eine aktive politische Rolle spielen wollte. Repräsentationsfigur - im besonderen - dieser Militärregierung zu sein, reichte ihm nicht.
Am Morgen des 13. Dezember 1967 flog die gesamte königliche Familie, sowie der Premier Kollias nach Kavala, einer Stadt östlich von Thessaloniki. Hier hoffte der König Unterstützung durch befreundete Generäle sowie die auch dort stationierten royalistischen Truppen zu finden. Mit dieser Hilfe wollte er in Thessaloniki eine Gegenregierung installieren, um sozusagen durch die Teilung des Landes die Junta zur Aufgabe zu zwingen.
Dieser Plan ging allerdings gründlich daneben. Die Generäle des Königs wurden von nachrangigen, mit den Obristen sympatisierenden, Offizieren verhaftet.
Der König, seine Familie und Premier Kollias flohen mit dem königlichen Flieger, mit knapper Not der Verhaftung entgehend, am Morgen des 14. Dezember, nach Rom ins Exil.
Am 1. Juli 1973 wurde die Monarchie in Griechenland abgeschafft.
Sogenannte „spontante“ Demonstrationen gewannen, besonders in der Provinz, bei den Besuchen von Mitgliedern der Regierung an Bedeutung. Lokale Militärbehörden, die Gendarmerie, die Geistlichen und die staatlichen Lehrer wurden mobilisiert – im militärischen Sinn des Wortes –, um auftretende Leere auszufüllen, die die Indifferenz des Volkes geschaffen hatte. Manchmal wurde die Situation tragikomisch.
Unten der in der regionalen Zeitung Panaitolike (Westliches Griechenland) abgedruckte vollständige Wortlaut der Erklärung des Bürgermeisters von Agrinion über den Empfang seiner Exzellenz des Vizekönigs (General Zoitakis) (19. Februar 1969):
Man schätzt die Zahl der Folterer auf ungefähr 200 Polizisten, Offiziere der Polizei und Gendarmerie - Chargierte, die seit April 1967 aktiv an physischer Peinigung der politischen Gefangenen teilnahmen. Das dritte Armeekorps von Thessaloniki war die Domäne des Folterknechtes Kourkoulakos, der gleichzeitig zum Nachrichtendienst von Kalamria gehörte. Andere Folterexperten des 3. Armeekorps waren Karamitsos, Mitromaras und Tetradakos.
Die Athener Region hatte zweifellos die größte Zahl von Folterspezialisten und Folterzentren, wenn man dort alle Polizeibüros, Krankenhäuser, Militärlager, Gefängnisse berücksichtigt. Hauptunterdrückungszentrum war die Allgemeine Sicherheitspolizei in der Bouboulinasstraße 21, die bis Juli 1969 unter der Leitung von Papaspyropulos stand und deren Oberinspektor Basil Lambrou bis zum Ende der Diktatur im Amt blieb. Unter seinem Befehl standen eine große Anzahl von Inspektoren, Polizeioffizieren, Unteroffizieren und Agenten.
James Becket, ein amerikanischer Rechtsanwalt, der von Amnesty International nach Griechenland geschickt worden war, schrieb im Dezember 1969: „nach vorsichtiger Schätzung, sind nicht weniger als 2.000 Personen Folterungen ausgesetzt gewesen“.
Griechische Geschichte (20. Jh.) | Geschichte Zyperns | Diktatur | Verschwörung
Χούντα των Συνταγματαρχών | Greek military junta of 1967-1974 | Dictature des colonels | Dittatura dei colonnelli | Чёрные полковники
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Griechische Militärdiktatur".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world